Altklausuren


J. W.
Diese Lernkarten decken fortgeschrittene Konzepte der Evolution für Universitätsstudenten ab. Sie behandeln zentrale Themen wie Artbildung, Selektion, Isolation und Mutation, wobei auch spezifische Beispiele und Mechanismen wie die Chemiosmose und die Hardy-Weinberg-Gleichgewichtsberechnung vertieft werden. Besonders nützlich sind sie für Biologiestudenten, die sich auf Prüfungen oder Forschungsprojekte im Bereich der Evolutionsbiologie vorbereiten.
Flashcards
64
Students
2
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
03.02.2021 / 20.07.2024

Flashcards

Natürliche Selektion hat Anpassungen hervorgebracht, die Vorteile auf verschiedenen Organisationsebenen erzeugen. Auf welcher Ebene hat die natürliche Selektion wahrscheinlich gewirkt, um die folgenden Prozesse zu erklären?

a) Evolution des Industriemelanismus bei Biston betularia (Birkenspanner)

b) Ursprung asexueller Kasten bei sozialen Insekten

c) Meiotic Drive bei Drosophila simulans

d) Evolution von Altruismus bei Scrub Jays (Buschhäher)

e) Cytoplasmatische Männchen-Sterilität (CMS) bei Pflanzen

 

a) Evolution des Industriemelanismus bei Biston betularia (Birkenspanner)

• Organismen-Ebene

b) Ursprung asexueller Kasten bei sozialen Insekten

• Ebene von Gruppen die genetisch verwandt sind

c) Meiotic Drive bei Drosophila simulans

• Gen-Ebene

d) Evolution von Altruismus bei Scrub Jays (Buschhäher)

• Ebene von Gruppen die genetisch verwandt sind

e) Cytoplasmatische Männchen-Sterilität (CMS) bei Pflanzen

• Gen-Ebene

Sie studieren eine Population des Schmetterlings Agraulis vanillae, dessen Wirtspflanzen verschiedene Arten des Genus Passiflora sind. Einige Genotypen dieser Schmetterlingsart sind besonders an die Wirts-pflanze Passiflora incarnata angepasst. Andere Genotypen sind an diese Wirtspflanze nicht gut angepasst. Für ein Projekt studieren sie die Eiablage-Fähigkeit von drei verschiedenen Genotypen des Schmetterlings auf der Wirtspflanze Passiflora incarnata. Hier sind ihre Beobachtungsergebnisse: 

a) Wie hoch ist die relative Fitness der Genotypen: 

b)Berechnen sie den Selektionskoeffizienten der Schmetterlingspopulation 

c)Welche Selektionsart (type of selection) wirkt in dieser Population? 

d) Welches Allel wird fixiert werden? 

a) der Beitrag eines Genotyps zur nächsten Genotyps, verglichen mit dem Beitrag alternativer Genotypen für denselben Locus

A1A1 : 60/80 = 0,75

A1A2 : 80/80 = 1

A2A2 : 80/80 =1

 

b)Berechnen sie den Selektionskoeffizienten der Schmetterlingspopulation

s = 1-w(Fitness)

s= 1-0,75 = 0,25

 

c)Welche Selektionsart (type of selection) wirkt in dieser Population?

negative Selektion bezogen auf Allel A1

 

d) Welches Allel wird fixiert werden?

A2

Berechnen Sie die Durchschnittsfitness (mean fitness) der folgenden Schmetterlingspopulation:

 

Welchen Einfluss hat eine Verringerung der Schmetterlingspopulation von 10.000 auf 1.000 auf die Wahrscheinlichkeit der Fixierung und/oder die Geschwindigkeit der Fixierung?

Durschnittsfitness, erst relative Fitness:

A1A1 = 0,5

A1A2 = 1

A2A2 = 1/6

Df = (3000/10000)*0,5 + (6000/10000) *1 + (1000/10000) *1/6 = 0,767 = 77%  

 

Die Fixierung wird schneller ablaufen aber die Wahrscheinlichkeit für die Fixierung ändert sich nicht. 

Wie viele Generationen von Zufallspaarung benötigt eine Population die sich nicht im HardyWeinberg Gleichgewicht (HWG) befindet, um ein HWG zu erreichen?:

1

Reproduktive Isolation kann in zwei Formen unterteilt werden: Prä- und postzygotische Isolation.

Definieren Sie jede Form kurz! 

Präzygotische Isolation ist: verhindert die Bildung von Hybriden Zygoten

Postzygotische Isolation ist: verhindert die Überlebensrate und die Fruchtbarkeit von hybriden Zygoten

Nennen Sie zwei Formen der präzygotischen Isolation:

Saisonale oder zeitliche Isolierung: Paarungszeiten

 

Habitat-Isolierung: Populationen kommen in verschiedenen Habitaten vor

 

Sexuelle oder verhaltensbiologische Isolierung: sexuelle Attraktion ist gering.

Weibliche Cichliden wählen die Männchen anhand ihrer Farbgebung.

Eine Art mag findet blaue Männchen attraktiv, die andere rote

 

Spermienkonkurrenz

gametische Isolation bei Mehlkäfern

paart man ein weibliche freemanni mit freemanni(m) und castaneum(m), dann enthält man in den Nachkommen 3% Hybride und 97% freemanni

Spermien von Art1 schlagen Spermien von Art2 bei Befruchtung von weiblichen Art1 und umgekehrt

 

mechanische Isolation

 

Isolierung durch verschiedene Bestäuber

Nennen Sie zwei Formen der postzygotischen Isolation:

Reduzierte Überlebensrate der Hybriden

 

Hybrid--Sterilität: Die F1 Generation kann keine funktionstüchtigen Gameten erzeugen

Maulesel/Maultier. Hybriden von Esel und Pferd Kreuzungen

Sie haben die Selektionskoeffizienten (s), für eine nachteilige Mutation für Melanismus, in zwei voneinander isolierten Schmetterlingspopulationen ermittelt. In einer Population in Dortmund ist s = 0,05. In einer Population im Bayrischen Wald ist s = 0,01. Die gegenwärtige Frequenz des Melanismusgens ist in beiden Populationen 0,94.

Wenn Sie die Genfrequenzen nach 100 Schmetterlingsgenerationen erneut bestimmen:

In welcher Population wird ein niedrigerer Anteil des Melanismusgens vorkommen und warum?: 

Der Selektionskoeffizient (eine Zahl zwischen 0 und 1) drückt aus, wie sehr die Träger eines bestimmten Allels von der natürlichen Selektion betroffen sind.

Bei s=1 komplette Selektion, bei s=0 keine Selektion • bei gleicher Ausgangsfrequenz wird in Dortmund der Anteil des Melanismusgens kleiner sein, weil hier der Selektionkoeffizient größer ist. Das heißt, dass die negative Selektion für das Gen in Dortmund stärker ist. 

Nennen und beschreiben Sie vier Bedingungen, die für das Wirken von natürlicher Selektion gebraucht werden und beschreiben sie diese:

Überfluss an Reproduktion: Die Art muss mehr Nachkommen produzieren, als für ihren Erhalt erforderlich ist, damit Selektion über Generationen wirken kann, ohne die Art auszulöschen

Vererbung von Merkmalen/Eigenschaften: Selektion wirkt auf Allelebene, wenn keine Merkmale vererbt werden, ist auch keine Selektion möglich.

Variation von vererbbaren Merkmalen/Eigenschaften: Ohne Variation gibt es keine Unterschiede zwischen den Individuen und somit auch keine Selektion.

Variation im Reproduktionserfolg („Fitness“) in Bezug auf ein Merkmal/Eigenschaft: Selektion wirkt über die Fitness. Wenn ein Merkmal keine Auswirkung auf die Fitness hat dann wird es auch nicht selektioniert.

Nennen und beschreiben Sie die drei Formen von Artentstehung:

• sympatrische Artenenstehung:

Entstehen der neuen Art im Verbreitungsgebiet der Ursprungsart.

Cichlidien, Apfelfruchtfliegen => Eine Art bevorzugt Weißdorn die andere Äpfel (Wirtswechsel)

 

 allopatrische Artenenstehung:

die Ursprungspopulation wird durch eine Geographische Barriere getrennt. Es gibt keinen Genfluss zwischen den beiden Populationen mehr und sie entwickeln sich unabhängig weiter, bis es zur reproduktiven Isolierung kommt

 die Population ist durch eine Barriere getrennt (Vikarianz), und die neuen Arten entstehen ohne Kontakt miteinander zu haben

Bsp: Nebel- und Rabenkrähe. Wurden durch Eiszeit getrennt

 

 parapatrische Artenstehung:

Typ der Allopatrie. Hier ist die Barriere aber nicht vollständig.

Die Arten entwickeln sich nebeneinander und haben Überlappungsgebiete.

Artbildung, bei der sich die neue Art ausgehend von einer Population bildet, deren Verbreitungsgebiet mit dem der ursprünglichen Art überlappt.

 Entstehung von reproduktiver Isolation zwischen zwei Populationen deren Verbreitungsgebiete geographisch aneinandergrenzen. Dies tritt ein, wenn durch unterschiedliche Umweltbedingungen disruptive Selektion wirkt und diese stärker als der Genfluss zwischen den Populationen ist.

Bsp: Hausspatz

Was ist meiotic drive? Nennen und beschreiben Sie zwei konkrete Beispiele von meiotic drive, die in der Vorlesung vorgestellt wurden:

ist das über die Mendel’schen Gesetze hinausgehend häufige Vorkommen eines Allels oder Chromosoms in einem funktionstüchtigen Gameten

Drosophila aus Tunesien und den Seychellen: Unter den Kreuzprodukten sind Männchen mit segregation disorder Allel (sd) auf dem X-Chromosom und einem YChromosom ohne dieses, das dadurch verkümmert ist. Diese Männchen können daher nur Weibchen produzieren.

CMS: Pflanzen vererben im Samen weiblicherseits cms+, das bewirkt, dass keine Antheren gebildet werden können. Es hat zunächst den Vorteil, dass die Pflanze mehr Samenproduzieren kann und keine Ressourcen mehr in männliche Anteile stecken muss. Ohne Zusatzmutation wird sich dieses Allel immer weiter Ausbreiten, weil es rein mütterlich vererbt wird, und es für den Samen von Vorteil ist, wenn er sich multiplizieren kann. Ein Problem tritt auf, wenn der Pollen knapp wird. Durch den Selektionsdruck tritt in den Antheren evtl. eine restorer-Mutation auf, die die Wirkung vom cms+ aufhebt. Samen mit cms+ und Pollen mit r+ ergeben somit wieder eine funktionstüchtige Zwitterflanze 

Dobzhanszky-Muller Modell: 

• erklärt die Enstehung von postzygotischer Isolierung

sagt das Isolierung eine unvermeidbare Konsequenz der Selektion und der genetischen Drift von getrennten Populationen ist.

• bezieht sich auf allopatrische Artbildung •

Das Dobzhanszky-Muller Modell beschreibt, wie Arten durch die Substitutionen an mehreren genetischen Loci entstehen können? •

Hybride können nicht entstehen, wenn der Reproduktionsisolierungsindex (RI) = 1

Synergistische Epistasie: 

= Multiple Mutationen haben einen über die Summe der Schäden der einzelnen Mutationen hinausgehenden schädlichen Effekt auf den Organismus (Fitnessabnahme)

In der Familie der Megachiroptera (Flughunde) haben die Männchen einiger Arten im Vergleich zu ihrer Körpergröße überproportional große Hoden. Es wurde zudem beobachtet, dass die Arten mit den großen Hoden in Schlafquartieren mit sehr vielen Individuen leben. Was könnte der Grund für diese Beobachtung sein? 

Der Grund für diese Beobachtung ist die Spermienkonkurrenz zwischen den Männchen.

Die Männchen sind polygam und umso größer ihr Hoden ist, desto mehr Spermien können sie produzieren und dadurch auch mehr Weibchen begatten.

Ihr Fortpflanzungserfolg (Fitness) wird erhöht

Stellen Sie sich folgendes Paarungsexperiment vor: Ein Weibchen einer Art 1 wird vor die Wahl zwischen einem Männchen aus Art 1 und einem Männchen aus Art 2 gestellt. Dieses Experiment wird mit 100 Weibchen wiederholt. Die Ergebnisse der Paarungen sind unten angegeben. Berechnen Sie den präzygotischen Reproduktionsisolierungsindex (RI) für die drei Fälle

RI = (Paarungen_mit_gleichem_Typ - Paarungen_mit_anderem)/Gesamtanzahl_Paarungen

 

1) (75-25)/100 = 0,5

2) (50-50)/100 = 0 => vollständig zufällige Paarung

3) (100-0)/100 = 1 => vollständige reproduktive Isolierung: keine Hybriden

Sie sammeln Proben dreier unabhängiger Mäusepopulationen in Arizona / U.S.A. und genotypisieren ein Gen, dass die Felldichte kontrolliert. Sie beobachten die folgenden Verteilungen der Genotypen für jede Population: Berechnen Sie die nach Hardy-Weinberg zu erwartenden Frequenzen der aa Individuen für jede Population 

Pop 1: (2*400+0)/2000 = 0,4 f(aa): 0,42 = 0,16

Pop 2: (2*0+800)/2000 = 0,4 f(aa): 0,42 = 0,16

Pop 3: (2*100+200)/2000 = 0,2 f(aa): 0,22 = 0,04

Welches Artkonzept wird beschrieben?

a) Nach welchem Artkonzept erfolgt die Einteilung von Arten allein aufgrund der morphologischen Merkmale?

b) Nach welchem Artkonzept spielt die reproduktive Isolierung die größte Rolle? 

c) Nach welchem Artkonzept besetzt eine Art dieselbe Nische und nutzt dieselben natürlichen Ressourcen? 

d) Welches Artkonzept wird am häufigsten in der modernen Biologie angewandt? .

e) Welches Artkonzept stellt besonders für asexuelle Spezies (z.B. Bakterien) ein Problem dar? 

a) Nach welchem Artkonzept erfolgt die Einteilung von Arten allein aufgrund der morphologischen Merkmale? • Phänetisches A.

b) Nach welchem Artkonzept spielt die reproduktive Isolierung die größte Rolle? • biologisches A.

c) Nach welchem Artkonzept besetzt eine Art dieselbe Nische und nutzt dieselben natürlichen Ressourcen? • ökologisches A.

d) Welches Artkonzept wird am häufigsten in der modernen Biologie angewandt? • biologisches A.

e) Welches Artkonzept stellt besonders für asexuelle Spezies (z.B. Bakterien) ein Problem dar? • biologisches A.

Was ist eine Kryptospezies?

Kryptospezies oder auch kryptische Art := morphologisch nicht unterscheidbare Gruppe (Population) von Lebewesen, die von den (bisher) zur gleichen Art gerechneten Individuen reproduktiv isoliert ist. ◦ Bsp: Florfliege

Was kann man mit dem δ13C Wert einer Probe bestimmen?

ob die Probe aus organischem (biologischem) oder anorganischem Kohlenstoff besteht

biologischer Kohlenstoff ist immer zu leicht 

Die ATP-Gewinnung mittels Chemiosmose koppelt bestimmte chemische Reaktionen mit dem Aufbau von Ionengradienten über die Plasmamembran. Die Energie im chemiosmotischen Potential dieser Gradienten wird von ATP-Synthetasen in Form von ATP gespeichert. Was für Reaktionen werden mit dem Aufbau der Ionengradienten gekoppelt: 

Elektronentransportreaktionen vom Donor zum Akzeptor

Redoxreaktionen

Vor 2,4 Milliarden Jahren war auf der Erde einiges los. O2 tauchte erstmals in der Atmosphäre auf. Wichtige Indizien dafür sind a) das Verschwinden von kontinentalen Uraniniten (werden nur in Abwesenheit von O2 gebildet) und b) das erste Auftreten von kontinentalen Rotsandsteinen (zeigen Fe-Oxidation auf dem Lande an). Woher kam der O2?

oxygene Photosynthese der Cyanobakterien 

Es gab eine Zeit, in der die Meere euxinisch waren. Die Meere waren sauerstofffrei (anoxisch) und reich an Schwefelwasserstoff (sulfidisch), der durch sulfatreduzierende Bakterien gebildet wurde. In welchem Zeitraum waren die Meere euxinisch? 

• Bis ca. 580 Mio Jahre 

Vor wie vielen Jahren traten die ersten Eukaryoten auf der Erde auf?  

2,1 Milliarden

Der universelle Mechanismus der ATP-Gewinnung (letztendlich auch bei Fermentierern, weil sie von so synthetisierten Substraten wie Zucker und Proteinen leben) umfasst den Aufbau von Ionengradienten über die Plasmamembran mithilfe von Redox-Reaktionen und die Nutzung jener -Phosphatmoietät zu phosphorylieren. Wie heißt dieser Prozess? 

Chemiosmose

Study