Techniker 2791 Qualitätswesen
Fragen zu Qualitätswesen in der Industrie
Fragen zu Qualitätswesen in der Industrie
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Flashcards
Nennen Sie vier Anwendungsbereiche der ABC-Analyse (Pareto)
- Ermittlung der Verbrauchsmaterialien mit den höchsten Kosten Im Einkauf
- Ermittlung von Ladenhütern im Lagerbestand
- Ermittlung der Premiumkunden mit den höchsten Umsätzen
- ldentifikation der Fehler mit den höchsten Kosten und des Verbesserungspotenzials
Erläutern Sie den Begriff „Qualität".
Nach DIN 55350/(DIN EN) ISO 9000: 2015-11 ist Qualität die Beschaffenheit einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, die Qualitätsanforderungen zu erfüllen.
Mit anderen Worten: Qualität ist, was der Kunde wünscht.
Worin unterscheiden sich „quantitative" und ,,qualitative" Qualitätsmerkmale?
Quantitativ:
- kontinuierliches Merkmal, das stetig messbar ist, z. B. ein Durchmesser
- diskretes Merkmal, das zählbar ist, z.B. Anzahl von Schweißpunkten.
Qualitativ:
- Ordinalmerkmal, das mit eine Ordnungsbezeichnung beurteilt, z.B. gut, schlecht, kalt, warm, heiß.
- Nominalmerkmal, das ohne Ordnungsbezeichnung beurteilt, z.B. Farben: rot, gelb, grün.
In der Qualitätstechnik lassen sich Fehler nach ihren Folgen in drei Klassen einteilen.
Nennen und erläutern Sie diese Fehlerklassen.
Kritische Fehler: Fehler mit kritischen Folgen, wie Personengefährdung bei Produktnutzung oder Ausfall einer wichtigen Anlage, z.B. der Rechenanlage.
Hauptfehler: Fehler mit erheblich beeinträchtigenden Folgen , wie Ausfall des Produkts (Hauptfehler A) oder erhebliche Herabsetzung der Produktbrauchbarkeit (Hauptfehler B).
Nebenfehler: Fehler mit nicht wesentlichen Folgen, die den Gebrauch oder Betrieb des Produkts nur geringfügig beeinflussen.
Was versteht man nach DIN 55350 unter ,,Qualitätsmanagement" ?
Unter Qualitätsmanagement versteht man die Gesamtheit der qualitätsbezogenen Zielsetzungen und Maßnahmen eines Unternehmens.
Welche Gründe sprechen aus wirtschaftlicher Sicht für die Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems?
- geringere Kosten durch Reduzierung der Nacharbeit
- größere Kundenzufriedenheit
- bessere Argumentationsebene im Produkthaftungsfall
- Optimierung der Unternehmensabläufe
Welche Bereiche umfasst die Qualitätsprüfung?
- Prüfplanung, z. B. Prüfmittelauswahl
- Prüfausführung, z.B. Eingangsprüfung
- Prüfhäufigkeit, z.B. Stichprobenprüfung , 100 %-Prüfung
- Prüfdatenverarbeitung, z. B. Auswertung , Fehleranalyse
Nennen Sie die vier wesentlichen Teilfunktionen eines Qualitätsmanagementsystems.
- Qualitätsplanung
- Qualitätslenkung
- Qualitätsprüfung
- Qualitätsverbesserung
Geben Sie mit Beispielen die Störgrößen (,,7 M") auf den Fertigungsprozess an.
Mensch, z. B. geringe Qualifikation, Motivation , Pflichtbewusstsein
Maschine, z.B. Positionierungenauigkeit, Schwingungsverhalten
Material, z.B. Einschlüsse , Spannungen, Gefügezustand
Methode, z.B. ungünstige Arbeitsschritte, Prüfbedingungen
Mitwelt, z.B. Raumgestaltung, Temperaturen , Arbeitsbedingungen
Messbarkeit, z. B. Qualität der Prüfmittel, Merkmal schlecht messbar
Management, z.B. Stellenwert der Qualität, Vorbildfunktion
Wozu dient die Normenreihe
DIN EN 1SO9000 - 9004?
Sie ist eine Normenreihe, die auf allgemeiner Ebene gehalten ist. Sie ist eine Art Leitfaden, die hilft, ein Qualitätsmanagementsystem im Unternehmen aufzubauen.
DIN EN ISO9000: Leitfaden zur Auswahl und Anwendung der Normenreihe. Erläutert wesentliche Begriffe .
DIN EN ISO9001 : Kriterien zum Aufbau, zum Nachweis und zur Dokumentation eines funktionierenden QM-Systems.
DIN EN ISO 9004: Hinweise , mit welchen Elementen ein QM-System auf- und ausgebaut werden kann.
Geben Sie Argumente an, die für die Zertifizierung eines Unternehmens sprechen.
- Vergleichbarkeit mit Konkurrenzunternehmen
- Stärkung der eigenen Marktposition
- besseres Firmenimage
- nötig, um am Markt bestehen zu können
Erklären Sie den Begriff „Produktaudit".
Bewertung der fertiggestellten und geprüften Produkte hinsichtlich der Erfüllung der Qualitätsmerkmalsforderungen aus der Sicht des Kunden.
Nennen Sie Ziele eines ,,Qualitätsaudits".
- Entdecken von Fehlern und Schwachstellen
- Forschung nach Fehlerursachen
- Darstellung von Verbesserungsmöglichkeiten
- Einleitung und Überwachung von Verbesserungsmaßnahmen
Beschreiben Sie in Stichworten den Ablauf eines „Qualitätsaudits".
- Beschreibung des lstzustandes
- Beobachtung der Tätigkeiten
- Befragung der Mitarbeiter
- Auswertung der Erkenntnisse
- Verbesserungen mit Terminen und Zuständigkeiten
- Dokumentation
- Präsentation
Was versteht man unter einem „Qualitätszirkel"?
Ein Qualitätszirkel ist eine betriebliche Einrichtung zur Beseitigung konkreter Probleme. Dazu treffen sich Mitarbeiter aus allen beteiligten Abteilungen, um eine Problemlösung zu finden.
Erklären Sie den Begriff „Benchmarking".
Benchmarking ist der Prozess des Vergleichens und Messens der eigenen Produkte, Dienstleistungen und Prozesse mit den besten Wettbewerbern oder mit anerkannten Marktführern.
Welches Ziel wird mit dem „Poka-Yoke-Prinzip" des japanischen Industrie ingenieurs Dr. Shigeo Shingo verfolgt?
Mit dem Poka-Yoke-Prinzip sollen Fehler unmittelbar in der Produktion, am Ort ihrer Entstehung, erkannt werden und durch möglichst einfache und kostengünstige technische Vorkehrungen und Einrichtungen zukünftig vermieden werden .
Paka = Vermeidung
Yoke = unbeabsichtigte Fehler
Nennen Sie einige Beispiele für Poka-Yoke Maßnahmen.
- Gasanschlüsse haben ein Linksgewinde und Wasseranschlüsse ein Rechtsgewinde, daher ist ein Vertauschen ausgeschlossen.
- Telefonstecker (TAE) lässt sich nicht verkehrt herum einstecken.
- Stecker für den Kabelbaum eines Autos haben unterschiedliche Farben und werden darüber hinaus so konstruiert, dass jeder Stecker nur mit seinem richtigen Gegenstück verbunden werden kann.
- Tankdeckel sind durch ein Band mit dem Auto verbunden , damit sie nicht auf dem Autodach vergessen werden können.
- USB- oder Handyladestecker lassen sich nur in einer Ausrichtung einstecken
Erläutern Sie den Begriff „Qualitätskosten" und geben Sie drei Beispiele dazu an.
Qualitätskosten sind Kosten, die im Zusammenhang mit Qualität anfallen. Als Beispiele können genannt werden:
- Fehlerkosten
- Fehlerverhütungskosten
- Prüfkosten
Welcher Zusammenhang soll mit der "Zehnerregel" verdeutlicht werden?
Je später ein Fehler entdeckt und behoben wird , desto höher werden die dadurch entstehenden Kosten. Nach der Zehnerregel steigen die Folgekosten erfahrungsgemäß um das 10-fache von Produkt-Phase zu Produkt-Phase.
Die sehr teuren und imageschädigenden Rückrufaktionen in der Automobilindustrie belegen die Zehnerregel.
100 %-Prüfung
- Erklären Sie den Begriff ,,100 %-Prüfung" .
- In welchem Fall muss eine „100 %-Prüfung" durchgeführt werden?
- Warum ist eine manuelle „100%-Prüfung" fast immer fehlerbehaftet?
- 100 %-Prüfung heißt Qualitätsprüfung aller Einheiten (Teile) eines Loses.
- Wenn der Kunde es wünscht oder bei sicherheitsrelevanten Teilen. Geht von den Einheiten eine Gefährdung für den Menschen aus , ist sie gesetzlich vorgeschrieben.
- Insbesondere bei großer Loszahl ergeben sich beim manuellen Prüfen durch die Eintönigkeit der Arbeit und Ermüdung des Prüfers Entscheidungsfehler.
Erläutern Sie den im Qualitätsmanagement verwendeten Sprachbegriff
„7 Tools" und nennen Sie einige Beispiele aus der Gruppe der „7 Tools".
Die ,,7 Tools" sind grafische Hilfs mittel zur Problemerkennung und Problemanalyse.
Je nach Problembereich werden dabei Vorgänge, Abläufe, Zusammenhänge und Größenvergleiche grafisch dargestellt.
Zu den „7 Tools" gehören u. a.:
- Flussdiagramm
- Pareto- oder ABC-Analyse
- lshikawa-Diagramm
- Verlaufsdiagramm
- Baumdiagramm
- Histogramm
- Streudiagramm
- Matrixdiagramm
Erläutern Sie, wozu ein "Ishikawadiagramm" genutzt wird.
Mit dem lshikawa-Diagramm werden mögliche Ursachen eines Problems oder Zustandes gesammelt und meist nach den „7 M-Störgrößen" gegliedert. Die Überbegriffe werden dann mit detaillierten Einflüssen versehen. Die grafische Darstellung ermöglicht einen geordneten Gesamtüberblick aller Einflüsse, die wirksam sind.
Welche Ziele werden mit einer „FMEA" angestrebt?
Ziele der Fehler-Möglichkeits- und Einfluss- Analyse sind:
- Fehler schon während der Planung zu erkennen und zu vermeiden.
- Erfahrungswissen über Fehler, ihre Ursache und Qualitätsauswirkung zu sammeln und für weitere Planungen zu nutzen.
Was ist die sog. "RPZ" einer FMEA, wie wird sie ermittelt und was sagt diese aus?
Es handelt sich um die Risikoprioritätszahl.
RPZ=AxBxE
Sie gibt Auskunft darüber wie dringend ein Fehler mit Hilfe von Maßnahmen abgestellt werden muss.
bis 40 : kein Handlungsbedarf
41 - 120 : es besteht Handlungsbedarf
ab 121 : es sind unverzüglich Maßnahmen einzuleiten
Anmerkung: Hat einer der Faktoren den Wert 10, besteht ebenfalls sofortiger Handlungsbedarf
Erläutern Sie die Begriffe „Korrelation" und ,,Korrelationszahl".
Korrelation ist der Zusammenhang zweier oder mehrerer Größen.
Die Korrelationszahl drückt die Stärke der Korrelation in einer Ziffer aus.
Erläutern Sie mit einem Beispiel den Unterschied zwischen einer „positiven" und einer ,,negativen" Korrelation.
Eine positive Korrelation bedeutet einen gleichsinnigen Zusammenhang zwischen x und y.
Steigt x, steigt y, fällt x, fällt auch y.
Es ist also eine „je mehr, desto mehr"-Beziehung.
Beispiel: ,,Je mehr Reklamationen, desto mehr unzufriedene Kunden".
Eine negative Korrelation bedeutet einen gegenläufigen Zusammenhang zwischen z.B. x und y: steigt x, fällt y und umgekehrt. Es ist also eine
,,je mehr, desto weniger"-Beziehung.
Beispiel: ,,Je mehr Autos im Parkhaus parken, desto weniger Parkplätze sind dort frei."
Das Matrix-Diagramm wird auch Paarvergleich oder paarweiser Vergleich genannt.
Wozu wird es angewendet?
Das Verfahren des paarweisen Vergleiches wird angewendet , um scheinbar gleichwertige Kriterien zu gewichten, sprich in eine Rangfolge zu bringen.
Die Bewertung erfolgt in Einzelentscheidung durch Punktevergabe . Die Punkte werden anschließend addiert und in eine Rangfolge gebracht.
Worin unterscheiden sich die Aufgaben der ,,beschreibenden Statistik" und der „schließenden Statistik"?
Die "beschreibende Statistik" sammelt Daten, fasst sie zu wenigen Kenngrößen zusammen und stellt sie meist grafisch dar.
Die "schließende Statistik" zieht aus der Ermittlung bestimmter Stichprobenkenngrößen Rückschlüsse auf das Verhalten der gesamten Produktion. Ebenso trifft sie Vorhersagen bezüglich des Produktionsverhalten (Zufallstreubereich)
Welches Ziel verfolgt die „Statistische Prozessregelung", häufig nur SPC genannt?
SPC ist eine Qualitätsstrategie , die den Schwerpunkt auf Fehlervermeidung legt. Das heißt:
- unbrauchbare Teile erst gar nicht produzieren
- Prozessstreuungsverhalten kennen lernen
- Prozesseinflussfaktoren beherrschen lernen
- Qualität durch gezielte Eingriffe in den Prozess sichern
Nennen Sie Vorteile der „Stichprobenprüfung" gegenüber der „ 100 %-Prüfung".
- wirtschaftlicher als 100 %-Prüfung
- einzig sinnvolles Verfahren bei zerstörender Prüfung
- schneller vorliegende Prüfaussagen bei aufwändigen Prüfungen
Welcher Grundsatz ist bei der Stichprobenentnahme zu beachten?
Der Grundsatz der Zufälligkeit: Jedes Teil muss dieselbe Chance haben, in die Stichprobe zu gelangen.
Nennen Sie wesentliche Ziele, die durch Stichprobenverfahren erreicht werden sollen.
- Ermittlung von Gesetzmäßigkeiten
- Voraussagen über Grundgesamtheit
Wie lauten die Formeln zur Berechnung der Klassenanzahl k und der Klassenweite w ?
\(k=\sqrt{n}\)
\(w=\frac{R}{k}\)
In welchem Fall gilt ein Prüfmittel als „fähig"?
Ein Prüfmittel ist fähig, wenn es eine bestimmte Mindestgenauigkeit erbringt.
Es gilt als „fähig", wenn die Messunsicherheit des Messergebnisses höchstens ± 10 % der Maßtoleranz beträgt.
Eine Bohrung wird mit d=25,025mm gemessen. In welchem Bereich kann das tatsächliche Maß liegen, wenn die Messunsicherheit u = ±5µm beträgt?
Da 5µm = 0,005mm sind , kann das tatsächliche Maß zwischen 25,020 mm und 25,030 mm liegen
Erläutern Sie den in der Messtechnik verwendeten Begriff „Justieren".
Justieren bedeutet , ein Messgerät so einzustellen, dass die Messabweichungen möglichst gering bleiben oder deren Fehlergrenzen nicht überschritten werden .
Beim Justieren wird die Anzeige eines Messgeräts korrigiert, also der gemessene oder angezeigte Ist-Wert auf den richtigen Soll-Wert so gut wie möglich korrigiert. Ziel ist es, eine korrekte Anzeige zu erhalten.
Wozu dienen in der Messtechnik „Normale"? Nennen Sie Beispiele für Normale.
Normale sind Prüfmittel, mit denen Messgeräte überprüft, d. h. kalibriert werden. Das Normal wird bei bestimmten Messgeräten auch zum Justieren des Messbereiches vor der Kalibrierung verwendet.
Beispiele für Normale: Parallelendmaße, Gewichtsstücke, elektrische Widerstände usw.
Erläutern Sie den in der Messtechnik verwendeten Begriff „Kalibrieren".
Kalibrieren bedeutet, die Messabweichungen am vollständigen Messgerät festzustellen; es erfolgt kein technischer Eingriff am Messgerät.
Bei anzeigenden Messgeräten wird durch das Kalibrieren die Messabweichung zwischen der Aufschrift und dem richtigen Wert bestimmt. Dabei legt man dem Gerät ein Objekt mit bekanntem Maß vor (Normal) und bestimmt die Abweichung der Anzeige vom bekannten Maß.
Das Ergebnis und die zugehörige Messunsicherheit werden in einem Kalibrierschein festgehalten.
Erfüllt ein Messgerät bei der Prüfung alle Anforderungen, wird es als geeicht gestempelt.
Was bedeutet „Eichen"?
Das Eichen ist eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung von Messgeräten auf Einhaltung der eichrechtlichen Vorschriften, insbesondere der Eichfehlergrenzen.
Eichungen werden in der Bundesrepublik Deutschland von den Landeseichämtern und staatlich anerkannten Prüfstellen unter fachlicher Aufsicht durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt durchgeführt.
Mit einem Stempel wird die voraussichtliche Einhaltung für die Gültigkeitsdauer der Eichung bestätigt