Biologie - 1. Semester ZHAW
Biologie im 1. Semester des Studiums Biotechnologie an der ZHAW Wädenswil. Es wird keine Verantwortung für Vollständigkeit und Richtigkeit der Kärtchen übernommen. Fragen und Anregungen bitte an silvannessler@gmail.com.
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Flashcards
Welche Aufgaben haben Mikrofilamente?
- 7 nm
- verdrillte Doppelketten aus Actinmonomeren
- gleichen Zugspannung aus
- 3-D Netzwerk wird Cortex genannt
- bilden (bspw. im Darm) Mikrovili, Oberflächenvergrössernde Ausstülpungen
- Mikrofilamente, die Bewegung verursachen können enthalten zusätzliche Myosin
Welche Aufgaben habe Intermediärfilamente?
- 8-12 nm
- Schienensystem für Vesikel
- Stützen und halten Organelle in Place
- sind dauerhafter als Mikrofilamente und Mikrotubuli
Vergleich der verschiedenen Organelle
- Zellkern: Chromosome, Nucleotid (Biosynthese der Rbiosomen), Poren
- Ribosom: Proteinbiosynthese
- gER: Lipidbiosynthese, KH-Stoffwechsel, Ca-Speicher, Modifikation von Wirkstoffen
- rER: Synthese von Organellproteinen, Phospholipiden, anfang Glykoproteinbildung, Vesikel- und Membranfabrik
- Golgi-Apparat: Proteinmodifikation, Glykoproteinprozessierung, Synthese Polysaccharide, Zucker anhängen, Weiterverarbeitung Phospholipide, Vesikel (auch zum ER). Faltung und aktivation von Proteinen
- Lysosom: Verdau
- Vakuole: Verdau, Stoffspeicher, Druckregulierung, Zellschutz etc.
- Chloroplast: Photosynthese
- Peroxisom: H2O2- Produktion
Was sind die Vor- und Nachteile eines Systems mit Organellen für eine Zelle?
Zellen erhalten durch Organelle abgetrennte Reaktionsräume. Damit lassen sich nicht kompatible Reaktionen in der selben Zelle ablaufen (in verschiedenen Organellen).
Nachteile: NA
Wie sind Zell-Zell Verbindungen aufgebaut und was sind ihre Funktion?
- Tierische Zellen weisen eine extratelluläre Matrix aus (ECM) sie besteht aus:
- Collagen
- Proteoglykan
- Fibronectin
- Die Proteine (Fibronectine) in der ECM binden an Integrine (Proteine in der Zellmembran)
- Zellen sind untereinander VErbunden, was eine Kommunikation erlaubt. Dabei gibt es verschiedene Typen:
- Plasmodesmen
- tight junctions
- Desmosome
- gap junctions
Welche Aufgaben und Aufbau haben folgende Zell-Zell Verbindungen?
- Plasmodesmen
- tight junctions
- Desmosomen
- gap junctions
Plasmodesmen:
- Kanäle, die die Zellwand durchstossen (Pflanzenzellen)
- Wasser und gelöste, niedermolekulare Stoffe können hindurchdiffundieren
tight junctions:
- "Gürtel" in der Plasmamembran
- nicht durchgehend in der Zelle, sondern nur in der Membran->Stofffluss durch die Zelle wird gewährleistet
- mehrere Zellen nebeneinander (Darm, Gehirnschranke) ergibt sich ein Kontrollierter Stofffluss, erhalten Polarität aufrecht
Desmosomen:
- scheibenartige Verbindungen zwischen zwei Zellen, sind jeweils mit Intermediärfilamenten im Cytoplasma verankert
gap junctions:
- "Plasmodesmen" der tierischen Zellen -> Tunnelproteine für niedermolekulare Stoffe und Zellkommunikation.
Desmosomen und gap junctions sind aufgelockerte Verbindungen, bei denen ein teilweiser Stoffaustausch stattfindet.
Welche Arten von Zell-Zell Kommunikation gibt es und wie funktionieren sie?
=> eher eingeschränkte Kommunikationsweite:
- Gap junctions: Verbindungen von benachbarten Zellen
- Protein-Interaktion für kontaktabhängige Signalübertragung (Wechselwirkungen von Oberflächenproteinen von zwei Zellen)
- Autokrine Signale: Wirken an derselben Zelle, von der sie ausgesendet wurden
- Parakrine Signale: Gehen von einer Zelle aus und diffundieren zu benachbarten Zellen (nur für bestimmte Zellen, die diesen Rezeptor haben)
=>Weitreichende Zellkommunikation:
- Hormone: Werden ins Blut sekretiert und von Zielzellen, die den passenden Rezeptor aufweisen, aufgenommen und darauf gentwortet
- Neurohormone: Werden von Neuronen sezerniert, Zielzellen, die den passenden Rezeptor aufweisen nehmen das Hormon auf und antworten
- Neutrotransmitter: Chemische Signalmoleküle, die vom Neuron in den Transmembralen Raum abgegeben werden
Was sind die Unterschiede zwischen Zellteilung und Zellwachstum?
- Zellwachstum ist ein kontinuierlicher Prozess, bevor sich die Zelle teilen kann, muss sie eine gewisse Grösse erreichen.
- Zellwachstum ist sorgfältig kontrolliert und wird reguliert
- Zellwachstum ist von Wachstumsfaktoren abhängig, die nach Bedarf produziert werden (Parakriner Weg)
- Zellwachstum wird mit verschiedenen Checkpoints validiert
- Zellteilung ist eine diskontinuierliche Erscheinung und ist von Proteinkinasen gesteuert (Phosphorylisation von Proteinen)
- Zellteilung besteht aus Mitose und Cytokinese (Kernteilung und Teilung des Cyctoplasmas)
Aus welchen Phase besteht ein Zellzyklus?
- G1-Phase: Zellwachstum und Vorbereitung der Chromosomen für die Replikation
- S-Phase (Synthese-Phase): DNA wird verdoppelt
- G2-Phase: Zellwachstum und Synthese von Proteinen für die Mitose
- M-Phase: Mitose Phase:
- Prophase
- Prometaphase
- Metaphase
- Anaphase
- Telophase
- (Cytokinese)
Was geschieht in der Prophase?
- Chromosome werden kondensiert
- Kernhülle wird abgebaut
- Aufbau der Mitosespindel (Spindelapparat)
Was geschieht in der Prometaphase?
- Spindelapparat wird aufgebaut
- Anheftung der Kinetochormikrotubuli an die Chromosomen
- Komplette auflösung der Kernhülle
Was geschieht in der Metaphase?
- Anordnung der Chromosome an der Metaphaseplatte
- Spindelapparat verbindet jeweils ein Kinetochor mit den Polen (Kinetochormikotubuli)
- Chromosome sind noch immer in Chromatide gespalten, die sich an den Centromeren verbinden
Was geschieht in der Anaphase?
- Trennng der Chromatide
- Aufteilung der Chromosome auf die Pole (durch Spindelapparat)
Was geschieht in der Telophase?
- Entspiralisierung und Wiederaufbau der Kernhülle
- Abbau des Spindelapparats
- Entstehung eines Chromatingerüsts aus den Chromatinfäden der Chromatide
- Teilung der Zelle an der Äquatorialebene (durch Actin, das die Zelle abschnürt)
Wie ist die Verpackungsdichte der Chromosomen zu erklären?
- Doppelhelix ist 2,5 Mal um Histone gewickelt
- Histone sind anschliessend doppelt in sich selbst verdreht
- Durch diese Superspiralisierte Form kann das Erbgut auf 5 uM gestaucht werden.
Was ist der Unterschied der Zytokinese einer tierischen und einer pflanzlichen Zelle?
- Bei tierischen Zellen wird die Cytokinese durch einen Actinring vollführt
- bei pflanzlichen Zellen ist eine solche Zellteilung nicht möglich:
- Golgi Vesikel transportieren Material zur Zellmitte, wo zunächst die Plasmamembran und anschliessend die Zellwand aufgebaut wird.
Wieso hat die Kontrolle des Zellzyklus eine grosse Bedeutung?
- Bei unerkannten Fehlern während der Zellteilung kann es zu einem unkontrolliertem Wachstum und damit zu Krebs kommen.
- Es muss deshalb gewährleistet werden, dass Fehler zuerst repariert werden, bevor sich die Zelle teilt
- Checkpoints dienen dazu, vor jeder Stufe der Zellteilung die nötigen Stoffe zur Verfügung zu haben
- Die Kontrolle geschieht durch Proteine wie Zykline, zyklinabhängige Kinasen oder Wachstumsfaktoren
Warum gibt es bei der Meiose zwei Zellteilungen?
- In der Meiose wird der Chromosomensatz von diploid zu haploid reduziert. Meiose ist damit eine Reduktionsteilung
- Es entstehen vier unterschiedliche Tochterzellen, statt zwei genetisch identische Schwestezellen, wie bei der Mitose.
Was sind die Unterschiede von der Mitose zur Meiose?
Mitose:
- 2 genetisch Identische Tochterzellen
- eine Zellteilung
- kurze Prophase
- für Wachstum, Entwicklung und Heilung
Meiose:
- vier genetisch verschiedene Tochterzellen (Gametenzellen)
- zwei Zellteilungen (Reduktionsteilung)
- lange Prophase
- Für Fortpflanzung
- gen. Rekombination durch Crossing-over (2-3x pro Chromosom)
Wie kommt es bei der Meiose zu einer genetischen Rekombination vom Erbgut?
- Während der Prophase 1 werden homologe Chromosomenpaare aneinander gelagert und genetisches Material an homologen Stellen der Chromosome ausgetauscht => gen. Rekombination
- Auf jede Tocherzelle werden Chromosome zufällig augeteilt, wodurch es zu genetischer Rekombination kommt
Welche Fehler können während der Meiose auftreten und was sind ihre Folgen?
- Bei einer "non-disjunction" in Meiose 1+2 werden Schwesterchromatide nicht voneinander getrennt
- Bei der Anaphase führt dies zu einem mehrfach vorhandensein des Chromosomensatzes oder einer Monosomie (fehlen einer Kopie eines Chromosoms)
- Die einzigen Lebensfähigen Trisonomien sind 13, 18 und 21
- Die einzige lebensfähige Monosomie ist das Ulrich-Turner Syndrom
Wie hängt der Genotyp eines Organismus mit dessen Phänotpy zusammen? Welche Bezeichnungen werden zum beschreiben dieser Faktoren gebraucht?
- Dominante Merkmale werden beim Phänotyp ausgebildet, auch wenn ein rezessives Merkmal im Genotyp vorliegt.
- Nur bei zwei rezessiven Allelen wird im Phänotyp das rezessive Merkmal ausgeprägt.
- Bei kodominanz werden beide Allele vereint exprimiert. (rote und weisse Blüten ergeben rosa Blüten)
Was sind die Mendelschen Regeln und was sagen sie aus?
1. Uniformitätsregel: Wenn zwei reinerbige Organismen (PP oder pp) gekreuzt werden, wird im F1 (1. Generation) Zustand immer das Dominante Merkmal vererbt (Pp und Pp).
2.Spaltungsregel: Bei der nächsten Generation (F2) wird das rezessive Merkmal zu einem viertel ausgeprägt.
Was versteht man unter Dominanz und Rezessivität?
- Dominanz: Das Merkmal wird auch heterozygot im Phänotyp exprimiert.
- Rezessivität: Das Merkmal wird nur exprimiert, wenn beide Allele (homozygot) das rezessive Allel tragen.
Was versteht man unter unvollständiger Dominanz und Kodominanz?
- unvollständige Dominanz: Der Phänotyp von Hybriden liegt zwischen den beiden Phänotypen der reinerbigen Eltern
- Kodominanz: Die beiden Allele wirken sich unabhängig auf den Phänotypen aus (Beispiel Blutgruppe A und B ergeben AB).
Was versteht man unter Pleiotropie und Epistase?
- Pleiotropie: Ein Gen zeigt mehrere phänotypische Ausprägungen
- Epistase: Ein Gen verändert die phänotypische Expression eines anderen Gens.
Was versteht man unter quantitativen Merkmalen und polygener Vererbung?
- quantitative Merkmale weisen verschiedene Zwischenstufen auf (durch Umwelteinflüsse veränderbar)
- polygene Vererbung: Der Phänotyp setzt sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Gene für ein einzelnes Merkmal zusammen.
Vorgehen Kreuzungsschemen
- Werden Allele unabhängig voneinander vererbt? => Wenn ja, dann beide Merkmale ganz Auftrennen und neu anordnen, sonst jeweils die beiden Allele, die gemeinsam vererbt werden aufschreiben.
- Phänotypen zusammenbringen und anschliessend die neuen Phänotypen vergleichen mit der Aufgabenstellung.
Warum hat der DNA Strang eine Richtung?
- Bindung vom Zucker ist entweder am 3. oder 5. C
- Je nachdem, welche Bindung frei ist, wird das Ende als 3'- oder 5'-Ende bezeichnet
- Die verschiedenen Enden geben der DNA eine Richtung
- Polymerase kann nur am 3'- Ende verlängern
- am 5'- Ende kann kein Nukleotid angehängt werden
Welche Proteine/Enzyme werden für die Replikation der DNA benötigt?
- Topoisomerase
- Helicase
- Einzelstrangproteine
- Primase
- Polymerase 1 +3
- Ligase
Was sind Okazaki-Fragmente und wofür werden die benötigt?
- Nach ihrem Erfinder benannt
- kurze RNA-Primer, an den lagging-Strand binden und dort als Startpunkt für die Polymerisation dienen. Wenn diese mit DNA verlängert wurden, werden sie Okazaki Fragment genannt.
- Die Polymerase 3 synthetisiert anschliessend in die "falsche" Richtung bis zum nächsten RNA Primer.
- Die RNA Primer der Okazaki-Fragmente werden anschliessend von der Polymerase 1 durch DNA ausgetauscht
Welche Aufgabe hat die Topoisomerase?
- löst Spannungen der DNA, die entwunden wird, indem sie den Doppelstrang schneidet, dreht und nach der Replikationsgabel wieder kovalent bindet
Welche Aufgabe hat die Helicase?
- bricht die DNA in zwei Einzelstränge auf
Welche Aufgabe haben die Einzelstrangproteine?
- Binden an die Einzelsträngige DNA, um ein erneutes Verdrillen zu verhindern (an beiden Enden, am lagging-Strand jedoch häufiger vorkommend.
Welche Aufgabe hat die Primase?
- katalysiert die Bildung von RNA Primern (okazaki-Fragmente), die der Polymerase als Starpunkt für die Polymerisation dienen.
- Dafür wird die Ursprungs-DNA als Vorlage benutzt
Welche Aufgaben haben Polymerase 1 + 3?
- Polymerase 3 synthetisiert die DNA von der einzelsträngigen DNA-Template
- Polymerase 1 ersetzt die RNA-Primer (Okazaki-Framgente) durch DNA, wofür sie ein freies 3'-Ende braucht, jedoch auch eines hinterlässt