Gesundheitstrainer

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M. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Übungen und Techniken im Bereich Gesundheitstraining, insbesondere im Krafttraining und Ausdauertraining. Sie decken verschiedene Aspekte wie Koordinationstests, Muskelfunktionsdiagnostik und die Auswirkungen von Training auf Psyche, Stoffwechsel und Bewegungssystem ab. Die Karteikarten sind ideal für Trainer und Gesundheitsinteressierte, die ihre Kenntnisse in funktionsgymnastischen Übungen und Kraftausdauertests vertiefen möchten, um gezielt Gesundheit und Fitness zu fördern.
Karten
37
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Sport
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
15.09.2020 / 16.07.2025

Lernkarten

Manuelle Muskelfunktionsdiagnostik

Bei der manuellen Diagnostik des Kraftstatus wird in Gegenrichtung des Faserverlaufs des getesteten Muskels ein äußerer Widerstand durch den Tester ausgeübt. Die zu testende Person muss gegen diesen äußeren Widerstand kontrahieren, um diesen möglichst zu überwinden.

Die manuelle Muskelfunktionsdiagnostik bietet die Möglichkeit, mit geringem techni- schem Aufwand die Ausdehnung und den Grad einer Muskelschwäche zu bestimmen. Im Rahmen der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik können sowohl die Kraftfähig- keit als auch das Ausmaß der Beweglichkeit ausgewählter Muskelgruppen ermittelt werden. Somit wird die manuelle Muskelfunktionsdiagnostik primär zur Diagnose muskulärer Dysbalancen

Skalierung und Interpretation der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik:

Krafttestung im funktionsgymnastischen Krafttraining:

Hierbei werden bekannte Übungen aus der Funktionsgymnastik zu Testzwecken ein- gesetzt. Die Durchführung bzw. die Interpretierbarkeit von Krafttests in der Funktions- gymnastik gestaltet sich allerdings sehr schwierig. Im Folgenden werden zwei ausge- wählte funktionsgymnastische Testverfahren vorgestellt, der Kraftausdauertest nach Spring (Spring, Dvorak, Schneider, Trischler & Villinger, 1997) und der isometrische Kraftausdauertest nach

Kraftausdauertest nach Spring et al

In Tab. 13 werden die einzelnen Übungen des Kraftausdauertests nach Spring et al. (1997) sowie deren Übungsausführung und in Tab. 14 und Tab. 15 die Testauswertung dargestellt (Spring et al., 1997; Strack, 2004). Eine genaue Ableitung von Trainingsin- tensitäten ist hier jedoch nicht möglich. Auch der im Folgenden dargestellte Vergleich mit Normdaten ist wissenschaftlich nicht tiefgründig fundiert, so dass die hier darge- stellten Referenzwerte (aufgesplittet in Leistungsstufen, ausgehend vom Alter des Kunden) lediglich zur groben Abschätzung des Leistungszustandes des Kunden heran- gezogen werden können. Die Hauptaufgabe dieses funktionsgymnastischen Krafttests ist demnach in der Dokumentation der Leistungsentwicklung zu sehen.

Zusammenfassend gelten für die Übungsauswahl folgende Grundsätze:

 

Für die Übungsdurchführung gelten folgende Kriterien:

  • Anzahl der Übungen: 8 bis 12 (minimal 6) Übungen, um alle großen Muskel- gruppen zu beanspruchen (Zimmermann, 2000, S. 194)
  • Art der Übungen: gelenk- und wirbelsäulenschonende Übungsauswahl; mög- lichst hohe Muskelmassebeteiligung, um bessere gesundheitspositive Anpas- sungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels zu erzielen (Zimmer- mann, 2000, S. 194)
  • Übungsreihenfolge: mehrgelenkige, koordinativ anspruchsvolle Übungen für große Muskelgruppen sowie schwache Muskeln zuerst trainieren.

 

  • Bewegungsamplitude: Übungen sollten über eine vollständige physiologische Bewegungsamplitude ausgeführt werden, da dies auch die Alltagsbelastbarkeit verbessert (Verstegen & Williams, 2004, S. 115)
  • Bewegungsgeschwindigkeit: TUT (Time Under Tension) von 2/0/2 (langsames Tempo) bis 1/0/1 (zügiges Tempo), um eine kontrollierte Bewegungsausfüh- rung zu gewährleisten
  • Atmung: in der Regel bei Belastung (konzentrische Phase) ausatmen und in der exzentrischen Phase einatmen, Pressatmung vermeiden.

Methodik im funktionsgymnastischen Krafttraining

 

Funktionsgymnastische Kräftigungsübungen (i. d. R. Körpergewichtsübungen) zielen in erster Linie auf eine Kräftigung der Rumpfmuskeln ab. Je nach Einsatz von Hilfsmit- teln können darüber hinaus auch die Bein- und Armmuskulatur trainiert werden. Übungen der Funktionsgymnastik haben im gesundheitsorientierten Krafttraining fol- gende Vorteile (vgl. Tab. 22):

  • Alle Bewegungen sind sehr alltagsnah, da generell nur in den natürlichen Kör- perachsen und mithilfe der Schwerkraft trainiert wird. Die Alltagsnähe der funktionsgymnastischen Kräftigungsübungen bringt den Vorteil mit sich, dass diese Übungen vielfältig einsetzbar und zum Teil sogar zu Hause oder im Büro im Sinne von Bewegungspausen durchführbar sind. Zusätzlich sind für die meisten funktionsgymnastischen Kräftigungsübungen keinerlei Hilfsmittel not- wendig.

  • Zu der kräftigenden Wirkung der Übungen kommen überaus wichtige koordi- native Aspekte hinzu. Bei vielen Kräftigungsübungen der Funktionsgymnastik müssen umliegende Gelenkstrukturen fixiert und statisch stabilisiert werden. Des Weiteren werden bei vielen Übungen ganze Muskelschlingen aktiviert, was letztendlich das Bewegungsrepertoire des Sportlers vergrößert; dies wie- derum erhöht seine Alltagsmotorik.

Vor- und Nachteile des funktionsgymnastischen Krafttrainings im Vergleich zum gerätege- stützten Krafttraining

Merksätze zum gesundheitsorientierten Krafttraining

Anpassungseffekte des Herzens:

Anpassungseffekte des Gefäßsystems:

  • Durch körperliche Aktivität, ins- besondere durch regelmäßiges Ausdauertraining, erhöht sich die Kapillardichte sowie die Kapillaroberfläche, indem neue Kapillaren gebildet werden
  • Dadurch reduziert sich der periphere Gefäßwiderstand, dies wiederum führt zu einer Senkung des Ruheblutdrucks.

  • Sowohl die Kapillarneubildung als auch die Kollateralbildung bedingen eine verbes- serte Blutverteilung und somit eine optimierte Versorgung der Muskulatur.

  • Regelmäßiges Ausdauertraining hat auch Einfluss auf das vegetative Nervensystem, das wiederum von verschiedenen Hormonen reguliert wird

Anpassungseffekte des Blutes:

  • Das Blut hat sowohl Transport-, als auch Puffer- und Abwehrfunktion. Mit einem ge- sundheitsorientierten Ausdauertraining können diese Funktionen positiv beeinflusst werden.

Effekte eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings auf das Atmungssystem

Effekte eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings auf das ak- tive Bewegungssystem

  • Innerhalb der Muskelzellen kommt es zu einer Zunahme der Zahl und Größe der Mitochondrien. Diese morphologische Veränderung führt zu einer verbes- serten Sauerstoffaufnahme und aeroben Energiegewinnung. Ausdauertraining führt außerdem zu einer Zunahme der Kapillaren um ca. 40 %, die Muskeln werden somit besser durchblutet
  • Ausdauertraining beansprucht vor allem die langsam kontrahierenden Muskelfasern (ST-Fasern)

Effekte eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings auf den Stoffwechsel

Ausdauertraining erhöht den Kalorienverbrauch und hat positive Effekte auf den Koh- lenhydrat- und Fettstoffwechsel. Dem Ausdauertraining kommt deshalb im Rahmen des Gesundheitssports eine wichtige Bedeutung in der Prävention von Übergewicht und Adipositas sowie verschiedenen Stoffwechselerkrankungen zu.

Effekte eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings auf die Psyche

Die sportliche Aktivität ... macht munter und führt auch zu geistiger Frische. Geistige Regsamkeit, Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen sind bei und nach angemessener körperlicher Bean- spruchung gesteigert"

Zusammenfassung und Konsequenzen für die Trainingspraxis:

Diez entrale Rolle der Koordination innerhalb der motorischen Fähigkeiten

Koordinationstest zur Diagnostik der Alltagsmotorik:


Die folgenden Testübungen zur Beurteilung der Koordination sollen Störungen und Schwächen im Bereich der koordinativen Fähigkeiten aufdecken (Wydra, 2000). Die Auswahl der Testübungen erfolgte auf der Basis von Untersuchungen zur Erfassung der allgemeinen Bewegungskoordination (Bös, Wydra & Karisch, 1992; Wydra, 1993). Die Übungen repräsentieren unterschiedliche Aspekte der koordinativen Fähigkeiten.

Übungen: 

1. Übung: Achterkreisen
Die Person steht seitlich zu zwei Keulen, die in einem Abstand von einer Keule aufge- stellt sind. Mit dem an den Keulen positionierten Fuß soll nun eine Acht um die beiden Keulen beschrieben werden, ein Versuch mit offenen und einer mit geschlossenen Au- gen. Die Übung ist gelöst, wenn die Person bei beiden Versuchen keine Keule umwirft und das Gleichgewicht nicht verliert. Ziel dieser Übung ist es, Störungen des statischen Gleichgewichtes aufzudecken.

2. Übung: Balancieren und Ballprellen
Die Person soll über einen 10 cm breiten und 5 cm hohen Balken balancieren und da- bei einen Volley- oder Gymnastikball mit der Hand prellen.
Die Übung ist gelöst, wenn die Person bis zum Ende des Balkens balanciert und dort stehen bleibt, ohne den Boden mit den Füßen zu berühren, den Ball zu verlieren oder zwischendurch anzuhalten. Ziel dieser Übung ist es, Störungen des dynamischen Gleichgewichtes aufzudecken.

3. Übung: Ballumgreifen
Im Grätschstand hält der Proband einen Ball zwischen den Beinen in Kniehöhe fest, mit einer Hand von vorn und mit der anderen Hand von hinten. Aufgabe ist es, den Ball loszulassen und zu umgreifen, ohne dass der Ball zu Boden fällt (die vordere Hand wird nach hinten geführt und die hintere Hand greift nach vorn). Die Übung ist gelöst, wenn die Person dreimal hintereinander die oben genannte Ausführung wiederholt. Ziel der Übung ist es, ballistische Koordinationsstörungen aufzudecken.

4. Übung: Kreuzgang
Der Proband steht 50 cm von der Wand entfernt und stützt sich mit den Händen ab. Er soll im Kreuzgang an der Wand entlang gehen: Er setzt die rechte Hand und den linken Fuß gleichzeitig in eine Richtung um. Es folgen die linke Hand und gleichzeitig der rechte Fuß. Die Übung ist gelöst, wenn fünfmal in Folge der Kreuzgang ausgeführt werden kann. Ziel der Übung ist es, Störungen der feedback-kontrollierten Koordina- tion aufzudecken.

 

Die speziellen koordinativen Fähigkeiten 

Druckbedingungen:

Lernen