06_Liegenschaftsentwässerung

Die neue Konstruktionslehre für den Hochbau Heft Nr. 6. Fragen zum Lernen.

Die neue Konstruktionslehre für den Hochbau Heft Nr. 6. Fragen zum Lernen.


R. B.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der Liegenschaftsentwässerung, von Planungsgrundsätzen über Abwasserarten bis zu technischen Details wie DN-Werten und Gefälle. Sie erklären den Aufbau von Entwässerungsanlagen, die Dimensionierung von Leitungen und die Bedeutung von Abkürzungen in Kanalisationsplänen. Praktiker und Auszubildende profitieren gleichermaßen, da sowohl theoretische Konzepte als auch konkrete Ausführungsvorgaben behandelt werden.
Flashcards
90
Students
10
Language
German
Category
Career Studies
Level
Other
Created / Updated
08.09.2020 / 27.09.2026

Flashcards

Wie sind Aussenwanddurchführungen von Kanalisationsleitungen im Untergeschoss auszuführen?

Die Durchführungen sind so zu bemessen, dass zwischen dem Rohr und der Wand ein so grosser Zwischenraum verbleibt, dass es Setzungen geben kann, ohne Druck auf die Leitung auszuüben. Die Rohre sind dann entweder mit dauerelastischem
Material in der Aussparung abzudichten oder mit einer Manschettendichtung wasserdicht einzumauern.

Welche Inhalte muss ein Kanalisations-Baueingabeplan haben?

Er muss die wichtigsten Angaben über die Abwasserleitungen wie Lage, Koten, Gefälle, DN und Material sowie Durchmesser und Koten der Schächte enthalten. Detailmasse müssen jedoch nicht enthalten sein.

Was bedeutet im Kanalisationsplan die Abkürzung "A"?

Auslauf der Leitung

Wie erfolgt die Dimensionierung von einem Schmutzwasserabfluss?

Mit einer Annäherungsformel. Dabei wird der Schmutzwasserabfluss in l/s mit der Abflusskennzahl und der Summe der Schmutzwasserwerte berechnet.

Anhand des berechneten Schmutzwasserabflusses in l/s und des Leitungsgefälles wird dann die Leitung dimensioniert.

Wieso ist das Leitungsnetz so zu planen, dass möglichst kurze Entwässerungsdistanzen entstehen?

  • Um die Unterhaltskosten möglichst gering zu halten
  • Um die Kanalisation möglichst langlebig zu gestalten
  • Um die Erstellungskosten möglichst gering zu halten

Was ist unter einem Pumpensumpf zu verstehen und wozu dient er?

Als Pumpensumpf wird das Restvolumen zwischen Ausschaltniveau und dem Schachtboden bezeichnet. Der Pumpensumpf schützt die Pumpe vor Trockenlauf und soll aus hygienischen Gründen ein möglichst kleines Volumen aufweisen.

Nennen Sie drei Grundsätze für die Planung der Leitungsführung.

  • Das Leitungssystem wird grundsätzlich aus geraden Rohrstücken und verschiedensten Formstücken erstellt
  • Doppelabzweiger sind nicht zulässig
  • Die Rohre sind parallel neben den Grundmauern zu verlegen und kreuzen diese in möglichst kurzen Abschnitten
  • Das Leitungsnetz ist so zu planen, dass möglichst kurze Entwässerungsdistanzen entstehen

Was bedeutet im Kanalisationsplan die Abkürzung "D"?

Deckel vom Schacht

Was ist unter der Rückstauhöhe zu verstehen?

Dies ist die höchste Ebene, bis zu der das Wasser in einer Entwässerungsanlage steigen kann.

Wie erfolgt die Dimensionierung des Regenwasserabflusses? Welche Faktoren sind dafür massgebend?

  • Mit einer Faustformel bei der folgendes berücksichtigt wird:
  • Regenspende in l/sm2 (in der Regel 0.03 l/sm2)
  • Sicherheitsfaktor (Grössenordnung Schaden, je nach Gebäudekategorie)
  • wirksame beregnete Fläche in m2 (immer Horizontalprojektion der beregneten Fläche)
  • Abflussbeiwert (Beschaffenheit Fläche wie Flachdach, Steildach etc.)

Nennen Sie sechs Planungsgrundsätze wie eine Entwässerungsanlage zu projektieren und einzubauen ist.

  1. sicheres Ableiten des Abwassers
  2. beständig gegen häusliches Abwasser
  3. wasser- und gasdicht
  4. Schutz gegen mechanische Einwirkungen
  5. temperaturbeständig im definierten Bereich
  6. rückstausicher
  7. hygienische und funktionelle Mindestanforderungen an Entwässerungsanlagen sind zu garantieren
  8. Werkstoffe und Entwässerungsgegenstände müssen die zugewiesene Funktion und Nutzungsdauer erfüllen können
  9. Die Entwässerungsanlage ist so zu bemessen, dass auch während des Wasserflusses Luft zirkulieren kann
  10. Regen- und Schmutzwasser sind innerhalb der Liegenschaft zu trennen und dürfen bei einem Mischsystem erst im öffentlichen Bereich zusammengeführt werden
  11. Entwässerungsleitungen haben den Anforderungen der Norm SIA 181 (Schallschutz) zu entsprechen
  12. In Abflussrichtung darf der Leitungsquerschnitt nicht verringert werden
  13. Liegende Leitungen sind mit gleichmässigem Gefälle zu verlegen
  14. Entwässerungsleitungen und deren Anschlüsse im Bereich von Heizöllagerund Heizungsräumen sind speziell zu beachten und müssen in der Regel dicht verschlossen und verschraubt werden.
  15. Für Unterhaltsarbeiten sind bei den Fallleitungen gas- und wasserdichte Putzöffnungen vorzusehen

Von was ist die Bemessung des Schmutzwasserabflusses einer Entwässerungsanlageabhängig?

  • Vom massgebenden Abwasseranfall
  • Von den Gefällsverhältnissen

Was ist vorzusehen, wenn eine Liegenschaftsentwässerungseinrichtung unter der Rückstauhöhe einer Gemeindekanalisation liegt?

Eine Abwasserhebeanlage

Welche Inhalte muss ein Kanalisations-Ausführungsplan haben?

Alle Angaben für eine tadellose Ausführung. Es sind alle notwendigen Masse (inkl. Detailmasse), Koten, Gefälle, DN und Materialangaben für Leitungen und Schächte aufzuführen.

Was ist unter einer Manschettendichtung zu verstehen?

Sie wird zur Verbindung von Kanalisationsrohren verwendet und besteht aus einem Gummielastomerkörper und einer Spannbandgruppe aus Edelstahl. In der Mitte befindet sich ein Scherband, welches die Kräfte, die durch Erd- und Verkehrslasten entstehen, aufnimmt, und eine Lageveränderung der Rohrenden gegeneinander verhindert.

Wie muss die Vermassung bei einem Kanalisations-Ausführungsplan erfolgen?

Die Vermassung erfolgt von der Aussenkante der Umfassungsmauern, was in der Regel dem Schnurgerüst entspricht.

Was bedeutet im Kanalisationsplan die Abkürzung "E"?

Einlauf der Leitung

Wie können bzw. sollten Unterhaltsarbeiten bei der stark beanspruchten Liegenschaftsentwässerung erfolgen?

Grundsätzlich muss in jedem Fall verhindert werden, dass Schmutzwasser in den Erdbereich gelangen kann und das Grundwasser verschmutzt wird. Deshalb ist es unumgänglich, dass solche Anlagen regelmässig kontrolliert und gewartet
werden. Entwässerungsanlagen sollten somit periodisch mit Wasserhochdruck gereinigt werden. Bei stark beanspruchten Leitungen wird eine optische Kontrolle mittels einer Roboterkamera vorgenommen. Dabei werden die Aufnahmen genau protokolliert und allfällige Schäden behoben.

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