Werkstoffe 1 - Zement

ETHZ Bsc. Bauingenieur 4.Semester

ETHZ Bsc. Bauingenieur 4.Semester


D. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Zement, insbesondere für Universitätsstudierende. Sie behandeln die Hydratation, die verschiedenen Phasen wie C3A und C4AF, sowie die Rolle von Zusatzstoffen wie Flugasche und Hochofenschlacke. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Naturwissenschaften, die sich mit den Grundlagen und fortgeschrittenen Aspekten von Zement und dessen Anwendung in der Bauindustrie auseinandersetzen.
Karten
48
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Naturkunde
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.07.2020 / 04.03.2024

Lernkarten

Brennprozess (Diagramm)

4 Stufen des Brennprozess

1. Decarbonatisieren

2. Phasenumwandlung

3. Brennen

4. Abschrecken

CO2 - Ausstoss

Während dem Decarbonatisieren (1.Stufe des Brennprozess).

CaCO3 → CaO + CO2

Für jede Tonne produziertes CaO werden 780 kg CO2 frei.

Klinker

Endprodukt des Brennprozess

SCM

Supplementary Cementious Materials (Zusatzstoffe)

Zusatzstoffe

- Flugasche

- Hochofenschlacke /Hüttensand

- Silicastaub

- Ungebrannter Kalkstein

Puzzolane

Kieselsäurehaltige oder kieselsäure- und tonerdhaltige Stoffe, die bei Wasserzugabe festigkeitsbildend reagieren können.

Hydraulizität

Wasserbindevermögen: Eigenschaft des Bindemittels hydraulisch (mit Wasser), sowohl an der Luft als auch unter Wasser zu reagieren, zu erhärten und fest zu bleiben.

hydraulisch, latent hydraulisch, puzzolane

Latent hydraulisch

"Schlummernde" Hydraulizität: Stoffe die erst bei Zugabe eines Anregers (z.B. Calciumhydroxid) hydraulisch erhärten.

Flugasche

- Abfallprodukt von Kohlekraftwerke

- Reagiert mit CH zu C-H-S

- Reagiert sehr langsam --> bremst die Geschwindigkeit der Festigkeitsentwicklung

- Reduziert die Hitzeentwicklung

- Flugasche kann die Verarbeitbarkeit von Beton verbessern und Entmischung verhindern

Hochofenschlacke / Hüttensand

- Reststoff aus dem Hochofen, der bei der Eisen- und Stahlproduktion anfällt

- Ähnliche Zusammensetzung wie Zement, aber geringerer CaO-Gehalt

- Latent hydraulisch

- Abbinden des Zements wird deutlich verzögert (bei dicken Bauteilen nützlich)

- Bessere Spätfestigkeit und Dauerhaftigkeit

Silicastaub

- Nebenprodukt bei der Siliziumproduktion

- Anteil >85% amorphe Kieselsäure

- Spezifische Oberfläche: 15000 m2/g

- Hoher Kieselsäureanteil, Grosse Spezifische Oberfläche --> fast vollständige Reaktion des Zements

- Vorallem für hoch- und ultrahochfester Beton

- Erhöhte Dauerhaftigkeit

Klassifizierung von Zusatzstoffen

CEM I: Portlandzemente

Klinkerersatz bis zu 5% gestattet. (Meistens Kalkstein)

CEM II: Portland(hütten-, flugasche, etc)zemente

Klinkerersatz bis zu 35% gestattet.

A: 6 - 20%     B: 20 - 35%

CEM III: Hochofenzemente

Nur Hüttensand als Klinkerersatz.

Kategorien:

A: 35 - 65%    B: 66 - 80%   C: 81 - 95%

CEM IV: Puzzolanzemente

Nur puzzolanische Zusatzstoffe

Wird in Regionen mit vulkanischen Materialien produziert.

A: 11 - 35%    B: 36 - 55%

CEM V: Kompositzemente

Klinkerersatz bis zu 80% gestattet.

A: 36 - 60%    B: 61 - 80%

Hydratation

Reaktion zwischen Zement und Anmachwasser.

Das Erstarren und Erhärten vom Zementleim zum Zementstein.

Hydratphasen

Portlandit (CH)

Calciumsilicahydrat (C-H-S)

Ettringit (AFt)

AFm

Portlandit

Hydratphase - CH

Entsteht bei der Hydratisierung von Calciumsilikaten --> grosse sperrige Kristalle

Anteil im hydratisierten Zementleims: 25 - 28%

Wichtige Rolle bei Dauerhaftigkeit: Mit eindringendem CO2 --> Kalzit (CaCO3)
Dadurch wird der hohe pH-Wert im Beton beibehalten --> verzögert Korrosion der Bewehrung

Calciumsilicathydrat

Hydrationsphase - C-H-S

Verantwortlich für Festigkeit des hydratisierten Zementleims

Mengenanteil: 60 - 65%

 Variable Stöchiometrie (durch "-" gekennzeichnet)

Komplexe Anordnung von C-H-S Kristallen --> Stark gewundenes , poröses Netzwerk
--> verlangsamt Eindringen von agressiven Stoffen

AFt

Hydratphase

Gruppe von Mineralien (Aluminat-Ferrit-Trisulfaten)

Ettringit das Wichtigste

Entsteht als Nebenprodukt der Reaktion von C3A mit dem Calciumsulfat

 

AFm

Gruppe von Mineralien, die aus positiv geladenen Calcium- und Aluminiumschichten gebildet sind.

Die positive Ladung wird zwischen Schichten durch unterschiedliche Anionen ausgeglichen.

z.B. Friedelsches Salz

Hydratationswärme

Entstehende Wärme durch die exotherme Reaktion bei der Hydratation.

Chemisches Schwinden

Bei der Hydratation der Silikatphasen erhöht sich zwar das Volumen der Feststoffe, jedoch nimmt das Gesamtvolumen ab.

Hydratation der Aluminatphasen

C3A und C4AF + Wasser und Calciumsulfat --> AFt und AFm

Flash Set

C3A reagiert extrem schnell mit Wasser --> daher wichtig diese Reaktion zu stoppen

Sonst wird in kurzer Zeit Hydrocalcium und/oder Monosulfat ausgeschieden.

Um diese Reaktion zu kontrollieren: Während der Feinmahlung Calciumsulfat hinzugeben

False Set

Dabei werden sehr schnell Gipsnadeln ausgefällt.

Dies passiert wenn die Bildungsrate von Calcium- und Sulfationen grösser ist als die Verbrauchrate der Reaktion mit C3A.

Erste Wärmespitze

Kommt von einer Erstauflösung, die sofort die Ionenkonzentration erhöht.

Zweite Wärmespitze

Weil die extrem rasche Reaktion von C3A mit Wasser nicht mehr zu kontrollieren ist.

Einflussfaktoren auf die Hydratation

Temperatur: je höher die Temperatur --> desto früher und höher fällt die Wärmeabgabe aus.

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