Internationales Marketing 1
1. Einführung2. Umfeld und Informationsbeschaffung
1. Einführung2. Umfeld und Informationsbeschaffung
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Flashcards
Was sind die Symptome einer Weltwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung?
- Zunehmende Verschmelzung der Märkte
- Intensiver werdender internationaler Wettbewerb
- Zunehmende Beschleunigung der Globalisierung
- Offene, nationale Märkte
- Aufholprozess der Schwellenländer
- Technologiefortschritt (Kommunikation, Information, Transport)
Internationalisierung der WW - Wie unterscheidet sich die nationale und internationale Planung?
- Eine Sprache/Nationalität - mehrere Sprachen, Nationalitäten und soziokulturelle Einflüsse
- Homogene Märkte – fragmentiere, verschiedenartige Märkte
- Politischer Einfluss unbedeutend - bedeutend
- Chauvinismus fördernd – hinderlich
- Eine Währung – verschiedene (Stabilität, Kaufkraft)
- Spielregeln verständlich – unverständlich, unklar
- Stabile Umweltsituation – verschieden Situationen, instabil
Was sind Kennzeichen und Aufgaben eines internationalen Marketings?
- Kennzeichen: Marktorientierte Unternehmensführung
- Suche und Umsetzung von komparativen Konkurrenzvorteilen in mind. Zwei Ländern
- Erschließung und Bearbeitung ausländischer Märkte durch Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland (direkt oder indirekt)
- Neue Besonderheit durch Komplexität der Aufgaben
- Aufgaben: Koordination und Management marktbezogener Rückkopplugen
- Welche Märkte zu welchem Zeitpunkt mit welchen Produkten und Leistungen bearbeitet werden
- Wahl der Markteintrittsform
- Länderspezifische Marketingkonzepte und Ansätze
Wie charakterisiert sich die Globalisierung (Standardisierung) u. Lokalisierung (Differenzierung) in der Situation internationaler Märkte?
- Globalisierung: Angleichen der Lebensstile und Lebensstandards
- Ähnliche Bedürfnisstrukturen
- Weltweite Industriekunden
- Größen- und Synergieeffekte
- Weltweite Bekanntheit
- Lokalisierung: intensiver nationaler Wettbewerb
- Politisch rechtliche Beschränkungen
- Geschmack, Gebrauchsbedingung (Variation von Rezepten)
- Länderspezifische Werbung, Medien
- Unterschiedliche Schriftzeichen
Beschreiben Sie die Grundorientierungen des IM im Einzelnen.
- IM als Exportmarketing/Außenhandelsmarketing
- Ethnozentrische Orientierung (Beachtung eines Verhaltensmuster einer Gruppe, der Eigenen)
- Aktivitäten sind auf Heimatmarkt ausgerichtet
- Hauptkonkurrent: stärkster inländischer Wettbewerber
- Auslandsmarktbearbeitung hauptsächlich durch Exporte
- Ziel: Sicherung des inländischen Unternehmenserfolg
- IM als Multinationales Marketing
- Polyzentrisch orientiert
- Anpassung an Ländergegebenheiten
- Großer Entscheidungsspielraum der Tochtergesellschaften
- Profilierung gegenüber lokalen Wettbewerbern über differenzierte Marktbearbeitung
- Direktinvestition im Vertriebsbereich, in Produktionsstätten und Tochtergesellschaften, auch Joint-Ventures
- Ziel: Sicherung des Erfolgs der ausländischen Tochtergesellschaften in Vielzahl von Märkten
- IM als Globales Marketing
- Geozentrische Orientierung (Weltorientierung), nationale Bedürfnisse werden weniger berücksichtigt
- Zentrale Unterstrukturen: Integration aller Unterteile in ein Gesamtsystem
- Weltweite Arbeitsteilung und Spezialsierung
- Teilweise Aufhebung der Differenzierung (kaum differenzierte Konzepte)
- Ausnutzung von Kostenvorteilen und Spezifikation
- Mischung Export und Direktinvestition
- Ziel: Erhöhung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit, Inkaufnahme national suboptimaler Strategien
- Transnationales/ komplex globales Marketing
- Mischstrategie
- Verbindung globaler Kostenvorteile durch Integration mit den Vorteilen nationaler bzw. regionaler Anpassung und Differenzierung
- Weltweit konzipierte Rahmenstrategie verbunden mit lokalen Anpassungskonzepten
- Mischung Export und Direktinvestitionen
Welche Unterschiede bestehen zwischen nationalem und internationalem M?
- Quantitativ: neue Aufgaben durch länderbezogene Marketingaktivität
- Qualitativ: neue Aufgabenstellungen und Fragestellungen
- Im strategischen Bereich (Marktauswahl, Reihenfolge der Markteintritte, Form des M)
- Im Bereich des Marketinginstrumentariums (Entwurf Markenname, mentalitätskonforme Werbekonzepte)
- Im Bereich Risikobewältigung, informatorischer Bereich, Abwicklung von Geschäften
- Im Bereich der rechtlichen, steuerlichen du finanztechnischen Besonderheiten
Was sind landesspezifische Besonderheiten??
- Wirtschaftlich: Konjunktur, Industriestruktur
- Sozio-Kulturelles Umfeld: Bevölkerungsstruktur, Nationalstolz, Verhaltensregeln
- Politische und rechtliche Bedingungen: Polit. System, Stabilität, Gesetze
- Natürlicher-technischer Rahmen: Geographie, Infrastruktur, Entwicklungsstand
Beschreiben Sie die Motive für eine offensive (will) und defensive (muss) Internationalisierung“!
- O: Existenz von Produkten mit einer unique selling proposition
- Technologischer/Informationsvorsprung
- Besondere Managementqualifikation für int. Märkte
- Steuervorteile im Ausland
- D: hoher Wettbewerbsdruck im Inland
- Überkapazitäten
- Sinkende Marktattraktivität des Inlandmarktes
- Hohe Lagerbestände
- Geringe geographische Distanz
Faktorproportionen-Theorem (Heckscher,Ohlin)
- Produktionsfaktoren sind unterteilt in Arbeit und Kapital
- Länder haben unterschiedliche Ausstattung
- Ergebnis: Import des knappen Gutes
- Arbeitsreiche Länder importieren kapitalintensive Güter
- Kapitalreiche Länder importieren arbeitsintensive Güter
Neo-Faktorproportionen-Theorem (Leontief)
- Leontief Paradoxon: USA ist kapitalreich, importiert trotzdem kapitalintensive Produkte und exportiert arbeitsintensive Produkte
- Erklärung: Arbeit ist kein homogener Faktor
- Länder haben unterschiedliche Qualifikationsniveaus
- Kapitalreiches Land kann viele qualifizierte Arbeitskräfte haben -> Export der Güter die relativ günstige Produktionsfaktoren benötigen
Theorie der technologischen Lücke (Posner)
- Technologisches Wissen nicht frei verfügbar (landesgrenzenübergreifend)
- Exporte aufgrund der technologischen Überlegenheit der Produkte eines Landes
- Phasen:
- Innovative Produkte werden im Inland entwickelt, hergestellt und abgesetzt (zunächst Nachfragelücken im Ausland, Auslandsnachfrage entwickelt sich allmählich -> Export)
- Mit zeitlicher Verzögerung wird die Technologie durch das Importland imitiert -> Exportmenge sinkt
- Produktionsaufnahme im Ausland durch Unternehmen des Ursprunglandes (Lohnkostenvorteile, Erhalt der Marktanteile)
- Umkehr der Handelsströme
Theorie des internationalen Produktlebenszyklus (Vernon)
- Angenommen wird: Richtungen von Handelsströmen, Produktionsort sowie entsprechende Direktinvestitionen sind von der jeweiligen PLZ-Phase abhängig
- Einschränkungen: Betrachtung von technologieintensiver und lagerfähiger Produkte, Produktion mit hohem Anteil ungelernter Arbeit, vertretbare Transportkosten
- Internationaler Handel hängt vom Stadium des PLZ ab
- Einführungsphase: Produkt wird im Inland hergestellt und abgesetzt, allmählich entsteht Auslandsnachfrage -> Export
- Wachstumsphase: zunehmende Standardisierung und Imitation durch Importländer, Umsatzwachstum im Inland nimmt ab , Auslandsnachfrage nimmt zu, verstärkter Wettbewerb führt zu ausländischen Direktinvestitionen
- Stagnationsphase: völlige Umkehr der Handelsströme möglich, Produktion ausschließlich im Ausland, Inlandsbedarf durch Importe gedeckt
- Verzögerung durch: großen Innovationsvorsprung, geringe Kostenunterschiede, Patente und Schutzrechte, Handelshemmnisse
Porters Wettbewerbsmodell der Nationen
- Nationaler Wohlstand wird geschaffen und nicht geerbt – Wohlstand ist nicht durch Ressourcenausstattung, Zinsraten etc. begründet
- Wettbewerbsfähigkeit hängt von der Leistungsfähigkeit und Innovativität der Industrie ab – durch Druck herausgefordert
- Wettbewerbsvorteile sind stark lokal basiert (Kultur, Werte), nationales Umfeld entscheidet über Erfolg
- Diamant: zeigt Bestimmungsfaktoren der nationalen Wettbewerbsfähigkeit -> funktionierender Diamant Voraussetzung für WBF
siehe Bild 1234
- Faktorkonditionen: Spezialisierte Ausbildungs- und universitäre Forschungsprogramme, Infrastruktur, Rohstoffe (Qualität schlägt Quantität)
- Nachfragekonditionen (z.B vom Endkunden) : anspruchsvolle Kunden, die auf hochwertige Produkte drängen
- Unterstützende und verwandte Branchen: Informationsfluss, Kontakte, Clusterbildung mit Zulieferern und Dienstleistern
- Strategie und Wettbewerb: Konkurrenz fördert Produktivität und Innovation
- Nicht berücksichtigt: Staat (Gesetze, Konkurrenzförderung) und Zufall
Porters Clusterkonzept
- „Miteinander verbundene Unternehmen und Institutionen in einem bestimmten Wirtschaftszweig“
- Orientierung entlang der Wertschöpfungskette
- Geografische Nähe
Bedingung: Vorhandensein einer kritischen Masse an Unternehmen
Beschreiben Sie die aktuelle Entwicklung im Weltmarkt!
- Regionale Handelszusammenschlüsse/Kooperationen (EU,NAFTA)
- Bedeutungszuwachs internationaler Organisationen (WTO,OECD)
- Desintegration einzelner Ländermärkte, Schuldenkrisen
Nenne Beispiele für regionale Handelszusammenschlussformen!
- Präferenzzonen: gegenseitiges einräumen von Vorzugsbedingungen wie niedrige Zölle für bestimmte Güter
- Freihandelszone: Ausweitung auf alle Güter, Abbau innerer Handelsschranken
- Zollunion: einheitliche Handelspolitik gegenüber Drittländern
- Wirtschafts- und Währungsunion: Harmonisierung der WP
- Einheitlicher Wirtschaftsraum: supranationale Behörden zur Steuerung der WP
- Bsp.: EU – keine Polizeikontrollen, freier Personen- Waren- und Kapitalverkehr, EU KOmission und Gerichtshof, EZB, gemeinsame Entscheidungen in Sicherheitspolitik
Nenne Beispiele und Ziele internationaler Organisationen!
WTO (World Trade Organization)
- Globales Forum für multilaterale Verhandlungen im Bereich internationalen Handels
- Prinzip des Meistbegünstigsten: Vorteile und Vergünstigungen müssen gegenüber allen Mitgliedsstaaten gleich sein
- Abbau nicht tarifärer Handelshemmnisse
- Gegenseitigkeit: handelspolitische Vergünstigungen sollen gleichwertige Gegenleistungen folgen
- Zollsenkung
- Ziel: funktionsfähiges und dauerhaftes multilaterales Handelssystem, Abbau von Zoll und Handelsschranken, Beseitigung von Handelsdiskriminierung, Integration von Entwicklungsländern
OECD (Organization for Economic Co-Operation and Development)
- Aufgaben: Förderung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, Verbesserung Lebensstandard, Absicherung stabiler öffentlicher Finanzen, Ausweitung des Welthandels
Erläutern Sie Risikoaspekte im Ausland!
- Rechtliche Risiken
- Nichtexistenz eines umfassenden, international einheitlichen Privatrechts bei Auslandsgesellschaften
- Behinderung der Auslandsgeschäfte durch verschiedene Rechtssysteme, Rechtsordnungen und Rechtsauffassungen
- Politische Risiken
- Aufruhr, Krieg, Streit, Störungen im Zahlungsverkehr, administrative Handelshemmnisse (Sicherheitsstandards), Einfuhrkontingente (Mengenbeschränkung), tarifäre/nicht tarifäre Hemmnisse
- Wirtschaftliche Risiken
- Zahlungsrisiko (hohe Insolvenzzahlungen, lange Zahlungsziele)
- Marktrisiko (konjunkturelle Einflüsse, Fehleinschätzungen)
- Währungs- oder Wechselkursrisiko (Reduzierung durch: Fakturierung in heimischer Währung, Aufnahme Fremdwährungskredit, Devisentermingeschäft)
- Transportrisiko
- Beschädigung, Verlust, Untergang von Ware
Was sind INCOTERMS?
- Lösungsansatz im Exportgeschäft zur Klärung des Risikoübergangs
- Dient Vereinfachung internationaler Geschäftsvereinbarungen
- Regelung von Vertragsformeln: Kostenverteilung auf Käufer und Verkäufer sowei Gefahr und Eigentumsübergang, Fragen der Nachlieferpflicht
Nennen Sie Ziele und Typologien des IM bei der Sekundärforschung!
- Ziel: Gewinnung von Informationen über Auslandsmärkte
s. Bild 1
Was sind die Anforderungen an die Sekundärforschung im IM?
- Aktualität, Güte (Verlässlichkeit und Gültigkeit), Vergleichbarkeit, Entscheidungsrelevanz, Wirtschaftlichkeit
Was ist das Länderrisikokonzept?
- Früherkennungssystem hinsichtlich der sich im Ausland ergebenden Chancen und Risiken
- Bsp.: BERI ( alle Aspekte), FORELEND (Zahlungsfähigkeit), Frost & Sullivan‘s Political Risk Newsletter (politische Risiken)
BERI-Risikoanalyse
- Beurteilung und Prognose der politischen und wirtschaftlichen Risiken in 140 Ländern
- Empfehlung= Geschäftsklimaindex + politischer Risikoindex + Rückzahlungsfaktor
Nennen Sie Ursachen für Verzerrungsprobleme bei internationaler Primärforschung!
- Differierende Non-Response-Quoten (keine Antwort bei weiblichen Befragten in islamischen Ländern)
- Höflichkeits-Bias (Befragte will Interviewer nicht enttäuschen)
- Soziale Erwünschtheit (statusadäquate Angaben)
- Differierende Antwortmuster (Bevorzugung extremer Antowrtangaben)
Beschreiben Sie Probleme bei verschieden Methoden der Primärforschung!
- Schriftliche Befragung: geringe Rücklaufquoten, schwierige Auswahl der Stichproben
- Face-to-Face Befragung: Sprach und Kulturabhängige Fragestellungen, Übersetzung, schwierige Koordination (Befragungsort und –zeit)