Internationales Marketing 1

1. Einführung2. Umfeld und Informationsbeschaffung

1. Einführung2. Umfeld und Informationsbeschaffung


M. Z.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte des internationalen Marketings auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Themen wie Export, Marktintegration und Risikoanalyse im Ausland, wobei auch regionale Handelszusammenschlüsse und internationale Organisationen wie die WTO behandelt werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute, die sich mit den Herausforderungen und Strategien des internationalen Marketings auseinandersetzen möchten, um fundierte Entscheidungen in globalen Märkten zu treffen.
Karten
25
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
24.07.2020 / 27.07.2020

Flashcards

Was sind die Symptome einer Weltwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung?

  • Zunehmende Verschmelzung der Märkte
  • Intensiver werdender internationaler Wettbewerb
  • Zunehmende Beschleunigung der Globalisierung
    • Offene, nationale Märkte
    • Aufholprozess der Schwellenländer
    • Technologiefortschritt (Kommunikation, Information, Transport)

Internationalisierung der WW - Wie unterscheidet sich die nationale und internationale Planung?

  • Eine Sprache/Nationalität - mehrere Sprachen, Nationalitäten und soziokulturelle Einflüsse
  • Homogene Märkte – fragmentiere, verschiedenartige Märkte
  • Politischer Einfluss unbedeutend -  bedeutend
  • Chauvinismus fördernd – hinderlich
  • Eine Währung – verschiedene (Stabilität, Kaufkraft)
  • Spielregeln verständlich – unverständlich, unklar
  • Stabile Umweltsituation – verschieden Situationen, instabil

Was sind Kennzeichen und Aufgaben eines internationalen Marketings?

  • Kennzeichen: Marktorientierte Unternehmensführung
  • Suche und Umsetzung von komparativen Konkurrenzvorteilen in mind. Zwei Ländern
  • Erschließung und Bearbeitung ausländischer Märkte durch Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland (direkt oder indirekt)
  • Neue Besonderheit durch Komplexität der Aufgaben

 

  • Aufgaben:  Koordination und Management marktbezogener Rückkopplugen
  • Welche Märkte zu welchem Zeitpunkt mit welchen Produkten und Leistungen bearbeitet werden
  • Wahl der Markteintrittsform
  • Länderspezifische Marketingkonzepte und Ansätze

Wie charakterisiert sich die Globalisierung (Standardisierung) u. Lokalisierung (Differenzierung) in der Situation internationaler Märkte?

  • Globalisierung: Angleichen der Lebensstile und Lebensstandards
  • Ähnliche Bedürfnisstrukturen
  • Weltweite Industriekunden
  • Größen- und Synergieeffekte
  • Weltweite Bekanntheit

 

 

 

  • Lokalisierung: intensiver nationaler Wettbewerb
  • Politisch rechtliche Beschränkungen
  • Geschmack, Gebrauchsbedingung (Variation von Rezepten)
  • Länderspezifische Werbung, Medien
  • Unterschiedliche Schriftzeichen

Beschreiben Sie die Grundorientierungen des IM im Einzelnen.

  • IM als Exportmarketing/Außenhandelsmarketing
  • Ethnozentrische Orientierung (Beachtung eines Verhaltensmuster einer Gruppe, der Eigenen)
  • Aktivitäten sind auf Heimatmarkt ausgerichtet
  • Hauptkonkurrent: stärkster inländischer Wettbewerber
  • Auslandsmarktbearbeitung hauptsächlich durch Exporte
  • Ziel: Sicherung des inländischen Unternehmenserfolg

 

  • IM als Multinationales Marketing
  • Polyzentrisch orientiert
  • Anpassung an Ländergegebenheiten
  • Großer Entscheidungsspielraum der Tochtergesellschaften
  • Profilierung gegenüber lokalen Wettbewerbern über differenzierte Marktbearbeitung
  • Direktinvestition im Vertriebsbereich, in Produktionsstätten und Tochtergesellschaften, auch Joint-Ventures
  • Ziel: Sicherung des Erfolgs der ausländischen Tochtergesellschaften in Vielzahl von Märkten

 

  • IM als Globales Marketing
  • Geozentrische Orientierung (Weltorientierung), nationale Bedürfnisse werden weniger berücksichtigt
  • Zentrale Unterstrukturen: Integration aller Unterteile in ein Gesamtsystem
  • Weltweite Arbeitsteilung und Spezialsierung
  • Teilweise Aufhebung der Differenzierung (kaum differenzierte Konzepte)
  • Ausnutzung von Kostenvorteilen und Spezifikation
  • Mischung Export und Direktinvestition
  • Ziel: Erhöhung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit, Inkaufnahme national suboptimaler Strategien

 

  • Transnationales/ komplex globales Marketing
  • Mischstrategie
  • Verbindung globaler Kostenvorteile durch Integration mit den Vorteilen nationaler bzw. regionaler Anpassung und Differenzierung
  • Weltweit konzipierte Rahmenstrategie verbunden mit lokalen Anpassungskonzepten
  • Mischung Export und Direktinvestitionen

Welche Unterschiede bestehen zwischen nationalem und internationalem M?

  • Quantitativ: neue Aufgaben durch länderbezogene Marketingaktivität
  • Qualitativ: neue Aufgabenstellungen und Fragestellungen
  • Im strategischen Bereich (Marktauswahl, Reihenfolge der Markteintritte, Form des M)
  • Im Bereich des Marketinginstrumentariums (Entwurf Markenname, mentalitätskonforme Werbekonzepte)
  • Im Bereich Risikobewältigung, informatorischer Bereich, Abwicklung von Geschäften
  • Im Bereich der rechtlichen, steuerlichen du finanztechnischen Besonderheiten

Was sind landesspezifische Besonderheiten??

  • Wirtschaftlich: Konjunktur, Industriestruktur
  • Sozio-Kulturelles Umfeld: Bevölkerungsstruktur, Nationalstolz, Verhaltensregeln
  • Politische und rechtliche Bedingungen: Polit. System, Stabilität, Gesetze
  • Natürlicher-technischer Rahmen: Geographie, Infrastruktur, Entwicklungsstand

Beschreiben Sie die Motive für eine offensive (will) und defensive (muss) Internationalisierung“!

  • O: Existenz von Produkten mit einer unique selling proposition
  • Technologischer/Informationsvorsprung
  • Besondere Managementqualifikation für int. Märkte
  • Steuervorteile im Ausland

 

  • D: hoher Wettbewerbsdruck im Inland
  • Überkapazitäten
  • Sinkende Marktattraktivität des Inlandmarktes
  • Hohe Lagerbestände
  • Geringe geographische Distanz

Faktorproportionen-Theorem (Heckscher,Ohlin)

  • Produktionsfaktoren sind unterteilt in Arbeit und Kapital
  • Länder haben unterschiedliche Ausstattung
  • Ergebnis: Import des knappen Gutes
  • Arbeitsreiche Länder importieren kapitalintensive Güter
  • Kapitalreiche Länder importieren arbeitsintensive Güter

Neo-Faktorproportionen-Theorem (Leontief)

  • Leontief Paradoxon: USA ist kapitalreich, importiert trotzdem kapitalintensive Produkte und exportiert arbeitsintensive Produkte
  • Erklärung: Arbeit ist kein homogener Faktor
  • Länder haben unterschiedliche Qualifikationsniveaus
  • Kapitalreiches Land kann viele qualifizierte Arbeitskräfte haben -> Export der Güter die relativ günstige Produktionsfaktoren benötigen

Theorie der technologischen Lücke (Posner)

  • Technologisches Wissen nicht frei verfügbar (landesgrenzenübergreifend)
  • Exporte aufgrund der technologischen Überlegenheit der Produkte eines Landes
  • Phasen:
  • Innovative Produkte werden im Inland entwickelt, hergestellt und abgesetzt (zunächst Nachfragelücken im Ausland, Auslandsnachfrage entwickelt sich allmählich -> Export)
  • Mit zeitlicher Verzögerung wird die Technologie durch das Importland imitiert -> Exportmenge sinkt
  • Produktionsaufnahme im Ausland durch Unternehmen des Ursprunglandes (Lohnkostenvorteile, Erhalt der Marktanteile)
  • Umkehr der Handelsströme

Theorie des internationalen Produktlebenszyklus (Vernon)

  • Angenommen wird: Richtungen von Handelsströmen, Produktionsort sowie entsprechende Direktinvestitionen sind von der jeweiligen PLZ-Phase abhängig
  • Einschränkungen: Betrachtung von technologieintensiver und lagerfähiger Produkte, Produktion mit hohem Anteil ungelernter Arbeit, vertretbare Transportkosten
  • Internationaler Handel hängt vom Stadium des PLZ ab
  • Einführungsphase: Produkt wird im Inland hergestellt und abgesetzt, allmählich entsteht Auslandsnachfrage -> Export
  • Wachstumsphase: zunehmende Standardisierung und Imitation durch Importländer, Umsatzwachstum im Inland nimmt ab , Auslandsnachfrage nimmt zu, verstärkter Wettbewerb  führt zu ausländischen Direktinvestitionen
  • Stagnationsphase: völlige Umkehr der Handelsströme möglich, Produktion ausschließlich im Ausland, Inlandsbedarf durch Importe gedeckt
  • Verzögerung durch: großen Innovationsvorsprung, geringe Kostenunterschiede, Patente und Schutzrechte, Handelshemmnisse

Porters Wettbewerbsmodell der Nationen

  • Nationaler Wohlstand wird geschaffen und nicht geerbt – Wohlstand ist nicht durch Ressourcenausstattung, Zinsraten etc. begründet
  • Wettbewerbsfähigkeit hängt von der Leistungsfähigkeit und Innovativität der Industrie ab – durch Druck herausgefordert
  • Wettbewerbsvorteile sind stark lokal basiert (Kultur, Werte), nationales Umfeld entscheidet über Erfolg
  • Diamant: zeigt Bestimmungsfaktoren der nationalen Wettbewerbsfähigkeit -> funktionierender Diamant Voraussetzung für WBF

siehe Bild 1234

  • Faktorkonditionen: Spezialisierte Ausbildungs- und universitäre Forschungsprogramme, Infrastruktur, Rohstoffe (Qualität schlägt Quantität)
  • Nachfragekonditionen (z.B vom Endkunden) : anspruchsvolle Kunden, die auf hochwertige Produkte drängen
  • Unterstützende und verwandte Branchen: Informationsfluss, Kontakte, Clusterbildung mit Zulieferern und Dienstleistern
  • Strategie und Wettbewerb: Konkurrenz fördert Produktivität und Innovation
  • Nicht berücksichtigt: Staat (Gesetze, Konkurrenzförderung) und Zufall

Porters Clusterkonzept

  • „Miteinander verbundene Unternehmen und Institutionen in einem bestimmten Wirtschaftszweig“
  • Orientierung entlang der Wertschöpfungskette
  • Geografische Nähe

Bedingung: Vorhandensein einer kritischen Masse an Unternehmen

Beschreiben Sie die aktuelle Entwicklung im Weltmarkt!

  • Regionale Handelszusammenschlüsse/Kooperationen (EU,NAFTA)
  • Bedeutungszuwachs internationaler Organisationen (WTO,OECD)
  • Desintegration einzelner Ländermärkte, Schuldenkrisen

Nenne Beispiele für regionale Handelszusammenschlussformen!

  • Präferenzzonen: gegenseitiges einräumen von Vorzugsbedingungen wie niedrige Zölle für bestimmte Güter
  • Freihandelszone: Ausweitung auf alle Güter, Abbau innerer Handelsschranken
  • Zollunion: einheitliche Handelspolitik gegenüber Drittländern
  • Wirtschafts- und Währungsunion: Harmonisierung der WP
  • Einheitlicher Wirtschaftsraum: supranationale Behörden zur Steuerung der WP
  • Bsp.: EU – keine Polizeikontrollen, freier Personen- Waren- und Kapitalverkehr, EU KOmission und Gerichtshof, EZB, gemeinsame Entscheidungen in Sicherheitspolitik

Nenne Beispiele und Ziele internationaler Organisationen!

WTO (World Trade Organization)

  • Globales Forum für multilaterale Verhandlungen im Bereich internationalen Handels
  • Prinzip des Meistbegünstigsten: Vorteile und Vergünstigungen müssen gegenüber allen Mitgliedsstaaten gleich sein
  • Abbau nicht tarifärer Handelshemmnisse
  • Gegenseitigkeit: handelspolitische Vergünstigungen sollen gleichwertige Gegenleistungen folgen
  • Zollsenkung
  • Ziel: funktionsfähiges und dauerhaftes multilaterales Handelssystem, Abbau von Zoll und Handelsschranken, Beseitigung von Handelsdiskriminierung, Integration von Entwicklungsländern

OECD (Organization for Economic Co-Operation and Development)

  • Aufgaben: Förderung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung, Verbesserung Lebensstandard, Absicherung stabiler öffentlicher Finanzen, Ausweitung des Welthandels

Erläutern Sie Risikoaspekte im Ausland!

  • Rechtliche Risiken
  • Nichtexistenz eines umfassenden, international einheitlichen Privatrechts bei Auslandsgesellschaften
  • Behinderung der Auslandsgeschäfte durch verschiedene Rechtssysteme, Rechtsordnungen und Rechtsauffassungen
  • Politische Risiken
  • Aufruhr, Krieg, Streit, Störungen im Zahlungsverkehr, administrative Handelshemmnisse (Sicherheitsstandards), Einfuhrkontingente (Mengenbeschränkung), tarifäre/nicht tarifäre Hemmnisse
  • Wirtschaftliche Risiken
  • Zahlungsrisiko (hohe Insolvenzzahlungen, lange Zahlungsziele)
  • Marktrisiko (konjunkturelle Einflüsse, Fehleinschätzungen)
  • Währungs- oder Wechselkursrisiko (Reduzierung durch: Fakturierung in heimischer Währung, Aufnahme Fremdwährungskredit, Devisentermingeschäft)
  • Transportrisiko
  • Beschädigung, Verlust, Untergang von Ware

Was sind INCOTERMS?

  • Lösungsansatz im Exportgeschäft zur Klärung des Risikoübergangs
  • Dient Vereinfachung internationaler Geschäftsvereinbarungen
  • Regelung von Vertragsformeln: Kostenverteilung auf Käufer und Verkäufer sowei Gefahr und Eigentumsübergang, Fragen der Nachlieferpflicht

Nennen Sie Ziele und Typologien des IM bei der Sekundärforschung!

 

  • Ziel: Gewinnung von Informationen über Auslandsmärkte

s. Bild 1

Was sind die Anforderungen an die Sekundärforschung im IM?

 

  • Aktualität, Güte (Verlässlichkeit und Gültigkeit), Vergleichbarkeit, Entscheidungsrelevanz, Wirtschaftlichkeit

Was ist das Länderrisikokonzept?

 

 

  • Früherkennungssystem hinsichtlich der sich im Ausland ergebenden Chancen und Risiken
  • Bsp.: BERI ( alle Aspekte), FORELEND (Zahlungsfähigkeit), Frost & Sullivan‘s Political Risk Newsletter (politische Risiken)

BERI-Risikoanalyse

  • Beurteilung und Prognose der politischen und wirtschaftlichen Risiken in 140 Ländern
  • Empfehlung= Geschäftsklimaindex + politischer Risikoindex + Rückzahlungsfaktor

Nennen Sie Ursachen für Verzerrungsprobleme bei internationaler Primärforschung!

 

  • Differierende Non-Response-Quoten (keine Antwort bei weiblichen Befragten in islamischen Ländern)
  • Höflichkeits-Bias (Befragte will Interviewer nicht enttäuschen)
  • Soziale Erwünschtheit (statusadäquate Angaben)
  • Differierende Antwortmuster (Bevorzugung extremer Antowrtangaben)

Beschreiben Sie Probleme bei verschieden Methoden der Primärforschung!

  • Schriftliche Befragung: geringe Rücklaufquoten, schwierige Auswahl der Stichproben
  • Face-to-Face Befragung: Sprach und Kulturabhängige Fragestellungen, Übersetzung, schwierige Koordination (Befragungsort und –zeit)

Étudier