Musikgeschichte

Musikgeschichte im Überblick

Musikgeschichte im Überblick


J. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Musikgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts, geeignet für Universitätsstudierende. Sie behandeln zentrale Begriffe wie Motette, Satz und Komponisten, sowie die Entwicklung von Formen wie der Symphonischen Dichtung und des Streichquartetts. Besonders hervorgehoben werden die Beiträge von Komponisten wie Beethoven, Haydn und Vivaldi. Die Lernkarten sind ideal für Musikstudenten, die sich mit der historischen Entwicklung und den stilistischen Merkmalen der klassischen Musik vertraut machen möchten.
Karten
247
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Musik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
14.04.2020 / 25.04.2020

Lernkarten

Merkmale Oratorium?

  • nichtszenische Aufführungen (= Unterschied zur Oper)
  • geistliches Sujet (häufig biblisch), aber nicht liturgisch
  • umfangreicher Text (i. d. R. größere Dimensionen als die Kantate)
  • Personen und Personengruppen = Solisten und Chor

Wer war für das Oratorium wesentlich?

Heiliger Filippo Neri

Verwendete Gattung beim Oratorium?

Lauda spirituale

Schlüsseljahr fürs Oratorium?

Warum?

1604

erstmals Werke mit "Oratorio" bezeichnet

Merkmale des italienischen Oratoriums (bis 18. Jh.)?

  • Text poetisch geformt (Personengruppen, Volksmengen u. a. werden seltener)
  • musikalische Formen: Ausbildung von Rezitativ und Arie; Ausdifferenzierung von Recitativo secco und Recitativo accompagnato; typische Verbindung von Rezitativ mit nachfolgender Arie (=Sinneinheit)
  • Bedeutungsverlust des Testo (→ eher gesunges Drama)

Was ist eine Passion?

Leidensgeschichte Jesu → Teil der Liturgie der Karwoche (an Stelle des Evangeliums, seit 10. Jh.)

Was ist eine responsoriale Passion?

Auf unterschiedliche Personen verteilte dramatische Form = choraler Vortrag der narration und mehrstimmiger Vortrag von Turbae (und Solioquenten/Jesus)

Besonderheiten des Passion von Antoine de Longueval?

  • Passionsharmonie (= Text aus vier Evangelien zusammengestellt)
  • "Sieben letzte Worte" = hier erstmals in der Musikgeschichte komplett vertont
  • durchgehend mehrstimmig = "durchkomponierte" Passion

Arten der evangelischen Passion im 16. Jahrhundert?

  • Motettische Passion in der Tradition der Longueval-Passion (lateinisch und deutsch)
  • Responsoriale Passion (deutsch)

Besonderheiten der Johannes Passion von Joachim Von Burck?

Mottetische Passion

Älteste vollkommene polyphone evangelische Passion (deutsch, nur ein Evangelist, Gegensatz zu Longueval)

Beispiel für responsoriale Passion?

Johann Walters Matthäus-Passion und Johannes Passion

Welche Passionsform entwickelte sich im 17. Jh.?

Konzertierende Passion

Welche Passionsform entwickelte sich um 1700?

Merkmale?

Oratorische Passion

  • Rückgriff auf Elemente des italienischen Oratoriums
  • librettohaft gestaltete Einschübe
  • Rezitativ vs. Arie

Passion im 18. Jahrhundert?

  • erste oratorische Passion
  • erstes Passionsoratorium
    = Reinhard Keiser, Der blutige und sterbende Jesu
    • wichtiges Merkmal: biblischer Text auch versifiziert

Wichtiges Textbuch für die Passion im 18. Jahrhundert?

Von wem vertont?

Barthold Hinrich Brockes, Der blutige und sterbende Jesu

  • Reinhard Keiser
  • Georg Friedrich Händel
  • Johann Mattheson
  • Georg Philipp Telemann

Besonderheit Bach, Weihnachtsoratorium?

Sechsteilig für die Festtage vom 25. Dezember bis 6. Januar

Merkmale Händels englischer Oratorien?

  • Verbindung von Elementen verschiedener Traditionen:
    • Opera seria
    • lateinische Psalmkomposition
    • Masque (höfisches englisches Maskenspiel)
    • Anthem (anglikanische Chormotette)
    • biblische Historie
    • oratorische Passion
  • v. a. biblische Sujets (mehrheitlich aus dem Alten Testament)
  • besondere Bedeutung der Chöre
  • englischsprachige Werke
  • häufig als Allegorie auf die englische Politik interpretiert (= Topos der Identifikation der Briten mit dem biblischen Volk Israel)
  • häufige Parodien

Sechsteiliges Oratorium für die Festtage vom 25. Dezember bis 6. Januar?

Bach, Weihnachtsoratorium

Was ist eine Passionsharmonie?

Text aus vier Evangelien zusammengestellt

Bei welcher Messform unterscheidet man eine ältere und eine jüngere Technik?

Was beudeutet "concertare"?

Zwei Bedeutungen:

  • allgemein: "Concerto" als zusammenklingende Musik
  • "konzertierendes Prinzip" = Gegeneinander von verschiedenen Teilensembles (Singstimme(n) vs. Instrument(e), Gegenüberstellung von Gruppen, Solo vs. Tutti)

"Erfindung" der Venezianische Mehrchörigkeit?

Adrian Willaert (ca. 1490 -1562), Salmi spezzati

= coro-spezzato-Technik

Wann schrieb Heinrich Schütz die Kleinen geistlichen Konzerte?

1636/39

Musikalische Voraussetzungen für das barocke "Concerto"?

  • konzertierendes Prinzip
  • Basso continuo
  • Dur-Moll-Tonalität
  • Weiterentwicklung des Instrumentenbau

Anfänge des Concerto grosso?

  • Differenzierung von 2 Gruppen 
    • Concertino (= kleines Ensemble)
    • Concerto grosso/ripieno (= großes Ensemble)
  • → Tutti = alle, d. h. beide Gruppen

Von wem wurde das Concerto grosso grundgelegt?

Wie?

Alessandro Stradella

Trennung des Concerto-Prinzip von der Vokalmusik

= Stradella, Sinfonia a violini e bassi a concertino e concerto grosso distini

Corelli, Concerti, op. 6 (1714 publ.)?

12 Concerti grossi

Nr. 1-8 = Kirchenkonzerte

Nr. 9-12 = Kammerkonzerte 

Entwicklung des Concerto grosso bei J. S. Bach, Brandenburgische Konzerte?

Zunehmende Konzentration auf das Concertino

auf einen Solisten

Anfänge des Solokonzertes?

  • Maurition Gazzati: Trompetensonate
  • Giuseppe Torelli: Concerti musicali, op. 6 (1698)

Neue Merkmale des Solokonzertes bei Torelli?

  • Satzfolge (schnell - langsam - schnell)
  • Ritornell-Struktur

Merkmale der Solokonzerte Antonio Vivaldis?

  • Satzfolge: schnell - langsam - schnell, Mittelsätze meist in gleicher oder Paralleltonart
  • Ritornellform
  • erhöhte Anforderungen an die Spieltechnik
  • Erweiterung der Kadenz
  • Ausweitung des langsamen Mittelsatzes
  • Finalsätze oft im Dreiermetrum mit Anklängen an die Tanzmusik

Definition Suite?

  • Folge von Sätzen (insb. Tanzsätzen)
  • Bildung von Zyklen (in Klaviermusik) ab 1630 Jahren
  • → Entstehung der Klaviersuite ca. Mitee des 17. Jahrhunderts

 

Entwicklung Suite?

  1. zweisätzige Abfolge von kontrastierendem Vor- und Nachtanz (bspw. Pavane und Gagliarde)
  2. Erweiterung um einen dritten Satz (bspw. bei Girolano Frescobaldi; später Reihung von Allemande - Courante - Sarabande)
  3. weitere Erweiterung(en) (bspw. Ergänzung der Gigue durch Johann Jakob Froberger, ab Mitte des 17. Jh. Ausbildung standardisierter Abfolge der Tänze → wiederum Froberger)

Welche Bedeutung hatte Johann Jakob Froberger für die Suite?

2 wichtige Prachthandschriften: Libro secondo (von 1649) und Libro quarto (1656)
→ darin: zyklische Zusammenstellung klavieristischer Tanzsätze

Etablierung der Abfolge in einer Suite?

in der Nachfolge Frobergers

  • Allemande - Courante - Sarabande - Gigue
  • überdies Integration freier Einleitungssätze (ohne Tanzcharakter: Präludium, Sinfonia, Toccata, Fantasia), Anhängen von Doubles an einige Tänze und Einfügen weiterer, verschiedener Tänze zwischen Sarabande und Gigue (bspw. Menuett, Gavotte, Musette u.a.)
  • Pavane und Gagliarde sind Ende des 17. Jahrhunderts kaum noch Bestandteil von Suiten

Entstehung der Claviertoccata?

Ausgang in Venedig (Ende 16. Jh.; Andrea Gabrieli, Annibale Padovano, Claudio Merulo)

"Klassiker" der Toccata?

Girolamo Frescobaldi

Neuerungen der Toccata?

Madrigal als Modell = Affektdarstellung solle den Vortrag der Stücke prägen und Gliederung in verschiedene Abschnitte = wechselnde Abschnitte mit wechselnden Affekten

→ wachsende Bedeutung des Interpreten, denn notwendig ist ein Verständnis des Affektgehalts

Was ist der "Stylus phantasticus"?

Eigener Stil des Instrumentalspiels

Definition im Kontext der Differenzierung von Musik in unterschiedliche Stilbereiche in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts

Erste Erwähnung des "Stylus phantasticus"?

Athanasius Kircher, Musurgia universalis (1650)

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