Musikgeschichte

Musikgeschichte im Überblick

Musikgeschichte im Überblick


J. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Musikgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts, geeignet für Universitätsstudierende. Sie behandeln zentrale Begriffe wie Motette, Satz und Komponisten, sowie die Entwicklung von Formen wie der Symphonischen Dichtung und des Streichquartetts. Besonders hervorgehoben werden die Beiträge von Komponisten wie Beethoven, Haydn und Vivaldi. Die Lernkarten sind ideal für Musikstudenten, die sich mit der historischen Entwicklung und den stilistischen Merkmalen der klassischen Musik vertraut machen möchten.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Catégorie
Musique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
14.04.2020 / 25.04.2020

Cartes-fiches

Merkmale der Renaissance?

  • "Entdeckung des Individuums", Ausbildung des "modernen" Künstlers, einer Komponistenpersönlichkeit
  • Patronage-System
  • Antikerezeption
  • Simultankonzeption
  • neue Dissonanzbehandlung
  • Ausbildung des neuzeitlichen Gattungssystems
  • Notendruck

Wer war der wichtigste Theoretiker in der Renaissance?

Was hat er in welchem Lehrwerk u. a. geschrieben?

Johannes Tinctoris

Hierarchisierung der Gattungen im Terminorum musicae diffinitorium

  • Cantilena est cantus parvus
  • Motetum est cantus mediocris
  • Missa est cantus magnus

Wann wurden der zyklische Charakter bei Messkompositionen gestärkt?

Im 15./16. Jahrhundert

Wodurch zeichnen sich zyklische Messkompositionen aus?

Verwendung einheitsstiftender Elemente, bspw. gleiches Vorlagenmaterial in allen Sätzen

Welche Typen der Messvertonung gab es?

  • Tenormesse (= cantus firmus Messe)
  • Paraphrase-Messe
  • Parodiemesse
  • Kanonmesse

Beispiel für eine cantus-firmus-Messe?

Was ist das zyklusbildende Element?

Guillaume Dufay, Missa Se la face ay pale

vollständiges Zitat der Vorlagenmelodie in allen Messsätzen 

Aus den Vokalen des Textes resultiert das musikalische Material?

Soggetto cavato dalle parole

Wie kann man einen cantus firmus generieren?

Aus Solmisationssilben 

Wodurch zeichnet sich eine Paraphrasemesse aus?

Wie wurde sie umgesetzt?

Vorlagenmelodie in allen Stimmen (häufig Imitation)

Verschiedene Verfahren:

  • Paarbildung von Stimmen mit unterschiedlichen soggetti
  • Gleiches soggetto in allen Stimmen (Durchimitation)

Welche Techniken unterscheidet man bei Parodiemessen?

  • ältere Parodietechnik
  • jüngere Parodietechnik

Ältere Parodietechnik bei der Parodiemesse?

Verarbeitung von Material nicht nur einer Stimme einer mehrstimmigen(!) Vorlage (v. a. Tenormelodie), sondern "Entnahme" von Material aus verschiedenen Stimmen

Jüngere Parodietechnik bei der Parodiemesse?

Lediglich leicht variiertes Zitieren vollständiger mehrstimmiger Abschnitte, die verarbeitet werden

Was bedeutet das Wort "kanon"?

Wie wird eine Kanonmesse umgesetzt?

Anweisung nach der Stimme ergänzt werden

bspw. durch unterschiedliche Proportionen

Klassisches Beispiel einer Kanonmessenform?

Proportionskanon = Darbietung einer Melodie in unterschiedlichen Mensuren

Promintes Beispiel einer Kanonmesse?

Merkmale?

Johannes Oeckeghem, Missa prolationum

Kombination von Proportionskanon mit zunehmenden Kanon Intervallen

Was ist das Konzil von Trient?

Sitzungsperioden?

katholische Reformkonzil nach der Reformation

  • Erste Sitzungsperiode (1545 - 1547)
  • Zweite Sitzungsperiode (1547 - 1561)
  • Dritte Sitzungsperiode (1562 / 1563)

Stellung des Konzils von Trient zur kirchenmusikalischen Praxis?

 

Kritik an der kirchenmusikalischen Praxis:

  • mangelnde Textverständlichkeit
  • Verwendung weltlicher Vorlagenmelodien

→ Beratungen über Reform der Kirchenmusik

Niemals wurde ernsthaft ein Verbot der Mehrstimmigkeit erwogen

Entstehung der Missa Papae Marcelli? Von wem?

vermutlich 1562. Giovanni Pierluigi da Palestrina

Was ist die Palestrina-Legende?

Wo wurde sie grundgelegt?

Behauptung, Palestrina habe durch seine Missa Papae Marcelli die Konzilsväter von einem Verbot der mehrstimmigen Kirchenmusik gebracht

Agostino Agazzari, Del sonare sopra 'l bass con tutti li stromenti, Siena 1607

Wo wurde der Palestrina-Stil als Ideal eines kontrapunktischen Stils kanonisiert?

Johann Joseph Fux, Gradus ad parnassum (1725) = wichtiges Lehrwerk auch für Komponisten im 19. Jahrhundert

Merkmale des Palestrina Stils?

  • Bemühung um Ausgleich auf sämtlichen Ebenen des Satzes
  • Melodieführung: weitgehender Verzicht auf chromatische, übermäßige und vermiderte Schritte / Sprünge werden durch Sekundgänge in Gegenrichtung ausgeglichen
  • kontrollierte Dissonanzbehandlung: Dissonanzen werden schrittweise ein- und weitergeführt / Vermeidung scharfer betonter Dissonanzen
  • Einsatzfolge und -abstände ändern sich abschnittsweise
  • fluktuierende Satzdichte / Stimmenzahl

Welcher Motettentypus bleibt im 15./16. Jahrhundert zunächst vorherrschend?

Bis wann?

Isorhythmische Motette

Ende der isorhytmischen Motette um 1440 (Dufays isorhytmische Motetten sind Höhe- und Endpunkt)

Wie entwickelt sich die Motette im 15./16. Jahrhundert?

Welche Motetten hatten daher ein breites Repertoire?

Wichtige Komponisten?

Politisierung der Motette

Huldigungsmotetten

Johannes Ciconia, Guillaume Dufay

Welcher Motettentypus war die zentrale Form in der Mitte des 15. Jahrhunderts?

Tenormotette

Merkmale der (französischen) Tenormotette des 15. Jahrhunderts?

Wichtiger Komponist?

  • Vorherrschen der Fünfstimmigkeit
  • zweiteilige Form mit Mensurwechsel
  • Tenor als Mittelstimme
  • meist vollständiger Choral im Tenor

Johannes Regis

Wohin wurde die Produktion von Tenormotette von Frankreich aus verlagert?

Italien

Was ist eine Psalmmotette?

Kategorisierung nach textlichen Kriterien = Psalmtext als Grundlage

Wer schrieb die erste Psalmmotette mit deutschem Text?

Wann?

Textgrundlage?

Thomas Stoltzer

ab 1525

Luthers Übersetzung

Merkmale der "freien" Motette?

  • Kein cantus firmus
  • Gleichberechtigung aller (vier) Stimmen
  • Homogenisierung der Satzes
  • Gliederung in einzelne Abschnitte bspw. durch Wechsel imitatorischer und homorhythmischer Satzweise; meist ein Soggetto pro Abschnitt (sogenanntes motettisches Prinzip)

Merkmale der Motetten-Chansons?

  • lateinischer Text (oft Choral) in einer Stimme = Motette
  • Chansontext in übrigen Stimmen = Chanson

Wie nennt man den Sammelbegriff für verschiedene vertonte Dichtungsformen?

Frottola

Entwicklung der Madrigal (16. Jh.)?

  • zunächst musikalische Anlage ähnlich der zeitgenössischen Motette
  • später zunehmend textbezogene Expressivität (Madrigalismen), Steigerung der Chromatik im Dienste des dramatischen Ausdrucks

Generationen von Chanson-Komponisten (15. Jh.)?

  • Binchois - Dufay
  • Oeckeghem - Busnois
  • Josquin-Generation

Text von Chansons im 15. Jhd.?

  • höfische Lyrik / zunächst in formes fixes (Ballade, Rondeau, Virelai)
  • seit 2. Hälfte des 15. Jh. gewinnt städtische Gesellschaft an Bedeutung (= Verbürgerlichung der Liedkunst)
    → volkstümliche Erzählungen als Gegenstand
    → Bedeutungsverlust der formes fixes → freiere Formen

Entwicklung des Chansons in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts?

Vereinfachung der Drucktechnik sorgt für weitere Verbreitung 

Erster Chansondruck des Pariser Druckers Pierre Attaingnant

Woran war das musikalische Theater vor der Oper angelehnt?

Aristotelisches Drama

Einheit von Ort, Zeit und Handlung

Wie werden musikalische Zwischenspiele auch genannt?

Intermedien

Was war das Zentrum der Intermedien?

Florenz (Intermedien von 1539, 1565, 1589)

Was war das Commedia dell'arte?

Merkmale?

Professionelles Theater, auf volkstümlicher Tradition fußend

feste Szenentypen, feste Rollentypen

Was sind die Florentiner Camerata?

Beispiel?

Kreis von Gelehrten und Künstlern um den Grafen Bardi, später Jacopo Corsi

V. Galilei, Dialogo della musica antica et della moderna (1581)

Étudier