Musikgeschichte

Musikgeschichte im Überblick

Musikgeschichte im Überblick


J. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Musikgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts, geeignet für Universitätsstudierende. Sie behandeln zentrale Begriffe wie Motette, Satz und Komponisten, sowie die Entwicklung von Formen wie der Symphonischen Dichtung und des Streichquartetts. Besonders hervorgehoben werden die Beiträge von Komponisten wie Beethoven, Haydn und Vivaldi. Die Lernkarten sind ideal für Musikstudenten, die sich mit der historischen Entwicklung und den stilistischen Merkmalen der klassischen Musik vertraut machen möchten.
Karten
247
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Musik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
14.04.2020 / 25.04.2020

Cartes-fiches

Entwicklung Suite?

  1. zweisätzige Abfolge von kontrastierendem Vor- und Nachtanz (bspw. Pavane und Gagliarde)
  2. Erweiterung um einen dritten Satz (bspw. bei Girolano Frescobaldi; später Reihung von Allemande - Courante - Sarabande)
  3. weitere Erweiterung(en) (bspw. Ergänzung der Gigue durch Johann Jakob Froberger, ab Mitte des 17. Jh. Ausbildung standardisierter Abfolge der Tänze → wiederum Froberger)

Welche Bedeutung hatte Johann Jakob Froberger für die Suite?

2 wichtige Prachthandschriften: Libro secondo (von 1649) und Libro quarto (1656)
→ darin: zyklische Zusammenstellung klavieristischer Tanzsätze

Etablierung der Abfolge in einer Suite?

in der Nachfolge Frobergers

  • Allemande - Courante - Sarabande - Gigue
  • überdies Integration freier Einleitungssätze (ohne Tanzcharakter: Präludium, Sinfonia, Toccata, Fantasia), Anhängen von Doubles an einige Tänze und Einfügen weiterer, verschiedener Tänze zwischen Sarabande und Gigue (bspw. Menuett, Gavotte, Musette u.a.)
  • Pavane und Gagliarde sind Ende des 17. Jahrhunderts kaum noch Bestandteil von Suiten

Entstehung der Claviertoccata?

Ausgang in Venedig (Ende 16. Jh.; Andrea Gabrieli, Annibale Padovano, Claudio Merulo)

"Klassiker" der Toccata?

Girolamo Frescobaldi

Neuerungen der Toccata?

Madrigal als Modell = Affektdarstellung solle den Vortrag der Stücke prägen und Gliederung in verschiedene Abschnitte = wechselnde Abschnitte mit wechselnden Affekten

→ wachsende Bedeutung des Interpreten, denn notwendig ist ein Verständnis des Affektgehalts

Was ist der "Stylus phantasticus"?

Eigener Stil des Instrumentalspiels

Definition im Kontext der Differenzierung von Musik in unterschiedliche Stilbereiche in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts

Erste Erwähnung des "Stylus phantasticus"?

Athanasius Kircher, Musurgia universalis (1650)

Kononisierung des Trias (Haydn, Mozart, Beethoven)?

Im frühen 19. Jahrhundert (etwas durch Johann Friedrich Reichhardt und Ernst Theodor Amadeus Hoffmann)

Von wem wurde "Klassik" erstmals als Epochengebriff verwendet?

Amadeus Wendt

Entwicklung des "Klassik"-Begriffs?

In der Musikhistographie des 19. Jahrhunderts wird die normative Kategorie des "Klassischen" zum Epochenbegriff "Klassik" und damit zu einem historisch-deskriptiven Begriff.

Definition Streichquartett?

  • vier solistische Streicher
  • eine sich ausbildende Gattungsnorm

Wichtiger Vorläufer des Streichquartetts?

Quartettdivertimento

Haydn nennt frühe Quartette "Divertimenti" (op. 1 und 2)

Stilistische Wandlungen der Vorläufer zum Streichqurartett hin?

  • Nobilitierung der Vierstimmigkeit (bereits früher)
  • Abkehr vom Generalbass
  • Homogenisierung des Gesamtklangs
  • stilistische Differenzierung von chorischen und solistischen Passagen
  • Entwicklungen im Instrumentenbau → klangliche Homogenisierung

Wichtige Streichquartette Haydns?

  • op. 1 und 2 (um 1755 - 1761): "Divertimenti", fünfsätzig, zwei Menuette, teils in anderer Besetzung
  • op. 9 (um 1768 - 1770): Etablierung des klassischen Zyklus (Sonatensatz - Menuett im Trio - langsamer Satz - Presto-Finale)
  • op. 33 (1781): auf eine "gantz neue Besondere art", erstmals "Scherzo" oder "Scherzando", Finali in Rondo-Form (Es-, C-, B-Dur-Quartette)

Bedeutung der Haydnschen Quartette?

  • "Erfindung" der Gattung
  • Normierung der Form (Satzabfolge, Satztypen)
  • Gewichtung des Finales
  • motivisch-thematische Arbeit
  • Weiterentwicklung der Sonatensatzform

Konzertwesen zur Zeit Haydns?

Etablierung eines öffentlchen Konzertwesens neben der höfischen Musikpflege → Verbürgerlichung (Forts. im 19. Jh.)

Beethoven und die Tradition?

  • Referenzpunkte Haydn und Mozart → Weiterentwicklung
  • keine Massenproduktion, individuelle Werke
  • ästhetisches Autonomieprinzip gewinnt an Bedeutung
  • 4 Sätze (Ausnahme 6. Symphonie)
  • tonale Beziehungen zwischen den Sätzen
  • langsame Einleitung (1., 2., 4. und 7. Symphonie)
  • typische formale Modelle (Sonatensatzform, Liedformen, Menuett)
  • motivisch-thematische Arbeit, obligates Akkompagnement
  • "klassisches" Orchester (vgl. Haydn Londoner Symphonien; ab der 3. Symphonie teils mit zusätzlichen Instrumenten)

Berühmte Rezension zu Beethovens 5. Symphonie?

Inhalt?

E. T. A. Hoffmanns Rezension

  • =metaphysische Begründung der Instrumentalmusik / Abstraktheit wird nicht mehr länger als Schwäche angesehen
  • Gegesatz zur Nachahmungsästhetik des 18. Jh.
  • weitere Station: Arthur Schopenhauer

Welche "Zwei Wege" der Symphonik unterscheidet man?

  • "absolute" Instrumentalmusik
  • Programmsymphonie / Symphonische Dichtung

Schuberts Gattungsbeiträge zur Symphonik?

  • Symphonie avancierte zur bedeutendsten Gattung / zu einem Kunstideal
  • → Forderung nach Größe
  • → Schubert, Große C-Dur-Symphonie = Beginn der romantischen Symphonik (Steinbeck)

Merkmale Schumann: 1. Symphonie?

Wann geschrieben?

  • Typus der "großen" Symphonie
  • lyrisch
  • Beginn nach Gedicht von Adolph Böttger
  • → Motto (musikalisch und literarisch) = Kern der Themen

1841

Merkmale Schumann: 4. Symphonie?

Wann geschrieben?

  • "Symphonische Fantasie"
  • "in einem Satz"

1841/51

Anspruch von Mendelssohns Reformationssymphonie und Lobgesang?

Anspruch auf Monumentalität (mit gattungstypischen Mitteln) / ideologische Überhöhung

Anspruch von Mendelssohns Schottische und Italienische?

kein Anspruch auf Monumentalität

→ lyrischees Moment im "großen" symphonischen Zusammenhang (strophische Wiederholungen, liedhafte Fortspinnung)

Merkmal Berlioz' symphonischer Werke?

Keine Symphonie in typischer Gattungsnorm

Worauf geht die symponische Dichtung zurück?

Liszt, Symphonische Dichtungen (Veröffentlichung von neun Konzertovertüren, 1856)

"Der Musik bleibt die Eigentümlichkeit, das durch Worte Unsagbare auszudrücken, ihre schönste, größte Seite. Aber das ganz Unbestimmte soll durch das Programm fixirt, die umherschweifende Phantasie auf ein bestimmtes Object geleitet werden, wie ja auch erst durch den Namen durch die Ueberschrift, das Gemälde seine letzte Bestimmtheit erhält."

Merkmal der Symphonischen Dichtung?

Vereinigung von Instrumentalmusik mit Poesie

Wovon grenzt sich die Symphonische Dichtung ab?

Konzertovertüre

Was bedeutet "symphonische Dichtung"?

"symphonisch" (Anspruch)

"Dichtung" als Verbindung von Sprachdichtung und musikalischer Dichtung

Merkmal Liszt: Eine Faust-Symphonie?

Wann geschrieben?

Keine Nacherzählung der Handlung

drei "Charakterbilder"

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