Informationssysteme im Gesundheitswesen

Informationssysteme im Gesundheitswesen

Informationssysteme im Gesundheitswesen


G. F.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Informationssysteme im Gesundheitswesen auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie KIS (Klinische Informationssysteme), Datenmanagement, und die Integration von Systemen ab, wobei auch spezifische Funktionen wie CPOE (Clinical Physician Order Entry) und ETL-Prozesse behandelt werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Gesundheitswesen, die sich mit der Digitalisierung von Patientenakten, der Optimierung von Krankenhauslogistik und der Nutzung von Data Mining in der Medizin vertraut machen möchten.
Karten
118
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.01.2020 / 27.01.2020

Lernkarten

Auf welcher EMRAM Stufe befindet sich die EKA?

Stufe 2-6

Wie wird bei Waegeman die Papierbasierte Dokumentation bewertet?

Gar nicht. EMRAM Stufe 0 existiert bei Waegemann nicht, da komplett Papierbasiert.

Was sind die Kernpunkte von EMRAM Stufe 7?

  • Keine Arztdokumentation mehr auf Papier
  • 90% der Kommunikationssysteme sind elektronisch

Was ist Closed Loop Medication?

Gesamter Prozess der Medikation ist elektronisch. Kein einziger Schritt der Medikamentengabe erfolgt auf Papier.

Was war der ursprüngliche Vorteil von einem KIS (1970)?

  • Alle arbeiten mit einem einzigen System
  • Zentraler Support
  • Einheitliche Benutzeroberfläche
  • Kaum Redundanzen oder Doppelspuren
  • Vergleichsweise wenige Schnittstellen

Welcher KIS-Hersteller zieht mit seinem nächsten Produkt Ansätze aus der Service-orientierten Architektur?

CGM Phoenix ist monolithisch. Ein neues KIS ist auf Übergang in Richtung SOA.

Was ist ein monolithisches System? Was sind die Vor- und Nachteile?

Generalistenlösung, alle Systeme sind enthalten

Vorteile:

  • Weniger Systembrüche
  • Effizienzvorteile
  • Meistens eine zentrale Datenbank
  • Zentraler Support
  • Gut geeignet für kleine Kliniken

Nachteile:

  • Funktionale Kompromisse
  • Unzufriedene Spezialisten

Was ist ein Best-Of-Breed System? Was sind die Vor- und Nachteile?

Einzelne Systeme mit dem bestmöglichen Produkt, über Schnittstellen miteinander Verknüpft

 

Vorteile:

  • Spezialfunktionen für Spezialgebiete
  • Einfache Entscheidungssituation
  • Rasche Teilerfolge in den Anwendungsbereichen
  • Hohe Autonomie einzelner Systeme
  • Wächst organisch und rasch
  • Austausch/Ersatz einzelner Systeme ist einfach
  • Teilausfälle anstatt Komplettausfälle

Nachteile:

  • Lösungen sind per se inkompatibel
  • Doppelspurigkeiten durch Datenreplikation
  • Grosser Integrationsaufwand
  • Prozessbrüche

Was ist ein SOA System? Was sind die Vor- und Nachteile?

Serviceorientierte Architektur mit einer zentralen Middleware

 

Vorteile:

  • Rasches zusammenbasteln von spezifischen Lösungen
  • "Andocken" von beliebigen skalierbaren Komponenten
  • Einheitliche zentrale Schnittstelle

Nachteile:

  • Heutige Systeme unterstützen SOA noch nicht gut genug

Zähle mindestens fünf KIS-Kernmodule auf

  • Pflege
  • Terminplaner
  • OP Planung
  • Bettendispo
  • ICD Explorer
  • Verordnungen

Was sind die drei Ebenen des 3LGM und was beschreiben diese?

  1. Fachliche Ebene - Beschreibung der Unternehmensaufgaben, die ein IS unterstützt, sowie Informationen, die bearbeitet werden
  2. Logische Werkzeugebene - Beschreibt die Anwendungsbausteine und dessen Kommunikation
  3. Physische Werkzeugebene - Beschreibt die Hardwarekomponenten, die für den Betrieb der Anwendungsbausteine notwendig sind

Was kann man mit dem 3LGM alles darstellen?

  • Datenströme
  • Funktionen oder Funktionsgruppen
  • KIS-Landschaft
  • Kommunikationsbeziehungen
  • Schichtenmodelle

Was versteht man unter der Aussage "Ein KIS ist eine Mensch-Maschine Kommunikationsbeziehung"?

Nicht alle Aufgaben können vom KIS übernommen werden, deshalb werden vom KIS immer nur Teile der gesamtbetrieblichen Information abgebildet. Aus diesem Grund sind KIS meist modular aufgebaut.

Was sind die Kernaufgaben eines Unternehmensinformationssystems?

  • Verwaltung von Stammdaten
  • Geschäftsprozesse automatisieren
  • Ressourcenplanung
  • Zentrale Verwaltung von Datenzugriff
  • Planung der Produktion (Verordnungen)
  • Kontinuierliche Überwachung, Auswertung und Analyse

Wie sieht der Aufbau der KIS-Pyramide aus? Was sind die verschiedenen Schichten? Wofür werden die Schichten eingesetzt? Welche Komponenten befinden sich in den Schichten?

  • Management - MIS Cockpit (für langfristige Planungs- und Entscheidungssysteme)
  • Business Intelligence - Data Warehouse (für Analysesysteme)
  • Controlling - Controllingmodule (für Berichts- und Kontrollsysteme)
  • Admin - Buchhaltung (für Wertorientierte Abrechnungssysteme)
  • KAS/ERP - Abteilungssysteme (für Mengenorientierte operative Systeme)

Was ist der Unterschied zwischen horizontaler vs. vertikaler Integration? Was sind die Eigenschaften?

Horizontale Integration:

  • Alle Teilsysteme aus verschiedenen Funktionsbereichen sind auf gleicher Stufe interoperabel verbunden
  • Optimal aufeinander abgestimmte Funktionen aus verschiedenen Funktionsbereichen
  • Gemeinsam genutzte Daten und Stammdatenverwaltung

Verikale Integration:

  • Alle Teilsysteme aus dem gleichen Funktionsvereich sind auf verschiedenen Stufen interoperabel verbunden
  • Teilautomatisierte oder gänzlich automatisierte Überwachungssteuerung und Kontrollfunktionen im Leistungprozess
  • Replikation der Daten sowie Datenverteilung über Kommunikationsserver
  • Zusammenführen von Daten auf verschiedenen Ebenen

Wo liegen die Unterschiede zwischen UIS nach Scheer vs. 3LGM?

  • Physische Werkzeugebene wird im UIS nicht dargestellt
  • Pyramide stellt logische Ebene und einen kleinen Teil der Fachlichen Ebene dar
  • 3LGM unterscheidet nicht horizontal und vertikal

Was sind die Gemeinsamkeiten von UIS nach Scheer und 3LGM?

  • Logische Werzeugebene wird in beiden Modellen abgebildet
  • Beide stellen Kommunikationsbeziehungen zwischen Funktionen und deren Nutzergruppen dar
  • Beide dienen zur vereinfachten Darstellung komplexer Sachverhalte

Wie wird ein DWH im 3LGM dargestellt?

  • Fachliche Ebene - Daten werden erhoben für DWH
  • Logische Werkzeugebene - Daten werden gesammelt und verarbeitet, ausgewertet und angezeigt im Dashboard
  • Physische Werkzeugebene - Server des DWH, Datenbank

Vertikale Integration wäre nicht wirklich erkennbar!

Was sind die Funktionen eines PDV Systems?

  • Patientendatenverwaltung
    • Stammdaten
    • Allergien
    • Behandelnde Ärzte
    • Versicherung des Patienten
  • Falldatenverwaltung
    • Stationäre Fälle
    • Ambulante Fälle

Was sind die Haupttätigkeiten in einem HKL?

  • Gefässdarstellung
  • Gefässaufweitung
  • Setzen von Stents
  • Setzen von Schrittmachern

Wie funktioniert eine Stenose? Was sind dabei die Modalitäten?

Pekutane Transluminale Konorarangioplastie

  • Es wird ein Stent mit Ballon eingeführt
  • Hoher druck! Arterie könnte platzen!

Modalitäten

  • Bildgebende Verfahren: RIS, PACS, DICOM
  • Flussmessung
  • C-Bogen → DICOM Bild an Bild (Röntgenfilm)
  • EKG für Extrasystole
  • Katheter (Blutdruck messen)
  • Weitere Modalitäten z.B. Herzultraschall, CT, MRI, MRT etc.

Nennen Sie drei wichtige Leitlinien zum HKL

  1. Hybrid-OP - Therapie von Patienten mit komplexen Erkrankunen → Möglichkeit zu erweiterten Bildgebung
  2. Kombinierte Bildgebung - Lückenlose Überwachung des Patienten
  3. Dokumentation und Datenvorbereitung - Vermeidung unnötiger Doppelerfassungen → Aufbewahrung der Archivierung 10 Jahre → CIS mit DICOM Schnittstelle

Zeichne das HKL und erkläre es

Was sind die Arbeitsschritte beim Ablauf einer OP?

  1. Abruf von der Station
  2. Einschleusen in den OP-Bereich
  3. Beginn OP-Pflege
  4. Beginn AN-Pflege
  5. Einleitung Narkose
  6. Lagerung
  7. Desinfektion und Abdeckung
  8. Erster Schnitt
  9. Letzte Naht
  10. Ausleitung Narkose
  11. Ende OP-Pflege
  12. Ausschleusen
  13. Übernahme AWR

Was wird im OP alles dokumentiert?

  • Basisdaten (OP-Saal, Fachabteilung, Station)
  • OP-Zeiten (alle Schritte)
  • Personal
  • Lagerung, Anästhesie
  • Materialdokumentation
  • Sonstige Dokumentation
  • Hygienedokumentation

Wie wird im OP codiert?

  • Postoperativ werden Diagnosen und Therapien codiert
  • Codierung der Diagnosen nach ICD-10
  • Codierung der Therapien in CHOP
  • Zuordnung und Endabrechnung über PDV

Was ist der Unterschied zwischen OP-Protokoll vs. OP-Bericht?

  • Protokoll enthält zeitnahe und strukturierte Angaben
  • Bericht enthält Freitexte und sind "lesbarer"

Was muss bei einer KIS Einführung alles geplant und gemanaged werden?

  • Finanzierung
  • Netzwerk
  • Hardware
  • Raumgestaltung
  • Software
  • Konfiguration
  • Schulung
  • Support

Welche Fragestellungen stellen sich bei einer KIS Einführung?

  • Ziele?
  • Architektur?
  • Gremien?
  • Entscheidungsabläufe?
  • Vorgehensweise?
  • Systemauswahl?
  • Einführungsplanung?

Was sind die Hauptziele von GATT/WTO?

  • Transparenz des Verfahrens
  • Abbau wettbewerbseinschränkender Massnahmen
  • Vetternwirtschaft vermeiden
  • Nichtdiskriminierung ausländischer Anbieter
  • Wirtschaftsraum stärken

Zeichne die KIS Informationslandschaft und beschreibe sie

Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft vs. Pflichtenheft?

  • Lastenheft - Was soll das Produkt können?
  • Pflichtenheft - Wie erfüllt das Produkt die Anforderungen?

Was sind die Schwellenwerte bei GATT/WTO?

  • 230'000 CHF bei Lieferungen und Dienstleistungen
  • 8.7 Mio CHF bei Bauwerken

Was sind bei GATT/WTO die Zusatzanforderungen gemäss Binnenmarktgesetz?

  • Vorhaben für öffentliche Einkäufe müssen publiziert werden
  • Kriterien für Teilnahme und Zuschlag müssen publiziert werden

Was ist eine Nutzwertanalyse?

  • Aufträge werden an das wirtschaftlich günstigste Angebot vergeben
  • Die Nutzwertanalyse erfolgt nach nicht-wertenden Kriterien
  • Die Kriterien können gewichtet werden

Welche Kriterien gibt es bei einem Lastenheft?

Eignungskriterien

  • Muss-Kriterien
  • Müssen zu 100% erfüllt sein, sonst keine Teilnahme an Submission möglich
  • Keine Gewichtung

Zuschlagskriterien

  • Kann-Kriterien
  • Phase 1: Bewertung der eingereichten Offerten
  • Phase 2: Bewertung der Referenzbesuche der drei Produkte mit dem höchsten Score aus Phase 1

Welche Verfahrensarten gibt es bei SIMAP?

  • Offenes Verfahren - alle Anbieter können ein Angebot einreichen
  • Selektives Verfahren - alle Anbieter können einen Antrag auf Teilnahme stellen
  • Einladungsverfahren - keine öffentliche Ausschreibung, Anbieter werden direkt angeschrieben
  • Freihändiges Verfahren - ein Anbieter wird direkt ohne Ausschreibung eingeladen

Unter welchen Bedingungen ist das Freihändige Verfahren zulässig?

  • Geschätzter Wert unter 50'000 CHF
  • Leistung weist Besonderheiten in ihrer Beschaffung auf

Wo werden Ausschreibungen publiziert?

  • Kantonales Amtsblatt
  • Schweizerisches Handelsamtsblatt (SHAB)
  • Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz (SIMAP)

Étudier