Informationssysteme im Gesundheitswesen

Informationssysteme im Gesundheitswesen

Informationssysteme im Gesundheitswesen


G. F.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Informationssysteme im Gesundheitswesen auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie KIS (Klinische Informationssysteme), Datenmanagement, und die Integration von Systemen ab, wobei auch spezifische Funktionen wie CPOE (Clinical Physician Order Entry) und ETL-Prozesse behandelt werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Gesundheitswesen, die sich mit der Digitalisierung von Patientenakten, der Optimierung von Krankenhauslogistik und der Nutzung von Data Mining in der Medizin vertraut machen möchten.
Karten
118
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.01.2020 / 27.01.2020

Lernkarten

Abteilungssystem

IT-System zur Unterstützung der Abläufe und Dokumentation in einem abgeschlossenen Bereich (z.B. Labor = LIS)

Klinisches Arbeitsplatzsystem (KAS)

Das "Fenster" auf das KIS für Mitarbeiter

Krankenhauskommunikationssystem (KKS)

Entsteht durch Vernetzung der Abteilungssysteme. Hinzunahme klinischer Arbeitsplätze sowie Auftragskommunikation

Elektronische Krankenakte (EKA)

Gespeicherte Information von Krankheitsdaten zu einem Patienten innerhalb einer Institution

Elektronische Patientenakte (EPA)

Gespeicherte Information von Krankheitsdaten zu einem Patienten institutionsübergreifend (z.B. Spitalnetz, Praxisnetz)

Elektronische Gesundheitsakte (EGA)

Gespeicherte Information zu Gesundheit und Krankheit vom Bürger unter dessen eigener Verantwortung

Datei

Sammlung von Daten auf Dateisystem

Datenbank

Strukturierte Datensammlung von Daten mit Zusammenhang

Programm

Sammlung von Handlungsanweisungen und Algorithmen

Code

Sprache in der die Handlungsanweisungen definiert werden

Unit Dose

Patientenbezogene Bestellung bei der Apotheke in einzelnen Verpackungen

Stationsbestellung

Bestellung für die Stationen in Blister

Warenwirtschaftssystem

Wareneingang, Warenausgang, Wareneinkauf und Lager

Enterprise Resource Planning (ERP)

  • Erweitert das Warenwirtschaftssystem mit Planung, Controlling und Materialwirtschaft
  • Sorgt für automatische Steuerungsvorgänge

Beispiele für eher statische Datenbanktabellen

  • Kundenstammdaten
  • Lieferartikel / Warenkatalog
  • Lagerorte

Beispiele für eher dynamische Datenbanktabellen

  • Bestellungen
  • Auslieferungen
  • Bestand
  • Rechnungen

Waegemann Stufe 1

Automatisierte KA

  • Traditionelle Papierakte
  • Einige KIS-Funktionen werden bereits genutzt
    • Patientendatenverwaltung (PDV) / Abrechnung
    • Radiologiesystem, Laborsystem
    • Medizinische Basisdokumentation
  • Die Krankenaktenführung bleibt durch EDV-Systeme unberührt

Waegemann Stufe 2

Computerisierte KA

  • Dokumente werden wie bei Stufe 1 erstellt, dann indexiert und eingescannt
  • Klinische Arbeitsplätze ermöglichen den Online-Abruf der gescannten Dokumente
  • "Computerisiert" bietet keine neuen Möglichkeiten, ausser die gleichzeitige Verfügbarkeit an mehreren Orten
  • Unstrukturierte Daten, nicht sinnvoll suchbar
  • Die traditionelle Krankenaktenführung bleibt unberührt

Waegemann Stufe 3

Elektronische KA (EMR)

  • In Computern gespeicherte Sammlung von Informationen innerhalb einer Institution
  • Informationen über Patienten, welche über eindeutige Identifikation miteinander verknüpft sind
  • KIS-Funktionen werden täglich genutzt
  • Nicht nur zum Informationsabruf, sondern auch zur umfassenden medizinischen Dokumentation
  • Strukturierte Datenerfassung, die neue Weiterverarbeitungsmöglichkeiten bietet (z.B. Auswertung)
  • Die Elektronische KA kann aktive Hilfestellung in Entscheidungssituationen bieten → Entscheidungsunterstützung, Entscheidungsmonitoring
  • Die elektronische Krankenakte ist weiterhin begrenzt auf die Daten einer einzelnen Institution

Waegemann Stufe 4

Elektronische PA (EPR)

  • Gleich wie EPA, aber institutionsübergreifend
  • z.B. Ärzte- oder Gesundheitsnetz

Waegemann Stufe 5

Elektronische GA (EHR)

  • Gleich wie EKA, aber zusätzlich vom Bürger in Kooperation mit seinen Gesundheitsbetreuern unter seiner Kontrolle gepfegt

Definition KIS (zwei Definitionen)

  1. Ein KIS dient als Medium für die Kommunikation zwischen verschiedene zusammenarbeitende Subsysteme oder Einheiten in einem Spital. Es dient als Skelett, um die Integration verschiedener Systeme zu erleichtern
  2. Ein KIS ist das Abbild eines Unternehmens oder einer Institution, bei dem allein die gespeicherten Informationen und die informationsverarbeitenden Prozesse betrachtet werden

Durch welche Komponenten wird ein CDSS aufgebaut?

Informationsverarbeitende Systeme + Wissensverarbeitende Systeme

Was ist ein Informationsverarbeitendes System?

System, welches mit medizinischen Daten ausgestattet ist und diese kontextuell verarbeitet. Befasst sich mit der Speicherung, Übertragung und Darstellung von Daten.

Was ist ein Wissensverarbeitendes System?

Verarbeitet Medizinisches Wissen anhand von Medizinischen Daten und kann daraus Schlüsse ziehen. Befasst sich mit der Steuerung von Abläufen und setzt auf die Wissensbasis aus einem Expertensystem.

Wie kommt man von Daten zu einem CDSS?

  1. Daten enthalten Informationen
  2. Informationsverabreitung: "Ich verarbreiche Schmerzmittel"
  3. Wissensverarbeitung: "Patient hat schon viel Schmerzmittel erhalten"
  4. CDSS: "Warnung ausgeben"

Auf welcher Stufe befindet sich das EPD gemäss Waegemann?

Zwischen Stufe 4 und 5, weil:

  • Patienten können keine Daten eintragen (Stufe 4)
  • Sie haben jedoch die Hoheit über Daten (Stufe 5)

EMRAM Stufe 0

  • Informationssysteme für grosse Abteilungen (Labor, Radiologie, Apotheke) sind nicht installiert
  • Daten von externen Dienstanbietern können nicht elektronisch verarbeitet werden

EMRAM Stufe 1

  • Informationssysteme für grosse Abteilungen (Labor, Radiologie, Apotheke) sind installiert
  • Daten von externen Dienstanbietern können elektronisch verarbeitet werden

EMRAM Stufe 2

  • Eine EPA ermöglicht die Zusammenfassung und Normalisierung von Daten aus verschiedenen klinischen Quellen im gesamten Spital

EMRAM Stufe 3

  • IT-gestützte klinische Dokumentation
  • Einsatz klinischer Verordnungen durch Ärzte und Pflege
  • Elektronische Dokumentation der Medikamentengabe

EMRAM Stufe 4

  • Elektronische Verordnung mit CDSS (Regelbasiert) in mindestens einem klinischen Bereich sowie für Medikation

EMRAM Stufe 5

  • Integrierte Bildmanagementlösung (PACS) ersetzt alle Filmbasierten Bilder

EMRAM Stufe 6

  • Klinische Dokumentation interagiert mit CDSS (Algorithmenbasiert)
  • Vorhandensein einer Closed Loop Medication

EMRAM Stufe 7

  • Lückenlose EPA integriert alle klinischen Bereiche und ersetzt alle Papierakten
  • Einsatz von Standards für Datenaustausch
  • Data Warehouse als Basis für klinische- und betriebliche Analysen

Unterschiede zwischen EMRAM und Waegemann

  • Waegemann befasst sich noch mit nach Stufe 7, da es um den institutionsübergreifenden Datenaustausch geht
  • EMRAM bewertet die "Papierlosigkeit", Waegemann bewertet die "Vernetzung"
  • EMRAM Zertifizierungen müssen beantragt werden

Welche Spitäler haben in der Schweiz die höchste EMRAM Klassifikation?

Spital Thun mit EMRAM Level 6

Auf welcher EMRAM Stufe befindet sich die EPA?

Stufe 7

Auf welcher EMRAM Stufe befindet sich die Automatisierte KA?

Stufe 1

Auf welcher EMRAM Stufe befindet sich die Computerisierte KA?

Stufe 1

Lernen