Stichwortverzeichnis

Patrick Holderegger
Lernen

Patrick Holderegger
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die biologische Abwasserreinigung und Schlammbehandlung auf Universitätsniveau. Sie decken Verfahren wie Faulung, Reinigung und Trocknung von Schlamm sowie die Berechnung von Konzentrationen und Trockensubstanz ab. Besonders nützlich für Studierende und Fachleute, die sich mit Abwassertechnik und Umwelttechnik befassen, da sie detaillierte Informationen zu Prozessen und Berechnungen liefern.
Karten
235
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
14.01.2020 / 10.06.2025

Lernkarten

Trennsystem

Schmutz- und Niederschlagsabwasser getrennt- kleiner Schmutzwasserkanal notwendig- keine Mischwassereinleitungen- höhere Baukosten (+Meteorwasserkanal)- Fehlanschlüsse

Trennverfahren

Identifikation der Stoffe, sachgemässe Entsorgung

Trennwand

dient zur Unterteilung von längsdurchströmten Becken.- Öffnungen ungleichmässig verteilt, aussen- Öffnung unten vorsehen (Beckenentleerung)- nicht über Wasseroberfläche (Schwimmschlamm)

Trinkwasser

Natürlich belassenes oder aufbereitetes Wasser zum Trinken und Kochen (Lebensmittel).Hausanschluss: 4-10 bar; im Haus: 4 bar1 km3/a CH, 40% Quellwasser, 40% Grundwasser, 20% See-/Flusswasser

Trinkwasseraufbereitung

Nur bei spezieller Nutzung, Bewilligung

Trockenrückstand

Anteil Material eines Schlamms (mit gelösten Stoffen), Rest ist Wasser [%]TR [%] = (mTiegel+Rückstand-mTiegel [g]) / Einmass [g] * 100

Trockensubstanz

Anteil Material eines Schlamms (ohne gelöste Stoffe; gehen durch Filter), Rest ist Wasser [g/l]Beispiel:TS = 30% (Faulschlamm, entwässert): 300 kg/m3TS = 3 g/l (Belebtschlamm): 0.3% Schlamm, 99.7% Wasser, 3 kg/m3TS = 6% (Frischschlamm eingedickt): 60 kg/m3TS [g/l] = (mFilter+Rückstand-mFilter [g]) / Einmass [ml] * 1000

Trockenwetteranfall

Abwasserzufluss (Q) einer ARA bei Trockenwetter (TW). ARA muss den zweifachen maximalen Trockenwetteranfall (2xQTWA,max) behandeln bzw. darauf dimensioniert werden: QTWA,max [l/s] = Q [m3/h] / n (Stundenteiler)170 l/E*d ohne bzw. 250 l/E*d mit FremdwasserJe grösser das EZG desto ausgeglichener das Q.

Trommeltrockner

Schlammtrocknung: KonvektionstrocknungTrockensubstanz: >90%Verfahren: Schlamm aus Schlammentwässerung wird mit Rückführgut gemischt, in drehende Trommel(Umschichtung) gegeben und mit heissen Rauchgasen behandelt. In Trommel: Erhitzungs-, Verdampfungs- und NeutralisationszoneVorteile: Durchsatzleistung, grosser Regelbereich der Rauchgastemperatur (150-1'000°C)

Tropfkörper

Abwasser fliesst über Trägermaterial (früher Steine, heute Kunststoff) mit biologischem Bewuchs (Stoffwechsel). Dieser Biofilm löst sich von Zeit zu Zeit, abhängig von:Oberflächenbeschickung = Q [m3/h] / Grundfläche [m2]Folgende Beschickung ermöglicht das Ausschwemmendes gelösten Biofilms bzw. des Schlammes:Kunststoff: 1.5 m3/m2*h (?Oberflächenbelastung [m/h])Steinfüllung: 0.8 m3/m2*hAufbau über Rost: Belüftung von unten;bedingt gut funktionierende VK sonst Verstopfung.Aufenthaltszeit: ca. 1.5 hRaumbelastung: 0.4 - 0.6 kg BSB5/m3*d,Nitrifikation <0.4 kg BSB5/m3*dVorteile: kaum Unterhalt, einfacher Betrieb, kein Blähschlamm, weniger Energie, für Teilreinigung von Industrieabwässer möglichNachteile: keine Denitrifikation, Verstopfungen, grosse Oberfläche nötig, Stossbelastungen ungut, Eisbildung und teurer (falls gedeckt), Geruch (falls nicht gedeckt)Beispiel: erste/alte ARA Hofen

Trübungsmessung

Verfahren: Durchlicht, Streulicht

Trübwasser

Abwasser aus Entwässerungsanlagen für Frisch-/Überschussschlamm (Voreindicker, Zentrifugen)

Turbokompressoren

Spezielle Art eines Schraubenverdichters

Überschussschlamm

Schlamm aus der Nachklärung oder Biologie, der über die Vorklärung oder direkt dem Frischschlamm zugegeben wird (Schlammproduktion).Glühverlust (org.): 22 g TS/E*d (55%)Glührückstand (anorg.) : 18 g TS/E*d (45%)C = 30-40% pro g ÜberschussschlammN = 5-9% pro g ÜberschussschlammP = 1-4% pro g ÜberschussschlammFörderung:- Messung TS + Durchfluss erforderlich (Schlammalter)- schonend (Absetzung Schlammflocken)- lange Stapelzeit führt zu Rücklösung von P und N

UCT-Verfahren

anaerobes, anoxisches, dann aerobes Becken (Bio-P)

Umlaufbecken

Belebungsbecken mit einem internen Kreislauf

Umlaufrechen

Rechenanlagen; mehrere Harken laufen um den Rechen herum, kontinuierliche Reinigung; Spaltweite individuellGerinnegrösse: bis 2 mBeispiele: AVM, ARA Altenrhein

Umlufttrockner

Bandtrockner

Umsatzleistung, Fläche

beschreibt die Umsatzleistung der Reaktoroberfläche a(Träger) zur Dimensionierung von Biologischen Reinigungsverfahren mit festsitzender Biomasse (Biofilm).BA [kg/m2*d] = BSB5-Fracht [kg/d] / a [m2] (Trägerfläche)= QBB [m3/d] * BSB5 [kg/m3] / (a [m2/m3] * VBB [m3])Vergleichbar mit Schlammbelastung aus Verfahren mit suspendierter Biomasse (Belebtschlammbiologie).Festbettverfahren: 1 m2 pro Einwohner (120 g CSB)

Umsatzleistung, Raum

beschreibt die Umsatzleistung eines Reaktorvolumenszur Dimensionierung von Biologischen Reinigungsverfahren.BR [kg/m3*d] = BSB5-Fracht [kg/d] / VBB [m3]= QBB [m3/d] * BSB5 [kg/m3] / VBB [m3]

Umweltschutzgesetz

Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche oder lästige Einwirkungen.Vorsorgeprinzip, Bekämpfung an der Quelle, Verursacherprinzip, Kooperationsprinzip

Unfallversicherungsgesetz

obligatorische Versicherung (SUVA)Arbeitgeber muss Massnahmen treffen, die- nach Erfahrung notwendig (Risikoabwägung)- nach Stand der Technik (Geländer, Maschinen)- nach gegebenen Verhältnissen (Rettungsring)Arbeitnehmer zur Mitwirkung verpflichtet (PSA)Von SUVA ermächtigt: ESTI, SVTI, TISG, SVS

U-Wert

Wärmedurchgang z.B. einer Hauswand: Je kleiner der Wert, desto weniger Heizenergie wird benötigt.Einheit: [W/m2*K]Abhängig von Wärmeübertragung (Hauswand beiSturm, Luftkühlung eines Motors), Wärmeleitung (Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials, Löffel in heissem Kaffee) und Luftpolster (Luft zwischen zwei Hauswänden).

Variationskoeffizient

Standardabweichung

Venturi

Durchflussmessung im offenen Gerinne; weit verbreitet.Venturikanal (Engpass), Wartungsintensiv, Platz notwendig

Verbundbecken

Regenüberlaufbecken; Kombination von Fangbecken und DurchlaufbeckenBeispiel: RB Rinderweid (AVM)

Verdünnung

müssen angewendetet werden, wenn:- die Konzentration des gesuchten Parameters über dem Messbereich liegt.- die Störungen in der Probe zu gross sind und reduziert werden müssen.Hilfsmittel: Messkolben, Pipetten, deion. WasserVorgehen:erwartete Konzentration / Oberer Messbereich Küvette = min. Verdünnungsfaktor (VF)erwartete Konzentration / Unterer Messbereich Küvette = max. Verdünnungsfaktor (VF)Beispiel: Phosphat 4 mg/l, LCK 349 (0.05-1.5 mg/l PO43--P)VFmin. = 4 mg/l / 1.5 mg/l = 2.7VFmax. = 4 mg/l / 0.05 mg/l = 80gewählter VF = 5, Mischverhältnis = 1:5

Verdünnungsfaktor

Verdünnungsfaktor = Endvolumen / AusgangsvolumenFaktor sollte max. 100 betragen, sonst mehrmals verdünnen und Faktoren zu Faktortot multiplizieren.mögliche VF: 2, 4, 5, 10, 20, 25, 50Beispiel:10 ml Probe wird auf 100 ml aufgefüllt (1:10).Verdünnungsfaktor = 100 / 10 = 10Die im Fotometer gemessene Konzentration muss anschliessen mit 10 multipliziert werden.

Versickerung

Brechen von Abflussspitzen (Regen, Gewässer)1 m über Grundwasserspiegel, durchlässiger Boden, keine beeinträchtigung Nachbarparzelle, Bewilligung

Verunreinigung

Nachteilige physikalische, chemische oder biologische Veränderung des Wassers.

Verwitterung

physikalische, chemische und biologische Prozesse, die die Lithosphäre abbauen. Mineralien werdenfreigesetzt

Vier-Ohren-Prinzip

Diagnose-Ohr, Sach-Ohr, Beziehungs-Ohr, Appel-Ohr

Viren

Kapsel mit Erbsubstanz; 0.02-0.2 µm gross, braucht WirtKinderlähmung, Hepatitis A+B, (AIDS, Masern, Tollwut)

Viskosität

Bezeichnung für die Zähigkeit einer Flüssigkeit; innere Reibung der Teilchen (?; 1 Poise = 1 g / cm*sec)Newtonische Flüssigkeiten: Wasser, Öl, AlkoholStrukturviskose Flüssigkeiten: Joghurt - je schneller man rührt desto dünnflüssiger wird er.Je höher die Viskosität des Schlammes bei gleichbleibendem TS, desto schwieriger ist die Entwässerung - mehr Flockungsmittel nötig.

VOC

Flüchtige organische Verbindungen; Siedepunkt beimax. 240°C (Lösungsmittel, Treibstoffe und Zusätze wie MTBE und BETX).

Volumenprozent

Anwendung bei Flüssigkeits- und Gasgemischenml gelöstem Stoff / 100 ml Lösung

Volumenreduktion

Beispiel Klärschlamm: 7.5 Mio. EW (Schweiz 2003) produzieren 2.5 l Frischschlamm pro Tag.18'750 m3/d = 4% TS (Frischschlamm)12'500 m3/d = 6% TS (Faulschlamm) - Abbau?3'000 m3/d = 25% TS (Faulschlamm, entwässert)833 m3/d = 90% = 750 t TS/d (Faulschlamm, getrocknet)

Volumetrie

Titration

Vorfällung

vor biologischer Reinigung (Sandfang), Phosphor-elimination, div. Stoffe.Entlastung Biologie durch Mitfällung von organischen Stoffen: Nitrifikation besser, Denitrifikation schlechter.Zudem mehr Frischschlamm, weniger Sauerstoffbedarf

Vorklärbecken

Absetzbecken; entfernen von absetzbaren org./mineral. Abwasserinhaltsstoffen (Frischschlamm), eindicken von Überschussschlamm und sammeln in Trichter. Reduktion 30% der Schmutzfracht (ungelöste Feststoffe)Einlauf-, Absetz-, Speicher- und AuslaufzoneAufenthaltszeit: ca. 1 hOberflächenbelastung: ca. 2 m/hBeckengeometrie: AbsetzbeckenLeistung abhängig von nachfolgenden biol. Verfahren:Tropf-/Tauchkörper: weitgehende Abtrennung von suspensierten Stoffen beugt Verstopfungen vor.Belebtschlammverfahren: Primärschlammflocken sind nützlich in der Nachklärungzu hohe Aufenthaltszeit bzw. zu grosse Reinigungsleistung führt zu Mangel an Organik für Denitrifikation. Fäulnisprodukte (Schwefelwasserstoffe) - schlecht für BiologieWirbelbettverfahren: Schlamm kann Biofilm bedecken (behindert Stoffwechsel, beschwert Tägermaterial).Festbettverfahren: weitgehende Abtrennung von suspensierten Stoffen beugt Verstopfungen vor (Tropf-/Tauchkörper). Schlamm kann Biofilm bedecken.

Lernen