Stichwortverzeichnis

Patrick Holderegger
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Patrick Holderegger
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Abwasserbehandlung und Biologie auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Energie, Schlammbehandlung, Nitrifikation und Denitrifikation, sowie verschiedene Verfahren und ihre Vorteile. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Fachleute, die sich auf die Berufsprüfung vorbereiten und ein tiefes Verständnis der Prozesse in der Abwasserreinigung erlangen möchten.
Flashcards
214
Students
3
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
14.01.2020 / 02.07.2025

Flashcards

A/I-Verfahren

Alternierend beschickte Belebungsbecken, die intermittierend belüftet/gerührt werden. Eine Nachbelüftungszone sorgt dafür, dass NH4+ in den Ablauf gelangt, da Beschickung meist ohne Belüftung. Selektorwirkung: Kontaktzone durch Trennwand beiEinlauf führt zu Konzentrationsaugleich zwischen Rücklaufschlamm und vorgeklärtem Abwasser .Steuerung1. Beschickung solange bis max. NH4+-Konzentration2. Belüften bis min. NH4+-KonzentrationVorteile:- grössere Leistung der Denitrifikation- deshalb auch mehr Zeit für Bio-P- flexible Nitrifikationszeit (Sommer/Winter, Tag/Nacht)Nachteile:- mehr Ausrüstung, insbesondere Belüftung- Steuerung aufwändiger- höhere Belüftungsleistung notwendig

Abflussbeiwert

Konstante, die angibt, welcher Anteil des Regens zum Abfluss gelangt. Dieser kann über der Oberflächen-beschaffenheit bewusst gesteuert werden (z.B. Versickerung via Chaussierung).? Regenwasserabfluss

Abflussbildung

Oberfläche muss zuerst benetzt, Mulden gefüllt, Wasserfilm gebildet werden, bevor Abflussbildung. Zudem wirkt Verdunstung und Versickerung dagegen.

Abflusskonzentration

Der in bewegung geratene Niederschlag sucht sich den Weg in die Kanalisation.

Abluftbehandlung

Emissionen ARA: Zulauf (industrie), mechanische Prozesse wie Verwirbelung (Absturzbauwerke, Rechen, Sandfang), anaerobe Prozesse (Behälter Schlammbehandlung, flache Kanäle, ungereinigte Regenbecken), chemische Prozesse (Rechen-/Sandfangut)Geruchsmessung: sensorisch (Olfaktometrie; Mensch), chemisch-physikalisch (Photometrie, Chromatographie)Geruchsverhinderung: betriebliche Massnahmen wie geeignete Belüftung, Schlammdepots und Überfallkanten vermeiden, Rechen-/Sandfanggut waschen, möglichstkeine offenen Schlammbehälter.Verfahren:- Absorption: Gaswäscher, mit chemischer Vorbehandlung- Behandlung mit ionisierenden Strahlen- Adsorption: Aktivkohle, Absorberharze, Kieselgel- thermisch: Verbrennung bei 750-1000°C, problematische Nebenprodukte aus N, S, P- biologisch (Mikroorganismen): Biofilter, Biowäscher, Abluft in Biologie

Abrasion

Abnutzung durch sandiges und kiesiges Material

Abscheideanlagen

Abtrennen von Heizöl, Diesel, Speiseöl aus Garagen, Industrie, Restaurants. 

Verfahren: Schwerkraftabscheider, Lamellen-/Plattenabscheider

Abschreibung

Wertverlust

Absetzbare Stoffe

partikelförmig, schwerer als Wasser

Absetzbecken

Trennung von Abwasser in (mechanisch) gereinigtes Abwasser, Bodenschlamm und Schwimmschlamm;Einlaufzone (Einlaufgestaltung), Absetzzone (Schlammräumung), Speicher-/Eindickzone (Trichter, Schlammabzug), Auslaufzone (Auslaufgestaltung)Beckenabmessung ist abhängig von Hydraulik (Abwasserinhaltsstoffe, evtl. mehrere Becken), Bautechnik (Baugrund, Schlammräumungsart), Wirtschaftlichkeiten ? Aufenthaltszeit und OberflächenbelastungRechteckbecken: Besser länger als breiter/tiefer (Absetzung)Beispiel: Rechteckbecken längsdurchströmt (AVM)Neigung (Höhe/Länge): ca. 1%Breite: 4-10 m, optimal (Kettenräumer): 6-8 mLänge max.: 50 m (Kettenbeanspruchung)Rundbecken:Beispiel: Rundbecken horizontal durchflossen, Rundbecken vertikal durchflossenNeigung (Höhe/Länge): ca. 6-7%Durchmesser min.: 15-20 m (Kurzschlussströmung)Durchmesser max.: 50 m (Wind)Zweistöckige Becken / TrichterbeckenBeispiel: Emscherbrunnen

Absetzvolumen

Volumenanteil [ml/l], der der belebte Schlamm nach30min Absetzzeit einnimmt - gemessen im Imhoff-Trichter. Wert wird für Schlammvolumenindex benötigt.

Absetzvorgang

Resultierender Vektor der Strömungsgeschwindigkeit und der Sinkgeschwindigkeit inkl. Partikelgrösse/-form, Dichte der Trägerflüssigkeit (je höher desto schlechter), Oberflächenbelastung

Absorption

Aufnahme oder „Lösen“ eines Photons, Atoms, Moleküls oder eines Ions in einer anderen Phase (reversibel).Beispiel: Ölbinder

Abwasser

Sämtliche Wässer, die durch Gebrauch verändert und auf irgendeinem Wege aus dem Bereich der Siedlungen abgeleitet werden. Nicht verschmutztes Abwasser ist versickern oder in zweiter Priorität in oberirdische Gewässer einleiten zu lassen.

Abwasseranfall

170 l/E*d oder 62 m3/E*a oder 325 l/EW*d oder 404 l/EW*d (inkl. Fremdwasser) Trockenwetteranfall1 g TS = 1.2 g CSBCSB: 120 g/E*dBSB5: 60 g/E*dTOC: 45 g/E*dNTotal: 11 g/E*dNH4-N: 8 g/E*dPTotal: 1.8 g/E*dZusammensetzung kommunales Abwasser:CSBTotal: 400 mg/lCSBgelöst: 90 mg/lBSB5: 200 mg/lGUS: 230 mg/lNTotal: 35 mg/lNH4: 23 mg/lNO3-: 1 mg/lPTotal: 6 mg/l? Schlammanfall

Abwasserpilz

umgangssprachliche Bezeichnung für eine Lebens-gemeinschaft aus diversen Bakterien, die in verschmutzten (eutrophierten) Gewässern (Einleitstellen) wächst und dabei lange Fäden oder fellartige Überzüge bildet.Beispiel: Sphaerotilus

Abwassertransport

Ableiten, Weiterleiten und Speichern von Abwasser in den verschiedenen Elementen des Entwässerungssystems.

Abwasserwärme

Wärmeenergie aus Abwasser

Acidität

Säuren reagieren sauer

Adaptionszeit

Anpassung Mikroorganismen an neues Milieu. Faulung:30°C ? ca. 30 Tage40°C ? ca. 60 Tage55°C ? ca. 2 Jahre

Adenosintriphosphat

Für Prozesse in Zellen wird Energie benötigt, um chem., osmotische oder mechanische Arbeit zu leisten. Die Energie wird über das Molekül Adenosintriphosphat (ATP) bereitgestellt. Werden diese Bindungen durch Enzyme hydrolytisch gespalten, entsteht das Adenosindiphosphat (ADP) und Phosphat.Als Energiequelle wird ATP für die grundlegenden energie-verbrauchenden Prozesse aller Lebewesen genutzt:- chemische Arbeit; wie Synthese organischer Moleküle, - osmotische Arbeit; wie aktiver Stofftransport durch Biomembranen,- mechanische Arbeit; wie zum Beispiel Bewegungen bei der Muskelkontraktion.

Adsorption

Anlagerung von gelösten Stoffen oder Gasen an der Oberfläche von festen Körpern.Beispiel: Aktivkohle

Aerobie; aerob

Aerobie bezeichnet Leben, für das elementarer Sauerstoff benötigt wird, also das Gegenteil von Anaerobie.

Air-Jet

Abwassertauchmotoren mit nachgeschaltetem Injektor; dienen der Reinigung bei Entleerung von Regenbecken

Aktivkohle

10g Aktivkohle besitzt eine reaktive Oberfläche von einem Fussballfeld (70x100m).

Alkalinität

Die Alkalinität definiert das Säurebindungsvermögen von Böden, Gesteinen und natürlichem Wasser (Pufferkapazität). Der Grad der Alkalinität hängt von der Menge der enthaltenen basisch wirkenden Ionen, hauptsächlich dem Gehalt an Carbonaten (Kalk) ab.

alkalisch

Laugen reagieren basisch

Alpha-Wert (?)

Sauerstoffzufuhrwert; ist ein Mass für die Abminderung bzw. den Unterschied zwischen Standardbedingungen und den Betriebsbedingungen bei Belüftungssystemen. Beeinflusst massgeblich den Sauerstoffeintrag und damit den Energieverbrauch. Verhältnis zwischen Betriebsbedingungen und Reinwasser:? = O2-Eintrag Belebtschlamm / O2-Eintrag ReinwasserAbhängig von:- Blasengrössen: hoher Gasdruck ? grosse Blasen- Beckengeometrie (Mischung, Grenzflächen (O2-H2O)- Abwasserinhaltsstoffe: Tenside wirken Blasengrösse- Org. Belastung:schwach belastete ARA: ?-Wert von 0.7 - 0.8stark belastete ARA: ?-Wert von 0.57 - 0.75- Regenwetter: ?-Wert von 0.9 - 1.0

alternierend

bedeutet wechselnd oder abwechselnd (A/I-Verfahren)

Ammoniak, Faulung

Störung in Faulung / bei Faulturmbetrieb; Ammonium wird beim Eiweissabbau gebildet und kann alsNH3 zu Störungen führen (Hemmung >25-30 mg NH3/l).

Ammoniak, Gewässer

NH3, gasförmig; Fischgift. Im Gleichgewicht mit Ammonium: bei ungünstigem pH oder Temperatur verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten des NH3.

Ammonium

NH4+; Entsteht bei anaeroben Gärungsprozessen bei Tierhaltung/Hofdünger, auch aus ARA (Faulung)Messung: Küvettentest (Reagenz für messbaren Stoff beigeben), potentiometrisch (Gleichgewicht Ammoniak-Ammonium)

Anabolismus

Anabolismus bezeichnet bei Lebewesen den Aufbau von Stoffen. Katabolismus und Anabolismus sind Teile des Metabolismus.

Anaerobie; anaerob

Anaerobie bezeichnet Leben ohne Sauerstoff (elementar oder gebunden in z.B. Nitrat). Lebewesen, die für ihren Stoffwechsel keinen Sauerstoff verwenden oder sogar durch ihn gehemmt/abgetötet werden.

Analyse

quantitativ: wie viel liegt vor (Gravimetrie)qualitativ: was liegt vorStrukturanalyse: wie liegt es vor

Anammox

Anaerobic ammonium oxidation oder partielle Nitritation, anaerobe Ammoniumoxidation (PNAA)Prozess bei dem autotrophe Organismen Ammonium mitNitrit direkt zu elementarem Stickstoff umwandelt.NH4+ + NO2- ? N2 + 2 H2O1. Schritt: Nitritation (Ammonium zu Nitrit)Wichtig: Nitratation (Nitrit zu Nitrat) verhindern, O2 (gesteuerte Belüftung),2. Schritt: Anammox-Prozess (Nitrit zu Stickstoff)Wichtig: pH, NO2--NH4+-Verhältnis, Schlammalter (kontrollierter Schlammabzug) Bakterien wachsen langsam (10x < Nitrifikanten)Verfahren: DEMON® (beide Schritte in einem Behälter), SHARON® (in zwei Behälter)

Anergie

Teil der Energie, welcher in ihrer Umgebung nicht mehr genutzt werden kann (Praxisbeispiel Ofen).

Anode

Freie Elektronen wandern von der Anode zur Kathode.

anoxisch

Sauerstoff liegt in einem anoxischen Milieu nur in gebundener Form vor, z.B. in Wasser als Kohlenstoffdioxid, Nitrat oder Sulfat.

Antibiotikaresistenzien

können von Bakterien selbstständig entwickelt werden. Ursache ist der übermässige Einsatz in der Veterinär- und Humanmedizin.

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