VSA Berufsprüfung 2020 3.1

VSA Berufsprüfung 2020 3.1

VSA Berufsprüfung 2020 3.1

Patrick Holderegger
Study

Patrick Holderegger
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Themen Abwasserbehandlung und Gewässerschutz, mit Fokus auf ARA-Betrieb, Stickstoffentfernung und Energieeffizienz. Sie eignen sich für Studierende und Fachleute, die sich mit Abwassertechnik, Umweltvorschriften und nachhaltiger Wasserwirtschaft auseinandersetzen.
Flashcards
363
Students
11
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
31.12.2019 / 02.11.2025

Flashcards

Wie gross ist der Wärmeverlust einer isolierten Fernwärmeleitung?

Unterschiedlich, je nach Dimension, Temperaturniveau und Dämmstärke.

Bereich ca. zwischen 5 - 50 W/m 

(V8 - vııı/Kobe/)

Was ist die Hauptaufgabe einer Flockungsfiltration und was wird ausserdem erreicht?

  • Hauptaufgabe ist die weitgehende Phosphor-Reduktion, z.T. bis unter 0.3 mg Pges/l.
  • Gleichzeitig erreicht man auch tiefe Schwebestofikonzentration unter 5mg/I und hilft dadurch, der Gewässerverschlammung Einhalt zu gebieten.

Was ist der Grund für Flockenabtrieb aus der Nachklärung ?

  • Grund für den Flockenabtrieb aus der Nachklärung ist Blähschlamm oder Schwimmschlamm.
  • Hydraulische Überlastung/Stossbelastung der Nachklärung.
  • Zu hoher TS-Gehalt in der Belebung => Zu hohe Feststoffbelastung der Nachklarung

Rückhalt von Schwimmschlamm?

Rückhalt von Blähschlamm? 

Wo werden auf einer kommunalen ARA's Fällungsmlttel zudosiert?

Wie heissen die Fachbegriffe hierfür?

  1. Vorfällung: Sandfang, Vorklärung
  2. Simultane Fällung: Belüftungsbecken
  3. Nachfällung: Nach Ablauf NKB. Fällung direkt vor der Filtration. Fällung an mehreren Stellen des Prozesses

Für die gleiche Menge an gefälltem Phosphor, wo müssen Sie mehr Fällungsmittel einsetzen:

Bei der Vorfällung oder bei der Simultanfällung?

Bei der Vorfällung

Welche positive und negative Aspekte müssen Sie abwägen, bevor Sie von einer Simultan- zu einer Vorfällung umstellen?

Positiv:

  • Entlastung der biologischen Reinigungsstufe (BSB sinkt im Zulauf zur Biologie)

 

Negativ:

  • Grösserer Verbrauch an Fällungsmitteln.
  • Schlammenge nimmt zu.
  • Für die Denitrifikation fehlt leicht abbaubares Substrat

Wieso wird seit etlichen Jahren der Phosphor in den Abwasserreinigungsanlagen aus dem Abwasser entfemt.

Für die Überdüngung von stehenden Gewässern ist Phosphor als limitierender Faktor für das Algenwachstum hauptverantwortlich.

Welche Hauptgruppen von Fällungschemikalien kennen Sie?

  • Aluminumsulfat
  • Polyaluminiumsulfat
  • Eiseri(ll)~sulfat
  • Eisen(lll)-chlorid
  • Kalk

Die Löslichkeit der bei der chemisch~physikalischen Phosphorenlfemung gebildeten Metallphosphate ist abhängig vom pH-Wert. Die geringste Löslichkeit des FePO4 liegt im pH-Bereich 5.0 bis 5.5, die des AlPO4 im pH-Bereich 6.0 bis 7.0.

Wieso werden in diesen pH-Bereichen trotzdem keine guten Fällungsergebnisse erzielt?

Die zur Phosphatentfernung zusätzlich erforderliche Flockenbildung verläuft in diesen pH-Bereichen nicht zufrieden stellend. In der Praxis wird eine effektive Phosphatentfernung bei einem pH-wert von 6.5 bis 8.5 erzielt.

Was müssen Sie bezüglich der Säurekapazität bei der Fällung mit Metallsalzen beachten?

Bei zu geringem Säurebindungsvermögen kann die Zudosierung von Metallsalzen zu einem Absinken des pH-Wertes führen. Dies ist von Nachteil für die Nitrifikation.

Wie lautet der Grundsatz zur Verhinderung und Behebung nachteiiiger Einwirkungen auf die Gewässer?

  1. Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen konnen, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.
  2. Es ist auch untersagt solche Stoffe ausserhalb eines Gewässers abzulagern oder auszubringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Wassers entsteht.

Was überprüft die kantonale Behörde periodisch?

Das die Abwasserreinigungsanlagen die in den Bewilligungen festgelegten Anforderungen einhalten. Das diese Anforderungen weiterhin einen sachgemässen Gewässerschutz gewährleisten.

Was versteht man unter Meldung ausserordentllcher Ereignisse?

Ausserordentliche Ereignisse im Betrieb, die dazu führen könnten, dass die vorschriftsgemässe Einleitung des Abwassers in ein Gewässer oder die vorgesehene Verwertung oder Beseitigung des Klärschlamms nicht mehr möglich ist.

 Welche wichtigen Betriebsdaten müssen der kantonalen Behörde gemeldet werden?

Eingeleitete Wassermenge, Abwasserqualität, Wirkungsgrad, Menge und Eigenschaften des Klärschlammes, Art der Klärschlammentsorgung, Energieverbrauch und Betriebskosten, die Verhältnisse im Einzugsgebiet der Anlage, wie Anschlussgrad und Anteil des stetig anfallenden nicht verschmutzten Abwassers.

Welchen Stellenwert hat das Bundesamt innerhalb der Bundesverwaltung in Gewässerschutzbelangen?

Oberste und letzte Instanz in Gewässerschutzfragen

 Wer vollzieht das Gewässerschutzgesetz und wer beaufsichtigt den Vollzug?

Nach Artikel 45 des Gewässerschutzgesetzes vollziehen die Kantone das Gesetz, soweit nicht Artikel 48 den Vollzug dem Bund überträgt. Der Bund beaufsichtigt den Vollzug des Gesetzes (Artikel 46 GSchG) und der Bundesrat regelt die Koordination.

Welche grundsätzliche Aussagen werden in den allgemeinen Bestimmungen des GSchG gemacht?

Der Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen sowie auch der Schutz vor nachteiligen Einwirkungen in einem ganz allgemeinen und umfassenden Sinn. Als Schutzziel ausdrücklich erwähnt wird die Erhaltung natürlicher Lebensräume für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt.

Welche Bereiche der Umwelt werden mit dem Gewässerschutzgesetz geschützt.

Nenne 5.

  1. Gesundheit von Mensch Tier und Pflanzen
  2. Erhaltung natürlicher Lebensräume für einheimische Tier- und Pflanzenwelt
  3. Erhaltung von Fischgewässern
  4. Landwirtschaftliche Bewässerung
  5. Benützung zur Erholung Sicherung der natürlichen Funktionen des Wasserkreislaufs

Das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG, SR 814.20) umschreibt in Art. 4 unter anderen folgende Begriffe:

  • Abwasser: Das durch häuslichen, industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch veränderte Wasser, ferner das in der Kanalisation stetig damit abfliessende Wasser sowie das von be bauten oder befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser.
  • Verschmutztes Abwasser: Abwasser, das ein Gewässer, in das es gelangt, verunreinigen kann.
  • Unterirdisches Gewässer: Grundwasser (einschliesslich Quellwasser), Grundwasserleiter. Grundwasserstauer und Deckschicht.
  • Restwassermenge: Abflussmenge eines Fliessgewässers, die nach einer oder mehreren Entnahmen von Wasser verbleibt.

 Mit Gefängnis oder mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich: (Nenne min. 3)

a. Stoffe, die das Wasser verunreinigen können, widerrechtlich mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einbringt, versickern lässt oder ausserhalb eines Gewässers ablagert oder ausbringt und dadurch die Gefahr einer Verunreinigung des Wassers schafft (Art. 6);


b. als Inhaber von Anlagen, die wassergefährdende Flüssigkeiten enthalten, die nach diesem Gesetz notwendigen baulichen und apparativen Vorrichtungen nicht erstellt oder nicht funktionsfähig erhält und dadurch das Wasser verunreinigt oder die Gefahr einer Verunreinigung schafft (Art. 22);


c. behördlich festgelegte Dotienıvassermengen nicht einhält oder die zum Schutz des Gewässers unterhalb der Entnahmestelle angeordneten Massnahmen nicht trifft (Art. 35);


d. ein Fliessgewässer widerrechtlich verbaut oder korrigiert (Art. 37);


e. ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen einer erteilten Bewilligung Fliessgewässer überdeckt oder eindolt (Art. 38);


f. ohne Bewilligung der kantonalen Behörde oder entgegen den Bedingungen einer erteilten Bewilligung feste Stoffe in einen See einbringt (Art. 39 Abs. 2);


g. ohne Bewilligung oder entgegen den Bedingungen einer erteilten Bewilligung Kies, Sand oder anderes Material ausbeutet oder vorbereitende Grabungen dazu vornimmt (Art. 44).


2 Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Busse.

Welche grundsätzlichen Bestimmungen enthält die Bundesverfassung?

  • Gesetze,
  • Verordnungen,
  • Richtlinien,
  • Wegleitungen,
  • Mitteilungen;

(A1/A2 - Vl/2/3)

Was wird auf Gesetzesstufe geregelt?

Verfassungsrechtliche Aufträge, Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse;

(A1/A2 - Vl/2)

Was bezweckt der Erlass von Verordnungen?

Die Erleichterung der Anwendung von Gesetzen; in Bestimmten Bereichen Ausführungsvorschriften erlassen;

(A1/A2 - Vl/3)

Wozu dienen Richtlinien und Mitteilungen?

Diese sind Empfehlungen, haben keine allgemeine Verbindliche Geltung;

(A1/A2 › Vl/3)

Welche grundsätzlichen Aussagen werden in den allgemeinen Bestimmungen gemacht?

Zweck des Gewässerschutzgesetzes ist der Schutz vor nachteiliger Einwirkungen;

(A1/A2 - Vl/6)

Wie lautet der Grundsatz zur Verhinderung und Behebung nachteiliger Einwirkungen auf die Gewässer?

Es ist untersagt, Stoffe die Wasser verunreinígen können, unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder versickern zu lassen; es ist untersagt Stoffe ausserhalb eines Gewässers abzulagern oder auszubringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Wassers besteht;
(A1/A2 - Vl/7)

Wer vollzieht das Gewässerschutzgesetz und wer beaufsichtigt; den Vollzug?

Die Kantone;

Der Bund beaufsichtigt den Vollzug;

(A1/A2 - Vl/8/9)

Welches sind die Strafbestimmungen?

Artikel 70 bis 73 G5chG, eigentliches Gewässerstrafrecht;

(A1/A2 - Vl/10)

Wann hat der Bundesrat die Schaffung des Bundesamtes für Umweltschutz beschlossen?

26. Mai1971;

(A1/A2 - Vl/12)

Welchen Stellenwert hat das Bundesamt innerhalb der Bundesverwaltung in Gewässerschutzbelangen?

Es ist die Fachbehörde in Belangen des Gewässerschutzes

(A1/A2 - Vl/12/13)

oberste und letzte Instanz in Gewässerschutzfragen

Welche schwergewichtigen Aufgaben obliegen dem Bundesamt?

  • Vorbereitung der Bundesgesetzgebung über den Umweltschutz;
  • Das Bundesamt ist die Gewässerschutzfachstelle des Bundes;
  • Erlass fachtechnischer Weisungen und Richtlinien;

(A1/A2 - Vl/13)

Was wird vom Inhaber einer Abwasserreinigungsanlage bezüglich Personaleinsatz verlangt?

Genügend und geeignetes Personal einzusetzen;

(A1/A2 - Vl/15)

Welche Betriebsdaten müssen mindestens einmal jährlich der kantonalen Behörde gemeldet werden?

  • abgeleitete Abwassermenge,
  • Abwasserqualität,
  • Wirkungsgrad,
  • Menge und Eigenschaften des Schlammes,
  • Art der Schlammentsorgung,
  • Energieverbrauch und Betriebskosten,
  • die Verhältnisse im Einzugsgebiet der Anlage,
  • wie Anschlussgrad und Anteil des stetig anfallenden nicht verschmuzten Abwassers;

(A1/A2 - Vl/16)

Was versteht man unter Meldung ausserordentlicher Ereignisse?

Alle Änderungen oder Vorfälle die Auswirkungen auf den Abfluss haben, ausserbetriebnahme einzelner Anlagenteile...;

(A1/A2 - V//16/1 7)

Wer ist zuständig für die Überwachung?

Die Aufsicht über die Kontrolle der Abwasserreinigungsanlagen obliegen der kantonalen Behörde;

(Al/A2 - Vl/17)

Ist es gestattet in einer Bauzone eine private Kleinkläranlage für häusliches Abwasser zu erstellen?

Nein, Anschlusszwang

GSchG Art. 10 Abs. 1a

GSchG Art. 11

GSchG Art. 17 Abs. a

Wie muss nicht verschmutztes Abwasser entsorgt werden?

Niederschlagswasser:
1. Priorität muss es versickert werden
2. Priorität kann es mit Bewilligung des Kantons in ein Oberflächengewässer eingeleitet

Im GEP können Flächen festgelegt werden wo das Mischsystem beibehalten wird.

Stetig anfallendes nicht verschmutztes Abwasser (Fremdwasser) darf der ARA nicht zugeleitet werden.

ist es gestattet in einer Bauzone Dachwasser in die Mischwasserkanalisatlon einzuleiten.

Ja wenn:

  • Von bestehenden Bauten bis ein grösserer Umbau erfolgt
  • Der GEP die Entwässerung im Mischsystem vorsleht
  • Eine Trennung des verschmutzten vom nicht verschmutzten Abwasser muss bis ausserhalb des Gebäudes vorgesehen werden auch wenn das Gebiet im Nlischsystem entwässert wird.

Wer entscheidet, ob Schmutzwasser aus industrie oder Gewerbe in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden kann?

  • Die kantonale Fachstelle. Sie legt für Betriebe die die Anforderungen gemäss Anhang 3.2 resp. 3.3 der GSchV nicht erfüllen die Vorbehandlung fest.
  • Die kantonale Fachstelle entscheidet über die zweckmässíge Beseitigung von Abwasser das für die Behandlung in einer ARA nicht geeignet ist

Muss ein Haus welches sich 200 Meter ausserhalb der Bauzone befindet an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden?

Wenn nein wie muss das Abwasser entsorgt werden?

  • Wenn zweckmässig und zumutbar dann ja.
  • Kostenberechnung erforderlich.
  • Zumutbarer betrag hat Bundesgericht festgelegt (Fr. 6'800 pro möglichem Einwohner inkl. Anschlussgebühren)
  • Ausserhalb des Bereichs der öffentlichen Kanalisation muss das Abwasser gemäss dem Stand der Technik entsorgt werden. Die kantenalen Fachstellen legen in diesem Fall die Anforderungen fest.
  • Für die Landwirtschaft gibt es Sonderregelungen

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