Lernkarten

Sophie Marthaler
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Lernende 1 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 19.08.2019 / 19.01.2020
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Gründe für das Handeln:

Gründe für das Handeln:

  • die advokatorische Hilfe für Behinderte um ihrer selbst willen
  • Hilfe um unser selbst willen, weil wir einmal in eine Situation der Abhängigkeit geraten -> Egoismus (Selbsterhaltung)
  • Hilfe um das Gesamtnetz im Gleichgewicht zu halten -> Altruismus (Arterhaltung)
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Elemente einer advokatorischen Ethik:

Elemente einer advokatorischen Ethik:

  • Ideologische Offenheit

Die Sonderpädagogik kann sich den allgemeinen Einflüssen der Moderne kaum verschliessen. In den Wirrnissen der Erziehungsgeschichte hat sich immer wieder gezeigt, dass Pädagogik und auch Sonderpädagogik anfällig für Ideologien und für Instrumentalisierung sind. Das Bemühen um Distanz zu jeglicher Form ideologischer Festschreibungen, verbunden mit der Offenheit gegenüber Bedürfnissen und Nöten hilfsbedürftiger Personen, ist für die Betroffenen von existentieller Bedeutung.

  • Eingeschränkter Speziesismus und Lebensrecht

bedingungsloses Lebensrecht, Menschenrecht und BRK

  • Bildbarkeit und Bildungsrecht
  • Selbstständigkeit und Lebensqualität

Ziel der Sonderpädagogik ist, dass es sie einmal nicht mehr braucht

  • Effizienzkontrolle und Selbstkritik

man hat eine ethisch basierte Verpflichtung dass man sich Mühe gibt und die Zeit die man von den Klienten bekommt sinnvoll ausfüllt -> Effizienz

Menschen mit Behinderungen „verlieren“ mehr Zeit mit Pädagogik aber ihre Zeit ist genauso wertvoll.

Wenn man nicht vorwärts kommt, dann kann man einfach den Behinderten die Schuld geben. Deshalb muss man sich selbst kritisieren. Als Sonderpädagogin kann man der Kritik aus dem Weg gehen (Bsp. Überweisung eines Kindes an die Sonderschule: Egal wie das Kind sich entwickelt, kann man sagen, dass es die richtige Entscheidung war.)

  • Beachtung der Ambivalenz sonderpädagogischen Handelns

Das existentielle Grundproblem der Sonderpädagogik besteht in der Ambivalenz zwischen Akzeptanz und Förderung. Sonderpädagogische Diagnosen setzen sich aus Klassifikationen, Kategorisierungen und Schematisierungen zusammen, die sich in aller Regel negativ und stigmatisierend auf den Träger des Individuums auswirken.

Zusätzlich kann es gerade das spezielle an der sonderpädagogischen Intervention sein, das für den Träger des Merkmals isolierend und stigmatisierend auswirkt.
Eine berufsethische Verantwortung weiss um diese Effekt und versucht eine entsprechende Zurückhaltung.

  • Das Wesen der Behinderung und seine Relativierung

Nur ein adäquates Verständnis von Behinderung kann zu angemessenen Interventionen führen und Fehlentwicklungen vorbeugen.

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Uno-Behindertenrechtkonvention:

Grundsätze:

  • die Achtung der dem Menschen innewohnenden Würde, der Autonomie des Einzelnen, einschliesslich der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, sowie der Unabhängigkeit der Person;
  • die Nichtdiskriminierung;
  • die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft;
  • die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit;
  • die Chancengleichheit;
  • die Zugänglichkeit;

  • die Gleichberechtigung von Mann und Frau;
  • die Achtung vor den sich entwickelnden Fähigkeiten von Kindern mit Behinderungen und die Achtung ihres Rechts auf Wahrung ihrer Identität.

Widerspruch: Warum brauchen Menschen mit Behinderungen ein eigenes Gesetz wenn darin steht, dass alle Menschen gleich sind?

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Die Vertragsstaaten gewähren, dass.. (BehiG)

Die Vertragsstaaten bekräftigen, dass jeder Mensch ein angeborenes Recht auf Leben hat, und treffen alle erforderlichen Massnahmen, um den wirksamen und gleichberechtigten Genuss dieses Rechts durch Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.

-> tritt erst mit Geburt ein, sollte vorgeburtlich sein

Jeder Mensch mit Behinderungen hat gleichberechtigt mit anderen das Recht auf Achtung seiner körperlichen und seelischen Unversehrtheit.

Die Vertragsstaaten gewährleisten, dass

  • Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben;
  • Menschen mit Behinderungen Zugang zu einer Reihe von gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und in Einrichtungen sowie zu sonstigen gemeindenahen Unterstützungsdiensten haben, einschliesslich der persönlichen Assistenz, die zur Unterstützung des Lebens in der Gemeinschaft und der Einbeziehung in die Gemeinschaft sowie zur Verhinderung von Isolation und Absonderung von der Gemeinschaft notwendig ist; 

  • gemeindenahe Dienstleistungen und Einrichtungen für die Allgemeinheit Menschen mit Behinderungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung zur Verfügung stehen und ihren Bedürfnissen Rechnung tragen. 
(Bsp. Es braucht nicht nur die Möglichkeit in die Bibliothek zu gehen, sondern auch Bücher, welche Menschen mit Behinderungen lesen können)

Bei der Verwirklichung des Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass

  • Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden; 

  • Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben; 

  • Menschen mit Behinderungen innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung geleistet wird, um ihre erfolgreiche Bildung zu erleichtern;
  • Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung, Berufsausbildung, Erwachsenenbildung und lebenslangem Lernen haben. Zu diesem Zweck stellen die Vertragsstaaten sicher, dass für Menschen mit Behinderungen angemessene Vorkehrungen getroffen werden.
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Begriffe Wissenschaftstheorie

Praxis: konkrete Handlung

Subjektive Theorie: überdauernde Meinungen, Nachdenken, 
Generalisierte Diskussionen

Theorie: systematische Objekttheorie, Empirische Bewährung

Metatheorie: Wissenschaftstheorie, Methodologie, 
teilweise Erkenntnistheorie

Intersubjektiven Nachvollziehbarkeit: unterschiedliche Forschende unter den gleichen Bedingungen und mit den gleichen Mitteln müssen zu den gleichen, logisch ableitbaren Aussagen kommen.

Modell: bezieht sich auf Teile der Theorie und modelliert kausale Zusammenhänge, welche empirisch geprüft werden müssen.

Konzept: gedankliches Werkzeug als eine Art Handlungsentwurf

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  1. philosophische Überlegungen zu Behinderung
  • Georg Christoph Lichtenberg: Prof. für Experimentalphysik => Begründer des deutschsprachigen Aphorismus (=ein einzelner Gedanke, ein Urteil oder eine Lebensweisheit, welches aus nur einem Satz oder wenigen Sätzen selbständig bestehen kann). Er sagt, dass wenn jemand stigmatisiert wird, dies auch zu Reaktionen dieser Person führt.
  • Karl Jaspers: Existenzphilosoph. Er sagt, dass wenn man selber nicht behindert ist, man die Behinderung nicht verstehen kann. Die Behinderung ist die Vorstellung von uns über Behinderte => ein Konstrukt!
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Historische Interpretation von Behinderung im Überblick

  • Variierender gesellschaftlicher Umgang mit Behinderung:
    • Universell = die Reaktion auf Behinderung hatte in allen Kulturen und zu allen Zeiten universelle Merkmale.
    • Relativ kulturell = Sind kulturelle Unterschiede vorhanden => gesellschaftliche Reaktion auf Behinderung ist nicht natürlich und somit veränderbar.
    • Relativ historisch = Denselben Hinweise kann man auch erhalten, wenn man auf der Zeitachse der Menschheitsgeschichte die gesellschaftlichen Reaktionen auf Behinderung analysiert.
  • Geschichte der sozialen Reaktion auf Behinderung: Erkenntnisleitende Frage:
    • Ist der soziale Umgang mit Behinderung eine quasi angeborene Konstanze des Menschen?
      •  
  • Ist der soziale Umgang mit Behinderung eine Frage des Zeitgeistes und des Wissens über Behinderung und damit grundsätzlich veränderbar?
  • Entwicklung der gesellschaftlichen Reaktionen: Gegen die kulturoptimistische These eines zunehmend solidarischer werdenden Umgangs mit Behinderung im Verlauf der Menschheitsgeschichte sprechen 2 historische Momente:
    • Gewaltauswüchse gegen Behinderte in den 30er Jahren
    • Neuere Ausgrabungen aus der vorgeschichtlichen Zeit, bei denen Überreste von Behinderten im Erwachsenenalter freigelegt wurden.
  • Behinderung in der Tierwelt:
    • Soziale Tiere erwarten normgerechtes Verhalten
    • Oftmals kommt es zu Ausstossreaktionen
    • Bisweilen scheinen Thesen aber auf Abweichungen mit altruistischem Verhalten zu reagieren (=Arterhaltung)
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  1. Soziale Reaktion auf Behinderung in der Urgeschichte
  • Behinderung in der Urgeschichte:
    • Quellenlage = lückenhaft
    • Konnte nur die Behinderungsarten feststellen, die die gefundenen Skelette vorwiesen => deswegen sind die meisten der heute als Behinderung bezeichneten Erscheinungen im Quellengut der urgeschichtlichen Archäologie nicht nachweisbar.
  • Behinderte in der Urgeschichte:
    • Irak: Ausgrabungen von va. 45'000 Jahren alten Neandertalern => ein etwa 35 Jahre alter Mann mit mittelschwerer Behinderung => er wurde offensichtlich nicht verstossen => offensichtlich war es so, dass die anderen Gruppenmitglieder für diese behinderte Person gesorgt haben
    • Krim: ein 2-jähriges Kind mit gB wurde von den Eltern und Gemeinschaft nicht verstossen
    • Südmähren: Jugendliche mit  erheblichen Missbildungen im Bereich des Schultergürtels und Spina bifida => sie erreichten alle ein für damalige Verhältnisse respektables Alter

Behinderte Personen hatten z.T. einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft => Minderheit, dass es zu einer Erhöhung der soz.Position geführt hat