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Sophie Marthaler
Diese Vokabelkartei für Deutsch im Grundschulniveau bietet eine umfassende Sammlung von 136 Karteikarten, die sich auf wichtige Begriffe und Konzepte aus dem Bereich der Sonderpädagogik konzentrieren. Die Karteikarten decken Themen wie Behinderung, Normbegriffe, Devianz und institutionelle Fixierung ab, wobei sie sowohl theoretische als auch praktische Aspekte behandeln. Beispielhafte Begriffe sind "Behinderung", "Devianz" und "Normbegriffe". Die Plattform unterstützt auch das Rückwärtslernen von der Zielsprache zur Ausgangssprache, was sie besonders nützlich für Schüler und Pädagogen macht, die ihr Verständnis der deutschen Sprache und der damit verbundenen Konzepte vertiefen möchten.
Cartes-fiches
136
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Allemand
Créé / Mis à jour
19.08.2019 / 19.01.2020

Cartes-fiches

  1. Behinderung und Armut

  1. Behinderung und Armut
  • Weltweit: UNESCO
    • Ursachen für Beeinträchtigungen: Mangelernährung; Unfälle; Trauma; Krieg; Infektionskrankheiten; ...
    • Wenn es uns gelingen würde, Armut zu reduzieren, dann hätten wir weltweit gesehen 50% weniger behinderte Personen
    • Es wird geschätzt, dass 2% der Behinderten Zugang zu medizinisch, rehabilitativen, sonderpädagogischen, therapeutischen Möglichkeiten haben
  • Entwicklungsziele der UN bis 2015:
    • 50% Reduzierung der extremen Armut
    • universelle Primarschulausbildung in allen Ländern
    • Reduktion der Kindersterblichkeitsrate um 2/3
    • Reduktion der Müttersterblichkeitsrate um ¾
    • Möglichst baldiger Zugang zu Systemen der Grundgesundheit für alle
  • Risikokummulation:
    • Frauen, Behinderte und Personen in Entwicklungsländern haben einen geringeren Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen als Männer, Nicht-Behinderte und Personen in industrialisierten Ländern.
    • Wie leben behinderte Frauen in Entwicklungsländern?!?!
  • Weltbankbericht 2005:
    • Wenn wir Armut nicht verhindern, können wir Behinderung nicht verhindern. Wenn wir Behinderung nicht verhindern, können wir Armut nicht verhindern
    • Gleiche Rechte für Behinderte und Nicht-Behinderte!

  1. Behinderung und sozioökonomische Bedingungen

  • Soziale Schichtung:
    • Definition: der sozioökonomische Status von Personen wird klassisch in 3 Bereiche eingeteilt, wobei der mittlere Bereich der grösste ausmacht: Bildung, Einkommen, berufliche Prestige
    • Begriffsentwicklung:
      • Stände: Historisch, mit festen gesellschaftlichen Regelungen und Rechten durchgesetzte Gesellschaftsstruktur
      • Schichten/Klassen: Die soziale Stellung einer Person ist durch ihre Stellung im Arbeits- und Produktionsbetrieb festgelegt
      • Sozioökonomischer Status (SES): Wirtschaftlich beeinflusste Definitionen welche i.d.R. Bildung, Einkommen und Prestige enthält
      • Soziale Lage/Milieu/Lebensstil: Aufgrund der Individualisierungsthese, Differenzierung des klassischen Schichtbegriffs
  • Statuskonsistenz und –inkonsistenz:
  • Annahme, dass eine Person auf verschiedene Merkmale in einem Sozialsystem unterschiedliche Positionen einnehmen kann
  • Je weniger statusrelevante Merkmale es in einem Sozialsystem gibt, desto wahrscheinlicher ist eine soziale Schichtung
  • Statusmobilität:
  • Unterscheidung zwischen Generationenmobilität (=> wenn die Kinder einen höheren Status haben als die Eltern) und Karrieremobilität (=> Wenn ich selber im Laufe meines Lebens sozial „nach oben gehe“)
  • Strukturalistische Theorien: Statuszuweisung => Plätze existieren schon vor der Geburt
  • Entscheidungstheorien: Statuserwerb => Personen können sich aufgrund von rationalen Entscheidungen eine Position in der Gesellschaft erwerben
  • Liberale Theorien: Merkmale der verderbten Statuszuweisung verschieben sich zum leistungsbedingten Statuserwerb => in postindustriellen Gesellschaften wachsen die Mobilitätsraten und haben immer weniger mit der sozialen Herkunft zu tun
  • Neomarxistische Theorien: Massen-Proletarisierung (zunehmende Abwärtsmobilität) => zunehmende Trennung von ausführenden und anweisenden Tätigkeiten
  • Bedeutung:
  • Individualismus der Postmoderne ermöglicht eine neue Vielfalt der Lebensgestaltung
  • Dennoch dominieren auch in den mehrdimensionalen Schichtungsgefüge moderne Gesellschaften die Schichtstrukturen nach Bildung und Beruf
  • Zunehmend nimmt die Bildung mehr an Bedeutung
  • Schichten der postindustriellen Gesellschaft zeichnen sich im Vergleich zu Ständen zurückliegender Gesellschaftsformen durch:

  • Sozioökonomische Bedingungen und Behinderung allgemein:

  • Bestimmte Behinderungsformen sind in einer gesellschaftlichen Gruppe relativ häufiger vertreten als in der anderen => daraus lassen sich einerseits Rückschlüsse auf die sozialen Ursachen für Behinderungen ziehen und anderseits ergeben sich erste Anhaltspunkte für soziale Lage, Lebensqualität und Lebensperspektiven von behinderten Personen.
  • Schweiz:
    • Höhere Säuglingssterblichkeit
    • Grössere Anfälligkeit für Erkrankungen und mangelhafte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten
    • Früherkennung und Vorsorge während der Schwangerschaft bei der Geburt und im Säuglingsalter sind unzureichend aufgrund unteroptimaler ärztlicher Betreuung => gegenseitiges Misstrauen (Ärzte-Unterschicht)

  • Sozioökonomische Bedingungen und Lernbehinderung:

  • Zu 90% stammen die LB aus unterprivilegierten Sozialschichten
  • Sie stammen aus Familien mit hohen Kinderzahlen, die in unattraktiven Wohngegenden beengt wohnen
  • Behinderung und Armut ist in allen Fällen korreliert

  • Sozioökonomische Bedingungen und gB:

  • Menschen mit gB stammen aus allen sozialen Schichten der Bevölkerung => Angehörige der unteren Schichten scheinen aber unverhältnismässig häufiger darunter vertreten zu sein

  • Sozioökonomische Bedingungen und Sprachbehinderung:

  • Soziale Herkunft korreliert mit der Häufigkeit und mit dem Schweregrad von Sprachbehinderung insgesamt sowie mit den Häufigkeiten von Dysgrammatismus und von sprachlicher Mehrfachbeeinträchtigung

Hör- und Sehbehinderung

  • Sozioökonomische Bedingungen und Sehbehinderung:
    • In der Bundesrepublik ist Blindheit im Kindesalter weitaus häufiger in unteren sozialen Schichten anzutreffen als in Mittel- und Oberschichten
  • Sozioökonomische Bedingungen und Hörbehinderung:
    • In der Bundesrepublik ist Gehörlosigkeit im Kindesalter weitaus häufiger in unteren sozialen Schichten anzutreffen als in Mittel- und Oberschichten.

  • Sozioökonomische Bedingungen und Körperbehinderung:

  • Mindestens die Hälfte aller KB Schüler leiden an CP. Diese beruhen im Wesentlichen auf prä-, peri- und postnatalen Schädigungen, deren überdurchschnittlich häufiges Vorkommen bei Kindern aus den Unterschichten durch sozioökonomische und sozioökologische Benachteiligungen und soziokulturelle Variablen plausibel erklärt werden kann

  • Das Bedingungsgefüge:

  • Das Bedingungsgefüge:
    • 1. Sozialbedingte Behinderungsgenesen entwickeln sich besonders aufgrund erheblicher soziokultureller Benachteiligungen
    • 2. Sozialmedizinisch analysierbare schichtabhängige Auftretenshäufigkeit von organischen Schädigungen, auf deren Grundlage Behinderungen als sozial vermittelte Phänomene zum Tragen kommen
    • 3. Interaktions- und Kumulationsprozesse zwischen beiden Bedingungsebenen m Sinne sozialisationsspezifisch beeinflusster Akzentuierung und Verschärfung möglicher Folgen vorliegender organischer Schädigungen die in ihrer Auftretenshäufigkeit wiederum von sozialen Faktoren mitbestimmt werden
    • => Teufelskreis!
  • Fazit: Armut steigert das RISIKO behindert zu werden und umgekehrt

Wissenschaftstheorie

  1. Theorie, Paradigma, normative Pädagogik, geisteswissenschaftliche Position, kritischer Rationalismus, Systemtheorie, Konstruktivismus
    1. Einführung und Themenüberblick
  • Alle Praktiker haben Vorstellungen im Kopf => diese Vorstellungen sind Theorien
  • Theorien sind immer modellhafte Vereinfachungen von der Praxis
    1. Theorie
  • Definitionen:
    • Praxis = Konkrete Handlung
    • Subjektive Theorie = überdauernde Meinungen / Nachdenken / Generalisierte Diskussionen
    • Theorie = systematische Objekttheorie / Empirische Bewährung / umfassendes Aussagesystem
    • Methatheorie = Wissenschaftstheorie / Methodologie / teilweise Erkenntnistheorie
    • Modell = bezieht sich auf Teile einer Theorie / Modelliert kausale Zusammnhänge
    • Konzept = gedankliches Werkzeug als eine Art Handlungsentwurf
  • Sowohl subjektive Theorien wie auch Objekttheorien operieren mit Sprache
  • Problem: Sprache ist eine Vereinfachung der Realität
  • Das Problem mit  dem „gesunden Menschenverstand“: Das Konzept des gesunden Menschenverstandes gibt es nicht! Diese Theorie funktioniert nicht

Theorie

  • Durschauen eines/r Zusammenhangs/Idee => setzt an der situativen Wirklichkeit an und versucht über Begriffe, Interpretationen, Positionen und Elemente zu einer verallgemeinerbaren Erkenntnis über ein bestimmtes Phänomen zu gelangen
  • Wissenschaftliche Lehre, die auf eine wissenschaftlich begründete Praxis abzieht => Wissenschaftliche Erkenntnis sucht nach begründbaren Zusammenhängen zwischen gefundenen Fakten bzw. Elementen von Wirklichkeit
  • Reine Erkenntnis ohne Rücksicht darauf, ob diese praktisch umgesetzt werden kann
  • Aussagen, die subjektiv gefärbt sind, ergeben wenig Sinn in einem Aussagesystem, dass möglichst allgemein anwendbar sein soll
  • Funktionen: Theorien dienen ...
    • Zum Verstehen und erklären sozialer Gegebenheiten
    • Zum Erstellen von Prognosen mit gesetzmässigem Charakter => Prognosen sind eher schwer zu erstellen => wäre ein Idealfall
    • Zur Kritik anderer Theorien
    • Zur Produktion neuer Theorien
    • Als allgemeiner Bezugsrahmen => unterschiedliche Probleme lassen sich unterschiedlich beleuchten

  1. Wertfreiheit

  1. Wertfreiheit
  • Wissenschaftliche Aussagen:
    • Normativ = verlangend; Soll-Sätze
    • Deskriptiv = Ist-Sätze; beschreibend; z.T. Wenn-Dann
    • Misch-Sätze = i.d.R. Wenn-Dann
    • Unrein deskriptiv =Wenn-Dann mit Implikation/Suggestion oder Sätze über Tatsachen, die sich auf Institutionen beziehen (z.B. Geld)
  • Streit/Missverständnisse:
    • Bsp.: Ipsoflexives Argument: Wertfreiheit fordern ist an sich ein Widersprich, da selbst eine Norm
    • Bsp.: Popper:
      • Kritischer Rationalismus
      • Fordert Wertefreiheit der Wissenschaft
      • Wissenschaft kann Werte und Normen untersuchen, aber wertfrei
      • Werte und Norman sollen explizit gemacht werden, da auch wissenschaftliches Handeln davon beeinflusst
      • Werte und Normen grundsätzlich relativ

  1. Normative und deskriptive Positionen

  1. Normative und deskriptive Positionen
  • Normative und deskriptive Positionen:
  • Normative Pad. =
  • konkrete Handlung (hat eine bestimmte Veränderung/Programm => z.B. Pietismus/PISA)
  • Theologische, philosophische oder konventionalistische Begründungen
  • Begründungen oberster normativer Sätze
  • Curriculumforschung
  • Max Scheler („die heutige Gesellschaft zerfällt“)
  • Geisteswissenschaftliche Päd. =
    • Studie von Normen
    • Situationsvariant
    • Hermaneutik
    • Schleiermacher, Dilthey
  • Empirisch analytische Erziehungswissenschaft =
    • deskriptiv (Konzentration auf die Gegenstände)
    • Wertfreie Sozialwissenschaft
    • Normative wissenschaftliche Aussagen sind wenig sinnvoll => kritischer Rationalismus (Popper, Pisitivismusstreit um Wertefreiheit der Wissenschaft)
    • Max Weber
  • Emanzipatorische Päd. =
    • normativ-deskriptiv
    • Frankfurter Schule
    • Dialektik (empirische und hermeneutische Verfahren)
    • J. Habermas

  1. Paradigma

  1. Paradigma
  • Beschreibung:
    • = von der Wissenschaft geteiltes Grundwissen
    • Konkrete Problemlösung, die als Vorbilder für die Lösung der übrigen Probleme dienen
    • Ist den Mitgliedern einer wissenschaftlichen Gemeinschaft gemeinsam
  • Bedeutung und Funktion:
    • Als dominante Theorie und Interpretationsangebot kann ein Paradigma den Wissenschaftsbetrieb und damit auch die weitere Forschung strukturieren.
    • Einfluss:
      • Curriculum und Lehre (=> Was sind die Inhalte eines Studiums?)
      • Vorbild für weitere Forschungen
      • Konzentration der Forschungstätigkeit
      • Begründung von Traditionen
      • Begründung neuer Disziplinen
    • Paradigmawechsel:
      • 3 Merkmale:
        • Neue Phänomene durch bisherige Theorie nicht erklärbar
        • Neue Impulse machen Wechsel von Problemlösestrategie notwendig
        • Wissenschaftliche Betrachtung der Welt hat sich geändert, so dass Forschung nicht mehr greift
      • Beispiele aus den Naturwissenschaften:
        • Die Erde als Kugel
        • Die Newton’sche Physik und das Auftauchen der Relativitätstheorie
      • Beispiele aus der Pädagogik:
        • Ablösung der Pädagogik von normativen Begründungen ihrer selbst als Wissenschaft sowie ihrer Theorien und Konzepte

eispiele Paradigmen

  • Beispiele aus den Naturwissenschaften:
    • Die Erde als Kugel
    • Die Newton’sche Physik und das Auftauchen der Relativitätstheorie
  • Beispiele aus der Pädagogik:
    • Ablösung der Pädagogik von normativen Begründungen ihrer selbst als Wissenschaft sowie ihrer Theorien und Konzepte
  • Paradigmen in der Sonderpädagogik (nach Bleidick):
    • Individualtheoretisch:
      • Älteste, hält sich hartnäckig (=> ist der einsichtigste Ansatz, da er praktisch anwendbar ist)
      • Medizinische und psychologische Modelle als Basis
      • Empirische Allgemeingültigkeit widerlegt
      • Schwierigkeiten werden vom betroffenen Individuum her erklärt
      • Behinderungen können heute kaum noch vernünftigerweise als individuelle Kategorie angesehen werden
    • Interaktionistisch:
      • Symbolischer Interaktionismus und Stigmatheorie als Basis
      • Schwierigkeiten als Ergebnis gestörter soziale Beziehungen (z.B. negative Erwartungen bewirken Störungen; insbes. Lehrer-Schüler-Interaktion)
      • Stigmatisierungsprozesse empirisch nachgewiesen
      • Unterstellung von Pessimismus
    • Systemtheoretisch:
      • Allgemeine systemtheoretische, institutionstheoretische und organisationssoziologische Überlegungen
      • Phänomene mit Eigentümlichkeit und Eigengesetzlichkeit sozialer Systeme erklärbar
      • Bsp. Lernbehinderung: dort wo es Kleinklassen gibt, gibt es auch Kinder mit LB
    • Gesellschaftstheoretisch:
      • Übertragung von soziologischen Überlegungen auf Phänomene der HP
      • Materialistische Pädagogik
      • Phänomene als Ausdruck und Teil gesellschaftlicher Definitionsprozesse und Machtverhältnisse
      • Damit aus einer Schädigung eine Behinderung entsteht, ist ein sozialer Kontext  notwendig
  • Stehen nebeneinander, daher Begriff „Paradigma“ übertrieben

  1. Paradigma und Handlungsfolgen

  • Paradigmen und die Vorstellungen zur Behinderung wandeln sich in längeren und kürzeren Zeitperioden
  • Bis heute wurde Behinderung als Strafe Gottes, als Krankheit, als Normabweichung, als Devianz, als sozial abhängiges und relatives Problem betrachtet
  • Paradigmas bestimmen in hohem Grad den praktischen juristischen, pädagogischen und sozialen Umgang mit behinderten Personen

  1. Relativierung wissenschaftlicher Erkenntnis

  • Im Laufe der Geschichte kehrten sich wissenschaftliche Positionen vom absoluten Wahrheitsanspruch ab, so dass es zu einer Relativierung der eigenen Aussagekraft kam
  • Normative Pädagogik (hohe Verabsolutierung, nicht hinterfragbar) => Geisteswissenschaft, kritische Theorie, Kritischer Rationalismus => Sozialwissenschaftlicher Konstruktivismus => Radikaler Konstruktivismus (hohe Relativierung, Wahrnehmung = Konstrukt)

  1. Normative Pädagogik gestern und heute

  • Erst theologische, dann philosophische Grundlagen, ab 20.Jhd. religionsfreie Ansätze
    • Theologisch:
      • August Hermann Franke: Menschliches Handeln habe der Ehre Gottes zu dienen, als Erziehungsgrundsatz
      • Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur
    • Philosophisch:
      • Max Scheler
      • Gegen Relativismus und Wertpluralismus
      • Hermeneutik
    • Über Konventionen:
      • Curriculumforschung (60er)
      • Versuchten Werte und Normen in Form von Lernzielen zu legitimieren (= nicht möglich)
      • Delphimethode: Expertenbefragung für Konsens, Werteproblematik auf Auswahl der Experten verschoben
  • Bewertung:
    • Nicht möglich, wissenschaftliche Aussagen über gültige Werte und Normen zu machen und zu beweisen => wenn dies trotzdem getan wird, spricht man vom naturalistischen Fehlschuss = das Schliessen von deskriptiven auf normative Aussagen
    • Mit der Feststellung dieser Unmöglichkeit äussert die Wissenschaft ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber allen Monopolisierung von Normen und Werten ihren Ausdruck
  • Verschleierte Normen:
    • Z.T. sind bildungs- und erziehungspolitische Programme nur scheinbar frei von begleitenden Normen und Werde
    • Normative Wirkung entsteht u.a. dadurch, dass ihre Dominanz andere Entwicklungen verdrängen oder marginalisieren kann
    • Beispiel: PISA => übt eine relativ unmittelbare normative Wirkung aus => z.B. in der Dominanz des Leistungsaspekts als Teil des gesamten Bildungs- und Erziehungsauftrags
  • Leistungsstandards:
    • Programm der Curriculumforschung  erlebt mit der Harmonisierung der Bildungsstandards eine bearbeitete Neuauflage
    • Ursprüngliche Idee => stammt aus der Bildungsökonomie und meint ein standardisiertes messbares Angebot der öffentlichen Bildungs- und Erziehungsinstitutionen. => Unter der Hand wird daraus aber immer wieder ein Programm der Standardisierung von Kindern und Jugendlichen gemacht => mit Folgen für die Sonderpäd.

  1. Geisteswissenschaft in der Pädagogik

  • Hauptthesen:
    • Ausgangspunkt für Theorie = praktische Probleme
    • Päd.Situation hat Bedeutung für die Betroffenen => diese ist Basis für Handeln=> Päd. hat zur Aufgabe diese Bedeutung zu verstehen
    • Päd.Situation = Ergebnis einer geschichtlichen Entwicklung => Geschichte der Betroffenen muss für Verständnis miteinbezogen werden
    • Bildungsideale und Entwicklungsmöglichkeiten aus Geschichte ersichtlich => ergibt neue Aufgaben und Orientierungen
    • Verlor in Päd. durch vermehrte Orientierung an Empirie (realistische Wende) an Bedeutung
    • Vertreter: Herman Nohl; Theodor Litt, Eduard Spranger, Wilhelm litner, ...
    • Wilhelm Dilthey => entwickelte die Hermeneutik als eigenständige Methode der Geisteswissenschaften
  • Hermeneutik:
    • Hintergrund und leitendes Interesse:
      • In der konkreten Situation unter Rückgriff auf eigene Erfahrungen und des Umfelds einen grösseren Sinneszusammenhang erkennen => Analyse
      • Ursprung in Judaistik, altindische Lehre und antike Exegese
      • Zentrale philosophische Disziplin
      • Während Naturwissenschaften etwas zu erklären versuchen, geht es bei der Hermeneutik um das Verstehen in einem umfassenden Sinne.
    • Erklären und Verstehen:
      • Erklären = Die Eigenschaften eines Steins können gemessen, einer Erklärung zugeführt werden => So erklären etwa die Fallgesetze das Fallen eines Steins
      • Verstehen = Seine Bedeutung, etwa das Baumaterial, seine ästhetischen Eigenschaften können jedoch kaum erklärt werden => sie müssen verstanden werden
    • Erkenntnistheoretische Grundlagen:
      • Verschiedene Daseinsformen stellen ein sinnvolles System von Organismen (einzelne Personen, Gruppen, Gesellschaften) dar.
      • Die Ziele der Daseinsformen sind in der Tiefenstruktur aufeinander abgestimmt, selbst wenn sich diese oberflächlich unterscheiden oder widersprechen
    • Beispiel: Zirkel
      • Das Bild des hermeneutischen Zirkels charakterisiert die Interpretation eines Gegenstandes als fortschreitende Annäherung an dessen Sinn
      • Die Reifung des Vorverständnisses:
        • Hermeneutischer Entwurf
        • Hermeneutische Erfahrung
        • Der verbesserte Entwurf
  • Endlosschlaufe bis Verstehen => wann ist dieser Punkt erreicht?

Kritik Geistewissenschaft

  • Kritik:
  • Empirisch-analytische Position: fehlende Exaktheit
  • Gesellschaftskritische Position: Desinteresse an Zusammenhänge zwischen Erziehung und Gesellschaft
  • Reaktionäre Grundhaltung und restaurative Tendenzen (wegen Vergangenheitsorientierung) => sie würden das alternative Denken vernachlässigen
  • Problem der Intuition:
  • Prozess der Deutung und des Verstehens ist intuitiv und vom Vorverständnis abhängig => Prozess eng an Forscher gebunden => nicht in jedem Fall zweifelsfrei intersubjektiv nachvollziehbar
  • Bis heute fehlt es an verbindlichen Verhaltensregeln, die den Beitrag der Intuition schmälern
    • Varianten:
      • Aus der Hermeneutik haben sich in jüngerer Vergangenheit weitere gesellschaftliche Positionen entwickelt:
        • Ethnomethodologie
        • Phänomenologie
        • Weiterentwicklung der Dialektik

  • Phänomenologie

  • Phänomenologie
    • Sich an dem orientieren, was dem Bewusstsein unmittelbar erscheint
    • Um sich einem Gegenstand anzunähern, muss man sich von allen (Vor-)Urteilen und von allen Theorien freimachen
    • Neutral sein

  • Ethnomethodologie

  • Ethnomethodologie
    • Mikrosoziologischer und handlungstheoretischer Forschungsansatz
    • Kategorien oder Schemata werden nur dann verwendet, wenn nachweisbar ist, dass sich die Handelnden selbst auch an diese Kategorien oder Schemata orientieren
    • Starke Berührungspunkte zur Phänomenologie
    • Untersucht alltagspraktische Handlungen/Äusserungen auf ihre formalen Strukturen
    • Annahme, Sprache sein unpräzis und kontextanhängig => muss von den Handelnden immer neu interpretiert werden
    • Ziel der Analyse = Sichtbarmachen von impliziten sozialen Normen
    • Objektiver Standpunkt nicht möglich, da Wissenschaft Sprache verwendet

  • Dialektik

  • Dialektik
    • Mehr ein erkenntnisphilosophischer Grundbegriff als wissenschaftstheoretische Position
    • Geht auf Antike zurück
    • Psychologische Annäherung: die These-Antithese-Struktur ist im einzelnen Menschen  => Hegel
    • Soziologische Annäherung: die These-Antithese-Struktur ist auch in der ökonomisch geprägten gesellschaftlichen Umwelt => Marx
    • Dialektik = Anstrengung des Subjekts, über sich selbst hinauszugehen => Hegel

(Durch Dialektik findet man keine Lösung, es verwirrt mehr)

  1. Kritische Theorie in der Erziehungswissenschaft

  • Anfänge einer Gegenbewegung:
    • 20er Jahre: Max Horkheimer, Theodor W.Adorno, Erich Fromm, Jürgen Habermas, Wolfgang Jantzen, ....
    • Gegenposition zu bisherigen wissenschaftlichen Richtungen
    • Frankfurter Schule (Institut für Sozialforschung)
    • Ablehnung einer positivistischen empirischen Forschung nach Vorbild der Naturwissenschaften und Ablehnung der Geisteswissenschaften
  • Kritische Erziehungswissenschaften:
    • Deutliche Betonung von gesellschaftlichen und politischen Aspekten
    • Ansicht, dass ohne Berücksichtigung der gesellschaftlichen und politischen Situation die pädagogischen Ziele unter den Zwängen der gesellschaftlichen Verhältnisse zerbrechen
    • Anderes Denken in Pädagogik: Nicht mehr fragen, wie kann ich dem Kind helfen, sondern was ist meine Funktion => Kind stark machen für Arbeitsmarkt
  • Marx Horkheimer:
    • Gründung des Instituts für Sozialforschung
  • Theodor W. Adorno:
    • Arbeit im Horkheimer an der „Dialektik der Aufklärung“
    • Auseinandersetzung mit Karl Popper => Positivismusstreit
  • Jürgen Habermas:
    • Einer der populärsten Repräsentanten der Kritischen Theorie
    • Lehnte den Radikalismus der Studentenbewegung ab
  • Frankfurter Schule:
    • Erster Direktor: Horkheimer – heute: Axel Honneth
    • Institut für Sozialforschung
    • Heute: marxistische Anlehnung => untersucht v.a. „Paradoxien der kapitalistischen Modernisierung“:
      • Strukturwandel und normative Integration in kapitalistischen Gesellschaften
      • Familialer Wandel und veränderte Sozialisationsbedingungen
      • Entbürokratisierung des Sozialstaates und politische Demokratie
      • Kulturindustrie und elektronische Medien
  • Vertreter in der Sonderpädagogik:
    • Wolfgang Jantzen: Schwerpunkt: Materialistische Behindertenpädagogik; „Behinderte als industrielle Reservearmee“; => Was ist die Aufgabe der Sonderpäd.?
    • Georg Feuser: Schwerpunkt: Integration von Behinderten; „Theorem des gemeinsamen Gegenstandes“; => Verschiedene Kinder in unterschiedlichen Leistungsniveaus können gemeinsam etwas machen und Erfolg daraus ziehen

Definitionen der kritischen Theorie:

  • Definitionen der kritischen Theorie:
    • Theorie im traditionellen Sinn:
      • Organisiert die Erfahrung auf Grund von Fragestellungen, die sich mit der Reproduktion des Lebens innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft ergeben
      • Haben ein Gesellschaftsbild
      • Sie selbst sind ausserhalb und schauen auf die Gesellschaft => sie versuchen Regelmässigkeiten zu finden
      • Wir analysieren nur, wir sagen nicht, wie wir es besser machen können!
    • Kritische Theorie:
      • Gegenstand = Menschen als die Produzenten ihrer gesamten historischen Lebensformen
      • Was jeweils gegeben ist, hängt nicht allein von der Natur ab, sondern auch davon, was der Mensch über sie vermag
      • Man muss der Gesellschaft sagen, was verändert werden muss!

  • Hauptziel der kritischen Theorie:

  • Emanzipation des Menschen aus versklavenden Verhältnissen => Horkheimer => er lehnt sich hier an Kant => er nimmt ein Programm der Aufklärung wieder auf

  • Merkmale und Konzeption:

  • Merkmale und Konzeption:
    • Kein homogenes Forschungsparadigma
    • Lehnten einheitliche Methoden ab
    • Keine Forschungsmethode im engeren Sinne
  • Kritik an der traditionellen Wissenschaft:
    • Ziel = Beherrschung von sozialen Mechanismen und Mensch
    • Entdeckungs- und Verwertungszusammenhang sei willkürlich => bleibe ideologisch
    • Traditionelle Wissenschaft ist der isolierten Betrachtungsweise verpflichtet und verhindert ganzheitliche Betrachtungen
    • Freiheit der Wissenschaft = Ideologie
    • Unterliegt einem falschen Objektivitätsglauben
    • Traditionelle Wissenschaft = elitär => diene v.a. der Minderheit
  • Der Positivismusstreit:
    • Vorgeschichte: reicht bis 1930 zurück => Horkheimer greift in Aufsatz den Erfahrungsbericht des Wiener Kreises an => Streit schliesst an früheren Auseinandersetzungen über Werturteilsfreiheit an
    • Kontrahenten: eine Seite = Vertreter des Kritischen Rationalismus (=> Popper & Albert); andere Seite = Vertreter der Kritischen Theorie (=> Adorno & Habermas)
    • Zeit und Ort: Kontroverse fand am Eröffnungstag des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 1961 in Tübingen statt

Verlauf: Gewinner = Ralf Dahrendorf => er vermittelte zwischen beiden Positionen; Debatte gilt als nocht beendet

  • Kritik an der Kritischen Theorie:

  • Kritik an der Kritischen Theorie:
    • Methodisches Repertoire zu ungenau und zu intuitiv
    • Gesellschaftliches Interesse als unwissenschaftlich
    • Hat den Entsolidarisierungsprozessen bezgl. Menschen mit Behinderung wenig entgegenzusetzen (=> Widerspruch zwischen hohen Ansprüchen und Solidarisierung für die, die den Ansprüchen nicht nachkommen können)

  1. Entwicklung empirischer Denktraditionen

  1. Entwicklung empirischer Denktraditionen
  • Rationalismus = v.a. in FR und DE wurzelnde philosophische Strömung, welche der Vernunft als Mittel der Erkenntnis den Vorzug gibt
  • Empirismus = v.a. in GB wurzelnde philosophische Strömung, welche der sinnlichen Wahrnehmung als Mittel der Erkenntnis den Vorzug gibt.
  • Positivismus – Neopositivismus – logischer Empirismus = Der Neupositivismus vertritt im Gegensatz zum Empirismus eine strikt antimetaphysische Haltung => Position gilt seit Jahrzehnten überholt

  1. Kritischer Rationalismus
  • Neue Elemente des Relativierens:

  • Neue Elemente des Relativierens:
    • Nährt seine Logik aus der Kritik => d.h. übt Kritik an der logischen Fehlannahme, dass wenn etwas bewiesen ist, gilt es für immer
    • Kernelemente: grundsätzliche Vorläufigkeit von wissenschaftlichen Aussagen & Ersetzen von Induktion durch Falsifikation
    • Grundüberzeugung: Die menschliche Erkenntnismöglichkeit = beschränkt => es gibt eine reale Welt, die vom menschlichen Erkenntnisvermögen unabhängig ist => es gibt eine Welt, die da ist, auch wenn wir nicht darüber nachdenken
    • Kritischer Rationalismus ist nicht nur eine wissenschafts- und erkenntnistheoretische Position, sondern auch eine Lebenseinstellung
    • Im Idealfall ist die Meinung des einen gleich wie die des anderen, die beiden verstehen sich. => Trotzdem ist die Welt eines jeden unterschiedlich

kritischer rationalismus

  • Umgang mit dem Basisproblem:

  • Umgang mit dem Basisproblem:
    • Rationalismus: Axiome / Sätze => stützt sich auf den Kopf => die Vernunft ist das Mittel zur Erkenntnis
    • Empirismus: Beobachtung / Sätze => stützt sich auf die Augen => die sinnliche Wahrnehmung ist das Mittel zur Erkenntnis
  • Der Kritische Rationalismus löst das Basisproblem, indem er Sätze mit Erfahrung verbindet und diese als vorläufig ansieht => verschmelzen der beiden Ansichten => Kopf und Auge

kritischer rationalismus

Kritik an der Induktion

  • Kritik an der Induktion:
    • Der logische Empirismus geht von der Annahme aus, dass bei einer genügenden Anzahl von Beobachtungen auf dem Wege induktiver Schlussfolgerungen allgemeine Aussagen gemacht werden können => Bsp.: Schwan ist weiss (Beobachtung) => alle Schwäne sind weiss.
    • Induktives Denken ist risikoreich => führt zu Vorurteilen

Ist im Alltag stark vertreten

kritischer rationalismus

Falsifizierbarkeit:

  • Falsifizierbarkeit:
    • Gegenkonzept zur Verifizierbarkeit
      • Verifizierbarkeit = Man hat eine Überzeugung und sucht deren Bestätigung
    • Falsifizierbarkeit = Hat eine Überzeugung, versucht aber sie zu entkräften => alles wird auf die Richtigkeit geprüft => „Ein empirisch-wissenschaftliches System muss an der Erfahrung scheitern können“
      • Ausnahme: Definition und Setzungen => Bsp.: Wenn „Alle Schwäne sind weiss“ eine Definition ist, es also ein Wesensmerkmal eines Schwans bestimmt ist, weiss zu sein, dann wird dieser Satz auch nicht durch einen schwarzen Vogel widerlegt, der ansonsten wie ein Schwan aussieht
      • Ist schwer zu erkennen, was noch eine wissenschaftliche Aussage ist und was nicht

kritischer rationalismus

grundsätze Forschung/ Thoerie

  • Über das Wesen der Wissenschaft => wir müssen beweisen, dass wir uns nicht irren, nicht beweisen, dass wir recht haben
  • Karl R. Popper:
    • Distanziert sich vom Kommunismus
    • Die in seinem Hauptwerk enthaltene Forderung nach Falsifizierbarkeit gilt als Grundlage moderner wissenschaftlicher Arbeit
    • Er trat für eine wertfreie Wissenschaft ein, verfasste aber mit der „Offenen Gesellschaft“ ein viel beachtetes gesellschaftskritisches Werk
  • Theorie: Im strengen Sinn des Kritischen Rationalismus
    • Kritischer Rationalismus ist eine Objekttheorie => ein logisch geordnetes System von nicht widerlegten Hypothesen => diese versucht man nach ihrer Richtigkeit und versucht sie zu widerlegen
  • Theorie und Empirie:
    • Kritischer Rationalismus: Aussagen (Theorien) = Ausgangspunkt
    • Erfahrungen (Empirie) = grössere Macht, weil sie Aussagen falsifizieren, also für ungültig erklären
    • Aussagen = das Wichtigste, weil sie das eigentliche Ziel darstellen
  • Forschungsablauf nach dem Kritischen Rationalismus:
    • 1. Allgemeine Hypothese aufstellen (wenn ... dann ...)
    • 2. Operationalisierung der Begriffe in der Hypothese
    • 3. Systematischer Versuchsplan zur logisch einwandfreien Widerlegung der Hypothese
    • 4. Entscheidung über die vorläufige Beibehaltung der Hypothese
    • 5. Theoriebezogene Interpretation mit allfälliger Umformulierung oder Exhaustion (= eine Erweiterung der Theorie, die zu einer Verschmälerung der Gültigkeit führt)

Kritischer Rationalismus

  • Merkmale einer Hypothese:

  • = eine erklärende Aussage
  • ist deskriptiv und grundsätzlich falsifizierbar
  • Ihre Begriffe müssen operational und beobachtbar sein, einen Zusammenhang im Rahmen eines einzutretenden Ereignis haben, deren Ausrichtung theoriegeleitet ist oder an den bestehenden Forschungsstand anknüpft und sich in der Regel mit „wenn-dann-Sätzen“ ausdrücken lässt.

  • Deduktion – Induktion:

  • Deduktion = Ableiten einer speziellen Aussage aus einer allgemeinen Theorie bzw. einer allgemeinen Regel
  • Induktion = Schliessen von einer begrenzten Anzahl spezieller Fälle oder Ereignissen auf eine allgemein gültige Theorie bzw. eine allgemeine Regel.

  • Das H-O-Schema: nach Hempel und Oppenheim

  • Explanandum = ein zu erklärender Sachverhalt
  • Explanans = Erklärung => besteht aus:
    • Antecendenaussagen = singuläre Aussagen über Randbedingungen
    • Generellen gesetzmässigen Aussagen

  • Probleme der Kausalität:

  • Probleme der Kausalität:
    • Variablenkonfudierung => 2 Variablen, die sich vermischen und jetzt weiss man nicht mehr, was das Problem ist (z.B. Migranten kommen auf den Arbeitsmarkt)
    • Operationalisierungs-, Definitions- und Abgrenzungsprobleme
    • Intervall => Verortung von Phänomenen und Faktoren auf einem Kontinuum
    • Zirkularität und Reziprozität => Gegenseitige Bedingung
    • Equifinalität => Verschiedene Ursachen können das gleiche Ergebnis haben
    • Multifinalität => Gleiche Ursache, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen
    • Ursachenketten
    • Allgemeiner Korrelationscharakter
    • Kausalitätsbegriff ist immer wieder in der Kritik
    • Wichtig: Causa (Ursache); Contributio (Beitrag) und Correlation (Zusammenhang) gut auseinander halten => wenn 2 Sachen gleichzeitig auftauchen, verleitet es einem, einen Zusammenhang zu sehen => das kann so sein, muss aber nicht => kann also auch zu Trugschluss führen

  • Kritischer Rationalismus in der Erziehungswissenschaft:

  • Man versucht jetzt, Kinder aus einer erzieherischen Sicht zu untersuchen => Wechsel des Begriffs Pädagogik zur Erziehungswissenschaft
  • Empirisch-analytische Erziehungswissenschaft erhofft neue Erkenntnisse in folgenden Aufgabenbereichen:
    • Erklärung und Prognosen
    • Informationen über Zweck-Mittel-Relationen
    • Folgeabschätzungen über pädagogische Zielsetzungen

  • Objektivität im Kritischen Rationalismus:

  • Erst wenn verschiedene Forscher an der gleichen Arbeit gearbeitet haben und zu den selben Resultaten kommen, ist es eine objektive Arbeit => Objektivität entsteht durch Kritik

Étudier