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Sophie Marthaler
Diese Vokabelkartei für Deutsch im Grundschulniveau bietet eine umfassende Sammlung von 136 Karteikarten, die sich auf wichtige Begriffe und Konzepte aus dem Bereich der Sonderpädagogik konzentrieren. Die Karteikarten decken Themen wie Behinderung, Normbegriffe, Devianz und institutionelle Fixierung ab, wobei sie sowohl theoretische als auch praktische Aspekte behandeln. Beispielhafte Begriffe sind "Behinderung", "Devianz" und "Normbegriffe". Die Plattform unterstützt auch das Rückwärtslernen von der Zielsprache zur Ausgangssprache, was sie besonders nützlich für Schüler und Pädagogen macht, die ihr Verständnis der deutschen Sprache und der damit verbundenen Konzepte vertiefen möchten.
Cartes-fiches
136
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Langue
Allemand
Catégorie
Allemand
Créé / Mis à jour
19.08.2019 / 19.01.2020

Cartes-fiches

  1. Soziale Reaktion auf Behinderung in der Vorantike sowie in der römischen und griechischen Antike

  • Mesopotamien:
    • Sumeren: Menschen mit B. wurden mit Brot versorgt, da sie ihr Schicksal nicht selber verursacht hätten => Gesellschaft machte sich sehr viele Gedanken über Behinderte
  • Ägypten:
    • Die Weisheitslehre der Amenemope verbot ausdrücklich das Verspotten oder Verprügeln von Behinderten. Behinderte Menschen = Geschöpfe der Götter
  • Römische und griechische Antike:
    • Im Verständnis der aristokratischen Elite der Antike mit den Idealen der Schönheit und Stärke dürfte wenig Platz für Schwäche und Missbildung übrig geblieben sein.
    • In der Götterwelt kamen Behinderte auch vor => wurden verstossen und ausgelacht
    • Normalität wir mit Ideal gleichgesetzt => gibt wenig Platz für diese, die davon abweichen, gibt viele, die davon abweichen
      • Ideale der Antike:
        • Aristokratische Ideale = Schönheit, Stärke, Tüchtigkeit => wer schön ist, ist auch stark und tüchtig
        • Umgang ändert sich => es wird sehr viel härter (auch physisch) => führt zu einer Exklusion!

 

 

  • Griechische Antike:
    • Platon = Staat steht über allem => wer dem Staat nichts nutzt, hat kein Lebensrecht => man lässt diese Kinder verhungern, die nichts nützen
    • Aristoteles = Die Anzahl der Kinder soll beschränkt sein => eine Art der Geburtenkontrolle =>Wird die Zahl überschritten, sollen die Kinder getötet werden
    • Hippokrates = medizinische Behandlung unheilbarer galt nicht als erfolgsversprechend => wenn wir es nicht heilen können, dann lassen wir es so, wie es ist.
    • Topographische Marginalisierung = Personen, die sich am Rande der Gesellschaft befinden, befinden sich auch geographisch am Rande => Viele Heime für Behinderte liegen am Rande des Dorfes => in der Antike zum ersten Mal => Staattrifft Regelungen

Teil 2

  • Griechische Antike:
    • Platon = Staat steht über allem => wer dem Staat nichts nutzt, hat kein Lebensrecht => man lässt diese Kinder verhungern, die nichts nützen
    • Aristoteles = Die Anzahl der Kinder soll beschränkt sein => eine Art der Geburtenkontrolle =>Wird die Zahl überschritten, sollen die Kinder getötet werden
    • Hippokrates = medizinische Behandlung unheilbarer galt nicht als erfolgsversprechend => wenn wir es nicht heilen können, dann lassen wir es so, wie es ist.
    • Topographische Marginalisierung = Personen, die sich am Rande der Gesellschaft befinden, befinden sich auch geographisch am Rande => Viele Heime für Behinderte liegen am Rande des Dorfes => in der Antike zum ersten Mal => Staattrifft Regelungen
  • Römische Antike:
    • Juvenal = stellt Einheit von Körper und Geist in Frage => falsche Übersetzung: Ein gesunder Körper hat einen gesunden Geist
    • Seneca = Begründer der Selektion => soll mit Vernunft zu tun haben => Keine Sache des Gefühls, sondern der Logik => Ausnahme: er hat behinderte Personen bei sich aufgenommen
    • Die abwertende soz.Reaktion der römischen Antike manifestiert sich in 2 unterschiedlichen Formen:
      • Römisches Recht = Gesetz der 12 Tafel => gestattet Tötung missfestalteter Kinder
      • Morionenmärkte = zur Schaustellung
    • Etikettierung:
      • Charakteristische Beinahmen für die einzelnen Abweichungen (kein Überbegriff)
      • Ursachenfrage wird oft in den religiösen Bereich transferiert
      • Ursachenrage ist auch mit der Schuldfrage verbunden
  • Ausnahme / Sonderstellungen:
    • Blindheit: schwerstes aller Gebrechen / Strafe Gottes / Ausgleich durch andere besondere Fähigkeiten (=Kompensatorische Fähigkeiten) / Verspottung Blinder wurde gesetzlich bestraft
    • Kriegsinvalide: erfahren Schutz und z.T. Verehrung / erhalten Renten / besonderer gesellschaftlicher Status, sonst würde keine Personen mehr in den Krieg gehen

 

 

  • Ursachen und Motive:
    • Ein Phänomen muss eine Ursache haben => nicht physiologische Ursachen => von den Göttern bestraft => Entweder ist Individuum selbst oder die Familie bestraft worden

  • Terminologische Konstruktion Geistige Behinderung:

  • Morionen = das Zur-Schau-stellen; elementare Form der Primär-Integration
  • Monstrum = einheimische Missgestalten => Behinderte = Fremde
  • Wechselbälge = vom Teufel untergeschobene Kinder
  • Idioten = breites Spektrum, bis ins 19.Jhd.
  • Kretinen = Neuzeit: bestimmtes Krankheitsbild
  • Blödsinnige = seit dem 16. Jhd., steht für schwach, elend
  • Schwachsinnige = bis in die Gegenwart: Begriff für alle Formen und Grade von Behinderungen
  • Oligophrene = Medizinischer Oberbegriff für alle Grade und Arten von Behinderungen
  • Weitere Begriffe ....

  1. Kindheit im Mittelalter

  • Kindheit = soziales Konstrukt
  • Gibt keine Jugend => Nach der Kindheit kommt das Erwachsenenalter
  • Kein Interesse an den Kindern vorhanden

  1. Das vielschichtige Weltbild des Mittelalters

  1. Das vielschichtige Weltbild des Mittelalters
  • Ambivalenz im Mittelalter:
    • Weltbild geprägt von verschiedenen Einflüssen => Durcheinander von verschiedenen Vorstellungen
      • germanisch-vorchristliche: Quantifizierung v.a. im Bereich der Sinnes- und Körperbehinderung
      • antik-heidnische: Vom Äusseren auf das Innere schliessen
      • christlich-jüdische: Sünden sind die Ursache von Erkrankungen
    • Trotz neuem Testament war kein soziales Bewusstsein vorhanden
    • Unheilbar Kranke und Anomalien = Teufelswerk
    • Hexenprozesse mit Folterungen bewiesen eine teuflische Besessenheit
  • Stimmen aus dem Mittelalter:
    • Augustinus und Thomas v. Aquin = setzten sich für Behinderte ein
    • Martin Luther = seine Aussagen über Wechselbälge vermischen symbolische und ausführende Gewalt
    • Thomas Morus = philosophische Wende! => man soll Behinderte nicht verspotten, weil sie für ihr Schicksal gar nichts dafür können => am gesellschaftlichen Umgang mit Behinderten kann man die Entwicklung der Gesellschaft feststellen, nicht die Entwicklung der Behinderten!

  1. Institutioneller und alltagspraktischer Umgang mit Behinderung

  1. Institutioneller und alltagspraktischer Umgang mit Behinderung
  • Behinderung im Mittelalter:
    • Behinderte und Kranke müssen auf Almosen hoffen
    • Behinderung als Wertminderung
    • Medizin und Justiz spricht stark mit, Religion wird in den Hintergrund gerückt
  • Heilung im Mittelalter:
    • Von Bibellesern => die haben die Macht darüber zu entscheiden, wer krank bleibt und wer nicht
  • Narrenschiffe:
    • Aussetzung von Behinderten, Tod wird in Kauf genommen
  • Narrentürme:
    • Kontrolle und Isolation
  • Alterspraktischer Umgang:
    • Aberglaube: schafft künstliche Distanz, warnt vor Behinderten => z.B. wenn eine schwangere Frau ein Krüpel sieht, dann kommt ihr Kind auch KB zur Welt => den behinderten Personen wird aus dem Weg gegangen => Ansteckung
    • Ambivalenz der Figuren: Stigmatisierung und Sakralisierung zugleich (z.B. Bucklige) => dasselbe Phänomen wird unterschiedlich interpretiert
    • Suche nach Antworten:
      • Mythologie (Wechselbalg) = Ein Wechselbalg ist ein untergeschobenes falsches Kind. Die Mutter soll dieses Kind qäulen, um das schöne menschliche Kind wieder zu bekommen
      • Persönliches Verschulden
      • Schöpfungsgeschichte = Frauen würden mit verbotenen Kräutern behinderter hervorrufen
      • Missgestaltete Völker am Rande der Welt
      • Prodigien = Vorsage Gottes Willen

  1. Die wissenschaftliche Wende

  • Rationalistische Weltanschauung setzt sich durch: wir befinden uns nicht im Mittelpunkt, wir drehen uns um die Dinge!
  • Naturwissenschaften gewinnen an Bedeutung

  1. Barock

  1. Barock
  • 1575-1770 n. Chr.
  • Neigung am Pompösen
  • Chemie löst Alchemie ab
  • Hinwendung zu neuer Lebensnähe und Sachbezogenheit
  • Katholisch, monarchisch, konservativ, staatstragend
  • Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich
  • Pest => als Gottesstrafe interpretiert
  • 30-jährige Krieg prägt Weltbild
  • Die Widersprüchlichkeiten des 17.Jhd.:
    • Reformation: Jenseitsorientierung, Kunstfeindlichkeit, Askesegedanke
    • Humanismus und Renaissance: Diesseitsorientierung
    • Katholizismus und Protestantismus: verzögern die Aufklärung
  • Die halbe Aufklärung:
    • Wissen: Rationalität bleibt auf die Wissenschaft beschränkt
    • Religion: die ehemals festen Banden an die Kirche ist noch vorhanden => die Befreiung von religiösen Zwängen zwingt Widersprüche in den Zielsetzungen auf
    • Politik: Barock ist für echte Demokratisierungsbewegungen noch nicht reif

  1. Pädagogischer Realismus

  • Barock: schliesst sich den allgemeinen Umwälzungen an; wissenschaftliches Interesse am Kind; Bildungsbedürftigkeit und Bildbarkeit; Bedeutung der Lehrmethoden
  • Die Kernelemente:
    • Sachbezogenheit
    • Realfächer statt Sprachfächer
    • Bücher in Muttersprache
    • Suche nach wirksamen Lehrmethoden
    • Organisiertes Bildungssystem (Jahrgangsklassen; vorgeschriebene Lehrmittel)
  • Naturgemässheit:
    • Naturgemässheit als pädagogische Grundforderung
    • Unterschiedliche Deutungen möglich, Begriff ist Vieldeutig (Innere und äussere Natur)
    • Wenn die Natur beherrschbar wird, können auch Erziehungsvorgänge beherrschbar und beeinflussbar sein
    • Bedeutung für die Sonderpädagogik:
      • + Misserfolge können mit einer falschen Methode erklärt werden
      • -  Machbarkeit wird zum Problem für all jene, welche die Ziele nicht erfüllen
  • Wolfgang Ratke:
    • Für eine naturgemässe Lehrmethode
    • Beeinflusst Comenius und Pädagogik der Aufklärung
    • Lehrmethode: vom Einfachen zum Komplizierten
  • Jan Amos Comenius:
    • Für eine moderne Bildung
    • Grundsatz: allen Menschen alle Dinge der Welt in grundlegender Weise beizubringen
    • Die Kinder nicht strafen, sondern loben
    • Natur ist hier eher etwas schlechtes, etwas, was man in den Griff kriegen muss (z.B. Hungernot)
    • 7 Leitlinien einer Pädagogik (Frühzeitiger Beginn der Bildung; Bildung in spezialisierten Schulen; Schulische Bildung für die gesamte Jugend; Bildung als Wissen, Religion und Moral; Anwendung der naturgemässen Methode; Abschluss der Bildung beim Beginn des Erwachsenenalters; Rationalisierung durch Unterricht in Gruppen)

  1. Leistungen und Grenzen des 17.Jahrunderts aus Sicht der Sonderpädagogik

  1. Leistungen und Grenzen des 17.Jahrunderts aus Sicht der Sonderpädagogik
  • Grenzen:
    • Unwissen = Denken über Behinderte ist noch im Mittelalter verankert
    • Idealismus = der Idee der Machbarkeit und Lehrbarkeit mit der richtigen pädagogischen Methode stehen Phänomene wie die gB im Wege
    • Ausschluss = Die im Grunde demokratische Idee der Bildung von allen endet an der Grenze zur Behinderung
  • Leistungen:
    • Lautspracherziehung gehörloser Kinder
    • Unterricht Blinder und Hauslehrer
    • Vereinzelte Behandlung von Sprachstörungen
    • Idee der pädagogischen Heilung von Kinderfehlern
    • Kaum Ansätze für eine Pädagogik bei gB

  1. Pietismus

  • Pietas = Pflichtgefühl
  • Gegenreform der Aufklärung
  • Weltanschauung:
    • Man rückt jetzt wieder näher zu Gott => Es ist eine emotionale Spiritualität => Gemeinschaftsgefühl (heute mit Sekten vergleichbar)
    • Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur => Skepsis gegenüber Kinder und Jugendliche
    • Als Zeichen dafür, dass sie einen höhere Form des menschlichen Daseins erreicht haben, arbeiten sie sehr hart
    • Umsetzung im pädagogischen Alltag:
      • Zucht und Gehorsam
      • Fleiss ist die Erfüllung des menschlichen Lebens => wer fleissig ist, ist gut
      • Natürliche Bedürfnisse unterdrücken
      • Bsp.: Waisenhaus zu Halle
    • Kritik:
      • Die Kirche der damaligen Zeit finden die Pietisten nicht gut => Kirche lässt eine persönliche Interpretation nicht zu
      • Die Opfer der pietistischen Erziehung wandeln sich lautstark gegen ihre Peiniger
  • August Hermann Fran>
  • Wegbereiter des Pietismus
  • „Ich nehme ein Stückchen Gesellschaft und verändere sie => mache eine ideologische Gesellschaft“

  1. Die Aufklärung

  1. Die Aufklärung
  • Epoche der Entwicklung der westlichen Gesellschaft vom 17. – 18.Jhd. sowie epochenunabhängige Haltung
  • Empirismus (Galilei => Das wichtigste an Wissenschaft ist schauen; denken kann man immer noch) und Rationalismus (Descartes => Wissenschaft beginnt mit denken, nicht mit schauen)
  • Ideologie der Machbarkeit, auch in der Pädagogik
  • Die alte Form muss schlecht sein, damit eine neue Form eingeführt werden kann => „Das Leben selbst in die Hand nehmen“ => ist ein neues Diktat => Freiheit ist auch ein Diktat => Die Idee ist, dass man etwas aus seinem Leben macht => man bekommt die Freiheit von der Gesellschaft und muss aber etwas liefern => Selbstverwirklichung
  • Befreiung des Volkes durch Wissen => Wikipedia: freier Zugang zu Wissen => Starke Demokratisierung von Wissen => diese Stimmung kann eine Revolution auslösen
  • Von der Strafe Gottes zur Krankheit:
    • Der Status des Beobachters, welcher einen selbstständigen Drang nach Erkenntnis spürt, ermöglicht es, Lebensformen neu zu kategorisieren
    • Wissenschaftliche Tatsachen werden ins Zentrum gestellt, die Schuldfrage wird damit von den Betroffenen genommen, da  Behinderung als Form der Krankheit definiert wird
  • Itard-Pinel-Kontroverse:
    • Wissenschaftliche Debatte über die Ursachen und die Behandlung des Schwachsinns
    • Streit zwischen den beiden führte zur Förderung von gB in Paris
    • Pinel hatte das Bild von „unheilbar geistig krank“ => er hat den Streit mit Itard wegen seines Pessimismus verloren
  • Aufklärung in England => John Lo>
  • Merkmale einer neuen Pädagogik
  • Ziel: selbstständig denkendes, autonomes Individuum
  • Handeln nach eigenen Entscheidungen
  • Tabula rasa => aus jedem kann alles werden
  • Er setzte mehr auf naturwissenschaftliche Fächer, als auf sprachliche
  • Die deutsche Philanthropie
    • Menschenfreunde und Freund der Erziehung
    • Wichtige Vertreter: Basedow, Salzmann, Campe, Trapp
    • Entwickeln Lehre von der Behebung unerwünschter Kinderfehler mit pädagogischen Mittel wie Lob und Belohnung
  • Aufklärung – und doch nicht => Jean Jacques Rousseau:
    • Ausnahme
    • Naturgemässheit: Laisser-faire-Stil, wachsen lassn
    • Verbindet den Naturbegriff v.a. mit dem Gefühl

  1. Das 18. Und 19.Jahrhundert
  • Beginn 18.Jhd.: Grundsteine für nachfolgende Strömungen gelegt
  • Grosser Streitpunkt: Mach-, Plan- und Organisierbarkeit von Erziehung

- neuhumanismus

- romantik

- Herbatianismus

- Reformpädagogik

- Rassenwahn und Eugenik

 

  • Neuhumanismus

  • Vertreter: Herder, Humboldt, Lessing, Goethe, Schiller
  • Ab Mitte des 18.Jhd.: Wiedererweckung des Humanismus
  • Orientierung an der klassisch-idealistischen Bewegung (=> schwierig für Heilpädagogik!)
  • Emanzipation der Gesellschaft über persönliche Bildung für die gesamte Bevölkerung => wenn man den Leuten lesen und schreiben lernt und ihnen vermittelt, wo sie zu Wissen kommen, dann kann man diese Gesellschaft von oben weniger manipulieren
  • Bildungsbürgertum:
    • Es beginnt sich eine neue einflussreiche Gesellschaftsschicht zu installieren => Professoren, Pastoren, Lehrer, Apotheker, Ärzte, Richter, ... => ihre gesellschaftliche Position wird bestimmt durch ihre persönliche Leistung
    • Neuartiges Merkmal: Sie alle waren in ihrer beruflichen Position durch eigene Leistung und nicht durch ein Anrecht wegen ihrer Geburt
    • Auf der einen Seite das Motto der Befreiung der Bevölkerung und auf der anderen Seite schottet sich diese Gruppe von der Gesellschaft ab
  • Herder:
    • Er definiert Menschen als abhängiges Wesen
    • Der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch Pädagogik
    • Kennzeichnend für ihn ist die Übertragung der für die Aufklärung typischen Toleranz auf andere Völker und Geschichtsepochen.
  • Goethe:
    • Differenzierte Wahrnehmung
    • Er sagt, wir müssen dem Kind beim kritzeln auf der Tabula rasa helfen
  • Humboldt:
    • Begründer des humanistischen Gymnasiums
    • Universelle Gelehrsamkeit => er forderte Emanzipation/Freiheit für alle (auch für Frauen)
    • Trotz dem Ideal der Befreiung der Massen blieben die Bildungsvorstellungen elitär.
  • Bildungsbürgertum:
    • Akademische Bildung
    • Gesellschaftliches Prestige ist wichtiger als wirtschaftliche Prosperität
    • Dies ermöglicht allerdings Ungleichheit
  • Ausnahme => Pestalozzi:
    • Erkannte den zunehmend elender werdende Alltag der Massen durch die Industrialisierung
    • „Die Menschen stärken“ => die vermeintliche Gerechtigkeit kann zu noch mehr Ungerechtigkeit führen => Menschen für die Lebensführung stärken, ist heute immer noch das Ziel der Pädagogik

  • Romatik

  • Funktionale Erziehung
  • Gegenlager zur Aufklärung
  • Vertreter: Novalis, Eichendorf, Jean Paul, Brentano, Schumann
  • Betonung der Tradition der Volkstümlichkeit
  • Idealisierung der frühen Kindheit
  • Kein pädagogisches Denken vorhanden, Glaube an das Genie gross
  • Erziehung wird funktional ausgeübt => Kind von Natur aus gut, Erziehung wird nicht geplant
  • Gesellschaft ist krank (ist immer Ausgangspunkt) => durch gesunde Gesellschaft wird alles gerettet
  • Wilhelm und Jacob Grim:
    • Grundväter der deutschen Philologie => Sammler von Märchen (Volkstümlichkeit)
    • Märchen werden als Kulturgut angesehen, obwohl sie vom Volk sind und nicht von Künstler => Dies ist jetzt neu, das was alle machen ist Kultur
  • Fröbel:
    • Schüler Pestalozzi => hat vom ihm nicht das rationale, sondern das emotionale genommen
    • Begründer des heutigen Kindergartens => Kinder können auswählen: Demokratisierung der Pädagogik
  • Musik => Sprache jenseits aller Sprachen => Besondere Bedeutung der Musik in der Romantik

  • Herbartianismus

  • Herbartianismus
    • Durchstrukturiertes Lehren
    • Vertreter: Johann Friedrich Herban
    • Rationale, durchgeplante Erziehung, nichts dem Zufall überlassen
    • Keine Gestaltungsfreiheit in der Schuldidaktik
    • Er ist Aufklärer, aber er hat Aufklärung falsch verstanden => Bei seiner Bildung denken die Kinder nicht selbst
    • Verdienste:
      • Lehrersemis
      • Didaktische Prinzipien
      • Pädagogik als Unifach
      • Soziale Hebung und Etablierung des Lehrerberufes

  • Reformpädagogik

  • Reformpädagogik
    • Vertreter: Dewey, Key, Montessori, Korcak, Neil, etc.
    • Unterschiedliche Ansätze zur Reform der Schule nach Herbart: Auflehnung gegen rationalistisch geplante Erziehung als gemeinsames Element
    • Schlagwort: Das Jahrhundert des Kindes
    • Quellen der Reformpädagogik ist in ihrer Mischung brisant! Vorbereitung des späteren Faschismus? Verdachtmoment bleiben erhalten...
    • Selbstentfaltung aber auch starker Führer „Übermensch“ => Wir brauchen eine neue Gesellschaft => kommt der Reformpädagogik entgegen => Kritik an Gesellschaft, Leute leben nur für Kinder etc. Wir brauchen Übermensch der die dummen Leute führt
    • Reformpädagogik ist allein in der Kritik am Rationalismus vereint => aber schon diese Kritik selbst ist uneinheitlich:
      • Kritik an der Unterdrückung des Kindes
      • Gemeinschaft als natürlich gewachsene, ursprüngliche germanische Kultur
      • Die Bedeutung des Gefühls
      • Charaktererziehung als Ausweg aus der Kulturkrise
    • Behinderung im 20.Jhd:
      • In welcher neuen Strömung des 20.Jhd. sollen Behinderte eine philosophische Zuflucht finden?
      • Der aufklärerische Rationalismus (wegen Leistungsbetonung) und der romantisierende Anti-Rationalismus (wegen emotionalisierten und biologisierten Naturbegriff) ungeeignet.
    • Romantik und danach => Novalis, Fichte, Schleiermacher, Wagner, Nietsche => die Entfesselung des Genies, der Aufbruch ins Grenzenlose
    • Leistungen:
      • Institutionengründungen
      • Erforschung der Probleme des Kindes- und Jugendalters
      • Individualisierender Unterricht
    • Reformpädagogik im Zwiespalt:
      • Einerseits die Bereitung einer individualisierenden Wahrnehmung und Sichtweise in der Pädagogik
      • Anderseits der Glaube, beinahe schon das Diktat der Selbstentfaltung des gesunden und begabten Kindes

Rassenwahn und Eugenik

  • Rassenwahn und Eugenik
    • Systematische Ermordung von behinderten Personen im Nationalsozialismus (Aktion T4, Tiergartenstrasse 4)
      • T4 = Bezeichnung (nach dem 2.WK) für die systematische Ermordung von über 100'000 behinderten Personen im Nationalsozialismus.
      • Ablauf in verschiedenen Phasen:
        • Zwangssterilisation
        • Abtreibung von Kindern
        • Tötung von Kindern
        • Tötung von Erwachsenen
      • Die Aktion T4 entsprang nicht allein dem eugenischen Rassenwahn => sie war konsequente Fortsetzung eines Jahrzehnte zurückliegenden und breit gestützten Gedankenguts.
      • Verarbeitung des Geschehen dauerte lange, viele wurden nicht zur Rechenschaft gezogen
      • Rund 40 Gutachter der RAG (=Reichsarbeitsgemeinschaft) trafen aufgrund von Meldebögen Entscheidungen über Menschen, die sie nie zu Gesicht bekamen.
      • Die Aktion T4 wurde aufgrund von Widerstand aus der Kirche, von Eltern und einzelnen Angestellten von Heimen 1941 offiziell eingestellt => wurde bis Kriegsende unauffällig fortgeführt
      • Der ehemalige T4-Mitarbeiter Villinger erhielt kurz nach dem Krieg den Ruf als ordentlicher Professor für Psychiatrie und wurde Gründungsmitglied (!) der Lebenshilfe

  1. Nachkriegsjahre

  1. Nachkriegsjahre
  • Nachkriegszeit:
    • Bruch: Glaube an das Gute im Menschen ist erschüttet
    • Ausrichtung: Mitte 60er: Brezinka und Bleidick initiieren die empirische Wende (lösen das geisteswissenschaftliche Verständnis ab)
    • Schweiz: CH-Heilpädagogik führend im deutschsprachigen Raum
  • Bildungsexpansion:
    • Motivalge:
      • 1964: Picht ruft die Bildungskatastrophe aus
      • Er fordert eine international konkurrenzfähige Bildung, da Wirtschaft und Gesellschaft sonst bedroht sind
      • Dahrendorf: warnt vor einer ökonomischen Bildungspolitik!
      • Bildung nach Dahrendorf: Voraussetzung für die Entstehung und Sicherung einer demokratischen Gesellschaft: er fordert eine gerechtere Bildung
    • Hoffnungen:
      • Georg Picht: Steigerung der Konkurrenzfähigkeit
      • Ralf Dahrendorf: mehr Gerechtigkeit
      • Helmut Schelsky: Ausweitung künstlicher Bildungsverknappung (=> künstliche Verknappung von Bildung => die meisten von unserem Jahrgang sind nicht mehr im Bildungssystem drin => Lehre)
      • Raymond Boudon: Bildungsausgleich durch Sättigung
      • Pierre Bourdieu: keine Veränderung wegen der strukturellen Reproduktion (=> das Bildungssystem ist an der gesellschaftlichen Ungleichheit beteiligt, indem es dies reproduziert)
    • Die Stiefkinder der Bildungsexpansion:
      • Paradoxe Wirkung
      • Normales wird zur negativen Abweichung (z.B. Realschüler, die immer mehr abgewertet werden)
      • Creaming out => Soziale Durchmischung höherer und Homogenisierung niedriger Bildungsabschlüsse, mit geringeren Lernanreizen
      • Erschwerter Eintritt in das angestammte Arbeitsmarktsegment
  • Die Frauen haben am Meisten von der Bildungsexpansion profitiert. Aber in der Arbeitswelt sind sie immer noch benachteiligt (im Bildungsprozess nicht). Alle werden durch die Bildungsexpansion belastet => z.B. wenn alle einen Dr.-Titel haben, nimmt der Wert davon ab.
  • Wenn alle mehr Bildung haben, ist ihr Wert gleich, wie wenn alle weniger Bildung haben (Bsp.: Kino)
  • Lernbehinderte Kinder und ausländische Kinder haben Nachteile von dieser Expansion => früher war es normal, dass man die Realstufe besuchte, heute ist es normal, dass man die Sekundarstufe besucht => heute geraten die, die eine Realschule besuchen, unter Druck!

  • Heimkinder in den 1960er und 1970er Jahren:

  • Heimkinder in den 1960er und 1970er Jahren:
    • 60er Jahre: Kinder werden aus nichtigsten Gründen in Heime eingewiesen
    • Viele verbringen die ganze Kindheit und Jugend im Heim
    • Viele Heime waren in kirchlicher Hand
    • Es gibt ein nahtloses Übergehen vom Nationalsozialismus zu den Heimen => Kleider, alten Nazi-Dokumente, ...

Antipädagogik:

  • Antipädagogik: keine einheitliche Denkrichtung; richtet sich gegen jegliche Form von Erziehung, da diese nicht menschenwürdig sei (institutionelle Gewalt!); Schwerpunkt auf der Kritik
  • Braunmühl: Ursache allen Übels: Erziehung => Erziehungssystem abschaffen
  • Rutschky: Schwarze Pädagogik: Erziehungsmethoden, die Gewalt und Einschüchterung als systematische Mittel verwenden
  • Miller: wendet sich gegen die Erziehung, bezeichnet jedes Kind als begabt

  • Postmoderne:

  • Radikaler Pluralismus: alles ist möglich
  • Ablehnung eines universalen Wahrheitsanspruchs, Hinwendung zur Emotionalität
  • Vertreter: Habermas (=> die neue Unübersichtlichkeit)

  • Modernisierungstheorien und Behinderung:

  • Moderne Entwicklungen (Modernisierung, Individualisierung von Lebensstilen, unter Druck geratene Normalbiografien, ...) beeinflussen Behinderte => über Vor- und Nachteile lässt sich frühzeitig spekulieren
  • Rationalisierung => Vorenthaltung ökonomischer Selbstständigkeit insbesondere bei Jugendlichen
  • Freisetzung von tradierten Sozialformen => Verlust von Schutz-, Hilfe- und Unterstützungsleistungen

Verschwimmen der Normalbiographie => begleitet von grösserer Toleranz in Gesellschaft => verlangt aber umgekehrt

  1. Behinderung in den Medien

  • Behinderte Personen stellen in den Medien behinderte Personen dar => sie spielen nicht eine Rolle einer bestimmten Person => Reduktion einer Person auf ihr behindertsein
  • Soziale Reaktionen:
    • Medien beeinflussen das Bild von Behinderung
    • Die Art der Darstellung ist auf die Bedürfnisse der Nichtbehinderten ausgerichtet
  • Mediale Sichtbarmachung:
    • Obwohl die Bilder heute differenzierter sind, wird die Behinderung mehr zur Schau gestellt
  • Klischees:
    • In den Medien dominieren folgende Repräsentationsformen:
      • Das Exotische und aussergewöhnliche
      • Das rührselige Opfer
      • Die heroisierende Verklärung
      • Die alltagsnahe Darstellung
    • Gegenwelt: Es tut uns gut zu sehen, dass es diesen Menschen gut geht
  • Habitualisierte Bilder: Gegenwärtige Tendenzen:
    • Die Zurschaustellung wird versucht mit Betroffenheit zu harmonisieren
    • Behinderte werden in die Behindertenrolle gedrängt und auf sie festgelegt
    • Das Bild der Bedürftigen wird verfestigt

  1. Behinderung und Armut

  1. Behinderung und Armut
  • Weltweit: UNESCO
    • Ursachen für Beeinträchtigungen: Mangelernährung; Unfälle; Trauma; Krieg; Infektionskrankheiten; ...
    • Wenn es uns gelingen würde, Armut zu reduzieren, dann hätten wir weltweit gesehen 50% weniger behinderte Personen
    • Es wird geschätzt, dass 2% der Behinderten Zugang zu medizinisch, rehabilitativen, sonderpädagogischen, therapeutischen Möglichkeiten haben
  • Entwicklungsziele der UN bis 2015:
    • 50% Reduzierung der extremen Armut
    • universelle Primarschulausbildung in allen Ländern
    • Reduktion der Kindersterblichkeitsrate um 2/3
    • Reduktion der Müttersterblichkeitsrate um ¾
    • Möglichst baldiger Zugang zu Systemen der Grundgesundheit für alle
  • Risikokummulation:
    • Frauen, Behinderte und Personen in Entwicklungsländern haben einen geringeren Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen als Männer, Nicht-Behinderte und Personen in industrialisierten Ländern.
    • Wie leben behinderte Frauen in Entwicklungsländern?!?!
  • Weltbankbericht 2005:
    • Wenn wir Armut nicht verhindern, können wir Behinderung nicht verhindern. Wenn wir Behinderung nicht verhindern, können wir Armut nicht verhindern
    • Gleiche Rechte für Behinderte und Nicht-Behinderte!

  1. Behinderung und sozioökonomische Bedingungen

  • Soziale Schichtung:
    • Definition: der sozioökonomische Status von Personen wird klassisch in 3 Bereiche eingeteilt, wobei der mittlere Bereich der grösste ausmacht: Bildung, Einkommen, berufliche Prestige
    • Begriffsentwicklung:
      • Stände: Historisch, mit festen gesellschaftlichen Regelungen und Rechten durchgesetzte Gesellschaftsstruktur
      • Schichten/Klassen: Die soziale Stellung einer Person ist durch ihre Stellung im Arbeits- und Produktionsbetrieb festgelegt
      • Sozioökonomischer Status (SES): Wirtschaftlich beeinflusste Definitionen welche i.d.R. Bildung, Einkommen und Prestige enthält
      • Soziale Lage/Milieu/Lebensstil: Aufgrund der Individualisierungsthese, Differenzierung des klassischen Schichtbegriffs
  • Statuskonsistenz und –inkonsistenz:
  • Annahme, dass eine Person auf verschiedene Merkmale in einem Sozialsystem unterschiedliche Positionen einnehmen kann
  • Je weniger statusrelevante Merkmale es in einem Sozialsystem gibt, desto wahrscheinlicher ist eine soziale Schichtung
  • Statusmobilität:
  • Unterscheidung zwischen Generationenmobilität (=> wenn die Kinder einen höheren Status haben als die Eltern) und Karrieremobilität (=> Wenn ich selber im Laufe meines Lebens sozial „nach oben gehe“)
  • Strukturalistische Theorien: Statuszuweisung => Plätze existieren schon vor der Geburt
  • Entscheidungstheorien: Statuserwerb => Personen können sich aufgrund von rationalen Entscheidungen eine Position in der Gesellschaft erwerben
  • Liberale Theorien: Merkmale der verderbten Statuszuweisung verschieben sich zum leistungsbedingten Statuserwerb => in postindustriellen Gesellschaften wachsen die Mobilitätsraten und haben immer weniger mit der sozialen Herkunft zu tun
  • Neomarxistische Theorien: Massen-Proletarisierung (zunehmende Abwärtsmobilität) => zunehmende Trennung von ausführenden und anweisenden Tätigkeiten
  • Bedeutung:
  • Individualismus der Postmoderne ermöglicht eine neue Vielfalt der Lebensgestaltung
  • Dennoch dominieren auch in den mehrdimensionalen Schichtungsgefüge moderne Gesellschaften die Schichtstrukturen nach Bildung und Beruf
  • Zunehmend nimmt die Bildung mehr an Bedeutung
  • Schichten der postindustriellen Gesellschaft zeichnen sich im Vergleich zu Ständen zurückliegender Gesellschaftsformen durch:

  • Sozioökonomische Bedingungen und Behinderung allgemein:

  • Bestimmte Behinderungsformen sind in einer gesellschaftlichen Gruppe relativ häufiger vertreten als in der anderen => daraus lassen sich einerseits Rückschlüsse auf die sozialen Ursachen für Behinderungen ziehen und anderseits ergeben sich erste Anhaltspunkte für soziale Lage, Lebensqualität und Lebensperspektiven von behinderten Personen.
  • Schweiz:
    • Höhere Säuglingssterblichkeit
    • Grössere Anfälligkeit für Erkrankungen und mangelhafte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten
    • Früherkennung und Vorsorge während der Schwangerschaft bei der Geburt und im Säuglingsalter sind unzureichend aufgrund unteroptimaler ärztlicher Betreuung => gegenseitiges Misstrauen (Ärzte-Unterschicht)

  • Sozioökonomische Bedingungen und Lernbehinderung:

  • Zu 90% stammen die LB aus unterprivilegierten Sozialschichten
  • Sie stammen aus Familien mit hohen Kinderzahlen, die in unattraktiven Wohngegenden beengt wohnen
  • Behinderung und Armut ist in allen Fällen korreliert

  • Sozioökonomische Bedingungen und gB:

  • Menschen mit gB stammen aus allen sozialen Schichten der Bevölkerung => Angehörige der unteren Schichten scheinen aber unverhältnismässig häufiger darunter vertreten zu sein

  • Sozioökonomische Bedingungen und Sprachbehinderung:

  • Soziale Herkunft korreliert mit der Häufigkeit und mit dem Schweregrad von Sprachbehinderung insgesamt sowie mit den Häufigkeiten von Dysgrammatismus und von sprachlicher Mehrfachbeeinträchtigung

Hör- und Sehbehinderung

  • Sozioökonomische Bedingungen und Sehbehinderung:
    • In der Bundesrepublik ist Blindheit im Kindesalter weitaus häufiger in unteren sozialen Schichten anzutreffen als in Mittel- und Oberschichten
  • Sozioökonomische Bedingungen und Hörbehinderung:
    • In der Bundesrepublik ist Gehörlosigkeit im Kindesalter weitaus häufiger in unteren sozialen Schichten anzutreffen als in Mittel- und Oberschichten.

  • Sozioökonomische Bedingungen und Körperbehinderung:

  • Mindestens die Hälfte aller KB Schüler leiden an CP. Diese beruhen im Wesentlichen auf prä-, peri- und postnatalen Schädigungen, deren überdurchschnittlich häufiges Vorkommen bei Kindern aus den Unterschichten durch sozioökonomische und sozioökologische Benachteiligungen und soziokulturelle Variablen plausibel erklärt werden kann

  • Das Bedingungsgefüge:

  • Das Bedingungsgefüge:
    • 1. Sozialbedingte Behinderungsgenesen entwickeln sich besonders aufgrund erheblicher soziokultureller Benachteiligungen
    • 2. Sozialmedizinisch analysierbare schichtabhängige Auftretenshäufigkeit von organischen Schädigungen, auf deren Grundlage Behinderungen als sozial vermittelte Phänomene zum Tragen kommen
    • 3. Interaktions- und Kumulationsprozesse zwischen beiden Bedingungsebenen m Sinne sozialisationsspezifisch beeinflusster Akzentuierung und Verschärfung möglicher Folgen vorliegender organischer Schädigungen die in ihrer Auftretenshäufigkeit wiederum von sozialen Faktoren mitbestimmt werden
    • => Teufelskreis!
  • Fazit: Armut steigert das RISIKO behindert zu werden und umgekehrt

Wissenschaftstheorie

  1. Theorie, Paradigma, normative Pädagogik, geisteswissenschaftliche Position, kritischer Rationalismus, Systemtheorie, Konstruktivismus
    1. Einführung und Themenüberblick
  • Alle Praktiker haben Vorstellungen im Kopf => diese Vorstellungen sind Theorien
  • Theorien sind immer modellhafte Vereinfachungen von der Praxis
    1. Theorie
  • Definitionen:
    • Praxis = Konkrete Handlung
    • Subjektive Theorie = überdauernde Meinungen / Nachdenken / Generalisierte Diskussionen
    • Theorie = systematische Objekttheorie / Empirische Bewährung / umfassendes Aussagesystem
    • Methatheorie = Wissenschaftstheorie / Methodologie / teilweise Erkenntnistheorie
    • Modell = bezieht sich auf Teile einer Theorie / Modelliert kausale Zusammnhänge
    • Konzept = gedankliches Werkzeug als eine Art Handlungsentwurf
  • Sowohl subjektive Theorien wie auch Objekttheorien operieren mit Sprache
  • Problem: Sprache ist eine Vereinfachung der Realität
  • Das Problem mit  dem „gesunden Menschenverstand“: Das Konzept des gesunden Menschenverstandes gibt es nicht! Diese Theorie funktioniert nicht

Theorie

  • Durschauen eines/r Zusammenhangs/Idee => setzt an der situativen Wirklichkeit an und versucht über Begriffe, Interpretationen, Positionen und Elemente zu einer verallgemeinerbaren Erkenntnis über ein bestimmtes Phänomen zu gelangen
  • Wissenschaftliche Lehre, die auf eine wissenschaftlich begründete Praxis abzieht => Wissenschaftliche Erkenntnis sucht nach begründbaren Zusammenhängen zwischen gefundenen Fakten bzw. Elementen von Wirklichkeit
  • Reine Erkenntnis ohne Rücksicht darauf, ob diese praktisch umgesetzt werden kann
  • Aussagen, die subjektiv gefärbt sind, ergeben wenig Sinn in einem Aussagesystem, dass möglichst allgemein anwendbar sein soll
  • Funktionen: Theorien dienen ...
    • Zum Verstehen und erklären sozialer Gegebenheiten
    • Zum Erstellen von Prognosen mit gesetzmässigem Charakter => Prognosen sind eher schwer zu erstellen => wäre ein Idealfall
    • Zur Kritik anderer Theorien
    • Zur Produktion neuer Theorien
    • Als allgemeiner Bezugsrahmen => unterschiedliche Probleme lassen sich unterschiedlich beleuchten

  1. Wertfreiheit

  1. Wertfreiheit
  • Wissenschaftliche Aussagen:
    • Normativ = verlangend; Soll-Sätze
    • Deskriptiv = Ist-Sätze; beschreibend; z.T. Wenn-Dann
    • Misch-Sätze = i.d.R. Wenn-Dann
    • Unrein deskriptiv =Wenn-Dann mit Implikation/Suggestion oder Sätze über Tatsachen, die sich auf Institutionen beziehen (z.B. Geld)
  • Streit/Missverständnisse:
    • Bsp.: Ipsoflexives Argument: Wertfreiheit fordern ist an sich ein Widersprich, da selbst eine Norm
    • Bsp.: Popper:
      • Kritischer Rationalismus
      • Fordert Wertefreiheit der Wissenschaft
      • Wissenschaft kann Werte und Normen untersuchen, aber wertfrei
      • Werte und Norman sollen explizit gemacht werden, da auch wissenschaftliches Handeln davon beeinflusst
      • Werte und Normen grundsätzlich relativ

  1. Normative und deskriptive Positionen

  1. Normative und deskriptive Positionen
  • Normative und deskriptive Positionen:
  • Normative Pad. =
  • konkrete Handlung (hat eine bestimmte Veränderung/Programm => z.B. Pietismus/PISA)
  • Theologische, philosophische oder konventionalistische Begründungen
  • Begründungen oberster normativer Sätze
  • Curriculumforschung
  • Max Scheler („die heutige Gesellschaft zerfällt“)
  • Geisteswissenschaftliche Päd. =
    • Studie von Normen
    • Situationsvariant
    • Hermaneutik
    • Schleiermacher, Dilthey
  • Empirisch analytische Erziehungswissenschaft =
    • deskriptiv (Konzentration auf die Gegenstände)
    • Wertfreie Sozialwissenschaft
    • Normative wissenschaftliche Aussagen sind wenig sinnvoll => kritischer Rationalismus (Popper, Pisitivismusstreit um Wertefreiheit der Wissenschaft)
    • Max Weber
  • Emanzipatorische Päd. =
    • normativ-deskriptiv
    • Frankfurter Schule
    • Dialektik (empirische und hermeneutische Verfahren)
    • J. Habermas

  1. Paradigma

  1. Paradigma
  • Beschreibung:
    • = von der Wissenschaft geteiltes Grundwissen
    • Konkrete Problemlösung, die als Vorbilder für die Lösung der übrigen Probleme dienen
    • Ist den Mitgliedern einer wissenschaftlichen Gemeinschaft gemeinsam
  • Bedeutung und Funktion:
    • Als dominante Theorie und Interpretationsangebot kann ein Paradigma den Wissenschaftsbetrieb und damit auch die weitere Forschung strukturieren.
    • Einfluss:
      • Curriculum und Lehre (=> Was sind die Inhalte eines Studiums?)
      • Vorbild für weitere Forschungen
      • Konzentration der Forschungstätigkeit
      • Begründung von Traditionen
      • Begründung neuer Disziplinen
    • Paradigmawechsel:
      • 3 Merkmale:
        • Neue Phänomene durch bisherige Theorie nicht erklärbar
        • Neue Impulse machen Wechsel von Problemlösestrategie notwendig
        • Wissenschaftliche Betrachtung der Welt hat sich geändert, so dass Forschung nicht mehr greift
      • Beispiele aus den Naturwissenschaften:
        • Die Erde als Kugel
        • Die Newton’sche Physik und das Auftauchen der Relativitätstheorie
      • Beispiele aus der Pädagogik:
        • Ablösung der Pädagogik von normativen Begründungen ihrer selbst als Wissenschaft sowie ihrer Theorien und Konzepte

eispiele Paradigmen

  • Beispiele aus den Naturwissenschaften:
    • Die Erde als Kugel
    • Die Newton’sche Physik und das Auftauchen der Relativitätstheorie
  • Beispiele aus der Pädagogik:
    • Ablösung der Pädagogik von normativen Begründungen ihrer selbst als Wissenschaft sowie ihrer Theorien und Konzepte
  • Paradigmen in der Sonderpädagogik (nach Bleidick):
    • Individualtheoretisch:
      • Älteste, hält sich hartnäckig (=> ist der einsichtigste Ansatz, da er praktisch anwendbar ist)
      • Medizinische und psychologische Modelle als Basis
      • Empirische Allgemeingültigkeit widerlegt
      • Schwierigkeiten werden vom betroffenen Individuum her erklärt
      • Behinderungen können heute kaum noch vernünftigerweise als individuelle Kategorie angesehen werden
    • Interaktionistisch:
      • Symbolischer Interaktionismus und Stigmatheorie als Basis
      • Schwierigkeiten als Ergebnis gestörter soziale Beziehungen (z.B. negative Erwartungen bewirken Störungen; insbes. Lehrer-Schüler-Interaktion)
      • Stigmatisierungsprozesse empirisch nachgewiesen
      • Unterstellung von Pessimismus
    • Systemtheoretisch:
      • Allgemeine systemtheoretische, institutionstheoretische und organisationssoziologische Überlegungen
      • Phänomene mit Eigentümlichkeit und Eigengesetzlichkeit sozialer Systeme erklärbar
      • Bsp. Lernbehinderung: dort wo es Kleinklassen gibt, gibt es auch Kinder mit LB
    • Gesellschaftstheoretisch:
      • Übertragung von soziologischen Überlegungen auf Phänomene der HP
      • Materialistische Pädagogik
      • Phänomene als Ausdruck und Teil gesellschaftlicher Definitionsprozesse und Machtverhältnisse
      • Damit aus einer Schädigung eine Behinderung entsteht, ist ein sozialer Kontext  notwendig
  • Stehen nebeneinander, daher Begriff „Paradigma“ übertrieben

  1. Paradigma und Handlungsfolgen

  • Paradigmen und die Vorstellungen zur Behinderung wandeln sich in längeren und kürzeren Zeitperioden
  • Bis heute wurde Behinderung als Strafe Gottes, als Krankheit, als Normabweichung, als Devianz, als sozial abhängiges und relatives Problem betrachtet
  • Paradigmas bestimmen in hohem Grad den praktischen juristischen, pädagogischen und sozialen Umgang mit behinderten Personen

Étudier