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Sophie Marthaler
Sophie Marthaler
Diese Vokabelkartei für Deutsch im Grundschulniveau bietet eine umfassende Sammlung von 136 Karteikarten, die sich auf wichtige Begriffe und Konzepte aus dem Bereich der Sonderpädagogik konzentrieren. Die Karteikarten decken Themen wie Behinderung, Normbegriffe, Devianz und institutionelle Fixierung ab, wobei sie sowohl theoretische als auch praktische Aspekte behandeln. Beispielhafte Begriffe sind "Behinderung", "Devianz" und "Normbegriffe". Die Plattform unterstützt auch das Rückwärtslernen von der Zielsprache zur Ausgangssprache, was sie besonders nützlich für Schüler und Pädagogen macht, die ihr Verständnis der deutschen Sprache und der damit verbundenen Konzepte vertiefen möchten.
Karten
136
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Deutsch
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
19.08.2019 / 19.01.2020
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Lernkarten
- Das Bedingungsgefüge:
- Das Bedingungsgefüge:
- 1. Sozialbedingte Behinderungsgenesen entwickeln sich besonders aufgrund erheblicher soziokultureller Benachteiligungen
- 2. Sozialmedizinisch analysierbare schichtabhängige Auftretenshäufigkeit von organischen Schädigungen, auf deren Grundlage Behinderungen als sozial vermittelte Phänomene zum Tragen kommen
- 3. Interaktions- und Kumulationsprozesse zwischen beiden Bedingungsebenen m Sinne sozialisationsspezifisch beeinflusster Akzentuierung und Verschärfung möglicher Folgen vorliegender organischer Schädigungen die in ihrer Auftretenshäufigkeit wiederum von sozialen Faktoren mitbestimmt werden
- => Teufelskreis!
- Fazit: Armut steigert das RISIKO behindert zu werden und umgekehrt
Wissenschaftstheorie
- Theorie, Paradigma, normative Pädagogik, geisteswissenschaftliche Position, kritischer Rationalismus, Systemtheorie, Konstruktivismus
- Einführung und Themenüberblick
- Alle Praktiker haben Vorstellungen im Kopf => diese Vorstellungen sind Theorien
- Theorien sind immer modellhafte Vereinfachungen von der Praxis
- Theorie
- Definitionen:
- Praxis = Konkrete Handlung
- Subjektive Theorie = überdauernde Meinungen / Nachdenken / Generalisierte Diskussionen
- Theorie = systematische Objekttheorie / Empirische Bewährung / umfassendes Aussagesystem
- Methatheorie = Wissenschaftstheorie / Methodologie / teilweise Erkenntnistheorie
- Modell = bezieht sich auf Teile einer Theorie / Modelliert kausale Zusammnhänge
- Konzept = gedankliches Werkzeug als eine Art Handlungsentwurf
- Sowohl subjektive Theorien wie auch Objekttheorien operieren mit Sprache
- Problem: Sprache ist eine Vereinfachung der Realität
- Das Problem mit dem „gesunden Menschenverstand“: Das Konzept des gesunden Menschenverstandes gibt es nicht! Diese Theorie funktioniert nicht
Theorie
- Durschauen eines/r Zusammenhangs/Idee => setzt an der situativen Wirklichkeit an und versucht über Begriffe, Interpretationen, Positionen und Elemente zu einer verallgemeinerbaren Erkenntnis über ein bestimmtes Phänomen zu gelangen
- Wissenschaftliche Lehre, die auf eine wissenschaftlich begründete Praxis abzieht => Wissenschaftliche Erkenntnis sucht nach begründbaren Zusammenhängen zwischen gefundenen Fakten bzw. Elementen von Wirklichkeit
- Reine Erkenntnis ohne Rücksicht darauf, ob diese praktisch umgesetzt werden kann
- Aussagen, die subjektiv gefärbt sind, ergeben wenig Sinn in einem Aussagesystem, dass möglichst allgemein anwendbar sein soll
- Funktionen: Theorien dienen ...
- Zum Verstehen und erklären sozialer Gegebenheiten
- Zum Erstellen von Prognosen mit gesetzmässigem Charakter => Prognosen sind eher schwer zu erstellen => wäre ein Idealfall
- Zur Kritik anderer Theorien
- Zur Produktion neuer Theorien
- Als allgemeiner Bezugsrahmen => unterschiedliche Probleme lassen sich unterschiedlich beleuchten
- Wertfreiheit
- Wertfreiheit
- Wissenschaftliche Aussagen:
- Normativ = verlangend; Soll-Sätze
- Deskriptiv = Ist-Sätze; beschreibend; z.T. Wenn-Dann
- Misch-Sätze = i.d.R. Wenn-Dann
- Unrein deskriptiv =Wenn-Dann mit Implikation/Suggestion oder Sätze über Tatsachen, die sich auf Institutionen beziehen (z.B. Geld)
- Streit/Missverständnisse:
- Bsp.: Ipsoflexives Argument: Wertfreiheit fordern ist an sich ein Widersprich, da selbst eine Norm
- Bsp.: Popper:
- Kritischer Rationalismus
- Fordert Wertefreiheit der Wissenschaft
- Wissenschaft kann Werte und Normen untersuchen, aber wertfrei
- Werte und Norman sollen explizit gemacht werden, da auch wissenschaftliches Handeln davon beeinflusst
- Werte und Normen grundsätzlich relativ
- Normative und deskriptive Positionen
- Normative und deskriptive Positionen
- Normative und deskriptive Positionen:
- Normative Pad. =
- konkrete Handlung (hat eine bestimmte Veränderung/Programm => z.B. Pietismus/PISA)
- Theologische, philosophische oder konventionalistische Begründungen
- Begründungen oberster normativer Sätze
- Curriculumforschung
- Max Scheler („die heutige Gesellschaft zerfällt“)
- Geisteswissenschaftliche Päd. =
- Studie von Normen
- Situationsvariant
- Hermaneutik
- Schleiermacher, Dilthey
- Empirisch analytische Erziehungswissenschaft =
- deskriptiv (Konzentration auf die Gegenstände)
- Wertfreie Sozialwissenschaft
- Normative wissenschaftliche Aussagen sind wenig sinnvoll => kritischer Rationalismus (Popper, Pisitivismusstreit um Wertefreiheit der Wissenschaft)
- Max Weber
- Emanzipatorische Päd. =
- normativ-deskriptiv
- Frankfurter Schule
- Dialektik (empirische und hermeneutische Verfahren)
- J. Habermas
- Paradigma
- Paradigma
- Beschreibung:
- = von der Wissenschaft geteiltes Grundwissen
- Konkrete Problemlösung, die als Vorbilder für die Lösung der übrigen Probleme dienen
- Ist den Mitgliedern einer wissenschaftlichen Gemeinschaft gemeinsam
- Bedeutung und Funktion:
- Als dominante Theorie und Interpretationsangebot kann ein Paradigma den Wissenschaftsbetrieb und damit auch die weitere Forschung strukturieren.
- Einfluss:
- Curriculum und Lehre (=> Was sind die Inhalte eines Studiums?)
- Vorbild für weitere Forschungen
- Konzentration der Forschungstätigkeit
- Begründung von Traditionen
- Begründung neuer Disziplinen
- Paradigmawechsel:
- 3 Merkmale:
- Neue Phänomene durch bisherige Theorie nicht erklärbar
- Neue Impulse machen Wechsel von Problemlösestrategie notwendig
- Wissenschaftliche Betrachtung der Welt hat sich geändert, so dass Forschung nicht mehr greift
- Beispiele aus den Naturwissenschaften:
- Die Erde als Kugel
- Die Newton’sche Physik und das Auftauchen der Relativitätstheorie
- Beispiele aus der Pädagogik:
- Ablösung der Pädagogik von normativen Begründungen ihrer selbst als Wissenschaft sowie ihrer Theorien und Konzepte
- 3 Merkmale:
eispiele Paradigmen
- Beispiele aus den Naturwissenschaften:
- Die Erde als Kugel
- Die Newton’sche Physik und das Auftauchen der Relativitätstheorie
- Beispiele aus der Pädagogik:
- Ablösung der Pädagogik von normativen Begründungen ihrer selbst als Wissenschaft sowie ihrer Theorien und Konzepte
- Paradigmen in der Sonderpädagogik (nach Bleidick):
- Individualtheoretisch:
- Älteste, hält sich hartnäckig (=> ist der einsichtigste Ansatz, da er praktisch anwendbar ist)
- Medizinische und psychologische Modelle als Basis
- Empirische Allgemeingültigkeit widerlegt
- Schwierigkeiten werden vom betroffenen Individuum her erklärt
- Behinderungen können heute kaum noch vernünftigerweise als individuelle Kategorie angesehen werden
- Interaktionistisch:
- Symbolischer Interaktionismus und Stigmatheorie als Basis
- Schwierigkeiten als Ergebnis gestörter soziale Beziehungen (z.B. negative Erwartungen bewirken Störungen; insbes. Lehrer-Schüler-Interaktion)
- Stigmatisierungsprozesse empirisch nachgewiesen
- Unterstellung von Pessimismus
- Systemtheoretisch:
- Allgemeine systemtheoretische, institutionstheoretische und organisationssoziologische Überlegungen
- Phänomene mit Eigentümlichkeit und Eigengesetzlichkeit sozialer Systeme erklärbar
- Bsp. Lernbehinderung: dort wo es Kleinklassen gibt, gibt es auch Kinder mit LB
- Gesellschaftstheoretisch:
- Übertragung von soziologischen Überlegungen auf Phänomene der HP
- Materialistische Pädagogik
- Phänomene als Ausdruck und Teil gesellschaftlicher Definitionsprozesse und Machtverhältnisse
- Damit aus einer Schädigung eine Behinderung entsteht, ist ein sozialer Kontext notwendig
- Individualtheoretisch:
- Stehen nebeneinander, daher Begriff „Paradigma“ übertrieben
- Paradigma und Handlungsfolgen
- Paradigmen und die Vorstellungen zur Behinderung wandeln sich in längeren und kürzeren Zeitperioden
- Bis heute wurde Behinderung als Strafe Gottes, als Krankheit, als Normabweichung, als Devianz, als sozial abhängiges und relatives Problem betrachtet
- Paradigmas bestimmen in hohem Grad den praktischen juristischen, pädagogischen und sozialen Umgang mit behinderten Personen
- Relativierung wissenschaftlicher Erkenntnis
- Im Laufe der Geschichte kehrten sich wissenschaftliche Positionen vom absoluten Wahrheitsanspruch ab, so dass es zu einer Relativierung der eigenen Aussagekraft kam
- Normative Pädagogik (hohe Verabsolutierung, nicht hinterfragbar) => Geisteswissenschaft, kritische Theorie, Kritischer Rationalismus => Sozialwissenschaftlicher Konstruktivismus => Radikaler Konstruktivismus (hohe Relativierung, Wahrnehmung = Konstrukt)
- Normative Pädagogik gestern und heute
- Erst theologische, dann philosophische Grundlagen, ab 20.Jhd. religionsfreie Ansätze
- Theologisch:
- August Hermann Franke: Menschliches Handeln habe der Ehre Gottes zu dienen, als Erziehungsgrundsatz
- Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur
- Philosophisch:
- Max Scheler
- Gegen Relativismus und Wertpluralismus
- Hermeneutik
- Über Konventionen:
- Curriculumforschung (60er)
- Versuchten Werte und Normen in Form von Lernzielen zu legitimieren (= nicht möglich)
- Delphimethode: Expertenbefragung für Konsens, Werteproblematik auf Auswahl der Experten verschoben
- Theologisch:
- Bewertung:
- Nicht möglich, wissenschaftliche Aussagen über gültige Werte und Normen zu machen und zu beweisen => wenn dies trotzdem getan wird, spricht man vom naturalistischen Fehlschuss = das Schliessen von deskriptiven auf normative Aussagen
- Mit der Feststellung dieser Unmöglichkeit äussert die Wissenschaft ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber allen Monopolisierung von Normen und Werten ihren Ausdruck
- Verschleierte Normen:
- Z.T. sind bildungs- und erziehungspolitische Programme nur scheinbar frei von begleitenden Normen und Werde
- Normative Wirkung entsteht u.a. dadurch, dass ihre Dominanz andere Entwicklungen verdrängen oder marginalisieren kann
- Beispiel: PISA => übt eine relativ unmittelbare normative Wirkung aus => z.B. in der Dominanz des Leistungsaspekts als Teil des gesamten Bildungs- und Erziehungsauftrags
- Leistungsstandards:
- Programm der Curriculumforschung erlebt mit der Harmonisierung der Bildungsstandards eine bearbeitete Neuauflage
- Ursprüngliche Idee => stammt aus der Bildungsökonomie und meint ein standardisiertes messbares Angebot der öffentlichen Bildungs- und Erziehungsinstitutionen. => Unter der Hand wird daraus aber immer wieder ein Programm der Standardisierung von Kindern und Jugendlichen gemacht => mit Folgen für die Sonderpäd.
- Geisteswissenschaft in der Pädagogik
- Hauptthesen:
- Ausgangspunkt für Theorie = praktische Probleme
- Päd.Situation hat Bedeutung für die Betroffenen => diese ist Basis für Handeln=> Päd. hat zur Aufgabe diese Bedeutung zu verstehen
- Päd.Situation = Ergebnis einer geschichtlichen Entwicklung => Geschichte der Betroffenen muss für Verständnis miteinbezogen werden
- Bildungsideale und Entwicklungsmöglichkeiten aus Geschichte ersichtlich => ergibt neue Aufgaben und Orientierungen
- Verlor in Päd. durch vermehrte Orientierung an Empirie (realistische Wende) an Bedeutung
- Vertreter: Herman Nohl; Theodor Litt, Eduard Spranger, Wilhelm litner, ...
- Wilhelm Dilthey => entwickelte die Hermeneutik als eigenständige Methode der Geisteswissenschaften
- Hermeneutik:
- Hintergrund und leitendes Interesse:
- In der konkreten Situation unter Rückgriff auf eigene Erfahrungen und des Umfelds einen grösseren Sinneszusammenhang erkennen => Analyse
- Ursprung in Judaistik, altindische Lehre und antike Exegese
- Zentrale philosophische Disziplin
- Während Naturwissenschaften etwas zu erklären versuchen, geht es bei der Hermeneutik um das Verstehen in einem umfassenden Sinne.
- Erklären und Verstehen:
- Erklären = Die Eigenschaften eines Steins können gemessen, einer Erklärung zugeführt werden => So erklären etwa die Fallgesetze das Fallen eines Steins
- Verstehen = Seine Bedeutung, etwa das Baumaterial, seine ästhetischen Eigenschaften können jedoch kaum erklärt werden => sie müssen verstanden werden
- Erkenntnistheoretische Grundlagen:
- Verschiedene Daseinsformen stellen ein sinnvolles System von Organismen (einzelne Personen, Gruppen, Gesellschaften) dar.
- Die Ziele der Daseinsformen sind in der Tiefenstruktur aufeinander abgestimmt, selbst wenn sich diese oberflächlich unterscheiden oder widersprechen
- Beispiel: Zirkel
- Das Bild des hermeneutischen Zirkels charakterisiert die Interpretation eines Gegenstandes als fortschreitende Annäherung an dessen Sinn
- Die Reifung des Vorverständnisses:
- Hermeneutischer Entwurf
- Hermeneutische Erfahrung
- Der verbesserte Entwurf
- Hintergrund und leitendes Interesse:
- Endlosschlaufe bis Verstehen => wann ist dieser Punkt erreicht?
Kritik Geistewissenschaft
- Kritik:
- Empirisch-analytische Position: fehlende Exaktheit
- Gesellschaftskritische Position: Desinteresse an Zusammenhänge zwischen Erziehung und Gesellschaft
- Reaktionäre Grundhaltung und restaurative Tendenzen (wegen Vergangenheitsorientierung) => sie würden das alternative Denken vernachlässigen
- Problem der Intuition:
- Prozess der Deutung und des Verstehens ist intuitiv und vom Vorverständnis abhängig => Prozess eng an Forscher gebunden => nicht in jedem Fall zweifelsfrei intersubjektiv nachvollziehbar
- Bis heute fehlt es an verbindlichen Verhaltensregeln, die den Beitrag der Intuition schmälern
- Varianten:
- Aus der Hermeneutik haben sich in jüngerer Vergangenheit weitere gesellschaftliche Positionen entwickelt:
- Ethnomethodologie
- Phänomenologie
- Weiterentwicklung der Dialektik
- Aus der Hermeneutik haben sich in jüngerer Vergangenheit weitere gesellschaftliche Positionen entwickelt:
- Varianten:
- Phänomenologie
- Phänomenologie
- Sich an dem orientieren, was dem Bewusstsein unmittelbar erscheint
- Um sich einem Gegenstand anzunähern, muss man sich von allen (Vor-)Urteilen und von allen Theorien freimachen
- Neutral sein
- Ethnomethodologie
- Ethnomethodologie
- Mikrosoziologischer und handlungstheoretischer Forschungsansatz
- Kategorien oder Schemata werden nur dann verwendet, wenn nachweisbar ist, dass sich die Handelnden selbst auch an diese Kategorien oder Schemata orientieren
- Starke Berührungspunkte zur Phänomenologie
- Untersucht alltagspraktische Handlungen/Äusserungen auf ihre formalen Strukturen
- Annahme, Sprache sein unpräzis und kontextanhängig => muss von den Handelnden immer neu interpretiert werden
- Ziel der Analyse = Sichtbarmachen von impliziten sozialen Normen
- Objektiver Standpunkt nicht möglich, da Wissenschaft Sprache verwendet
- Dialektik
- Dialektik
- Mehr ein erkenntnisphilosophischer Grundbegriff als wissenschaftstheoretische Position
- Geht auf Antike zurück
- Psychologische Annäherung: die These-Antithese-Struktur ist im einzelnen Menschen => Hegel
- Soziologische Annäherung: die These-Antithese-Struktur ist auch in der ökonomisch geprägten gesellschaftlichen Umwelt => Marx
- Dialektik = Anstrengung des Subjekts, über sich selbst hinauszugehen => Hegel
(Durch Dialektik findet man keine Lösung, es verwirrt mehr)
- Kritische Theorie in der Erziehungswissenschaft
- Anfänge einer Gegenbewegung:
- 20er Jahre: Max Horkheimer, Theodor W.Adorno, Erich Fromm, Jürgen Habermas, Wolfgang Jantzen, ....
- Gegenposition zu bisherigen wissenschaftlichen Richtungen
- Frankfurter Schule (Institut für Sozialforschung)
- Ablehnung einer positivistischen empirischen Forschung nach Vorbild der Naturwissenschaften und Ablehnung der Geisteswissenschaften
- Kritische Erziehungswissenschaften:
- Deutliche Betonung von gesellschaftlichen und politischen Aspekten
- Ansicht, dass ohne Berücksichtigung der gesellschaftlichen und politischen Situation die pädagogischen Ziele unter den Zwängen der gesellschaftlichen Verhältnisse zerbrechen
- Anderes Denken in Pädagogik: Nicht mehr fragen, wie kann ich dem Kind helfen, sondern was ist meine Funktion => Kind stark machen für Arbeitsmarkt
- Marx Horkheimer:
- Gründung des Instituts für Sozialforschung
- Theodor W. Adorno:
- Arbeit im Horkheimer an der „Dialektik der Aufklärung“
- Auseinandersetzung mit Karl Popper => Positivismusstreit
- Jürgen Habermas:
- Einer der populärsten Repräsentanten der Kritischen Theorie
- Lehnte den Radikalismus der Studentenbewegung ab
- Frankfurter Schule:
- Erster Direktor: Horkheimer – heute: Axel Honneth
- Institut für Sozialforschung
- Heute: marxistische Anlehnung => untersucht v.a. „Paradoxien der kapitalistischen Modernisierung“:
- Strukturwandel und normative Integration in kapitalistischen Gesellschaften
- Familialer Wandel und veränderte Sozialisationsbedingungen
- Entbürokratisierung des Sozialstaates und politische Demokratie
- Kulturindustrie und elektronische Medien
- Vertreter in der Sonderpädagogik:
- Wolfgang Jantzen: Schwerpunkt: Materialistische Behindertenpädagogik; „Behinderte als industrielle Reservearmee“; => Was ist die Aufgabe der Sonderpäd.?
- Georg Feuser: Schwerpunkt: Integration von Behinderten; „Theorem des gemeinsamen Gegenstandes“; => Verschiedene Kinder in unterschiedlichen Leistungsniveaus können gemeinsam etwas machen und Erfolg daraus ziehen
Definitionen der kritischen Theorie:
- Definitionen der kritischen Theorie:
- Theorie im traditionellen Sinn:
- Organisiert die Erfahrung auf Grund von Fragestellungen, die sich mit der Reproduktion des Lebens innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft ergeben
- Haben ein Gesellschaftsbild
- Sie selbst sind ausserhalb und schauen auf die Gesellschaft => sie versuchen Regelmässigkeiten zu finden
- Wir analysieren nur, wir sagen nicht, wie wir es besser machen können!
- Kritische Theorie:
- Gegenstand = Menschen als die Produzenten ihrer gesamten historischen Lebensformen
- Was jeweils gegeben ist, hängt nicht allein von der Natur ab, sondern auch davon, was der Mensch über sie vermag
- Man muss der Gesellschaft sagen, was verändert werden muss!
- Theorie im traditionellen Sinn:
- Hauptziel der kritischen Theorie:
- Emanzipation des Menschen aus versklavenden Verhältnissen => Horkheimer => er lehnt sich hier an Kant => er nimmt ein Programm der Aufklärung wieder auf
- Merkmale und Konzeption:
- Merkmale und Konzeption:
- Kein homogenes Forschungsparadigma
- Lehnten einheitliche Methoden ab
- Keine Forschungsmethode im engeren Sinne
- Kritik an der traditionellen Wissenschaft:
- Ziel = Beherrschung von sozialen Mechanismen und Mensch
- Entdeckungs- und Verwertungszusammenhang sei willkürlich => bleibe ideologisch
- Traditionelle Wissenschaft ist der isolierten Betrachtungsweise verpflichtet und verhindert ganzheitliche Betrachtungen
- Freiheit der Wissenschaft = Ideologie
- Unterliegt einem falschen Objektivitätsglauben
- Traditionelle Wissenschaft = elitär => diene v.a. der Minderheit
- Der Positivismusstreit:
- Vorgeschichte: reicht bis 1930 zurück => Horkheimer greift in Aufsatz den Erfahrungsbericht des Wiener Kreises an => Streit schliesst an früheren Auseinandersetzungen über Werturteilsfreiheit an
- Kontrahenten: eine Seite = Vertreter des Kritischen Rationalismus (=> Popper & Albert); andere Seite = Vertreter der Kritischen Theorie (=> Adorno & Habermas)
- Zeit und Ort: Kontroverse fand am Eröffnungstag des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 1961 in Tübingen statt
Verlauf: Gewinner = Ralf Dahrendorf => er vermittelte zwischen beiden Positionen; Debatte gilt als nocht beendet
- Kritik an der Kritischen Theorie:
- Kritik an der Kritischen Theorie:
- Methodisches Repertoire zu ungenau und zu intuitiv
- Gesellschaftliches Interesse als unwissenschaftlich
- Hat den Entsolidarisierungsprozessen bezgl. Menschen mit Behinderung wenig entgegenzusetzen (=> Widerspruch zwischen hohen Ansprüchen und Solidarisierung für die, die den Ansprüchen nicht nachkommen können)
- Entwicklung empirischer Denktraditionen
- Entwicklung empirischer Denktraditionen
- Rationalismus = v.a. in FR und DE wurzelnde philosophische Strömung, welche der Vernunft als Mittel der Erkenntnis den Vorzug gibt
- Empirismus = v.a. in GB wurzelnde philosophische Strömung, welche der sinnlichen Wahrnehmung als Mittel der Erkenntnis den Vorzug gibt.
- Positivismus – Neopositivismus – logischer Empirismus = Der Neupositivismus vertritt im Gegensatz zum Empirismus eine strikt antimetaphysische Haltung => Position gilt seit Jahrzehnten überholt
- Kritischer Rationalismus
- Neue Elemente des Relativierens:
- Neue Elemente des Relativierens:
- Nährt seine Logik aus der Kritik => d.h. übt Kritik an der logischen Fehlannahme, dass wenn etwas bewiesen ist, gilt es für immer
- Kernelemente: grundsätzliche Vorläufigkeit von wissenschaftlichen Aussagen & Ersetzen von Induktion durch Falsifikation
- Grundüberzeugung: Die menschliche Erkenntnismöglichkeit = beschränkt => es gibt eine reale Welt, die vom menschlichen Erkenntnisvermögen unabhängig ist => es gibt eine Welt, die da ist, auch wenn wir nicht darüber nachdenken
- Kritischer Rationalismus ist nicht nur eine wissenschafts- und erkenntnistheoretische Position, sondern auch eine Lebenseinstellung
- Im Idealfall ist die Meinung des einen gleich wie die des anderen, die beiden verstehen sich. => Trotzdem ist die Welt eines jeden unterschiedlich
kritischer rationalismus
- Umgang mit dem Basisproblem:
- Umgang mit dem Basisproblem:
- Rationalismus: Axiome / Sätze => stützt sich auf den Kopf => die Vernunft ist das Mittel zur Erkenntnis
- Empirismus: Beobachtung / Sätze => stützt sich auf die Augen => die sinnliche Wahrnehmung ist das Mittel zur Erkenntnis
- Der Kritische Rationalismus löst das Basisproblem, indem er Sätze mit Erfahrung verbindet und diese als vorläufig ansieht => verschmelzen der beiden Ansichten => Kopf und Auge
kritischer rationalismus
Kritik an der Induktion
- Kritik an der Induktion:
- Der logische Empirismus geht von der Annahme aus, dass bei einer genügenden Anzahl von Beobachtungen auf dem Wege induktiver Schlussfolgerungen allgemeine Aussagen gemacht werden können => Bsp.: Schwan ist weiss (Beobachtung) => alle Schwäne sind weiss.
- Induktives Denken ist risikoreich => führt zu Vorurteilen
Ist im Alltag stark vertreten
kritischer rationalismus
Falsifizierbarkeit:
- Falsifizierbarkeit:
- Gegenkonzept zur Verifizierbarkeit
- Verifizierbarkeit = Man hat eine Überzeugung und sucht deren Bestätigung
- Falsifizierbarkeit = Hat eine Überzeugung, versucht aber sie zu entkräften => alles wird auf die Richtigkeit geprüft => „Ein empirisch-wissenschaftliches System muss an der Erfahrung scheitern können“
- Ausnahme: Definition und Setzungen => Bsp.: Wenn „Alle Schwäne sind weiss“ eine Definition ist, es also ein Wesensmerkmal eines Schwans bestimmt ist, weiss zu sein, dann wird dieser Satz auch nicht durch einen schwarzen Vogel widerlegt, der ansonsten wie ein Schwan aussieht
- Ist schwer zu erkennen, was noch eine wissenschaftliche Aussage ist und was nicht
- Gegenkonzept zur Verifizierbarkeit
kritischer rationalismus
grundsätze Forschung/ Thoerie
- Über das Wesen der Wissenschaft => wir müssen beweisen, dass wir uns nicht irren, nicht beweisen, dass wir recht haben
- Karl R. Popper:
- Distanziert sich vom Kommunismus
- Die in seinem Hauptwerk enthaltene Forderung nach Falsifizierbarkeit gilt als Grundlage moderner wissenschaftlicher Arbeit
- Er trat für eine wertfreie Wissenschaft ein, verfasste aber mit der „Offenen Gesellschaft“ ein viel beachtetes gesellschaftskritisches Werk
- Theorie: Im strengen Sinn des Kritischen Rationalismus
- Kritischer Rationalismus ist eine Objekttheorie => ein logisch geordnetes System von nicht widerlegten Hypothesen => diese versucht man nach ihrer Richtigkeit und versucht sie zu widerlegen
- Theorie und Empirie:
- Kritischer Rationalismus: Aussagen (Theorien) = Ausgangspunkt
- Erfahrungen (Empirie) = grössere Macht, weil sie Aussagen falsifizieren, also für ungültig erklären
- Aussagen = das Wichtigste, weil sie das eigentliche Ziel darstellen
- Forschungsablauf nach dem Kritischen Rationalismus:
- 1. Allgemeine Hypothese aufstellen (wenn ... dann ...)
- 2. Operationalisierung der Begriffe in der Hypothese
- 3. Systematischer Versuchsplan zur logisch einwandfreien Widerlegung der Hypothese
- 4. Entscheidung über die vorläufige Beibehaltung der Hypothese
- 5. Theoriebezogene Interpretation mit allfälliger Umformulierung oder Exhaustion (= eine Erweiterung der Theorie, die zu einer Verschmälerung der Gültigkeit führt)
Kritischer Rationalismus
- Merkmale einer Hypothese:
- = eine erklärende Aussage
- ist deskriptiv und grundsätzlich falsifizierbar
- Ihre Begriffe müssen operational und beobachtbar sein, einen Zusammenhang im Rahmen eines einzutretenden Ereignis haben, deren Ausrichtung theoriegeleitet ist oder an den bestehenden Forschungsstand anknüpft und sich in der Regel mit „wenn-dann-Sätzen“ ausdrücken lässt.
- Deduktion – Induktion:
- Deduktion = Ableiten einer speziellen Aussage aus einer allgemeinen Theorie bzw. einer allgemeinen Regel
- Induktion = Schliessen von einer begrenzten Anzahl spezieller Fälle oder Ereignissen auf eine allgemein gültige Theorie bzw. eine allgemeine Regel.
- Probleme der Kausalität:
- Probleme der Kausalität:
- Variablenkonfudierung => 2 Variablen, die sich vermischen und jetzt weiss man nicht mehr, was das Problem ist (z.B. Migranten kommen auf den Arbeitsmarkt)
- Operationalisierungs-, Definitions- und Abgrenzungsprobleme
- Intervall => Verortung von Phänomenen und Faktoren auf einem Kontinuum
- Zirkularität und Reziprozität => Gegenseitige Bedingung
- Equifinalität => Verschiedene Ursachen können das gleiche Ergebnis haben
- Multifinalität => Gleiche Ursache, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen
- Ursachenketten
- Allgemeiner Korrelationscharakter
- Kausalitätsbegriff ist immer wieder in der Kritik
- Wichtig: Causa (Ursache); Contributio (Beitrag) und Correlation (Zusammenhang) gut auseinander halten => wenn 2 Sachen gleichzeitig auftauchen, verleitet es einem, einen Zusammenhang zu sehen => das kann so sein, muss aber nicht => kann also auch zu Trugschluss führen
- Kritischer Rationalismus in der Erziehungswissenschaft:
- Man versucht jetzt, Kinder aus einer erzieherischen Sicht zu untersuchen => Wechsel des Begriffs Pädagogik zur Erziehungswissenschaft
- Empirisch-analytische Erziehungswissenschaft erhofft neue Erkenntnisse in folgenden Aufgabenbereichen:
- Erklärung und Prognosen
- Informationen über Zweck-Mittel-Relationen
- Folgeabschätzungen über pädagogische Zielsetzungen
- Objektivität im Kritischen Rationalismus:
- Erst wenn verschiedene Forscher an der gleichen Arbeit gearbeitet haben und zu den selben Resultaten kommen, ist es eine objektive Arbeit => Objektivität entsteht durch Kritik
- Wertfreiheit im Kritischen Rationalismus:
- Es ist gut, eine eigene Meinung zu haben, man darf sie aber nicht in die Arbeit einfliessen lassen => muss wertfrei sein!
- Kritik am Kritischen Rationalismus:
- Kritik am Kritischen Rationalismus:
- Kritischer Rationalismus ist die dominante wissenschaftstheoretische Basis der heutigen Forschung
- Problem: Übertragung erziehungswissenschaftliche Probleme sind schwierig, da nicht alles pädagogische Handeln sich nach Kausalität und Prinzipien aufschlüsseln lässt => Bsp.: Das pädagogische Ziel Autonomie lässt sich nicht nur durch Befreiung kausaler Gesetzmässigkeiten erreichen
- Pädagogische Situationen meist sehr komplex mit mehrfach widersprüchlicher Struktur => durch Kritischer Rationalismus besteht die Gefahr der Simplifizierung des Problems
- Der Entdeckungs- und Verwertungszusammenhang bleibt eine ungelöste und überaus heikle Frage => z.B.: bei der Flüchtlingsfrage wurde eine Forschung gemacht, wobei herauskam, dass einige Länder bevorzugt werden => soll man das veröffentlichen?
- Durch die Erforschung von Gesetzmässigkeiten wird eine Beherrschbarkeit des Untersuchungsgegenstandes (päd.Situation) suggeriert
Standardrepertoire kritischer rationalismus
- Standardrepertoire:
- Quantitative Erhebungsverfahren: Fragebogen, Interviews, Tests, Beobachtungsstudien, päd.Versuche und Experimente, Päd.Berechnungen, statistische Erhebungen
- Qualitative Erhebungsverfahren: Teilnehmende Beobachtung, Qualitative Interviews, Dokumentenanalyse, Lebensweltanalyse, Deutungsmusteranalyse
- Pygmalioneffekt:
- Pygmalioneffekt:
- Theorie: Einfluss von äusseren Erwartungen auf die Entwicklung
- Rosenthal und Jacobson: Forscher haben von SuS die IQ’s gemischt und der LP zurückgemeldet => was ist passiert? => die LP hat es geglaubt => haben ihr Urteil korrigiert => Die SuS haben sich diesen falschen IQ’s angenähert => man kann SuS dumm/intelligent denken, nur durch ihre Erwartung!
- Verschiedene Modelle versuchen es zu erklären, geht allg. davon aus, dass feine psychische Interaktionsprozesse das Beeinflussungsphänomen in Gang setzten.
- Der Effekt taucht immer wieder auf, weiss nicht wieso und was man dagegen tun kann.
- Heutige Forschung: 2 Thesen:
- Hypothese 1: vergleichbare SuS, die vom LP besser eingestuft werden, bringen am Schluss auch bessere Leistung
- Hypothese 2: Einwanderkids trotz gleichem Niveau und Leistung schlechter eingestuft
- Untersuchungsmethodik:
- Einschätzung:
- Einschätzung: die LPs gaben unter Kenntnis des Testverfahren an, wie viele Punkte der jeweilige SuS machen würde
- Prognose: die LPs schätzten ein, welche Punktzahl jeweils erreicht würde, wenn der Test nachgeholt wird
- Mass: die beiden Masse wurden unter Einhalten kongruenter Urteile zu einem Gesamtscore verrechnet
- Leistung / Leistungsentwicklung:
- Zweimalige Messung mit einem eigens entwickelten Test, der sowohl inhaltlich verschiedene Fähigkeiten als auch bezgl. der Fähigkeitsvarianz breit messen sollte
- Unabhängige Variable:
- Einschätzung:
- Unterschätzung des Lernstandes und ungünstige Prognose der Lernentwicklung
- Adäquate Einschätzung des Lernstandes und mittlere Prognose der Lernentwicklung
- Leichte Überschätzung des Lernstandes und ungünstige Prognose der Lernentwicklung
- Abhängige Variable:
- Lernentwicklung in der Unterrichtssprache
- Design:
- Längsschnitt
- Ergebnisse: Erwartungen und Lernentwicklung
Exhaustion
- Exhaustion:
- Bedeutet eine Theoriemodifikation bei der Wenn-Aussagen eines kausalen Zusammenhang durch eine oder mehrere Und-Komponenten erweitert wird.
- Ausgangslage = Erwartungseffekt werden mit interaktionstheoretischen Modellen erklärt, in denen die Betroffenen in direktem Kontakt zueinander stehen müssen
- Hypothese = in Abhängigkeit von nationalstaatlichen und sozialen Zugehörigkeit konservieren sich Erwartungseffekte auf institutioneller Ebene, so dass interaktionistische Modelle zu deren Erklärung nicht mehr ausreichend sind.
- Theoretische Einordnung bzw. Erweiterung = Unterstützung der LPs hängt nicht nur von ihm selber, sondern auch von der Institution ab
- Ergebnisse: Bei den CH-SuS hat die Erwartung keine signifikante Resultate geliefert, bei den Migrantenkids schon. Die Studie zeigt weiter, dass dieses Phänomen nicht nur über den Direktkontakt, d.h. der Interaktion, vermittelt wird => es hat andere Übertragungswege zur Beeinflussung.
- Erwartungseffekte:
- Bislang geht man davon aus, dass Erwartungseffekte zwingen durch Interaktion entstehen => Direkter Kontakt = unerlässliche Bedingung für das Auftreten eines Pygmalioneffekts
- Bei den vorliegenden Ergebnissen ist jedoch der direkte Kontakt ausgeschaltet => andere Übertragungswege => sind vermutlich auf institutionellen Ebenen angesiedelt
- Erwartungseffekte entstehen durch Interaktion (Exhaustion) oder werden durch institutionelle Merkmale bei bestimmten askriptiven Merkmalen der Betroffenen begünstigt (=> Askriptiv = Merkmale, die nicht stimmen und trotzdem die Gesellschaft beeinflussen => z.B. Migrantenkids)
- Überblick zu modernen Zugängen und Positionen
- Überblick zu modernen Zugängen und Positionen
- Beispiele für die Vielfalt von modernen Zugängen & Positionen:
- Systemtheorie
- Konstruktivismus
- Qualitative Forschungsmethodik
- Inflationärer Gebrauch moderner Positionen:
- Sehr verbreitet, Forschungsarbeiten mit den Labels und Schlagwörtern moderner Zugänge zu deklarieren
- Vielfalt der Methoden ist gross
- Systemtheorie
- Herkunft:
- Schon in Antike Doppeldeutigkeit des Begriffs:
- 1. Gegenständliches/natürliches/gesellschaftliches System
- 2. System als Ordnung von Begriffen => gedankliches System
- Die Unterscheidung gegenständliches – gedankliches System wir immer wieder aufgegriffen
- In jüngster Zeit hat Überragung der Prinzipien von gegenständlichen System auf die gedanklichen/soziale Systeme neue Erkenntnisse gebracht => Achtung! Darf nicht 1:1 übernommen werden => diese Übertragungen führen zu Kritik => Bsp.: bedenkenlose Übertragung von naturwissenschaftlichen Perspektiven auf die Sozialwissenschaften
- Schon in Antike Doppeldeutigkeit des Begriffs:
- Unterschiedliche Konzeptionen:
- Strukturales Konzept => z.B. Gesellschaft
- Hierarchisches Konzept => z.B. Heimwesen
- Hierarchisches Konzept => verschachtelte Systeme => Bronfenbrenner
- Hauptströmungen: systemtheorie
- Hauptströmungen:
- Allgemeine Systemtheorie:
- Begründer: Bertalanffy
- Kritisierte die deduktiven Verfahren in der Physik
- Gegenentwurf zu isolierten Einzelbetrachtungen => formulierte das System als eine Menge von Elementen, zwischen denen Wechselbeziehungen besehen
- Wichtige Begriffe = Vernetzung, Reziprozität (gegenseitige Beeinflussung), Dynamik, interne Organisation
- Kybernetik:
- Begründer: Wiener
- Befasst sich mit der Regelung und Steuerung und Kommunikation von Systemen (=> Bsp.: Heizung mit Thermostat. Heizung hat IST und SOLL Zustand => entsprechen sich diese nicht, reagiert die Heizung => Dies soll auch auf andere Dinge übertragen werden können)
- Wichtige Begriffe: Auslösung, Steuerung, Effektor, Rezeptor, Ist- und Sollwert
- Strukturell-funktionale soziologische Theorie:
- Begründer: Parsons
- Untersucht die Frage, wie Strukturen das Verhalten von Individuen innerhalb einer Gesellschaft determinieren => hat nur gewissen Spielraum => ist von der Gesellschaft gegeben => ist darin gefangen
- Beschränkt sich von vornherein auf den humangesellschaftlichen Bereich
- Struktur = Anatomie des sozialen Systems
- Personen als handelnde Personen => Handlungen als Elemente => schaut, welche Handlungen dys-/funktional sind
- Neuformulierung: Luhmann
- Kernelement nicht mehr die Handlung, sondern die Kommunikation
- Kommunikation = vollzieht sich über gesellschaftlich-symbolisch generalisierte Medien wie Geld, Macht, Status, ...
- Soziale Systeme = geschlossen => vermitteln durch Komplexitätsreduktion zwischen der komplexen Welt und dem System => dadurch schränken sie die kommunikativen Anschlussmöglichkeiten ein und bestimmen die Struktur des Systems => Bsp.: Heirat = Zusammenschluss zweier Systeme zu einem neuen System => geht nicht um die Handlung, sondern um die Symbolik der Handlung
- Allgemeine Systemtheorie: