Unternehmensführung
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Lernkarten
Beim Strategischen Management werden grundsätzlich zwei Bereiche analysiert? Welche 2 sind das und können Sie diese zwei Analysen umschreiben, respektive wie unterscheiden sich diese?
Unternehmensanalyse (Blick nach innen, interne Sicht)
Wo sind meine Schwächen? Produziere ich effizient genug? Wie kommen meine Produkte am Markt an?
Umweltanalyse (Blick nach aussen, externe Sicht)
Wo liegen Risiken und Gefahren? Wo gibt es Potenziale oder Möglichkeiten neue Geschäftsfelder zu erschliessen? Was sind Trends und wie entwickeln sich diese?
Sie haben gelernt, dass beim Strategischen Management um die Ermittlung von SEP’s geht. Was ist damit gemeint? Weshalb sind diese so wichtig für eine Unternehmensführung?
Dadurch kann sich eine Unternehmung gegenüber anderen Unternehmungen differenzieren und somit wirtschaftlich erfolgreich sein. Sie sichern den Fortbestand des Unternehmens.
Sie haben gelernt, dass SEP’s sich nicht nur auf ein Produkt beziehen, Nennen Sie 5 weitere mögliche SEP’s, welche ein Unternehmen entwickeln könnte.
Sourcing
optimierte Einkaufsgesellschaft und dadurch bessere Preise
Human-Ressources
War of Talents, Rekrutierung von Talenten
Image
wie werde ich extern wahrgenommen, hoher Bekanntheitsgrad
E-Business
Automatisierung von Prozessen
Ökologie
Nachhaltigkeit, Umweltaspekte
Wissenskapital
interne Ausschöpfung erhöhen
Standortpotenzial
attraktive Verkaufsstandorte
Organisatorisch
Reduktion der Durchlaufzeiten
Kooperationen:
Kostensenkung durch Zusammenarbeit/Synergien nutzen
Nach Prof. Dr. Porter gibt es 5 Wettbewerbskräfte, welche die Branchenattraktivität einer jeden Branche bestimmen. Nennen sie 3:
- Bedrohung durch potenzielle neue Konkurrenten
- Abnehmer und ihre Verhandlungsmacht
- «Wettbewerb der Branche» die Rivalität untereinander
- Bedrohung durch Ersatzprodukte
- Lieferanten und ihre Verhandlungsstärke
Bei der Einführung/Umsetzung von SEP’s gilt es 8 Aspekte zu berücksichtigen? Nennen Sie 4.
- Konzentration der Kräfte: wenige SEP, dafür auf diese fokussieren
- Begeisterung in der ganzen Firma erzeugen = breite Unterstützung
- Stärken und Synergien der Firma nutzen
- Möglichst Multiplizieren; erfolgreiche SEP auf andere Märkte, Branchen, Kunden anwenden
- Intelligenter Ressourceneinsatz (Personal, Anlagen, Material, Finanzmittel, Wissen)
- Den richtigen Zeitpunkt wählen
- Kongruenz zwischen Zeit und Mitteln (Ressourcen)
- Laufende Pflege dieser SEP
Was verstehen Sie unter einer Unternehmenskultur?
Als Unternehmenskultur bezeichnet man die Gesamtheit von Normen und Werten, Wertvorstellungen und Denkhaltungen, welche das Verhalten und somit auch das Erscheinungsbild des Unternehmens prägen.
Unternehmenskultur ist die Art, wie in einem Unternehmen miteinander umgegangen wird. Sei es zwischen der Führung und den Mitarbeitenden aber auch untereinander. Werte und Normen unterscheiden sich von Branche zu Branche und von Mensch zu Mensch. Die Vereinbarkeit dieser Normen jedes einzelnen und den Zielen des Unternehmens hat einen grossen Einfluss auf den Umgang und den Arbeitsplatz und die Identifikation mit dem Unternehmen.
Es gibt 4 Ausprägungen ggü. Gesellschaft/Mitarbeitern/Firma, welche eine Firmenkultur und deren Stärke (Etablierung) im Unternehmen beeinflussen und formen. Nennen Sie derer drei und beschreiben Sie diese.
- Verankerungsgrad mit dem Unternehmen: je mehr ein Mitarbeiter die Werte und Normen verinnerlicht hat, desto stärker wird sein Verhalten von dieser Kultur beeinflusst
- Übereinstimmungsausmass: je mehr Mitarbeiter (und seine Kultur) sich mit der Unternehmenskultur identifizieren kann, desto intensiver ist deren Wirkung
- Systemvereinbarkeit innerhalb der Unternehmung: je stärker das die Unternehmenskultur von den betriebsinternen Systemen (Organisationssystem, Führungsstil, Firmenpolitik, Vision, Ziele usw.) gestützt werden, desto besser können diese durchgesetzt und realisiert werden
- Vereinbarkeit mit den Umweltsphären Gesellschaft, Natur, Technologie und Wirtschaft: je höher die Akzeptanz der Firmenkultur in der Gesellschaft ist, desto höher das Image und das Ansehen der Unternehmung.
Firmenkulturen kann man nach verschiedenen Gesichtspunkten charakterisieren. Sie haben die Kulturtypologie von Deal/Kennedy (Risikofreudigkeit/Informationsfluss) kennengelernt. Nennen Sie zwei Beispiele (der 4 Ausrichtungen), wie eine Firmenkultur unterschieden werden könnte und beschreiben Sie diese jeweils mit den Stichworten «Risikofreudigkeit» und «Informationsfluss»
- Macho-Kultur: risikofreudig und rasche Informationswege (v.a. bei Erfolgen), draufgängerisch, extravagantes Erscheinungsbild. Erfolg, Einkommen, Status und Macht zählt hier.
Bsp: Werbeagenturen, Filmproduktionen, Mode-Designer, exklusive Modehersteller - Brot-und Spiele-Kultur: risikoscheu und rascher Informationsfluss, unkomplizierte Zusammenarbeit, mehrere festliche Anlässe und Zelebrationen von Erfolgen.
Bsp: Autohandel, Computer-Unternehmen, Verkaufsabteilungen grosser Unternehmen - Risiko-Kultur: risikofreudig und träge Feedbackschlaufen, hohe Investitionen, langfristiger Planungshorizont
Bsp: Flugzeugbau, Grossmaschinenindustrie, F/E-Abteilungen grosser Firmen - Prozess-Kultur: risikoscheu und langsame Kommunikation, prozessorientiert (nicht Kunde, nicht Produkt usw.), Effizienz vor Effektivität, strenge Hierarchie
Bsp: öffentliche Verwaltungen, Elektrizitätswerke, Telecom usw.
Nennen Sie drei Vorteile einer etablierten Unternehmenskultur.
- Es verleiht Handlungsorientierung
- Vereinfacht die Kommunikation und vermeidet Missinterpretation
- Beschleunigt die Entscheidungsfindung, mehr Kompromisse werden geschlossen
- Raschere Umsetzung von Massnahmen
- Weniger Kontrolle nötig
- Hoher Teamgeist und Motivation
- Sicherheit und Vertrauen, resultierend in geringerer Fluktuations- respektive Fehlzeitenrate.
Nennen Sie einen Nachteil einer «starken» Firmenkultur und beschreiben Sie diesen.
- Die Kultur wird die alles beherrschende Kraft, weshalb bspw. Warnsignale, anbahnende Krisen oder Trends usw. ignoriert, ja sogar geleugnet werden.
- Gewisse Veränderungsresistenz; man vertraut auf alt bewährte Erfolgsmuster -> «warum sollten wir das ändern? Das haben wir immer schon so gemacht»
- Innovationsbarrieren: neue Ideen werden oft nur mit widerwillig ausgeführt
Es gibt zwei Formen von Veränderungsprozessen. Bennen Sie beide und beschreiben Sie diese.
- Change Management:
Der international gültige Begriff für diesen Prozess einer vollumfänglichen Kulturveränderung nennt man Change Management (Veränderungs-Management). - Business Process Engineering:
Auf dem St. Galler Management-Modell nennt sich dieser Prozess «Erneuerung». Dem steht das Business Process Engineering (Geschäftsprozessoptimierung) gegenüber, welche im SG Mgt-Modell als «Optimierung» aufgeführt ist.
Von welchen zwei externen Kulturen wird die Unternehmenskultur beeinflusst?
Branchenkultur
Länderkultur
Erklären Sie, warum interkulturelles Management immer wichtiger wird?
Bei grenzüberschreitenden Unternehmen (Stichwort Globalisierung, Internationalisierung) stösst die Unternehmensführung auf eine je nach Region unterschiedliche Länderkultur (Religion, Gesellschaft, Erziehung, Geschichte usw.). ggü. dem Standort des Mutterhauses. Alle Nationalitäten und deren Kultur, Normen und Werte müssen berücksichtig werden.
Es gibt vier Internationalisierungsstrategien, also Vorgehen, wie ein Unternehmen im Zusammenhang mit der Firmenkultur zu expandieren versucht. Erläutern Sie derer zwei.
- Internationale Strategie:
Eigene Managementpraxis, da überlegen, wird anderen Unternehmungen übergestülpt, Heimatlandorientierte Führung, Muttergesellschaft dominiert das Denken und Handeln, auf Ziele und Ansprüche der Zentrale ausgerichtet. - Multinationale Strategie:
Jede individuelle Managementpraxis und somit Kultur wird gewahrt, Gastlandorientiert, respektiert kulturelle Unterschiede der Landesgesellschaften, lokale Führungskräfte werden eingesetzt - Globale Strategie:
eine weltweite Konzernkultur wird angestrebt, weltorientiert, eigene Identität losgelöst von Landeskulturen, Führungspositionen unabhängig von der Nationalität besetzt - Transnationale Strategie:
Regionen orientiert, Weiterführung der Polyzentrischen Orientierung, Einteilung in homogene Ländergruppen
Im Zusammenhang mit der Umweltanalyse haben wir im EXKURS das Thema Competitive Intelligence (strategische Frühaufklärung) angeschnitten. Bitte nennen Sie zwei Quellen solcher Frühaufklärung.
Geschäftsberichte der Mitbewerber, Interviews mit CEO (Ankündigungen, Drohungen, M&A), Expertenbefragung, Szenario-Technik, Branchenzeitschriften usw.
Bei der Strukturierung der 5 Wettbewerbskräfte zur Ermittlung der konkreten Branchenstruktur (Attraktivität) werden schlussendlich zwei Wettbewerbsstossrichtungen empfohlen. Welche sind das und beschrieben Sie diese?
Differenzierung: Wie kann ich mich von der Konkurrenz abheben, habe ich einen USP gegenüber der Konkurrenz, was kann ich viel besser
Kostenführerschaft: Ziel dieser Stossrichtung ist es, zum günstigsten Preis zu verkaufen, günstiger sein als alle anderen, Hervorhebung durch Kostenvorsprung
Was verstehen Sie unter einer Vision und was ist ihr Zweck?
Unternehmensphilosophie (übergeordneter Zweck & Grundwerte) & strategische Intention
Eine Vision ist das angestrebte Ziel des Unternehmens. Wo man sich als Unternehmen sehen möchte. Beispiel die erste Kolonie auf dem Mars zu gründen.
Zweck derer ist, die Ausrichtung des Unternehmens in diese Richtung. Nur wenn jedem das Ziel bekannt ist, kann man sich auf den Weg dorthin machen.
Nennen Sie drei Aspekte, welche ein Leitbild beinhalten sollte.
- Strategische Anspruchsgruppen (Unternehmenszweck, Nutzenstiftung für die Anspruchsgruppen)
- Grundwerte (z.B. allgemeine Handlungsrichtlinien; Verhandlungsgrundsätze bzgl. Führung, Kooperation, Partizipation, Innovation
- Strategische Intention (Ziele)
- Grundstossrichtung (Tätigkeitsfelder: Märkte, Kunden, Regionen)
- Kernkompetenzen oder Strategische Erfolgspositionen
- Rahmenbedingungen (Organisationsstruktur, Managementsysteme usw.)