Psychosomatik
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Cartes-fiches
Somatoforme Störung
- Prävalenz
- Kennzeichen
20% aller Patienten: 5-10% der Normalbevölkerung
- sehen wir körperlich verursachte Krankheiten aus: Forderung nach Diagnostik, Doctor Shopping
- Patient besteht auf Erkrankung, idealisiert Arzt, dann Enttäuschung
- multiple vegetative Begleitsymptome, Symptomwechsel, Chronifizierung
- körperliche Beschwerden reichen zur Erklärung nicht aus
- zeitlicher Zusammenhang mit belastenden äußeren/inneren Konfliktsituationen
Somatoforme Störungen: Einteilung, Mindestdauer
- Somatisierungsstörung, undifferenzierte Somatisierungsstörung: 2y
- anhaltende somatoforme Schmerzstörung: 6m
- somatoforme autonome Funktionsstörung:
- hypochondrische Störung, hypochondrische Dysmorphophobie: 6m
F45.0 Somatisierungsstörung
- Kriterien
- mind. 2y
- vegetative Symptome nicht als Hauptmerkmal
- mind. 6 Symptome aus mind. 2 Gruppen
- Kardiovaskulär
- GIT
- Urogenital
- Haut-/Schmerzsymptom
F45.4 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung: Kriterien
- mind. 6m an den meisten Tagen
- Schmerz steht im Vordergrund (in einem Körperteil, va Kopf, Rücken)
F45.1 Undifferenzierte Somatisierungsstörung
Kriterien
- mind, 6m
- F45.0 "normale" Somatisierungsstörung: Kriterien nicht ausreichend erfüllt
F45.2 Hypochondrische Störung
Kriterien
- F45.2 mind. 6m: Überzeugung vom Vorhandensein mind. 1 körperl. Erkrankung als Ursache für Symptome
oder
- F45.21 dysmorphophobe Störung: Beschäftigung mit angenommener Entstellung oder Missbildung
F45.3 Somatoforme Autonome Funktionsstörung
Kriterien
- nur 1 Organsystem betroffen
- Organsystem vollständig vegetativ innerviert
- Herz, kardiovaskulär
- oberer GIT
- unterer GIT
- respiratorisch
- urogenital
- + mind. 2vegetative Symptome
- Palpitationen
- Schweißausbruch
- Mundtrockenheit
- Hitzewallung, Erröten
- Druckgefühl , Kribbeln, Unruhe im Bauch
- + mind 1 weiteres Symptom
Somatoforme Störungen: Häufigkeitsverteilung
- anhaltende somatoforme Schmerzstörung
- somatoforme autonome Funktionsstörung
- andere
somatoforme Störung: Kostenschätzung
ambulant: 14fach
stationör: 6fach
somatoforme Störungen: FdR
- genetische Prädisposition
- soziodemographische Merkmale: Frauen, Spanien, Lateinamerika, niedrige Bildung, ...
- belastende Lebensereignisse
- Persönlichkeitsmerkmale: Alexithymie
- Wahrnehmungsstil: somatosensory amplification
- kognitive Fehlbewertung
- soziale Faktoren: sek. Krankheitsgewinn
Gate Control Theorie
- Lokalisation
- Mechanismen
bei der Umschaltung des 1. auf 2. Neuron in Substantia gelationsa im Hinterhor
- periphere Fasern: Schmerz lässt bei Druck auf die Stelle nach
- absteigende zentrale Bahnen
- hemmendes gabaerges system
- verbindung zu den paravertebralen sympathischen Ganglien
Leitung der Aß-Fasern (Schmerz)
somatosensorischer Kortex
Blockierung der Schmerzweiterleitung über
- dorsolateralen präfrontalen Kortex
- medianen präfrontalen Kortex PAG, Thalamus
- Ant. Gyrus Cinguli
C fasern können Aß fasern hemmen: pusten auf wunde
Somatisierungsstörung: TTT
Verhaltens-TTT
Hypochondrie: TTT
Verhaltens-TTT
Somatoforme Autonome Störung: Herz: TTT
- ß-Blocker
- Verhaltenstherapie
Somatoforme Autonome Störung: oberer GIT: TTT
- PPI
- Eradikations-TTT
- Psychodynamische Psychotherapie
anhaltende somatoforme Schmerzstörung: TTT
- SSRI, SNRI
- Verhaltenstherapie
- Hypno-TTT
- Biofeedback
primäre Alexithymie
In früherer Kindheit erworbenes Verhaltensmuster: trait
sekundäre Alexithymie
Reaktion auf eine schwere somatische Krankheit: state
Alexithymie
- Epidemiologie
- Diagnostik
- 17% der Männer, 10% der Fraun
- Fremdbeobachtungsbogen
- TAS 20 = Toronto Alexithymie Skala
- Schwierigkeiten bei der Identifikiation, Diskrimination von Gefühlen
- Schwierigkeiten bei der Beschreibung von Gefühlen
- extern orientierter Denkstil
Alexithymie: Ätiologie
- neurobiologisches Modell = Defizienzmodell
- vertikale Organisation: Störung zwischen limbisch (Gyrus cinguli) und Neocortex
- horizontale Organisation: Störung zwischen den Hemisphären
- psychodynamisches Modell
- frühe Kindheit, übervorsichtige Mutter, ...
- soziokulturelles Modell = Unterschichtsozialisation
- Pat findet es befremdlich über Gefühle zu sprechen
Alexithymie und Schmerzempfinden: Ätiologie
Schädigung des präfrontalen Kortex und des ant. Gyrus cinguli (deszendierende Schmerzkontrolle)
weniger deszendierende Hemmung --> vermehrt Schmerz
Anorexia Nervosa: Diagnostische Kriterien
- selbstinduzierter Gewichtsverlust
- 15% unter zu erwartendem/unter BMI 17,5
- Körperschemastörung
- Gewichtsphobie: gestörtes Verhalten, Wahrnehmung, Gefühle
- Endokrine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse
- Entwicklungstörung: Pubertät verzögert/gehemmt
Anorexia Nervosa: Typen
- restriktive, passive Form
- Vermeiden von Speisen
- übertriebene körperliche Aktivität
- bulimische, aktive Form
- Erbrechen, Abführen
- Medis: Appetitzügler, Diuretika, Schilddrüsenhormone
Anorexia Nervosa: Epidemiologie
- Häufigkeit
- Alter
- 2% der jungen Frauen zT
- 0,5% Vollbild
- meist 14-20y
- Frauen 10-15 fach häufiger
Anorexia Nervosa: Körperliche Untersuchung
- Bradycardie, Hypotonie
- Kachhexie
- Hyperaktivität
- trockene blasse Haut, ausgedünntes Haar
- Speicheldrüsenschwellung: bei Erbrechen
- Ödeme an Knöcheln, prätibial
Anorexia Nervosa: Laborveränderungen
- Elektrolyte: niedrig: K, Na, Mag, Cl
- QT-Verlängerung
- pH
- Erbrechen: metabolische Alkalose, Hyperamylasämie
- Hungern: Ketoazidose
- Hypercholesterinämie
- Leukozytopenie
- Hormone erniedrigt: LH, FSH, Estradiol, T3
Anorexia Nervosa: Folgen
- Volumenverluste
- Pseudo-Bartter-Sd_ Aldosteron erhöht als Gegenregulation: Hypokaliämie, Alkalose
- weniger Körperfett
- Pseudoatrophie cerebri
- weniger Zellbildung im Knochenmark
- Elektrolytstörung
- Hormonstörung
Anorexia Nervosa: Prognose nach 12y
- 55% Vollremission
- 25% Teilremission
- 10% Status idem/Verschlechterung
- 10% Tod: Suizid, cardiale Dekompensation, ...
Anorexia Nervosa: Folgen trotzt Vollremission
67%: strukturelle Knochndefekte
lokale chronische Niereninsuffizienz
Anorexia Nervosa: Therapie
- Phase 1
- Arbeitsbündnis
- Gewichtsvertrag
- Essprotokolle
- Bearbeitung der Körperschemastörung
- Phase 2: zb Psychodynamische TTT (nicht an Phase gebunden!)
- Bearbeitung der biographischen Hintergründe
- Phase 3
- Bearbeitung der familiären, sozialen Situation
Gewichtsvertrag
- stationär: 500 - 1500g pro Woche
- ambulant: 300 - 1000g pro Woche
ansonsten ggf Trinknahrung
Atypische Anorexia nervosa
einige Kriterien erfüllt aber nicht alle
Ausschluss: somatische Ursache für Gewichtsabnahme
Bulimia nervosa: Diganosekriterien
- Fressattacken über mind. 3 Monate, mind. 2 mal pro Woche
- gegenregulatorische Maßnahmen
- krankhafte Furcht, dick zu werden
Bulimia nervosa: somatische Komplikationen
- Zahnschädigung
- Entzündung von Speicheldrüse, Pancreas
- Elektrolytstörung
- Nierenschädigung
- Haut, Nagelveränderung
Fasten/Essanfälle und Serotonin
Fasten
- kognitive Einschränkung
- Stimmungsaufhellung
Serotoninanstieg
- kurzfristiges Hungern
- kohlenhydratreiche Kost
Serotoninmangel kann zu Essanfällen führen
Bulimia nervosa: TTT
- Verhaltens-TTT: Esstagebuch, Auslösesituationen, 3 Mahlzeiten pro Tag
- psychodynamische TTT: Selbstwertgefühl
- Medis: Antidepressiva
Bulimia nervosa: Komorbidität
oft mit Suchtverhalten
- 30% Substanzmissbrauch und abhängigkeit
- 30% Selbstverletzung
- 18% Kaufsucht
oft ängstlicher Persönlichkeitstyp
weibliches Körperbild
Bulimia nervosa: erwünscht
Anorexia: lehnen oft ab