Psychosomatik

Psychosomatik

Psychosomatik


I. S.
Diese Lernkarten behandeln psychosomatische Störungen auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Ätiologie, Symptome und Therapieansätze. Sie decken Themen wie Angststörungen, Essstörungen, Trauma und dissoziative Störungen ab, einschließlich spezifischer Diagnosekriterien und Behandlungsmethoden wie kognitiver Verhaltenstherapie und psychodynamischen Ansätzen. Ideal für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Verständnis psychosomatischer Erkrankungen vertiefen möchten.
Flashcards
120
Students
4
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
02.07.2019 / 11.08.2019

Flashcards

Somatoforme Störung

  • Prävalenz
  • Kennzeichen

20% aller Patienten: 5-10% der Normalbevölkerung

  • sehen wir körperlich verursachte Krankheiten aus: Forderung nach Diagnostik, Doctor Shopping
  • Patient besteht auf Erkrankung, idealisiert Arzt, dann Enttäuschung
  • multiple vegetative Begleitsymptome, Symptomwechsel, Chronifizierung
  • körperliche Beschwerden reichen zur Erklärung nicht aus
  • zeitlicher Zusammenhang mit belastenden äußeren/inneren Konfliktsituationen

Somatoforme Störungen: Einteilung, Mindestdauer

  • Somatisierungsstörung, undifferenzierte Somatisierungsstörung: 2y
  • anhaltende somatoforme Schmerzstörung: 6m
  • somatoforme autonome Funktionsstörung:
  • hypochondrische Störung, hypochondrische Dysmorphophobie: 6m

F45.0 Somatisierungsstörung

  • Kriterien

  • mind. 2y
  • vegetative Symptome nicht als Hauptmerkmal
  • mind. 6 Symptome aus mind. 2 Gruppen
    • Kardiovaskulär
    • GIT
    • Urogenital
    • Haut-/Schmerzsymptom

F45.4 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung: Kriterien

  • mind. 6m an den meisten Tagen
  • Schmerz steht im Vordergrund (in einem Körperteil, va Kopf, Rücken)

F45.1 Undifferenzierte Somatisierungsstörung

Kriterien

  • mind, 6m
  • F45.0 "normale" Somatisierungsstörung: Kriterien nicht ausreichend erfüllt

F45.2 Hypochondrische Störung

Kriterien

  • F45.2 mind. 6m: Überzeugung vom Vorhandensein mind. 1 körperl. Erkrankung als Ursache für Symptome

oder

  • F45.21 dysmorphophobe Störung: Beschäftigung mit angenommener Entstellung oder Missbildung

F45.3 Somatoforme Autonome Funktionsstörung

Kriterien

  • nur 1 Organsystem betroffen
  • Organsystem vollständig vegetativ innerviert
    • Herz, kardiovaskulär
    • oberer GIT
    • unterer GIT
    • respiratorisch
    • urogenital
  • + mind. 2vegetative Symptome
    • Palpitationen
    • Schweißausbruch
    • Mundtrockenheit
    • Hitzewallung, Erröten
    • Druckgefühl , Kribbeln, Unruhe im Bauch
  • + mind 1 weiteres Symptom

Somatoforme Störungen: Häufigkeitsverteilung

  • anhaltende somatoforme Schmerzstörung
  • somatoforme autonome Funktionsstörung
  • andere

somatoforme Störung: Kostenschätzung

ambulant: 14fach

stationör: 6fach

somatoforme Störungen: FdR

  • genetische Prädisposition
  • soziodemographische Merkmale: Frauen, Spanien, Lateinamerika, niedrige Bildung, ...
  • belastende Lebensereignisse
  • Persönlichkeitsmerkmale: Alexithymie
  • Wahrnehmungsstil: somatosensory amplification
  • kognitive Fehlbewertung
  • soziale Faktoren: sek. Krankheitsgewinn

Gate Control Theorie

  • Lokalisation
  • Mechanismen

bei der Umschaltung des 1. auf 2. Neuron in Substantia gelationsa im Hinterhor

  • periphere Fasern: Schmerz lässt bei Druck auf die Stelle nach
  • absteigende zentrale Bahnen
    • hemmendes gabaerges system
    • verbindung zu den paravertebralen sympathischen Ganglien

Leitung der Aß-Fasern (Schmerz)

somatosensorischer Kortex

Blockierung der Schmerzweiterleitung über

  • dorsolateralen präfrontalen Kortex
  • medianen präfrontalen Kortex PAG, Thalamus
  • Ant. Gyrus Cinguli

C fasern können Aß fasern hemmen: pusten auf wunde

Somatisierungsstörung: TTT

Verhaltens-TTT

Hypochondrie: TTT

Verhaltens-TTT

Somatoforme Autonome Störung: Herz: TTT

  • ß-Blocker
  • Verhaltenstherapie

Somatoforme Autonome Störung: oberer GIT: TTT

  • PPI
  • Eradikations-TTT
  • Psychodynamische Psychotherapie

anhaltende somatoforme Schmerzstörung: TTT

  • SSRI, SNRI
  • Verhaltenstherapie
  • Hypno-TTT
  • Biofeedback

primäre Alexithymie

In früherer Kindheit erworbenes Verhaltensmuster: trait

sekundäre Alexithymie

Reaktion auf eine schwere somatische Krankheit: state

Alexithymie

  • Epidemiologie
  • Diagnostik

  • 17% der Männer, 10% der Fraun
  • Fremdbeobachtungsbogen
  • TAS 20 = Toronto Alexithymie Skala
    • Schwierigkeiten bei der Identifikiation, Diskrimination von Gefühlen
    • Schwierigkeiten bei der Beschreibung von Gefühlen
    • extern orientierter Denkstil

Alexithymie: Ätiologie

  • neurobiologisches Modell = Defizienzmodell
    • vertikale Organisation: Störung zwischen limbisch (Gyrus cinguli) und Neocortex
    • horizontale Organisation: Störung zwischen den Hemisphären
  • psychodynamisches Modell
    • frühe Kindheit, übervorsichtige Mutter, ...
  • soziokulturelles Modell = Unterschichtsozialisation
    • Pat findet es befremdlich über Gefühle zu sprechen

Alexithymie und Schmerzempfinden: Ätiologie

Schädigung des präfrontalen Kortex und des ant. Gyrus cinguli (deszendierende Schmerzkontrolle)

weniger deszendierende Hemmung --> vermehrt Schmerz

Anorexia Nervosa: Diagnostische Kriterien

  1. selbstinduzierter Gewichtsverlust
    1. 15% unter zu erwartendem/unter BMI 17,5
  2. Körperschemastörung
    1. Gewichtsphobie: gestörtes Verhalten, Wahrnehmung, Gefühle
  3. Endokrine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse
  4. Entwicklungstörung: Pubertät verzögert/gehemmt

Anorexia Nervosa: Typen

  • restriktive, passive Form
    • Vermeiden von Speisen
    • übertriebene körperliche Aktivität
  • bulimische, aktive Form
    • Erbrechen, Abführen
    • Medis: Appetitzügler, Diuretika, Schilddrüsenhormone

Anorexia Nervosa: Epidemiologie

  • Häufigkeit
  • Alter

  • 2% der jungen Frauen zT
  • 0,5% Vollbild
  • meist 14-20y
  • Frauen 10-15 fach häufiger

Anorexia Nervosa: Körperliche Untersuchung

  • Bradycardie, Hypotonie
  • Kachhexie
  • Hyperaktivität
  • trockene blasse Haut, ausgedünntes Haar
  • Speicheldrüsenschwellung: bei Erbrechen
  • Ödeme an Knöcheln, prätibial

Anorexia Nervosa: Laborveränderungen

  • Elektrolyte: niedrig: K, Na, Mag, Cl
    • QT-Verlängerung
  • pH
    • Erbrechen: metabolische Alkalose, Hyperamylasämie
    • Hungern: Ketoazidose
  • Hypercholesterinämie
  • Leukozytopenie
  • Hormone erniedrigt: LH, FSH, Estradiol, T3

Anorexia Nervosa: Folgen

  • Volumenverluste
    • Pseudo-Bartter-Sd_ Aldosteron erhöht als Gegenregulation: Hypokaliämie, Alkalose
  • weniger Körperfett
    • Pseudoatrophie cerebri
    • weniger Zellbildung im Knochenmark
  • Elektrolytstörung
  • Hormonstörung

Anorexia Nervosa: Prognose nach 12y

  • 55% Vollremission
  • 25% Teilremission
  • 10% Status idem/Verschlechterung
  • 10% Tod: Suizid, cardiale Dekompensation, ...

Anorexia Nervosa: Folgen trotzt Vollremission

67%: strukturelle Knochndefekte

lokale chronische Niereninsuffizienz

Anorexia Nervosa: Therapie

  • Phase 1
    • Arbeitsbündnis
    • Gewichtsvertrag
    • Essprotokolle
    • Bearbeitung der Körperschemastörung
  • Phase 2: zb Psychodynamische TTT (nicht an Phase gebunden!)
    • Bearbeitung der biographischen Hintergründe
  • Phase 3
    • Bearbeitung der familiären, sozialen Situation

Gewichtsvertrag

  • stationär: 500 - 1500g pro Woche
  • ambulant: 300 - 1000g pro Woche

ansonsten ggf Trinknahrung

Atypische Anorexia nervosa

einige Kriterien erfüllt aber nicht alle

Ausschluss: somatische  Ursache für Gewichtsabnahme

Bulimia nervosa: Diganosekriterien

  • Fressattacken über mind. 3 Monate, mind. 2 mal pro Woche
  • gegenregulatorische Maßnahmen
  • krankhafte Furcht, dick zu werden

Bulimia nervosa: somatische Komplikationen

  • Zahnschädigung
  • Entzündung von Speicheldrüse, Pancreas
  • Elektrolytstörung
  • Nierenschädigung
  • Haut, Nagelveränderung

Fasten/Essanfälle und Serotonin

Fasten

  • kognitive Einschränkung
  • Stimmungsaufhellung

Serotoninanstieg

  • kurzfristiges Hungern
  • kohlenhydratreiche Kost

Serotoninmangel kann zu Essanfällen führen

Bulimia nervosa: TTT

  • Verhaltens-TTT: Esstagebuch, Auslösesituationen, 3 Mahlzeiten pro Tag
  • psychodynamische TTT: Selbstwertgefühl
  • Medis: Antidepressiva

Bulimia nervosa: Komorbidität

oft mit Suchtverhalten

  • 30% Substanzmissbrauch und abhängigkeit
  • 30% Selbstverletzung
  • 18% Kaufsucht

oft ängstlicher Persönlichkeitstyp

weibliches Körperbild

Bulimia nervosa: erwünscht

Anorexia: lehnen oft ab

Study