GEFO

Prävention und Gesundheitsförderung FHS FH St. Gallen Pflege

Prävention und Gesundheitsförderung FHS FH St. Gallen Pflege


J. B.
Diese Lernkarten behandeln den Setting-Ansatz in der Gesundheitsförderung auf universitärer Ebene. Sie konzentrieren sich auf die Integration gesundheitsfördernder Maßnahmen in verschiedene Lebenswelten wie Schulen, Betriebe und Gemeinden. Themen wie Empowerment, Partizipation und Lebenskompetenzen werden behandelt, um die Gesundheit von Menschen in ihren sozialen Systemen zu verbessern. Besonders nützlich sind die Karteikarten für Studierende und Fachkräfte in der Pflege, die sich mit gesundheitsfördernden Strategien und deren Umsetzung in der Praxis auseinandersetzen möchten.
Cartes-fiches
66
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Soins
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
14.06.2019 / 17.04.2021

Cartes-fiches

Neue Typologie der Prävention

Symptome Indizierte Prävention, Risikogruppen Selektive Prävention, Bevölkerung Universelle Prävention

Indizierte Prävention 

Zielgruppe, Selektion, Massnahme, Bsp., Besonderheit

Hochrisikopersonenstrategie, Personen mit hohem Erkrankungsrisiko, bereits Erkrankte, Starke Einschränkung, individuelle Anpassung der Massnahmen, Stressmanagment, Geringe Interferenz

Selektive Prävention

Zielgruppe, Selektion, Massnahme, Bsp., Besonderheit

Risikogruppenstrategie, erhöhtes Gesundheitsrisiko, Gezielte Auswahl, Interventionen für Teilgruppen, Rauchstopp, Geringe Interferenz

Universelle Prävention

Zielgruppe, Selektion, Massnahme, Bsp., Besonderheit

Bevölkerungsgruppenstrategie, Gesamte Bevölkerung, Keine Selektion, Universellr Massnahmen, für jeden, hohe Interferenz

Screening Nutzen

Frühere Erkennung, bessere Behandlung, Lebensqualität steigt, geringe Kosten, Folgeschäden werden reduziert, unauffällige Resultate beruhigen

Screening Risiken

Belastung durch Untersuchung, Statistische Unsicherheiten, Überdiagnose und Lead Time Bias

Lead time Bias

Screening entdeckt den Tumor frühzeitig, verlängert aber nicht immer die Lebenszeit

Überdiagnose Bias

es werden langsam progressive Tumore enteckt, mehr Leute über Leben -> Verfälschung des Resultates

Entscheidungskriterien für Screening Progamme

  1. Die Erkrankung soll ein bedeutsames Gesundheitsproblem sein.
  2. Die Biologie, der natürliche Verlauf einer Krankheit von der  latenten Phase bis  zur manifesten Erkrankung, muss weitgehend verstanden sein.
  3. Die Erkrankung muss eine identifizierbare Frühphase haben.
  4. Die Behandlung im Frühstadium muss wirksamer sein als im  Spätstadium.
  5. Es muss einen geeigneten Test für die Entdeckung der Frühphase der Erkrankung geben.
  6. Der Test muss für die Bevölkerung annehmbar sein.
  7. Die Untersuchungsintervalle des Screening Tests muss im vorhinein bekannt sein.
  8. Einrichtungen (Ressourcen) müssen a priori verfügbar sein, die den erhöhten Versorgungsbedarf, der durch bevölkerungsbasierte Screening-Programme anfällt (wie z.B. definitive diagnostische Untersuchungen, Folgebehandlungen), abdecken.
  9. Das Risiko eines mit den Screening-Massnahmen assoziierten physischen und psychischen Schadens muss bewiesenermassen geringer sein als der Nutzen substantielle/moderater Nettonutzen
  10. Die Kosten müssen in einem annehmbaren Verhältnis zum Gesundheitsnutzen des Programms stehen.

Health Belief Modell

Hauptvariabel

Health-Belief-Modell fasst verschiedene Thesen zusammen, von denen die Motivation und die Bereitschaft zur Durchführung krankheitspräventiver Maßnahmen abhängt.

Das Gesundheitsverhalten wird von bewussten Kosten-Nutzen-Überlegungen bestimmt.

Health Belief Modell Bestimmungsgrössen

  • die Erkennbarkeit des Nutzens und der Effektivität  eigenen präventiven Verhaltens
  • die Bewertung der Gefährlichkeit der Erkrankung
  • die subjektive Einschätzung der eigenen Krankheitsanfälligkeit (persönliche Gefährdung)
  • die Wahrnehmung eigener Einschränkungen und Opfer, die durch das präventive Verhalten bedingt sind (Bilanzierung des Nutzens gegenüber den möglichen „Kosten“)
  • der Glaube an die Effektivität und den Nutzen einer bestimmten Handlung, z. B. medizinische Hilfe
  • der objektive Schweregrad der Erkrankung

Health Beliefe Modell Vor und Nachteile

erstes Modell, einblich in die Entscheidungsfindung, keine soziale, ökonomische und institutionelle Faktoren, kaum empirische Evidenz

Transitorisches modell Hauptvariabel

Das von Prochaska / di Clemente entwickelte Modell basiert auf der Annahme, dass Änderungsprozesse mehrere qualitativ unterschiedliche und sukzessive aufeinander aufbauende Stufen durchlaufen.

Transtheoretisches Modell sechs Stadien

  1. Im Absichtslosigkeitsstadium („Precontemplation“) haben Personen keine Absicht, ein problematisches Verhalten zu verändern.
  2. Im Absichtsbildungsstadium („Contemplation“) haben Personen die Absicht, irgendwann das problematische Verhalten zu verändern.
  3. Im Vorbereitungsstadium („Preparation“) planen Personen konkret,  ihr problematisches Verhalten zu ändern und unternehmen erste Schritte in Richtung einer Verhaltensänderung.
  4. Im Handlungsstadium („Action“) vollziehen Personen eine Verhaltensänderung.
  5. Im Aufrechterhaltungsstadium („Maintenance“) haben Personen seit einem längeren Zeitraum das problematische Verhalten aufgegeben.
  6. Im Abschlussstadium („Termination“) ist das alte Verhalten dauerhaft aufgegeben, das neue Verhalten ist verinnerlicht und wird aufrechterhalten.

Self-efficacy Modell Hauptvariabel

SWE bezeichnet die Erwartung einer Person, aufgrund eigener Kompetenzen gewünschte Handlungen erfolgreich selbst ausführen zu können.

Self Efficacy Konzept Aufbau

  • Ein Mensch, der daran glaubt, selbst etwas bewirken und auch in schwierigen Situationen selbstständig handeln zu können, hat demnach eine hohe SWE.
  • Eine Komponente der SWE ist die Annahme, man könne als Person gezielt Einfluss auf die Dinge und die Welt nehmen (internaler locus-of-control), statt äußere Umstände, andere Personen, Zufall, Glück und andere unkontrollierbare Faktoren als ursächlich anzusehen.
  • Untersuchungen zeigen, dass Personen mit einem starken Glauben an die eigene Kompetenz größere Ausdauer bei der Bewältigung von Aufgaben, eine niedrigere Anfälligkeit für Angststörungen und Depression und mehr Erfolge in Ausbildung und Berufsleben aufweisen.
  • SWE und Handlungsergebnisse wirken oft zirkulär: Eine hohe SWE führt zu hohen Ansprüchen an die eigene Person, weshalb man eher anspruchsvolle, schwierige Herausforderungen sucht. Eine gute Leistung bei diesen Herausforderungen führt dann wieder zur Bestätigung bzw. Erhöhung der eigenen SWE.

Transtheoretische Modell Vor und Nachteile

Prozess ist nichtbar, individuelle Unterstützung, nicht bei 0 beginnen, Abgrenzung schwierig, Ab Stufe 3 greifbar, Zeitangaben nicht immer übertragbar

Self efficacy Modell Vor und Nachteile

fundiert, entwickelt sich, positve Verstärkung, Persönlichkeitsentwicklung, keine einheitliche Theorie, lange Umsetzungszeit, Selbstgefährdung

Definition der GF Ottowa-charta

Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. ... Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit betont wie die körperlichen Fähigkeiten.

Gesundheit ist ein multidimensionales Konzept, eine Querschnittsaufgabe, d.h. eine im Grundverständnis gesamtgesellschaftliche, gesamtpolitische Konzeption.

Multidimensionale Konzept von Gesundheit fand in der Ottawa Charta der GF darin Berücksichtigung, dass 5 relevante Handlungsebenen formuliert wurden.

Ziele der GF

 

  1. Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten

  2. Herstellung von Chancengleichheit

  3. GF als Querschnittsaufgabe, Förderung gesunder und nachhaltiger Planung bei allen politischen Entscheidungen

  4. Die Bereitstellung gesunder Arbeits-und Lebenswelten

  5. Das Angebot gesunder und unterstützender sozialer Umwelten

  6. Die Förderung der Selbsthilfe

  7. Die Verbesserung und Optimierung der Gesundheitsversorgung

  8. Die Unterstützung persönlicher und sozialer Entwicklung von Individuen und Gruppen

  9. Die Sicherung eine gesunden und nachhaltigen Umwelt

10. Die Ermutigung zu wissenschaftlichem Interesse, Entwicklung und Austausch in der GF (Netzwerkbildung

5 relevante Handlungsebenen

Politik, Gemeinwesen, Institutionen, Gruppen, Individuen

handlungsebene Politik: 

Entwicklung einer Gesundheitsfördernden Gesamtpolitik „build healthy public policy“

Da Gesundheitsförderung über die medizinische und soziale Versorgung hinausgeht :

  • Muss Gesundheit auf allen Ebenen und in allen Politikbereichen auf die politische Tagesordnung gesetzt werden
  • Müssen PolitikerInnen die gesundheitlichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen und ihrer Verantwortung für Gesundheit deutlich machen.
  • Eine Politik der GF wendet dazu verschiedene, sich gegenseitig ergänzende Ansätze an, z. B. Gesetzesinitiativen, steuerliche Maßnahmen, organisatorisch-strukturelle Veränderungen

Handlungsebene Gemeinwesen: 

Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen „create supportive environments“

 

Die enge Verbindung zwischen Mensch und Umwelt wird als die Grundlage für einen sozialökologischen Weg zur Gesundheit angesehen:

  • GF schafft sichere, anregende und befriedigende Arbeits- und Lebensbedingungen
  • Schutz der natürlichen und sozialen Umwelt
  • GF macht die Erhaltung der natürlichen Ressourcen zu ihrem Thema

Handlungsebene Institutionen: 

Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen „create supportive environments“

 

Die enge Verbindung zwischen Mensch und Umwelt wird als die Grundlage für einen sozialökologischen Weg zur Gesundheit angesehen:

  • GF schafft sichere, anregende und befriedigende Arbeits- und Lebensbedingungen
  • Schutz der natürlichen und sozialen Umwelt
  • GF macht die Erhaltung der natürlichen Ressourcen zu ihrem Thema

Handlungsebene Institutionen: 

Die Gesundheitsdienste neu orientieren „reorient health services“.

 

Gesundheitsdienste sollen ein Versorgungssystem entwickeln:

  • Das über die medizinisch-kurativen Betreuungsleistungen hinausgeht
  • Das auf die stärkere Förderung von Gesundheit ausgerichtet ist
  • Das sich an den Bedürfnissen der Menschen als ganzheitliche Persönlichkeiten orientiert
  • Die Angehörigen der Gesundheitsdienste sollen die Koordination zwischen dem Gesundheitssektor und den anderen gesundheitsrelevanten sozialen, politischen und ökonomischen Kräften verbessern.

Handlungsebene Gemeinwesen: 

Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen „create supportive environments“

Die enge Verbindung zwischen Mensch und Umwelt wird als die Grundlage für einen sozialökologischen Weg zur Gesundheit angesehen:

  • GF schafft sichere, anregende und befriedigende Arbeits- und Lebensbedingungen
  • Schutz der natürlichen und sozialen Umwelt
  • GF macht die Erhaltung der natürlichen Ressourcen zu ihrem Thema

Handlungsebene Institutionen: 

Die Gesundheitsdienste neu orientieren „reorient health services“.

 

Gesundheitsdienste sollen ein Versorgungssystem entwickeln:

  • Das über die medizinisch-kurativen Betreuungsleistungen hinausgeht
  • Das auf die stärkere Förderung von Gesundheit ausgerichtet ist
  • Das sich an den Bedürfnissen der Menschen als ganzheitliche Persönlichkeiten orientiert
  • Die Angehörigen der Gesundheitsdienste sollen die Koordination zwischen dem Gesundheitssektor und den anderen gesundheitsrelevanten sozialen, politischen und ökonomischen Kräften verbessern.

Handlungsebene Gruppen: 

Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen „strengthen community action“

 

Zentrales Anliegen der Gesundheitsförderung ist:

  • Die Unterstützung von Nachbarschaften, Gemeinschafts-aktivitäten von Bürgern und Bürgerinnen
  • Die Unterstützung von Selbsthilfeaktivitäten und Gemeinden

im Sinne vermehrter Selbstbestimmung, Autonomie und Kontrolle über ihre eigenen Gesundheitsbelange

Bsp. Gesundheitsbezogene Gemeinwesenarbeit,     Partizipation, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeförderung,     Soziale Netzwerke und Netzwerkförderung 

Handlungsebene Individuen:

Persönliche Kompetenzen entwickeln „develop personal skills“

 

  • GF unterstützt die Entwicklung von Persönlichkeit und sozialen Fähigkeiten durch Information, gesundheitsbezogene Bildung sowie die Verbesserung sozialer Kompetenzen und lebenspraktischer Fertigkeiten.
  • GF will dadurch den Menschen helfen, mehr Einfluss auf ihre eigene Gesundheit und ihre Lebenswelt auszuüben.
  • GF will ihnen zugleich ermöglichen, Veränderungen in ihrem Lebensalltag zu treffen, die ihrer Gesundheit zugute kommen.
  • In diesem Zusammenhang sollen Menschen zu lebenslangem Lernen befähigt werden, ihnen soll geholfen werden, mit den verschiedenen Phasen ihres Lebens sowie eventuellen chronischen Erkrankungen und Behinderungen umgehen zu können

Drei Zentrale Handlungsstrategien der GF

Advocate, mediate, Enable

Advocate

Interessen vertreten und durchsetzen“ oder „Anwaltschaft“, meint das aktive Eintreten für Gesundheit im Sinne der Beeinflussung politischer, ökonomischer, sozialer, kultureller, biologischer Faktoren sowie von Umwelt- und Verhaltensfaktoren

Mediate

Vermitteln und vernetzen meint die aktive und dauerhafte Kooperation mit allen Akteuren innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens

Enable

Befähigen und ermöglichen spricht v.a. Konzepte wie Kompetenzförderung und Empowerment an mit dem Ziel, bestehende Unterschiede des Gesundheitszustands zu verringern und selbstständig das größtmögliche Gesundheitspotenzial zu verwirklichen

Zentraler Interventionsansatz der GF

Settingsansatz

Gesundheitsförderung im Setting

Nutzt den sozialen und organisatorischen Rahmen eines Setting als Zugangsweg zu den Zielgruppen, um dort traditionelle Aktivitäten der Gesundheitsaufklärung oder - erziehung stattfinden zu lassen

Gesundheitsförderndes Setting

Neuer Setting Ansatz fokussiert auf eine Integration gesundheits-fördernder Aspekte in die gesamten Funktionsbedingungen eines Settings, in seine Struktur, Kultur, seine Prozesse und die Routinen des alltäglichen Setting - Lebens

Setting Mikroebene

Strategie: Individuum, Information: Beratung, Beeinflussung: Präventive Hausbesuche

Setting Mesoebene

Strategie: Setting, Information: Anti-Tabak-Projekte in Schulen, Beeinflussung: Betribliche GFung als Organisationsentwicklung

Setting Makroebene

Bevölerkung, 5 am Tag, Hiv-Kampagne

Setting Qualitätsmerkmale

Partizipation aller im Setting beteiligten Gruppen, Integration: Entwicklung eines Gesamtkonzepts, Prozessorientierung: Ziele werden im Setting entwickelt und überprüft

Étudier