Block 4: Blut und Abwehr
Immunologie
Immunologie
-
- 1 / 156
-
Lernkarten
Definition PAMPs
(Pathogen-Associated Molecular Patterns). Strukturen, die von Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Viren) produziert werden und die nach Bindung an PRR Immunreaktionen des angeborenen Immunsystems induzieren. Beispiele. LPS, PGN, bakterielle DNA, virale doppelsträngige RNA.
Was ist eine Plasmazelle?
Eine aus einem aktivierten B-Lymphozyten hergeleitete, differenzierte antikörperproduzierende Endzelle mit charakteristischer zytologischer Erscheinung.
Definition Polymorphismus
Expression eines von vielen (zwei und mehr) verschiedener Allele (Alternativformen) eines bestimmten Gens an einer bestimmten Stelle (Locus) des Chromosoms.
Die Beispiele des Genrearrangements auf T- und B-Zell-Ebene sowie der MHC Polymorphismus müssen miteinander verglichen werden können.
Definition (Immun-)Privilegierte Stelle
Gewebe, in dem sich normalerweise keine Zellen des Immunsystems aufhalten (z.B. Hornhaut des Auges); Abstossungsreaktionen gegen solche Gewebe sind meist nur schwach ausgeprägt.
Andere Beispiele, Plazenta, Hoden, Gehirn.
Definition Prostaglandine
pharmakologisch aktive Abkömmlinge der Arachidonsäure; verschiedene Prostaglandine beeinflussen Zellbeweglichkeit und Immunreaktionen.
Definition PRR
(Pattern Recognition Receptors). Rezeptoren des angeborenen Immunsystems, die PAMPs und DAMPs erkennen und dadurch aktiviert werden und Immunreaktionen des angeborenen Immunsystems induzieren. Beispiele: Toll-Like Receptors (TLRs), Nod-Like Receptors (NLRs), C-type lectin Receptors (CLRs), RIG-I-like receptors (RLRs).
Definition Sekundärantwort
Immunantwort nach zweiter oder weiterer Begegnung mit einem bestimmten Antigen.
Definition Serumkrankheit
ursprünglich Immunantwort als Folge wiederholter Exposition mit artfremden Serumproteinen, die zur Bildung von Immunkomplexen und gewebeschädigenden Überempfindlichkeitsreaktionen vom Typ III führt; kann bei kontinuierlicher oder wiederholter Exposition mit jedem Fremdantigen auftreten.
Definition Spättyp-Überempfindlichkeit ("delayed-type hypersensitivity", DTH)
bei chronischen Infekten wichtige Immunreaktion, die sich nach Injektion des spezifischen Antigens (z.B. Tuberkulin bei Tuberkuloseverdacht) in die Haut durch ein verzögertes Entstehen der Läsion auszeichnet (klassischerweise den Reaktionen von CD4+ T-Zellen
Definition Spezifität
Kennzeichen der Reaktion von Lymphozyten, die nur mit Antigenen reagieren, die mit ihren Rezeptoren eine Bindung eingehen; der Antigenrezeptor jedes Lymphozyten weist in Struktur und Bindungseigenschaften feine Unterschiede zu den Rezeptoren aller andern Lymphozyten auf.
Definition Stammzelle
Pool von Zellen, der sich ständig selbst erneuert und differenzierte Tochterzellen produziert, die sich in ihren Eigenschaften von der Mutterzelle unterscheiden.
Basiswissen: auch CD34+ HSC sind Stammzellen
Definition Superantigen
Antigen, das ausserhalb der Peptidbindungsstelle mit einem MHC-Molekül reagiert und die meisten (oder alle) T-Zellen stimuliert, die in ihrem Rezeptor bestimmte V-Regionen aufweisen.
Das spezielle Andocken von T-Zell-Rezeptoren an Superantigene muss verstanden sein.
Was ist eine T-Helferzelle?
CD4+ T-Lymphozyt, der Interleukine bildet, die B-Zellen zur Antikörperproduktion aktivieren; interagiert auch mit und aktiviert CD8+ T-Zellen.
Was ist ein Treg?
Ein Treg (regulatorische T Zelle) T-Suppressorzellen ist die funktionelle Bezeichnung für CD4+ T-Lymphozyten, die für eine Hemmung der Immunreaktion verantwortlich sind. Exprimieren den Transkriptionsfaktor FOXP3, immunregulierende Wirkung wird durch sezernierte Zytokine (z.B. IL10, TGFβ oder auch membranständige Proteine (z.B. CTLA-4) vermittelt.
Definition T-Suppressorzellen
funktionelle Bezeichnung für T-Lymphozyten (CD4+ und CD8+), die für eine Hemmung der Immunreaktion verantwortlich sind.
Was ist eine T-Zelle?
Lymphozyt, der aus dem Knochenmark stammt und während seiner Entwicklung den Thymus passierte; reagiert über einen spezifischen Rezeptor (T-Zellrezeptor) mit Antigenpeptiden.
Definition TCR
Antigenrezeptor der T-Lymphozyten, der entweder aus einem α/β-Dimer (TCRαβ) oder einem γ/δ-Dimer (TCRγ/δ) in enger Assoziation mit dem CD3-Molekülkomplex besteht.
Definition Thrombozytopenie
verminderte Zahl von Thrombozyten im Blut
Zusammenhang Thymus und Immunologie
primäres lymphatisches Organ in der Hals-Brustregion, in dem sich T-Lymphozyten zu immunkompetenten T Zellrezeptor-tragenden Zellen differenzieren und autoreaktive T-Zellen mehrheitlich eliminiert werden (negative Selektion).
Die Rolle für die Reifung der T-Zellen muss nur im groben Überblick verstanden sein (positive und negative Selektion).
Definition Toleranz
Die immunologische Toleranz bezeichnet die fehlende Reaktivität der Effektorzellen des erworbenen Immunsystems (B-, T-Zellen) gegenüber körpereigenen Antigenen. Beruht auf einer zentralen Deletion der autoreaktiven B-, und T_Zellen an ihrem Entstehungsort ("zentrale Toleranz") und auf der Kontrolle autoreaktiver Lymphozyten in der Peripherie ("periphere Toleranz"), z.B. aufgrund der T-Zellrezeptor-spezifischen Aktivierung naiver T Zellen in Abwesenheit einer CD28-CD80/CD86 vermittelten Ko-Stimulation (--> Anergie).
Definition Transplantationsantigen
jedes Gewebeantigen, das beim Empfänger des Transplantats eine Immunreaktion auslöst; beim Menschen Antigene der HLA- und ABO-Blutgruppen-Systeme.
Definition Zytokine
allgemeiner Begriff für lösliche Moleküle der interzellulären Signalübermittlung, einschliesslich Interleukine, Interferone, Kolonie-stimulierende Faktoren (CSF) und Tumornekrose-Faktor (TNF).
Definition Zytotoxische T-Zelle
T-Zelle mit zytotoxischer Aktivität gegen jede Zielzelle, welche den mit dem TCR spezifisch reagierenden Antigen-MHC/HLA-I Komplex an ihrer Oberfläche exprimiert. Lyse der Zelle wird zumeist durch Ausschüttung zytotoxischer Moleküle (z.B. Perforin, Granzyme) vermittelt.
Definition Zytotoxizität
Vorgang des Abtötens einer Zelle durch Einwirkung einer anderen Zelle oder chemischer Substanzen.
Die verschiedenen möglichen Formen der Zytotoxizität sollten erarbeitet werden können. Siehe auch ADCC, NK-Zellen, Fc-Rezeptoren, Makrophagen, zytotoxische T-Zellen, Immunkomplexe, direkte Zytotoxizität von Antikörpern.
Was ist der Unterschied zwischen primär lymphatischen Organen und sekundär lymphatischen Organen?
Die primären lymphatischen Organe bestehen aus spezialisiertem Gewebe, in dem die Bildung und Reifung der B- und T-Lymphozyten verläuft.
In den sekundären lymphatischen Organen findet der Antigenkontakt und die klonale Vermehrung der Lymphozyten statt. Diese Differenzierung findet in den Proliferationszonen der sekundären lymphatischen Organe statt.
Aus welcher Struktur entsteht der Thymus embryologisch? Was sagt das über die Zusammnsetzung seines Grundgerüstets aus? (schwierig)
Der Thymus besitzt entodermales Epithel der 3. Schlundtasche. Er besteht somit aus einem epithelialen Grundgerüst, welches durch Desmosomen zusammengehalten wird.
Wie ist der Thymus histologisch aufgebaut?
im Thymus Läppchen mit Rinde und Mark
In der Rinde hat es vor allem Epithelzellen, doppelt negative/positive T Zellen und Makrophagen.
In der Mark-Aussenzone gibt es Epithelzellen, Hassall-Körperchen (=rundliche Zellaggregate im Gewebe des normalen Thymus, die aus epi-thelialen Retikulumzellen bestehen), CD4+/ CD8+ T Zellen, Makrophagen und DC.
Die Blut-Thymus-Schranke verhindert den Kontakt zu körperfremden Antigenen respektive den Kontakt zu Nicht-Thymusgewebe
Wo gibt es HEV? (Hochendotheliale Venolen)
Was ist ihre Funktion?
Was exprimieren sie, damit Leukozyten besser anhaften können?
Sie gibt es in lymphatischen Geweben bsp. Thymus, Tonsillen und Lymphknoten.
Bei den HEV können Leukozyten mittels transendothelialer Migration den Blutkreislauf verlassen.
Sie exprimieren Selektine, welche den Lc beim andocken helfen.
Wie wird die reife aber noch naive B-Zelle aktiviert?
Die B-Zellen verlassen nach ihrer Bildung das Knochenmark mit surface Immunoglobulinen auf der Oberfläche und wandern über das Blut in ein sekundär lymphatisches Organ ein. Mit seinem sIg kann der B-Lymphozyt nun direkt mit einem Antigen reagieren. Der entstandene sIg-Antigen-Komplex wird von einer T-Helferzelle detektiert, welche nun Zytokine ausschüttet und somit die B-Zelle zur Differenzierung zu einer Antikörper-bildenden-Plasmazelle anregt.
Wie läuft die Differenzierung der Lymphozyten aus lymphoiden Vorläuferzellen in den primär lymphatischen Organen ab?
(4 Schritte)
1. Proliferative Expansion zu Pro B/T-Zellen
2. Expression der Antigenrezeptoren auf der Zelloberfläche
3. Negative Selektion von autoreaktiven T- und B-Zellen
4. Migration der positiv selektionierten naiven B/T-Zellen in die Peripherie
BEM: Diese Differenzierung verläuft antigenunabhängig und entweder im Thymus oder im Knochenmark.
Welche Räume gehören zu den Sinus paranasales (Nasennebenhöhlen)?
(4 Stück)
- Sinus frontalis
- Sinus maxillaris
- Cellulae ethmoidales
- Sinus sphenoidalis
Was ist der Unterschied zwischen Lymphknoten und aggregierten Lymphfollikeln bsp. Peyer'sche Plaques?
Die Lymphknoten sind in das Lymphgefässsystem zwischen geschaltet, während die Follikel frei im Gewebe vorkommen.
Wie wirken sich Veränderungen von B-Zellrezeptoren (=Antikörper) bezüglich Antigenerkennung und Effektorfunktion aus bei
- somatischen Genmutationen
- der Freisetzung von der membrangebundenen Form in die sekretierte Form
- und beim Isotypen-Switch?
1. Antigenerkennung wird besser, Effektorfunktion bleibt gleich
2. Antigenerkennung bleibt gleich, Effektorfunktion wechselt
3. Antigenerkennung bleibt gleich, Effektorfunktion wechselt, da die intrazelluläre Übertragung durch die neue konstante Region andere Eigenschaften hat als die alte konstante Region.
Was sind die Aufgaben der Antikörper?
- alleine
- mithilfe der Komplementaktivierung
- Neutralisierung von Pathogenen, Opsonierung, antikörper-vermittelte-Cytotoxität durch Natürliche Killerzellen
- Lyse der Mikroben, Vermittulung für Phagozytose mittels Komplementfragmente, Entzündung
Wie gross muss der %-Anteil sein bei R0 = 1.2 für eine genügende Herdimmunität?
H= (R0-1)/R0 = 0.2/1.2 = 0.16 = 16%
Was gibt es für Augenbewegungen um die
- sagittale
- vertikale
- transversale
Achse?
- Aussen- und Innenrotation
- Abduktion und Adduktion
- Elevation und Depression