Immunologie


R. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Immunsystem und seine Komponenten auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Zellen, Rezeptoren, Antikörper und Lymphozyten, insbesondere T- und B-Zellen, sowie deren Funktionen und Interaktionen. Die Karteikarten erklären auch die Rolle von Organen wie dem Thymus und die Prozesse der Immunreaktion, Aktivierung und Differenzierung. Sie richten sich an Medizinstudenten, die ein tiefes Verständnis der Immunologie und ihrer Mechanismen erlangen möchten.
Karten
156
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
28.05.2019 / 04.06.2020

Lernkarten

Definition Avidität

Die Summe aller Affinitäten zwischen Antikörper und Antigen (Stärke der Mehrfachbindung zwischen Ak und Antigen).

Aus was bestehen Adjuvantien häufig?

  • Aluminiumsalzen
  • Virosomen
  • Liposomen
  • Lipopolysaccharide

Antigenic sin

1. Infektion führt zu einer normalen Antikörperproduktion und Gedächtniszellen

Bei der 2. Infektion beginnen die Gedächtniszellen mit der Antikörperproduktion. Jedoch sind diese "alten" Antikörper weniger spezialisiert und binden mit geringerer Affinität, als komplett neue Antikörper dies tun würden.

Ablauf Virusinfektion

  1. Viruspartikel bindet an Zellmembran über Glycoproteine
  2. Konformationsänderung der viralen Proteine führt zur Fusion mit der Zellmembran oder dass virale Nucleinsäuren ins Cytosol injiziert werden
  3. Ziel in Zelle: möglichst schnelle Replikation des viralen Genoms

Antiviraler-Status

Cytosolischen Nucleinsäuren bilden ein Signal für cytosolische Rig-I-like-Rezeptoren, welche die Produktion von antiviralen Cytolinen und Interferone gesteigern. Interferone sind Botenstoffe, welche von infizierten Zellen produziert und ausgeschüttet werden, auf Nachbarzellen wirken können und einen Antiviralen Status herbeiführen können. Dort wird die endogene Proteinsynthese gedrosselt, weitere Mediatoren freigesetzt, die NK-Aktivität und Makrophagenaktivität gesteigert und MHC-I und II-Moleküle werden vermehrt exprimiert.

Was exprimieren Gedächtniszellen, sodass sie überleben?

Sie exprimieren anti-apoptotische Moleküle (Bcl2, Bcl-XL). Sie überleben ohne Antigen, jedoch sind sie abhängig von Cytokinen.

Mechanismen der Immun-Evasion (Viren)

  1. Antigen-Mutation (Influenzavirus)
  2. Antigen-Präsentationi durch MHC-I inhibieren
  3. Exhaustion der T-Zellantwort
  4. Infektion von Immunzellen (HIV)

Aus wie vielen Segmenten besteht die Wirbelsäule?

23 Bewegungssegmente

  • HWS: 7 vertebrae cervicales
  • BWS: 12 vertebrae thoracicae
  • LWS: 5 vertebrae lumbales
  • Os sacrum: 5 vertebrae sacrales
  • Os coccygis: 3-5 vertebrae coccygeae

Was bedeutet ADCC?

= Antibody-dependent cell-mediated cytotoxicity

durch NK-Zellen vermittelte Zytotoxizität

Definition Adhäsionsmoleküle

Oberflächenmoleküle, die an der direkten Zell-Zell- oder Zell-Substrat-Bindung beteiligt sind.

Definition Affinität

Mass für die Bindungsstärke zwischen zwei Molekülen, z.B. zwischen Antigendeterminante (Epitop) und Antikörperbindungsstelle (Paratop).

Was sind Akute-Phase-Proteine?

Serumproteine, die in der Frühphase der Entzündungsreaktion mehrheitlich in der Leber gebildet werden. Es sind keine Beispiele zu lernen.

Definition Allel

Eine von verschiedenen Varianten eines Gens eines bestimmten Genlocus, die eine bestimmte Eigenschaft kontrolliert.

Definition Allergen

Antigen, das eine allergische IgE-vermittelte Überempfindlichkeitsreaktion (Typ I) auslöst.

Was ist die Alloimmunisierung?

Vorgang, durch den sich ein Individuum Immunität gegen Transplantationsantigene eines anderen Individuums derselben Spezies erwirbt (z.B. als Folge einer Organtransplantation).

Was ist die Anaphylaxie?

Eine Soforttyp-Überempfindlichkeitsreaktion (Typ I), die durch IgE-vermittelte Mastzelldegranulierung ausgelöst wird und Vasodilatation sowie Kontraktion glatter Muskelfasern bewirkt. Die Reaktion führt zu einem Schockzustand und kann einen letalen Verlauf nehmen. (Nur Bedeutung des Wortes kennen)

Definition Anergie

Zustand, bei der die spezifische Erkennung des Antigens durch die T-Zellrezeptoren bei T-Zellen, bzw. durch membranständige Immunoglobuline bei B-Zellen nicht zu einer vollständigen Aktivierung dieser Lymphozyten führt. Wichtiger Mechanismus bei der Aufrechterhaltung der peripheren immunologischen Toleranz.

Definition Antigen

Molekül, das sich spezifisch mit einem Antikörper oder einem T-Zellrezeptor bindet und bei Kontakt mit den Zellen des erworbenen IS eine spezifische Immunantwort auslösen kann.

Definition Antigendeterminante (Epitop)

Der Teil eines Antigens, mit dem ein spezifischer Antikörper oder T-Zellrezeptor-Molekül reagiert.

Definition Antigenpräsentierende Zelle

Zellen (Makrophagen, dendritische Zellen, B-Lymphozyten), die Antigene verarbeiten und Antigenpeptide auf MHC-Klasse II-Molekülen CD4+ T-Lymphozyten präsentieren (dies ist die klassische Definition einer APZ, doch wird der Begriff manchmal auch auf Zellen angewandt, die in ähnlicher Weise Antigene auf MHC-Klasse I-Molekülen den CD8+ T-Lymphozyten anbieten). Oft wird durch den Zusatz "professionelle" APZ darauf hingewiesen, dass eine solche APZ aufgrund ihrer co-stimulatorischen Eigenschaften (Expression von CD80/CD86) auch naive T Zellen zu aktivieren vermag.

Definition Antikörper

Nach Antigenkontakt von B-Lymphozyten (und den sich daraus differenzierenden Plasmazellen) produziertes und sezerniertes Molekül, das die Eigenschaft besitzt, sich mit dem auslösenden Antigen spezifisch zu binden.

Definition Apoptose

Eine Form von physiologischem Zelltod, der durch die zugrunde gehende Zelle selbst kontrolliert wird.

Definition Atopie

Klinisches Bild der Überempfindlichkeit vom Typ I (IgE-vermittelte Allergie), einschliesslich allergischer Rhinitis (Heufieber), Ekzem, Asthma und verschiedene Nahrungsmittelallergien.

Definition Autoimmunkrankheit

Krankheit, deren Auslösung oder Progredienz auf spezifische Reaktionen des Immunsystems gegen körpereigene Gewebe oder Antigene zurückgeführt werden kann.

Was ist eine B-Zelle?

Lymphozyt, dessen funktionelle Differenzierung in sekundären lymphatischen Geweben stattfindet, und der an seiner Oberfläche Antigenrezeptoren (B-Zell-rezeptor) in Form von Immunglobulinen aufweist.

Was ist ein basophiler Granulozyt?

Granulozyt, der Rezeptoren für IgE-Antikörper besitzt und sich an Überempfindlichkeitsreaktionen vom Typ I beteiligen kann.

Was ist die Bildgebung ("imaging")?

Methode, mit der die Lokalisation eines injizierten, radioaktiv markierten Antikörpers mit einer Gamma-Kamera sichtbar gemacht wird; verwendet zur Lokalisierung von Neoplasmen mit anti-tumoralen Antikörpern.

Was ist eine CD34+ HSC?

Eine Blutzellbildende Stammzelle.

Was sind Chemokine?

Familie verschiedener Moleküle, die chemotaktische Aktivität aufweisen und als Zellaktivatoren der Entzündungsreaktion wirken.

Definition Chemotaxis

Die gerichtete Wanderung von Zellen als Reaktion auf einen Konzentrations-Gradienten chemotaktisch wirkender Substanzen.

Definition Chimären-Antikörper

Künstlich hergestellter Antikörper, der als Folge der Manipulation auf Ebene der genetischen Information oder des Proteins aus verschiedenen Spezies stammende Anteile aufweist.

Was sind Complementarity-determining regions (CDR)?

Abschnitte der V-Region eines Antikörpers oder eines T-Zellrezeptors, die für die Antigen- oder die Antigen-MHC-Bindung verantwortlich sind.

Definition DAMPs

DAMPs = Danger Associated Molecular Patterns / Damage Associated Molecular Patterns

Endogene Moleküle die von geschädigten Zellen produziert und/oder sezerniert werden und durch die Bindung an die entsprechenden Rezeptoren Immunreaktionen des angeborenen Immunsystems induzieren. Beispiele: HMGB1, heat-shock proteins, Harnsäure, extrazelluläres ATP.

Was sind Dendritische Zellen?

Antigenpräsentierende Zellen in Lymphknoten, Milz, Haut und - in geringerer Zahl - Blut, die für die Stimulation von T-Zellen besonders wichtig sind.

Definition Domänen

Begrenzte Abschnitte eines Makromoleküls, die konstante oder variable Regionen aufweisen und für bestimmte Eigenschaften des Moleküls verantwortlich sind (z.B. Immunglobuline).

Definition Entzündung

Lokale Gewebereaktion als Folge von Verletzung oder anderen Schädigungen, die durch Schmerz, Überwärmung, Rötung und Schwellung gekennzeichnet ist. Die Reaktion umfasst Prozesse wie veränderte Muster der Durchblutung, Einwanderung von Granulozyten, Makrophagen sowie Lymphozyten, Ausschaltung des auslösenden Antigens und Reparation des geschädigten Gewebes.

Kardinalsymptome:

Was ist ein eosinophiler Granulozyt?

Granulozyt (Anteil an peripheren weissen Blutzellen weniger als 5%), der Granula mit kationischen Proteinen enthält, die Entzündungsreaktionen modulieren können; besonders wichtig bei atopischen allergischen Reaktionen und bei der Kontrolle von Parasiteninfekten.

Definition erworbene Immunität

= adaptive Immunität

Immunreaktion, die unter Beteiligung von Lymphozyten die Eigenschaften Spezifität, Anpassungsfähigkeit, Gedächtnis und Fähigkeit zur Unterscheidung von "selbst" und "fremd" aufweist.

Definition immunologisches Gedächtnis

Kennzeichen der spezifischen Immunantwort, die bei Folgebegegnung mit dem auslösenden Antigen schneller und verstärkt abläuft.
Eine B-Zelle, die ein Antigen gesehen hat, trägt mindestens eine zusätzliche, meistens mehr, Punktmutationen. Das Gedächtnis ist vor allem zu verstehen als mehr spezifische Klone.

Definition Genrekombination

Vorgang, der Teile verschiedener Gene oder Gensegmente zu einem neuen Gen vereinigt.
Synonym zum englischen Ausdruck «gene rearrangement». Der grundlegende Vorgang der Rekombination von einzelnen Gensegmenten auf der schweren und leichten Kette ist Lernstoff.

Lernen