Erweiterte Biologie
2. Semester HLS Muttenz
2. Semester HLS Muttenz
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Flashcards
1. Nennen Sie 3 Merkmale von Viren
- Sind wirtsspezifisch, leben nur in einer Wirtszelle
- 20-200nm gross
- Befallen Zellen
- Vermehren sich
- Kein eigener Stoffwechsel
- Proteinhülle mit Genen
2. Wie wurden Viren erstmals entdeckt?
Durch die Tabakmosaikkrankheit
- Pflanzen zeigen Verkrümmungen und Flecken
- Extrakte (keine Bakterien) von befallenen Blättern auf gesunde Blätter
- Krankheitsübertragung
- Vermutung: vermehrungsfähiges Teilchen welches kleiner als Bakterium ist -> Virus
3. Nach welchen zwei Kriterien kann man Viren einteilen?
DNA und RNA Viren
Form: Kugeln oder Stäbchen
4. Was versteht man unter Bakteriophagen?
Komplex gebaute Capside (Viren)
- Befallen Bakterien
- Nummerierung nach Entdeckung T1-T7
- Kopf + Proteinschwanz
- DNA im Kopf
- Injektion der viralen DNA im Bakterium
5. In welchen Schritten erfolgt die Virusvermehrung?
Anheften an Wirtszelle -> Injektion von Virus-Genom in Wirtszelle -> Replikation des Genoms, Proteinproduktion, Zusammenbau -> Verlassen der Wirtszelle
6. Was versteht man unter dem lytischen Zyklus und dem lysogenen Zyklus?
Lytisch: Bakterium wird abgetötet
Lysogen: Einbau Virusgenom in Bakteriengenom -> wird bei Bakterienteilung weitergegeben -> kann in lytischen Zyklus übergehen
7. Beschreiben sie den Reproduktionszyklus des HI Virus.
Anheften -> RNA wird in Zelle freigesetzt -> RNA-DNA Molekül ans Zwischenstufe -> DNA-DNA Molekül -> in Zellkern -> Von DNA kann RNA gebildet werden -> Synthese von Proteinen -> Zusammenbau Proteine und RNA -> Freisetzung des RNA
8. Nennen sie zwei Viren, welche die Leber befallen und treffen sie eine Aussage über eine mögliche Impfung.
Hepatitis C und Hepatitis B, hohe Mutationsrate da kein Korrekturmodus bei Hepatitis C -> Untertypen, Impfung schwer zu entwickeln
9. Nennen sie drei «neue» Viren
Schweinegrippe, Vogelgrippe, West-Nil Virus, Ebola
10. Wie kann man das Auftreten neuer Viren erkennen?
Mutation vorhandener Viren -> können Art-Grenzen übertreten
Aus isolierten Populationen -> Globalisierung, Reisen etc.
11. Was versteht man unter H1N1?
H und N: Oberflächenproteine, z.B. wichtig für Anheftung, verschiedene Varianten
12. Nennen sie zwei Übertragungswege bei Pflanzenviren
Horizontale (von Aussen) und vertikale (Weitergabe an Nachkommen) Transmision
13. Was versteht man unter Prionen? Wie wirken sie? Nennen sie eine durch sie ausgelöste Krankheit.
Prione: falsche gefaltete Proteine, im Gehirn: induzieren Konformationsänderungen, BSE, Creutzfeld Jakob
15. Was sind die grundlegen Bausteine einer Bakterienzelle?
- Flagellum zur Fortbewegung
- Pili.: Anheften
- Sexpili:Parasexualität
- Mososom: Anheftungsstelle der DNA bei Replikation
- Plasmamembran Innenseite: Atmungsenzyme, DNA-Polymerase
16. Wie ist die Zellwand einer Bakterienzelle aufgebaut?
- Zellwand: hält Form, Zelle platzt in hypotonischer Umg. Nicht
- Hypertonische Umgebung: Zellen verlieren Wasser und schrumpfen -> Zellmembran löst sich von Zellwand
- Zellwand aus Peptidoglycan: Polymer aus Zucker- Molekülen, durch kurze Peptide vernetzt
- Bildet Molekülgeflecht: Verankerung von anderen Oberflächenmolekülen
18. Wie funktioniert die Gram-Färbung?
Gram positive:
- Dicke Zellwand
- Kristallviolett dringt in die Zelle ein
- Komplexbildung mit Jod der Färbelösung
- Komplex kann auf Grund der Grösse Zellwand nicht durchdringen
- Keine Auswaschung durch Alkohol
- Dunkelviolette Färbung
Gram negative:
- Dünne Zellwand zwischen Plasmamembran und Aussenmembran
- Kristallviolett – Jod Komplex kann Zellwand passieren
- Wird durch Alkohol ausgewaschen
- Farbstoff Safranin färbt Zelle rosa
19. Was versteht man unter MRSA Infektionen?
Methicilin-resistenter Staphlococcus aureus (MRSA)
Krankenhauskeim
Resistent gegen viele Antibiotika
21. Welche Methoden der Sterilisation gibt es?
Physikalische Mittel
- Autoklavieren: feuchte Hitze
- Sterilisieren: trockene Hitze
- Pasteurisieren: z.B. Milch
- Filtrieren: Membranfilter
- Bestrahlen: z.B. UV-Strahlen
Chemische Mittel
- Detergentien: lösen Zellmembran auf
- Phenole: zerstören Membran
- Alkohole
- Oxidationsmittel
- Schwermetall Ionen z.B Silber, Kupfer oder Quecksilber
22. Welche Wirkmechanismen gibt es bei Antibiotika?
Hemmer der Translation:
- Tetracyclin: bindet an Ribosome
- Puromycin: Kenttenabbruch: lagert sich a AS Strang statt r-RNA
Antimetaboliten
- Sulfonamide: hemmen Folsäure Synthese
Membran und Zellwand aktive Antibiotika
- Penicilin: verhindert Zuckersynthese
DNA-Stoffwechsel Inhibitoren
- Nalidinsäure: verhindert DNA Symthese
Hemmer der RNA Synthese
- Rifampicin: bindet an prokaryotische RNA Polymerase
23. Welche Wirkmechanismen gibt es bei Bakterientoxinen?
Exotoxine: hoch wirksame Gifte, die krankheitsspezifisch sind
- Bsb. Diptherie, Butolinum Toxin, Gasbrand Toxin
Endotoxine: sind nicht krankheitsspezifisch
- Verantwortlich für allg. Symptome wie Fieber, Schwäche, Schmerzen, Schock
24. Was verstht man unter Transformation, Transduktion, Konjugation?
Transformation: Aufnahme nackter DNA aus Umgebung
Transduktion: Infektion mit Phagen: Übertragung DNA
Konjugation: DNA von einer Bakterienzelle zur anderen Bakterienzelle (Sex-Pilli)
25. Was versteht man unter einem Biofilm
- Kolonie verschiedener Prokaryoten-Arten
- Zellen scheiden Signalmoleküle um andere Zellen anzulocken
- Zellen scheiden Kohlenhydratpolymere aus: zum Anheften an Untergrund und an Nachbarzellen
- Kanäle durch Biofilm: Versorgung der tiefer liegenden Zellen
- Schädigen in Industrie und medizin technische Geräte, verunreinigen Produkte, fördern Karies und andere Krankheiten
- Schäden/Jahr: Milliardenhöhe
26. Wie werden Bakterien klassifiziert und welche Schwierigkeiten ergeben sich daraus?
Analyse 16 srRNA:
Anfangs: nur möglich wenn Prokaryot vorher im Labor kultiviert werden konnte
Heute möglich PCR mit Boden- oder Wasserproben um Prokaryoten zu identifizieren
Einzel-Zell Genomik: Genom von einer einzelnen Zelle sequenzieren
Metagenomik: Analyse des gesamten Erbmaterials einer Umwelt- oder Darmprobe
28. Was versteht man unter dem Begriff “Enterotoxine”?
Gifte, welche den Darm angreifen
Oft Verursacher von Nahrungsmittelvergiftungen
Bsp. Cholera
29. Welche Bakterien können für die sogenannte Lebensmittel-vergiftung verantwortlich sein?
- Salmonellen
- Camphylobacter
- Cholera
30. Nennen sie 3 Arten von Krankheiten, die durch E.coli verursacht werden.
- Blinddarmentzündung
- Gallenwegsinfekte
- Bauchfellinfekte
- Abszesse
- Urininfekte
- Meningigits
31. Welches Krankheits-symptom ist typisch für eine Cholera Infektionen?
- Dünnflüssige Durchfälle bis 20L/Tag -> Austrocknung
- Erbrechen
32. Was ist die am häufigsten tödliche Infektionskrankheit weltweit?
Tuberkulose
33. Wie ist der Verlauf einer Tuberkulose-infektion?
Direkte aerogene Infektion über Tröpfchen
Bei 90% wird Krankheit nach Primärtuberkulose latent
Bei 10% entwickelt sich akute Sekundärtuberkulose -> höchst ansteckend
Passiert bei schlechtem Allgemeinzustand/Immunschwäche
34. Wie verläuft eine Tuberkulose Therapie?
Kombinationstherapie
Gesamtdauer 6 Monate
Erste 2 Monate: 4 Antibiotika (Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol)
Monate 3-6: 2 Antibiotika (Isoniazid und Rifampicin)
Nach 2 Monaten ist Keimzahl reduziert, sodass Patient nicht mehr isoliert werden muss
35. Was versteht man unter MDR bei Tuberkulose?
Multidrug-resistant Tuberculosis -> MTH ist resitetnt gegen viele Antibiotika -> daher Kombinationstherapie
Behandlung von 20 Monaten
Induktionsphase: 4 Monate plus Pyrayinamid für 6-8 Mt.
Mehr Medikamente korrelieren mit höherer Heilungsrate
Höhere Toxizität gegenüber Standardmedikamenten
36. Wie kann man Tuberkulose diagnostizieren? Nennen sie 3 Beispiele.
Molekularbiologische Diagnostik
- Hohe Sensitivität
- Mutationen können detektiert werden
Immundiagnostik: Mendel-Mantoux est
- Tuberkulin wird unter Haut gesprizt
- 2-3 Tage später wird die Entzündung gemessen, wenn grösser als 6mm positiv
Mikroskopische Diagnostik
- Probenmaterial (Sputum) wird auf selektiven Nährboden ausgebracht
- 2 Wochen Inkubationszeit -> Kolonien
- Man kann auf Antibiotika Resistenz testen
Radiologische Diagnostik
- Nachweis von Lungenschäden durch Röntgen
- Schnell, aber: Schäden können auch andere Ursachen haben
37. Nennen sie 3 Klassen von Antibiotika.
- Makrolide
- Chinolone
- Contrimoxazol
- Betalaktam
39. Was versteht man unter „Bakteriostatisch“ und „Bakterizid“?
Bakteriostatisch:
- Bakterien werden an Vermehrung gehindert
- Zur Eliminierung wird Immunsystem benötigt
- Z.B. Maktrolide, Tetracycline
Bakterizid:
- Bakterien werden getötet
- Klinisch wichtig bei schweren Infekten wie Sepsis, Meningitis, Endokarditis
- Z.B. Betalaktame, Chinolone
40. Wie sieht ein Resistenzmecha-nismus gegen β-Laktam Antibiotika aus?
Spaltung des Betalaktamrings durch Betalaktamase -> Zerstörung des Antibiotikums -> Resistenz gegen Betalaktam-Antibiotikum