Einführung: Didaktik der romanischen Sprachen

Vorlesung Fremdsprachendidaktik

Vorlesung Fremdsprachendidaktik


T. W.
Diese Vokabelkartei für Französisch auf Universitätsniveau umfasst 269 Vokabelkarten und konzentriert sich auf interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht. Sie bietet Aufgaben zur Perspektivenübernahme, Kulturvergleich und Begriffsbildung, wie z.B. "Hineinversetzen in literarische Figuren", "Analyse von Begrüßungsritualen" und "Bedeutungskollage". Die Plattform unterstützt auch das Rückwärtslernen von der Zielsprache zur Ausgangssprache. Diese Vokabelkarten eignen sich besonders für fortgeschrittene Lernende, die ihre interkulturellen Fähigkeiten vertiefen möchten, wie z.B. Studenten oder Examenskandidaten.
Flashcards
269
Students
4
Language
German
Category
French
Level
University
Created / Updated
28.04.2019 / 20.08.2025

Flashcards

Beschreibe die 5-Schritte-Lesemethode.

  • auch SQ3R-Methode: survey-question-read-recite-review
  • Verbindung unterschiedlicher Lesestrategien
  1. Überfliegen (Überschriften, Abbildungen usw.) --> global
  2. selbst Fragen an den Text stellen (top-down-Prozesse u. Weltwissen aktivieren)
  3. Text lesen (je nach Leseziel, an Fragen orientiert, Text markieren) --> selektiv
  4. abschnittweise zusammenfassen --> kursorisch
  5. Rekapitulation der wichtigsten Aussagen des Gesamttextes --> kursorisch

Beschreibe den Trainingsbaustein von Fritsch (2003) zur Übung des Leseverstehens.

  1. Aktivieren von Vorwissen, Voreinstellungen, Vorerfahrungen --> Hinführung, lexikalische u. inhaltliche Vorentlastung
  2. Arbeit u. Austausch mit anderen (zum Wortschatz) --> bottom-up- und top-down-Prozesse anregen
  3. gemeinsames bzw. arbeitsteiliges Suchen und Erproben von Lösungs- u. Lernwegen (Einsatz von Leseverstehensstrategien, W-Fragen)
  4. Herstellen und Präsentation von Produkten (Strukturbild zeichnen, Visualisierung des eigenen Textverständnisses)
  5. Reflexion des Lernprozesses (Bewusstmachen von angewendeten Lesestrategien)

Beschreibe das Ablaufschema von Henseler/Surkamp (2009).

  • Modell für Phasierung: Texterschließungsstrategien und Techniken vor, während und nach dem Lesen

Bereitstellung:

  • vor: Aktivierung von Vorwissen, Aufmerksamkeitsfokussierung, Interessenlenkung; pre-reading activities (Hypothesen, Wortfelder, Bilder, Fragen formulieren etc.)
  • während: fortlaufende Aktivierung von Vorwissen, Vergleich v. Leseerwartung u. Textinhalt; whole-reading activities (Unterbrechung d. Lektüre für Hypothesen u. Fragen, think aloud)

Erschließung:

  • Kompensationsstrategien anwenden (inferieren, elaborieren, Verwendung von Hilfmitteln etc.)
  • markieren, Wörterbuch, Abschnitte zusammenfassen etc.
  • Inferierungsstrategien anwenden (implizit enthaltene Informationen erschließen)
  • graphic organizers (Schemata zur Visulaisierung logischer Strukturen)

Verarbeitung:

  • Anpassen des Lesestils an Leseintentionen, Text, Rahmenbedingungen (skimming, scanning, receptive, intensive, close, responsive, combined reading)
  • nach: Aufbereitung (Assimilation u. Akkomodation, Textinhalt bewerten)
  • Hauptgedanken/Thema einzelner Abschnitte notieren, Text in einem Satz zusammenfassen, Anschlusskommunikation usw.

 

Inwiefern unterscheidet sich das Schreiben als Ziel vom Schreiben als Mittel zum Zweck?

Schreiben als Ziel:

  • Schreiben aufgrund kommunikativer Bedürfnisse (best. kommunikative Bedürfnisse befriedigen)
  • dient der Kontaktaufnahme und -erhaltung mit Sprechern (bzw. Schreibern) der Zielsprache
  • z.B. Briefe, E-Mails, SMS, Blogeinträge/-kommentare, Postkarte, Lebenslauf, Anschreiben etc.
  • "als man selbst" schreiben
  • im Fokus bei Förderung der Schreibkompetenz

Schreiben als Mittel zum Zweck:

  1. Schreiben aufgrund unterrichtspraktischer Bedürfnisse
  2. Schreiben aufgrund lernpsychologischer Überlegungen
  3. Schreiben als Hilfe bei der Strukturierung geistiger Handlungen
  4. Schreiben hat nur dienende Funktion

Was ist mit dem Schreiben aufgrund unterrichtspraktischer Bedürfnisse gemeint?

Schriftlich ausgeführte Übungen zu Wortschatz und Grammatik, "lernprozessorientiertes Schreiben":

  • Übung und Festigung grammatischer Strukturen (Konjugationsmuster ausfüllen, Komparativbildung, Präpositionen einfüllen, Objekte durch Objektpronomen ersetzen, Sätze bilden usw.)
  • Sicherung und Systematisierung des Wortschatz (Kreuzworträtsel, Lückentext, Wörter abschreiben u. in Begriffsnetz ordnen usw.)

Inwiefern stellt das Schreiben eine Möglichkeit zur Differenzierung dar?

  1. Diff. bzgl. Tempo: schnelle SuS schreiben längere Texte, evtl. Bearbeitung weiterer Schreibübungen
  2. Diff. bzgl. Niveau: bessere SuS bekommen anspruchsvollere Aufgabenstellung (weniger Strukturhilfen), bzw. Aufgabenstellung ist auf verschiedene Art und Weise erfüllbar
  3. Diff. bzgl. Interessen: SuS schreiben über das, was sie besonders interessiert (inhaltliche Flexibilität)
  4. Diff. bzgl. Sozialformen: nach Lerntyp variieren (EA, PA, GA), verschiedene Lerntypen berücksichtigen

=> Schreiben = aus sich selbst heraus differenzierend

Was ist mit dem Schreiben aufgrund lernpsychologischer Überlegungen gemeint?

1) Enge Verbindung und gegenseitige Unterstützung der Teilkompetenzen:

  • enger Zusammenhang zwischen Sprechen und Schreiben --> "inneres Sprechen" beim Schreiben, Rückkopplung
  • enger Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben --> beim Lesen schnellere Erfassung der durchs Schreiben eingeübten Schriftbilder; Einprägung von Schriftbildern beim Lesen (können so reproduziert werden)

2) Beteiligung mehrerer Sinneskanäle beim Schreiben:

  • optisch: man sieht, was man schreibt
  • akustisch: Phoneme mit entsprechenden Graphemen assoziieren; Rückkopplung
  • sprechmotorisch:"inneres Sprechen"; wer schreibt, artikuliert innerlich mit
  • motorisch: Schreibbewegung mit der Hand (ermöglicht Einprägung von Schriftbildern, z.B. bewusste Akzentsetzung auf best. Wörter)

Was ist mit dem Schreiben als Hilfe bei der Strukturierung geistiger Handlungen gemeint?

Hilfe beim Ordnen und Strukturieren noch unsystematischer, "chaotischer" Gedanken:

  • Vergegenwärtigung der eigenen Gedanken und Gefühle
  • Verlangsamung der Abläufe
  • z.B. kreatives Schreiben als Ausdruck persönlicher Gedanken, Entfaltung der Phantasie

Nenne Beispiele für kreatives Schreiben. Was haben diese gemeinsam?

  • die "ideale Stadt" beschreiben
  • einen Werbetext schreiben
  • Gedichtsstrophe ergänzen
  • Geschichte weiterschreiben

=> SuS können eigene Gedanken, Gefühle, Ideen einbringen (eig. Gestaltungskraft), keine Reproduktion vorgegebener Muster, zielt auf persönlichen Ausdruck und Entfaltung der Fantasie

Wie funktioniert Schreiben als Prozess? (Erläutere das Schreibmodell von Hayes/Flower (1980)).

  • ständige Rückkopplung zwischen Aufgabenumgebung (Schreibvorhaben mit Thema, Adressaten, Motivation; später bereits verfasster Text) + Planungs- und Ausführungskomponenten im Schreiber
  • Planungs- und Ausführungskomponente enthalten Planungsphase, Formulierungsphase und Berarbeitungsphase
  • Planungsphase: Generierungsprozess (inhaltliche Verbereitung des Texts, globale Zielsetzung) und Organisationsprozess (Welche Redemittel, Wortschatz werden benötigt?; Gliederung des Textes), Rückkopplung mit Schreibvorhaben
  • Formulierungsphase: Verschriftlichung/Versprachlichung; Translationsprozess; schriftliche Realisierung des Geplanten
  • Bearbeitungsphase: Abgleich des Geschriebenen mit Aufgabenumgebung (Kreislauf); Korrektur, Abänderungen und Überarbeitung des Geschriebenen
  • Formulierungs- und Bearbeitungsphase laufen parallel ab
  • während des Schreibens Einbringung des Welt-, Sprach-, Adressaten- und Diskurswissen aus dem Langzeitgedächtnis
  • ständige Überwachung des Prozesses durch den Monitor (= interne Kontrollinstanz, ggf. auch extern (LA, Mitschüler)

Was gehört zum Diskurswissen?

Wissen über kommunikative Abläufe ( z.B. Begrüßungsrituale, Reaktionen auf Gesprächspartner, Aufbau eines Bewerbungsschreibens etc.)

In welcher Form ist die Schreibkompetenz in den Bildungsstandards und Kerncurricula aufgenommen?

  • Bildungsstandards: eine der 5 kommunikativen Fertigkeiten, sowie Textproduktion (mdl. u. schrftl.) als methodische Kompetenz (Verwendung von Hilfsmitteln wie Wörterbuch, Schreiben als Handwerkszeug für best. Aufgaben); Formulierung als Can-do-statements (Begrenzung der Anforderungen je nach Niveaustufe)
  • Kerncurricula: Zielsetzungen für die einzelnen Schuljahrgänge, Begrenzung der Anforderungen je nach Niveaustufe (Zielsetzungen wichtig für die Legitimation der Aufgabenstellungen!); Progression der Schreibkompetenz

Wie sollte die Förderung der Schreibkompetenz im FSU idealerweise praktisch umgesetzt werden?

  • Schaffung realer Schreibanlässe in der Schule: kommunikative Alltagssituationen, Orientierung an Lebenswelt der SuS --> z.B. Formular ausfüllen, Menüplan für Austauschschülertreffen erstellen, Abendprogramm erstellen, Rezept für Gastfamilie aufschreiben, Umfrageergebnisse in einem Artikel zusammenfassen, Buchrezension schreiben, Email/Postkarte/SMS usw. an Freund/in schreiben, ...
  • Vielfalt an Textsorten verwenden: Ausweitung des Textbegriffs, Orientierung an Lebenswelt der SuS
  • Schreibetappen bewusst machen und einüben --> Prozessorientiertes Schreibmodell

Nenne 5 Beispiele für mögliche Textsorten zur Förderung des Schreibens im FSU.

  • Berichte (z.B. für Schülerzeitung)
  • Bildgeschichten
  • Einladungen
  • E-Mail Nachrichten
  • formelle Briefe (z.B. Anfragen, Bewerbungen)
  • Folien, Poster, ... für Präsentationszwecke Lesetagebücher  
  • Formulare (ausfüllen)  
  • Gedichte
  • Grußkarten (Post-, Geburtstags-, Weihnachtskarten)
  • Inhaltsangabe
  • kurze Beschreibungen
  • Lebensläufe
  • Listen (z.B. Einkaufszettel)
  • Notizen/ Mitteilungen für einen anderen / für sich selbst
  • persönliche Briefe
  • SMS
  • Steckbriefe
  • Stellungnahmen (z.B. Empfehlungen für Bücher und Filme, Beiträge in Diskussionsforen, Leserbriefe)
  • Stichpunkte (z.B. für Inhaltsangaben, Vorträge)
  • Tagebucheinträge  
  • Textanalyse

Erläutere das Prozessorientierte Schreibmodell von Hedge (2005).

Phasierungsmodell, das sich eng am Schreibmodell von Hayes/Flower orientiert:

A) Planen (Composing und Communicating)

  • entspr. Planungsphase --> konzeptionelle Fragen (an wen? was? wie?)
  • ungeordnetes Brainstorming, Sammeln von Ideen zur Schreibaufgabe, ~ Generierungsprozess: Was schreiben; was weiß ich zum Thema; welche formalen/textsortenspezifische Aspekte; welche Informationen benötigt; welche Wörter/Strukturen/Redemittel? --> gehört zu Composing
  • Ordnen der Gedanken, ~ Organisationsprozess (Wie anfangen/vorgehen, Reihenfolge der Informationen, logischer/nachvollziehbarer Verlauf, fehlende/zu ergänzende Punkte?) --> gehört zu Composing
  • Communicating: Vorstellung eines fiktiven Lesers --> Interesse und Vorwissen des Lesers berücksichtigen, wie ausführlich, anschauliche/spannend/interessante Darstellung des Themas

B) Redigieren (Crafting)

  • entspr. Formulierungsphase
  • Verfassung eines kohärenten Textes
  • wiederholtes Überlesen und Überarbeiten
  • ggf. Hilfen verwenden: versch. Arten von Konnektoren, Redemittel, Reproduktion von Textschemata ("Vorlage"/"Gerüst" für jeweilige Textsorte)

C) Verbessern (Improving)

  • entspr. etwa Bearbeitungsphase
  • Vorlesen und Besprechen von Texten in Kleingruppen
  • Zettellawine (SuS machen Anmerkungen u. Ergänzungen zu Text von Mitschüler/in)
  • Abgleich mit Modelltext (Exempel, Orientierungsfunktion)
  • Wandzeitung
  • Lektorieren (Rückmeldung einholen)
  • Textlupe (Feedback zu einzelnen Punkten/Textaspekten erhalten; Was war gut? Verbesserungsvorschläge? Fragen? Kritikpunkte?)

=> Planungs- → Durchführungs- → Verbesserungs-/Überarbeitungsphase zur Förderung des Schreibens als kommunikative Fertigkeit

 

Zu welchen funktionalen kommunikativen Kompetenzen gehört die Kenntnis des Wortschatzes einer FS?

Verfügung über sprachliche Mittel:

  • ≠ kommunikative Fertigkeiten
  • funktionaler Bestandteil der Kommunikation, dienende Funktion für kommunikative Fertigkeiten

Inwiefern kommt dem Wortschatz nur eine dienende Funktion in der Fremdsprache zu?

  • kein Wert an sich
  • funktional auf die Bewältigung von Kommunikationssituationen ausgerichtet
  • dienende Funktion für kommunikative Fertigkeiten

Welche Leitfragen sollte man sich als Lehrer bei der Wortschatzarbeit stellen?

  1. Welche Redeabsicht soll versprachlicht werden? (z.B. eine Person beschreiben)
  2. In welcher Kommunikationssituation soll diese zum Tragen kommen? (z.B. einer Gastfamilie von seinen Geschwistern erzählen)
  3. Welche sprachlichen Mittel sind dazu nötig? (hier: Wortschatz) (z.B. Wortfeld Familie, Charaktereigenschaften, Körper etc.)

Auf welche unterschiedlichen Weisen kann man den Begriff "Wortschatz" definieren?

  1. "Gesamtmenge aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt" --> gesamte Sprache
  2. "Gesamtheit der lex. Strukturen einer Sprache [...], über die ein Lerner verfügt" --> eine Person

Wie lässt sich der Wortschatz eines Lerners in Unterkategorien differenzieren?

  1. produktiver (aktiver) Wortschatz / Mitteilungswortschatz: abrufbar, verfügbar für mdl. oder schrftl. Äußerung
  2. rezeptiver (passiver) Wortschatz / Verstehenswortschatz: verstandene Wörter, keine aktive Verwendung
  3. potentieller Wortschatz: selbstständige Erschließung der Wörter möglich m.H. des Sach- und Sprachwissens (bes. Wortbildungskenntnisse)

Beschreibe Börners Modell der Wortschatzarbeit (2000) und erläutere, wie Wortschatzlernen im FSU demnach funktioniert.

Wortschatzarbeit = Zusammenspiel / Interaktion zwischen Aktivitäten von Lehrer, Lerner und Input (Wort)

Input:

  • besteht aus Wortform (Aussprache/Schriftbild) und Bedeutung
  • ausgewählt: Selektion und Progression des Wortschatzes

Lehrer:

  • kann auch durch Wörterbuch, Text o.ä. ersetzt werden (Eigen-/Autosemantisierung)
  • Form erklären (Aussprache/Schriftbild) --> Bedeutung erklären (versch. Semantisierungsverfahren)
  • Kontroll- und Feedbackfunktion bei Wortspeicherung und -verwendung
  • Einleitung von Übungsphasen (Wortspeicherung u. -verwendung)

Lerner:

  • Anwendung versch. Strategien, um Wort zu analysieren, zu verstehen, zu speichern, zu memorieren und zu verwenden (prozedurales Wissen: inferieren, elaborieren etc.)
  • Rückgriff auf Wissen (phonolog. + morph. Regeln; Weltwissen --> L1-Konzepte und L2-Kompetenz; bereits vorhandenes mentales Lexikon)
  • Lernen neuer Wörter (Input):
  • Analyse u. Wahrnehmung der neuen Wortform
  • Bedeutung erschließen u. verstehen
  • Wort abspeichern -->Transfer ins mentale Lexikon
  • Verwendung des neuen Wortes in Aufgabe/Übung/Kommunikationssituation (dadurch Festigung im ment. Lex.)

Zusammenfassung: 4 wesentliche Schritte:

  1. Wahrnehmung des neuen Wortes
  2. Bedeutung verstehen (durch Erklärungen zu Form und Bedeutung/Semantisierungsverfahren)
  3. Abspeicherung im mentalen Lexikon
  4. Verwendung in Aufgabe/Übung/Kommunikationssituation

 

 

Was ist das mentale Lexikon und welche Eigenschaften hat es?

  • Teil des Langzeitgedächtnisses
  • mentale Repräsentation der Wörter einer Sprache
  • der individuelle Wortbesitz eines Sprachbenutzers
  • individuell, offen, flexibel, dynamisch (≠ statisch, unauslöschlich, stabil, begrenzt, alphabetisch sortiert)
  • vielfältige versch. Vernetzungstypen (keine Sammlung isolierter Wörter!)

Jeder Eintrag ins mentale Lexikon besteht aus...

  1. phonologischen/graphemischen Informationen (Aussprache, Schreibung)
  2. morphologischen Informationen (Flexion und Derivation)
  3. syntaktischen Informationen (Kombination mit anderen Wörtern)
  4. semantischen Informationen (Bedeutung, Verwendungskontext)

Welche verschiedenen Vernetzungstypen gibt es im mentalen Lexikon?

  1. Sachnetz
  2. Begriffsnetz
  3. Merkmalsnetz
  4. Syntagmatisches Netz
  5. Wortfamiliennetz
  6. Affektives Netz
  7. Klangnetz

Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Sachnetz geordnet?

  • nach thematischen Feldern ("Wortfeldern")
  • Rückgriff auf Weltwissen
  • enthält Wörter aller Wortklassen
  • am häufigsten verwendete Form der Verankerung neuer Worte

Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Begriffsnetz geordnet?

  • nach Ober- und Unterbegriffen
  • hierarchische Ordnung
  • Wortlernen in Blöcken (bis zu 7 Wörter auf einmal)

Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Merkmalsnetz geordnet?

  • nach Synonymen und Antonymen (komplementäre und graduelle Antonymie)
  • Verknüpfung sinnverwandter Wörter

Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im syntagmatischen Netz geordnet?

  • in Kollokationen (= co-occurence of words in speech; häufig zusammen auftretende Wörter in einer Sprache)
  • Lernen von Wörtern in "Chunks"

Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im affektiven Netz geordnet?

  • nach emotional bedingten Assoziationen --> Konnotationen und Emotionen, die mit einem Wort verbunden sind
  • konnotative und affektive Verknüpfung von Wörtern
  • z.B. l'eau: la mer, vacances, avoir soif, froid, ...

Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Klangnetz geordnet?

  • nach phonologischer Ähnlichkeit (ähnlicher Klang)
  • z.B. Reime: plage, sage,cage, ...

In welcher Form findet sich die Wortschatzarbeit in den Bildungsstandards und in den Kerncurricula wieder?

  • eines der 5 sprachlichen Mittel
  • verschiedene Zielformulierungen je nach Lernjahr --> Progression: von vertrauten, einfachen zu komplexeren, weniger vertrauten Themen und Situationen
  • Begrenzung der Anforderungen: "hinreichend großer Wortschatz"
  • Berücksichtigung des aktiven und passiven Wortschatzes
  • Strategien der Worterschließung, Abspeicherung und Vernetzung; Mnemotechniken

Welches sind die 5 sprachlichen Mittel?

  1. Wortschatz
  2. Grammatik
  3. Aussprache
  4. Intonation
  5. Orthographie

Wie sollte die Wortschatzarbeit in der Praxis im FSU umgesetzt werden?

4 Phasen:

  1. Aufnahme
  2. Speicherung/Festigung
  3. Anwendung
  4. Kontrolle

Wie gelangen neue Wörter in den Kopf der Lerner (Formen der Semantisierung)?

  • Eigensemantisierung durch die Schüler
  • Gebrauch eines Wörterbuchs
  • Einführung neuer Wörter durch den Lehrer

Wortschatzarbeit: Eigensemantisierung durch die Schüler erfolgt mit Hilfe...

  • der Muttersprache (la pause, la pausa = die Pause)
  • weiterer Fremdsprachen (la surprise, la sorpresa von engl. surprise)
  • der Zielsprache bei Wörtern der gleichen Wortfamilie (le désordre: dé(s) = Gegenteil + ordre = Ordnung > die Unordnung)
  • internationaler Fremdwörter (le sport, el deporte > Sport, l‘information, la información > Information)
  • des Kontextes
  • Gebrauch des Wörterbuchs

Wie kann die Einführung neuer Wörter durch den Lehrer erfolgen (Verfahren der Bedeutungserklärung)?

  1. Beschreibung der Situation
  2. Paraphrasieren
  3. Nennen von Beispielen
  4. Nennen wesentlicher Merkmale
  5. Definition (in Zielsprache)
  6. Nennen eines Synonyms/Antonyms
  7. Morphologische Ableitung
  8. Non-verbale oder paraverbale Erklärungen
  9. Übersetzen (möglichst vermeiden! Nur als letzter Ausweg)

in jedem Fall: Bedeutung --> Aussprache --> Schreibung

Was ist der Vorteil einsprachiger Verfahren zur Erklärung neuer Wörter?

  • nahe an möglicher realer Situation (im Ausland)
  • Verwendung bereits bekannter Wörter --> Aktivierung des bereits bekannten Wortschatzes der SuS
  • gleichzeitig Hörverstehen trainieren (außer bei nonverbalen Erklärungsverfahren)

Welche Art von Wortschatz benötigen SuS bei einsprachigen Semantisierungsverfahren?

Definitionswortschatz ("un mot dérivé de...", "un synonyme de...", "un endroit où...", "...qui sert à..." usw.)

Welche Strategien gibt es, um neue Wörter zu speichern und zu festigen?

  • dreispaltige Wörterlisten anlegen: 1. neues Wort, 2. Vernetzung (verwandte Wörter, Zeichnung, Minikontext, ...), 3. Bedeutung
  • thematisch geordnete Wortlisten erstellen
  • Wörterkarteien anfertigen (Lernen mit Wörterkartei-Kasten, auch digital)
  • Wörter vernetzen: durch Unterordnung unter Oberbegriffe, Reihengliederung (unpassendes Wort wegstreichen), Einbinden in ein Syntagma, Wortigel (z.B. Sachnetz), Erstellen von Wörternetzen

In welchen drei Schritten erfolgt die Erstellung eines Wörternetzes?

  1. Wörter ordnen: Wörter eines Textes/einer Lektion o.ä. werden unterstrichen und auf einer Liste oder durch Gruppierung von Wortkärtchen vorgeordnet (festgelegte Farben für versch. Ordnungsprinzipien/Teilnetze)
  2. Teilnetze erstellen: Anordnen von Kärtchen und Aufzeichnen der Wörter in Teilnetzen
  3. Visuelle Ausarbeitung: Verbinden der Wörter durch Linien, Elaborieren des Wörternetzes durch Umrahmungen, Zeichnungen, Farben usw.

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