Einführung: Didaktik der romanischen Sprachen
Vorlesung Fremdsprachendidaktik
Vorlesung Fremdsprachendidaktik
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Flashcards
Worauf beziehen sich die sog. pragmatischen Lernziele?
Können: etwas können, was man vorher noch nicht konnte (Fertigkeiten)
--> z.B. nach dem Weg fragen, eine Wegbeschreibung verstehen
Worauf beziehen sich die sog. affektiven Lernziele?
Wollen: etwas fühlen, finden oder wollen, was vorher noch nicht fühlte, fand oder wollte (Haltungen)
--> z.B. Bereitschaft, auf andere zuzugehen und sie anzusprechen
Nenne ein paar Beispiele für Lernaktivitäten.
- einen Dialog hören und Wegbeschreibung auf einem Stadtplan eintragen
- einen Text leise lesen und Wahlantworten ankreuzen
- einen nicht vorbereiteten Dialog spontan simulieren ohne Zettel
- einen Textabschnitt laut vorlesen
Welche Sozialformen gibt es?
- Lehrervortrag
- Unterrichtsgespräch (nur mit Lehrer)
- Gruppenarbeit
- Klassengespräch (mit Lehrer und untereinander)
- Partnerarbeit
- Einzelarbeit
- Kettenübung (Ich-du-Kette)
Woraus ergibt sich die Wahl der geeigneten Sozialform?
aus dem Lernziel und den Lernaktivitäten
Was ist der Unterschied zwischen Materialien und Medien? Nenne auch Beispiele.
- Materialien: sollen Lernaktivitäten in Gang setzen; instrumenteller Charakter --> Werkzeug, Mittel zum Zweck (≠ Lernziel)
- z.B. Modelldialog, Übung im Buch, Stadtplan
- Medien: Träger der Materialien
- z.B. Darbietung einer Übung im Buch, auf Folie, an der Tafel, auf Fotokopie oder AB; CD
Warum stehen die Aktivitäten der Lehrkraft im Modell der didaktischen Analyse (MDA) ganz am Ende der Kette?
die SuS und das, was sie lernen sollen, stehen im Zentrum der Unterrichtsplanung
Inwiefern trägt die Lehrkraft zur Steuerung des Unterrichtsgeschehens bei? Was sind Beispiele für typische Lehrkraftaktivitäten?
- zum Thema hinführen --> Interesse wecken!
- neues Wort erklären
- die Frage stellen „ ...?“ --> offene Fragen, SuS sollen mitdenken!
- Arbeitsauftrag geben (Wortlaut genau aufschreiben!)
- sich „zurückziehen“ in Phasen der PA und GA („Schutzraum“)
Wie sieht der Grundrhythmus der Unterrichtsphasierung aus?
- Einstieg
- Erarbeitung
- Ergebnissicherung
Welche Funktion hat die Einstiegsphase in der Unterrichtsplanung?
- SuS für Lernziel motivieren
- Aktivierung der Vorkenntnisse der SuS zum Thema (z.B. brainstorming)
- Vorentlastung des Textes (z.B. Wortfeld an Wandtafel)
- Erklärung des Kontexts
Welche Funktion hat die Präsentationsphase in der Unterrichtsplanung?
- Konfrontation mit neuem Sprachmaterial in einem sinnvollen Zusammenhang
- z.B. Erzählung (durch Lehrervortrag unterstützt durch Mimik, Gestik, Bewegung, Sprechtempo usw.), Hör-/Lesetext --> SuS hören/lesen das neue Sprachmaterial (globales Verstehen)
Welche Funktion hat die Erarbeitungsphase in der Unterrichtsplanung?
- Aufgabenstellung zur Vertiefung (z.B. zum selektiven Hören)
- SuS sollen Text auf Satz- und Wortebene verstehen
- Übung neuer Redemittel: z.B. geschlossene, reproduktive Übungen; offenere Übungen, in denen die SuS zunehmend als sie selbst sprechen
Welche Funktion hat die Phase der Ergebnissicherung in der Unterrichtsplanung?
- Lehrkraft überprüft das Erreichen von Teillernzielen
Wie lassen sich das Modell der didaktischen Analyse (MDA) und Phasierungsmodelle kombinieren?
Zu jedem Schritt der Phasierung ein Lernziel formulieren! --> mehrere verschiedene Teillernziele laufen auf ein Stundenlernziel hinaus
Welches ist in Deutschland die Bundesland-übergreifende Institution, welche die Ziele des Fremdsprachenunterrichts festlegt und für bundeseinheitliche Beschlüsse verantwortlich ist?
Kultusministerkonferenz
Welche Institutionen sind für die Umsetzung der KMK-Beschlüsse zum Fremdsprachenunterricht verantwortlich?
die Kultusministerien der einzelnen Bundesländer
Seit wann gibt es den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen und was sind seine Ziele?
- seit 2001
- Ziele:
- Förderung der Zusammenarbeit innerhalb Europas auf dem Gebiet des Sprachenlernens
- einheitliche Grundlage für die Anerkennung sprachenbezogener Qualifikationen --> Transparenz und Vergleichbarkeit sprachlicher Kompetenzen!
- Orientierungshilfe für Lehrer, Lehrwerkautoren und Schulverwaltungen
Welches Bild des Sprachenlerners kommt im GeR zum Ausdruck?
- gesellschaftlich handelndes Individuum
- allgemeine und kommunikative Kompetenzen nötig für erfolgreiche zielsprachliche Kommunikation
Welches sind laut dem GeR die verschiedenen allgemeinen Kompetenzen?
- Savoir: Wissensbestände (deklaratives Wissen über Alltag, Werte, Institutionen etc. der Zielkultur)
- Savoir-faire: Handlungskompetenz (Fähigkeit zum adäquaten Verhalten in Zielkultur, prozedurales Wissen)
- Savoir-être: Persönlichkeitskompetenz (Einstellungen--> Offenheit, sich auf Neues einlassen)
- Savoir-apprendre: Lernkompetenz (die eigenen Lernprozesse steuern und evaluieren, Lerntechniken und -strategien)
Zwischen welchen Kompetenzbereichen wird im GeR unterschieden?
- Allgemeine Kompetenzen
- sprachbasierte kommunikative Kompetenzen
In welche Kategorien lassen sich die sprachbasierten kommunikativen Kompetenzen im GeR unterteilen?
- Linguistische Kompetenzen: Regelwissen --> Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Orthographie
- Soziolinguistische Kompetenzen: soziokulturelle Bedingungen, Kontext (z.B. Höflichkeitskonventionen usw.)
- Pragmatische Kompetenzen: situationsbezogen, Fähigkeit zur Realisierung von Sprechakten und Mitteilungsabsichten
Bei welchen Kompetenzniveaus spricht man von einer kompetenten Sprachverwendung?
C1 und C2
Bei welchen Kompetenzniveaus spricht man von einer selbstständigen Sprachverwendung?
B1 und B2
Bei welchen Kompetenzniveaus spricht man von einer elementaren Sprachverwendung?
A1 und A2
Welche Relevanz haben die verschiedenen Kompetenzniveaus im GeR im Fremdsprachenunterricht?
- sie sind für jede der 8 verschiedenen kommunikativen Sprachaktivitäten einzeln bestimmbar --> kumulativer Lernprozess
- Identifikation des Kompetenzniveaus für jede Sprachaktivität ermöglicht eine differenziertere Beurteilung der Sprachkompetenz eines Lerners
Wodurch geschieht im GeR die Kompetenzdifferenzierung in die Tiefe?
durch die Unterteilung in unterschiedliche Kompetenzniveaus (A1-C2)
Wodurch geschieht im GeR die Kompetenzdifferenzierung in die Breite?
durch die Auffächerung der Kompetenzen in verschiedene Sprachaktivitäten
Welche Formen der Sprachverarbeitung gibt es?
- Rezeption
- Produktion
- Interaktion
- Mediation
Welche Sprachaktivität liegt bei der mündlichen Rezeption vor?
Hören
Welche Sprachaktivität liegt bei der schriftlichen Rezeption vor?
Lesen
Welche Sprachaktivität liegt bei der mündlichen Produktion vor?
Monologisches Sprechen
Welche Sprachaktivität liegt bei der schriftlichen Produktion vor?
Schreiben
Welche Sprachaktivität liegt bei der mündlichen Interaktion vor?
an Gesprächen teilnehmen
Welche Sprachaktivität liegt bei der schriftlichen Interaktion vor?
schriftliche Interaktion
Welche Sprachaktivität liegt bei der mündlichen Mediation vor?
Dolmetschen
Welche Sprachaktivität liegt bei der schriftlichen Mediation vor?
Übersetzen
Was versteht man unter sog. can-do-statements?
- im GeR und in Bildungsstandards genaue Beschreibung der sprachlichen Fähigkeiten
- bestimmten Kompetenzniveaus zugeordnet
- gibt es für jeden Sprachbereich/jede Sprachaktivität
- definieren und begrenzen Erwartungen/Anforderungen an jeweilige Kompetenzstufe
Wie ermöglicht der GeR eine möglichst genaue, differenzierte Beurteilung der Sprachkompetenz eines Lerners?
- Auffächerung von Kompetenzbereichen (allg. + spr. komm.) und kommunikativen Teilkompetenzen (Hören, Lesen,...)
- Festlegung unterschiedlicher Kompetenzniveaus (A1-C2)
- möglichst genaue Beschreibung des Kompetenzniveaus (Can-do-statements)
Nenne die wichtigsten Instrumente staatlicher Regelung für den Fremdsprachenunterricht.
- Bestimmungen zur Auswahl, Stundentafel (Wochenstunden), Abfolge der Sprachen (1. FS?)
- Bildungsstandards (übergreifend) und Lehrpläne (Unterschiede zw. Bundesländern)
- Modalitäten der Zulassung von Lehrbüchern (Prüfung durch Kommissionen)
- Standards und Prüfungsanforderungen (z.B. einheitliche Ordnungen fürs Abitur)
- Ausbildungsordnungen für Lehrkräfte (z.B. KMK-Standards für Lehrerausbildung)
Welche Funktion haben Lehrpläne und Bildungsstandards allgemein?
- Orientierungsfunktion --> Kompetenzerwartungen an einzelne Jahrgangsstufen, Ziele
- Referenzfunktion --> Transparenz und Legitimation
- Normierende Funktion --> Standards, Einheitlichkeit schaffen