Einführung: Didaktik der romanischen Sprachen
Vorlesung Fremdsprachendidaktik
Vorlesung Fremdsprachendidaktik
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Cartes-fiches
Wie wird der Fremdsprachenerwerb laut der Input- und Output-Hypothese konzipiert?
Betonung der Relevanz des zielsprachigen Angebots (input), dessen interaktive Aushandlung und dessen Überführung in output für FS-Erwerb:
- Input-Hypothese: Art des Spracherwerbs (Wahrnehmung, Verstehen, Sprachgebrauch) abhängig von Veränderungen im Input (z.B. Häufigkeit spez. spr. Formen, Grad der Anpassung des Input an die fremdsprachlichen Möglichkeiten des Lerners)
- Output-Hypothese: betont aktiven Gebrauch der zu erlernenden Sprache --> kognitive Anstrengung! (Überprüfung vorhandener Hypothesen über die Sprache, gleichzeitig Anwendung gelernter zielsprachlicher Ausdrucksmittel)
Wie wird der Fremdsprachenerwerb laut der Kontrastiv-Hypothese konzipiert?
Unterschiede zwischen L2 und L1 --> Lernprobleme, Fehler
Ähnlichkeiten zwischen L2 und L1 --> leicht zu erlernen
- behaviouristische Lerntheorie
- je größer die Unterschiede zwischen L2 und L1, desto schwieriger der Erwerb
- degree of difference = degree of difficulty
- Transfer: Übertragung von Wissen aus der L1 auf die L2 (pos. oder neg.)
- Interferenz: negativer Transfer, „schlechte Angewohnheiten“/„bad habits“
- starke Version (widerlegt!): Fokus auf Prognose von Lernschwierigketen vs. ...
- schwache Version der Kontr.-Hypothese: Fokus auf Diagnose von beobachtbaren Fehlern, die man evtl. auf Transfer zurückführen kann
Wie wird der Fremdsprachenerwerb laut der Aufmerksamkeits-Hypothese konzipiert?
Wahrnehmung des Input = Voraussetzung für dessen Verarbeitung und damit für den Fremdsprachenerwerb
- kognitive Lerntheorie (Wichtigkeit bewusster Lernprozesse) ⇔ Gegenposition zur Monitor-Hypothese
- Aufmerksamkeit nötig für Erkennung spezifischer fremdsprachlicher Merkmale des Input (=noticing)
- notice-the-gap-principle: Vergleich der eig. spr. Produkte mit denen von Muttersprachlern, Feststellung von Abweichungen
- Motivation für Lernaufgabe nötig für Fokussierung der Aufmerksamkeit (nicht auf and. Dinge, z.B. Grammatikphänome in inhaltsbezogener Aufgabe), affektive Voraussetzungen + selbst verfolgte Lernziele
- v.a. auch relevant beim ungesteuerten L2-Erwerb
Wie wird der Fremdsprachenerwerb laut der Monitor-Hypothese konzipiert?
Intuitiver Spracherwerb = erfolgreicher als bewusstes Lernen
- 2 Arten von Sprachaneignungsprozessen: unbewusster Erwerb vs. bewusstes Lernen
- bewusstes Lernen: eingeschränkte Funktion bei Sprachverwendung („Korrekturfunktion“): viel Zeit nötig für Anwendung + Kontrolle der gelernten Regeln (=monitoring); sprachliches Regelwissen (explizites Wissen, v.a. Grammatik) kann nicht automatisiert werden
- ungesteuerter L2-Erwerb = effektiver
Wie wird der Fremdsprachenerwerb laut der Identitäts-Hypothese konzipiert?
Alle Spracherwerbsprozesse (L1 u. L2) verlaufen prinzipiell gleichartig und altersunabhängig
- nativistische und kognitivistische Ansätze
- Aktivierung angeborener mentaler Prozesse ermöglicht Erwerb v. Elementen und Regeln der L2 in gleicher Abfolge wie beim kindlichen L1-Erwerb
- starke Version: Prozesse und Produkte des L1- und L2-Erwerbs = identisch (widerlegt!)
- schwache Version: Ähnlichkeit zwischen L1- und L2-Erwerb
Nenne potentielle Kritikpunkte an der Identitäts-Hypothese zum Fremdspracherwerb.
- Vergleichsstudien: abweichende Erwerbssequenzen bei L1- und L2-Erwerb
- Keine Berücksichtigung von Forschungsergebnissen, die für Einfluss der L1 auf L2 sprechen --> Id.-Hypo. kann nicht für alle Bereiche des Zweitspracherwerbs geltend gemacht werden
- nur indirekte Relevanz für FSU: z.B. (zeitweiliges) Leben im Ausland zur Verbesserung der FS, bilingualer FSU, Frühbeginn des FSU => Glaube, das Kinder eine Zweitsprache wie eine Muttersprache erlernen
Nenne potentielle Kritikpunkte an der Monitor-Hypothese zum Fremdspracherwerb.
- empirisch kaum überprüfbar
- Überführung von explizitem sprachlichen Wissen in implizites Sprachwissen („Sprachgefühl“) doch möglich, ohne kognitive Anstrengung --> Gegenposition
- Hypothese nimmt an, dass man Zielsprachen nicht erlernen, sondern erwerben muss (Basis für bilingualen FSU und Frühbeginn des FSU)
- Fokus auf Prozess der Verarbeitung ausgangs- und zielsprachlicher Daten im Gehirn --> Vernachlässigung and. Faktoren wie individ. Unterschiede zwischen Lernenden?
Nenne potentielle Kritikpunkte an der Aufmerksamkeits-Hypothese zum Fremdspracherwerb.
- Fokus nur auf explizite Instruktion, Aufmerksamkeitslenkung
- Fokus auf Prozess der Verarbeitung ausgangs- und zielsprachlicher Daten im Gehirn --> Vernachlässigung and. Faktoren wie individ. Unterschiede zwischen Lernenden?
Nenne potentielle Kritikpunkte an der Kontrastiv-Hypothese zum Fremdspracherwerb.
- entgegen Hypothese: ob eine Sprache die L1 oder L2 ist, macht sehr wohl einen Unterschied! (z.B. Deutsche mit Französisch als FS haben and. Probleme als Franzosen mit Deutsch als FS)
- Gleichsetzung von sprachlichen Unterschieden mit psycholinguistischen Prozessen (Lernschwierigkeiten)
- auch Kontrastmangel zw. Sprachen kann zu Fehlern führen (z.B. false friends)
- nicht alle Fehler mit Transfer aus L1 erklärbar
- z.T. unterschiedliche Fehler bei Lernern mit gleicher L1
- Transfer auch als Kommunikationsstrategie einsetzbar
- nicht alles aus L1 wird auf L2 transferiert (Lerner haben Vorstellung davon, was transferfähig ist)
- eig. Fehlerquelle: nicht sprachliche Unterschiede, sondern fehlendes fremdsprachliches Wissen
Nenne potentielle Kritikpunkte an der Input- und Output-Hypothese zum Fremdspracherwerb.
- ausschließlicher Fokus auf Prozess der Verarbeitung ausgangs- und zielsprachlicher Daten im Gehirn
- Vernachlässigung der affektiven und personalen Lernfaktoren (indiv. Unterschiede wie Alter, Einstellungen, Motivation, Angst, Vorkenntnisse etc.)
Nenne potentielle Kritikpunkte an der Lernersprachen-Hypothese zum Fremdspracherwerb.
- fehlende Langzeituntersuchungen
- unklare Verwendung von Begriffen und Definitionen
- trotzdem: breite Akzeptanz der Hypothese; Grundlage vieler Studien; beste Erklärung für die Komplexität des L2-Erwerbsprozesses
Nenne potentielle Kritikpunkte an der Mehrsprachigkeits-Hypothese zum Fremdspracherwerb.
- relevante mentale Prozesse noch nicht ausreichend erforscht
- Fokus v.a. auf Prozess der Verarbeitung ausgangs- und zielsprachlicher Daten im Gehirn --> Vernachlässigung and. Faktoren wie individ. Unterschiede zwischen Lernenden?
Welchen Stellenwert haben Fehler in der Identitätshypothese?
Fehler als notwendige Entwicklungsstadien innerhalb des Lernprozesses:
- Beweis für aktiven, kreativen Aneignungsprozess
- Fehler zurückgeführt auf intralinguale Prozesse, z.B. Übergeneralisierung, Simplifizierung und Reduktion (auch Teil des L1-Erwerbs)
Welchen Stellenwert haben Fehler in der Kontrastivhypothese?
Fehler als Lernschwierigkeit:
- unterschiedliche sprachliche Strukturen in L1 und L2 führen zu neg. Transfer und Lernproblemen --> Interferenzen (negative Beurteilung)
Welchen Stellenwert haben Fehler in der Lernersprachenhypothese?
Fehler als Selbstverständlichkeit im Lernprozess:
- Lernumgebung, Kommunikations- und Lernstrategien = potentielle Fehlerquellen
- aber auch: Fehlerreduzierung möglich durch passende Lernumgebung, Kommunikations- und Lernstrategien
Welche Faktoren beeinflussen die Art und den Erfolg der Aneignung einer Zweit- bzw. einer Fremdsprache?
- Lernort: zielsprachlucher Raum vs. Heimatland, lebensweltliche Bedingungen des Lernenden
- Input in L2: kontrolliert, angepasst ,progressiv vs. ungeordnet, „Sprachflut“
- qualitative („Domänen“, wo L2 = Kommunikationsmittel) und quantitave (Häufigkeit) Verwendung der L2
- Kontakt mit Muttersprachlern vs. alleiniger Kontakt mit LA, interkult. Kommunikationssituationen? Modifizierter Input?
- Identifikation mit der L2 (Einstellungen zur L2!)
- erzielter/angestrebter Erfolg in L2-Aneignung (welche Kompetenz wird angestrebt?)
- beabsichtigte Dauer des Aufenthalts im Zielsprachenland (s. Migration vs. vorübergehender Auslandsaufenthalt)
- Fossilierung: Stillstand der lernersprachlichen Entwicklung
- Alter
Nativistische Theorien erachten das Lernen einer Fremdsprache als...
Behaviouristische Theorien erachten das Lernen einer Fremdsprache als...
Kognitive Theorien erachten das Lernen einer Fremdsprache als...
Konstruktivistische Theorien erachten das Lernen einer Fremdsprache als...
Was sind die Merkmale des interkulturellen Konzepts im kommunikativen Ansatz?
- sieht Fremdsprachenkenntnisse als unabdingbarer Bestandteil der „Kulturtechniken des Weltbürgers“
- FSU muss auch auf interkulturelle Kontakte vorbereiten
- übergreifende Zielsetzungen: Akzeptanz der Verschiedenheit von Menschen, Entdeckung einer neuen Kultur durch Sprache, neue Perspektive auf eig. Sprache gewinnen, Bewältigung interkultureller Kommunikationssituationen
- Prinzipien: Geichrangingkeit der Sprachen und Kulturen; Empathie; Rollendistanz, Ambiguitätstoleranz, Darstellung der eig. Identität in der FS; Entfaltung von Strategien zur Bewältigung von Schwierigkeiten in interkult. Begegnungssituationen
- Fokus auf soziokulturelle Besonderheiten des Zielsprachenbereichs: kult. Orientierungen/Themenbereiche, Tabubereiche, kulturspezifische sprachliche u. außersprachliche Verhaltensweisen usw.
- kein konsistentes Methodenkonzept, aber Erweiterung der pädagogischen Dimension des FSU um neue übergreifende Ziele u. neuartige Themen
- sprach- u. kulturkontrastive Verfahren
- Erweiterung des Aufgaben- u. Übungsapparats der komm. Didaktik: Sprachsensibilisierung, bewusste Reflexion der Eigenarten der eig. Soziokultur
Warum ist die Kompetenz des Sprechens am Ende der Schullaufbahn oft unterentwickelt?
- Lehrer monopolisieren die Sprechzeit
- Überbewertung des Schriftlichen (einfacher zu überprüfen, teaching to the test im Unterricht); aber: Gleichberechtigung des Sprechens mit anderen Kompetenzen! (s. Bildungsstandards)
- Sprechhemmungen der SuS (Gründe u.a. Lehrerverhalten; Diskrepanz zw. Ausdrucksfähigkeit und dem, was man sagen möchte; Alter usw.)
Definiere die Kompetenz des fremdsprachlichen Sprechens.
- Fähigkeit zum adressatenangemessenen Sprechens im sozialen Interaktionsprozess
- Fähigkeit, die eig. Kommunikationsbedürfnisse auszudrücken ("als man selbst sprechen" lernen)
- dabei Gewährleistung der Verständigung
- ≠ Sprechen als Mittel zum Zweck (z.B. Beantwortung einer Grammatikfrage)
Welche Unterkompetenzen werden beim Sprechen unterschieden und wie sehen diese aus?
1) Dialogisches Sprechen / an Gesprächen teilnehmen:
- Interaktion mind. zweier Personen
- wechselseitig in der Rolle des Sprechers und Hörers
- Reagieren auf den Gesprächspartner
- z.B. Herstellung sozialer Kontakte, Interviews. Dienstleistungssituationen, Beginnen/Aufrechterhaltung eines Gesprächs, diskutieren, Zustimmung und Ablehnung äußern, Gefühle ausdrücken und reagieren
2) Monologisches Sprechen / zusammenhängendes Sprechen:
- über Erfahrungen sprechen
- am Stück argumentieren
- etwas beschreiben, begründen, erläutern oder erklären
- Präsentation von Arbeitsergebnissen, Vortrag über vertraute Themen
- keine Interaktion, längere Sprechabschnitte
Wo ist die Anforderung höher: beim dialogischen Sprechen oder beim monologischen Sprechen? Warum ist das so?
Beim dialogischen Sprechen, denn:
- erfordert mehr Spontanität (nicht planbar)
- weniger Planungszeit
=> andere Strategien als beim monologischen Sprechen nötig!
Inwiefern unterscheiden sich die verschiedenen Arten gesprochener Sprache?
- Art der Konzeption und deren Realisierung! (code parlé vs. code écrit und code phonique vs. code graphique)
- --> Konzeption: code parlé + Realisierung: code phonique = spontanes Gespräch (Nähediskurs)
- --> Konzeption: code écrit + Realisierung: code phonique = z.B. Fernsehnachrichten (abgelesener Text) (Distanzdiskurs)
- spontanes Gepräch im Zentrum des FSU!
Inwiefern unterscheiden sich Nähe- und Distanzdiskurs? Warum ist diese Unterscheidung relevant für den FSU?
Nähediskurs (code parlé):
- Konzeption und Realisierung fast zeitgleich
- unvorbereitet, elliptisch, vorläufig (mit Abbrüchen, Verbesserungen), aggregativ (Aneinanderreihungen)
- nicht alles muss versprachlicht werden (Einsatz von Gestik, Mimik, Intonation usw.)
- erfordert Zeitgewinnungs- und Kompensationsstrategien (z.B. Füllwörter, Intonation, passe-partout-Wörter bei Wortfindungsschwierigkeiten usw.)
Distanzdiskurs (code écrit):
- Konzeption und Realisierung zeitlich getrennt (z.B. Artikel oder Mail schreiben)
- vorbereitet, elaboriert (passende Lexik, komplexere Strukturen usw.), endgültig, integrativ
- alles muss versprachlicht werden
=> andere Kommunikationsbedingungen erfordern andere Kommunikationsstrategien!
Welche der Teilkompetenzen in den Bildungsstandards ist die einzige, die in Unterkompetenzen aufgeteilt ist?
Sprechen --> an Gesprächen teilnehmen und zusammenhängendes Sprechen
Was gehört laut dem niedersächsischen Kerncurriculum zu den zu erlernenden Lern- und Arbeitstechniken bei der Kompetenz Sprechen?
- Nutzung von Redewendungen, Füllwörtern, Satzbausteinen
- Nutzung von Partner- und Gruppenarbeitsphasen zur Vorbereitung eig. Sprechhandlungen
- Nutzung kooperativer Lernformen zur Interaktion
- paraphrasieren, Anwendung von Kompensationsstrategien
- gezielter Einsatz von Intonationsmustern
- gezielter Einsatz von para- und nonverbalen Mitteln
- Nutzung von Hilfsmitteln im Gespräch (z.B. Spickzettel, Impulskärtchen)
- gezielter Einsatz interaktiver Gesprächsstrategien (z.B. Überleitungen, aktives Zuhören usw.)
In welchen Bereichen können bei SuS die Probleme liegen, wenn es um die Kompetenz Sprechen geht?
- Inhaltlich: das Was der Äußerung --> vom Thema abhängig
- Sprachlich: das Wie der Formulierung --> (1) Vokabellücken, Satzbauschwierigkeiten, log. Zusammenhang der Sätze; (2) Probleme mit Atmung und/oder Artikulation
Erläutere das Sprechmodell nach Levelt (1989).
- kognitionspsychologisches Modell zur Darstellung der Komplexität des Sprechvorgangs
- Produktion einer Äußerung auf 3 unterschiedlichen Ebenen: Konzeptualisierungssystem, Formulierungssystem, Artikulationssystem
- Systeme arbeiten inkrementell, d.h. alle Systeme arbeiten fast gleichzeitig und bauen aufeinander auf
- außerdem: individuelles Hörverstehenssystem = Monitor; Weltwissensspeicher: Weltwissen, situatives Wissen, Diskurswissen, Adressatenwissen; Sprachspeicher (lex., phonolg., gramm. Wissen, mentales Lexikon)
- Konzeptualisierungssystem: "präverbale Mitteilung" (rein gedanklich), Planung der Mitteilung/Sprechabsicht (was will ich sagen? Zu wem?), Rückgriff auf Weltwissen; Überprüfung durch Monitor
- Formulierungssystem: "artikulatorischer Plan"/"internal speech"/interne lautl. Repräsentation der Aussage (Wie will ich es sagen?), gramm. Enkodieren, phonolog. Enkodieren (Redemittel vorbereiten); Rückgriff auf Sprachspeicher; Überprüfung durch Monitor --> Übertragung der konzeptuellen Struktur der Äußerung in sprachliche Struktur
- Artikulationssystem: lautliche Realisierung der gedanklichen Formulierung, Verbindung mit Gestik und Mimik => "overt speech"/"offenes Sprechen", Rückwirkung auf Hörverstehenssystem
Wie lässt sich das Sprechen in der Praxis des FSU fördern?
- Erhöhung der Sprechzeit jedes einzelnen Schülers in einem "Schutzraum" (z.B. gleichzeitiges Arbeiten aller SuS in Partnerarbeit --> Hemmungen abbauen)
- Hilfen zur Erhöhung der Planungszeit geben (z.B. vorgefertigte Redemittel (Gesprächsfloskeln))
- Gesprächsstrategien für Sprecher und Hörer:
- Überbrückungsphänomene (leere u. gefüllte Pausen)
- repetitive oder korrektive Wiederaufnahme
- Anfangs- und Schlusssignale usw.
- Gesprächspartner um Hilfe bitten
- Umschreiben/Paraphrasieren
- Rückversicherung durch Hörersignale
- Metakommunikation (z.B. "je n'ai pas compris")
Nenne Beispiele für Übungen und Aufgaben zur Aussprache.
- Chorisches Nachsprechen
- Mitlesen (nach eigentlichem HV leises Mitlesen des Textes)
- Buzz-reading (leises Murmeln
- lire-regarder-parler / lesen-aufschauen-sprechen (Vorbereitung auf dialogisches Sprechen; z.B. bei PA mit vorgefertigten Dialogen)
Nenne Beispiele für Übungen und Aufgaben zum dialogischen Sprechen.
- Partnerarbeitsbögen / Tandembögen: alle SuS sprechen parallel, Prinzip: Informationslücke schließen durch Befragen des Sitznachbarn
- "Omnium-Kontakt": Sprechen in wechselnder Partnerarbeit im Stehen
- "Kugellager": Innenkreis - Außenkreis
- "Conversation-Promenade": Sprechen zu zweit im Gehen
- Würfelspiel (parle-nous de toi): fürs Sprechen im kleinen Kreis
- Rollenspiele / Mini-Simulationen: a) Simulation eines "gelenkten" Dialogs" (strukturiert durch Ablaufschema/"Handlungsgeländer"/flow chart, Bilder u. Sprechblasen o.ä.); b) Simulation eines freien Dialogs (z.B. Verabredung zum Kino, Dikussion über kontroverses Thema o.ä.; Situationssimulation in PA/GA mit aktuellen spr. Mitteln --> spr. u. inhaltl. Überarbeitung in PA --> Präsentation im Plenum)
Nenne Beispiele für Übungen und Aufgaben zum monologischen Sprechen.
- Bild beschreiben (evtl. in PA: einer stellt Fragen zum Bild, der andere beschreibt) --> Redemittelliste als Formulierungshilfe!
- Ort von Gegenständen beschreiben (evtl. in PA: einer stellt Fragen zum Raum, der andere beschreibt, Was fehlt?)
- Stadtrundgang beschreiben und nachvollziehen (PA)
- Mitteilung auf Anrufbeantworter sprechen
- Mini-Präsentation/Kurzreferat: Stehgreifrede oder mit kurzer Vorbereitung (Konzeption schriftlich), kurz (one/two-minute speech), evtl. als Ritual zu Stundenbeginn, zufällige oder selbstgewählte Themen
Was sind Beobachtungsaufgaben und warum sind diese sinnvoll?
- dienen der Sensibilisierung für Diskursstrategien / Reflexion über Diskursstrategien
- Einsatz von SuS als Beobachter in PA/GA-Phasen
- LA kann an vielen Orten gleichzeitig Informationen sammeln und später gemeinsam auswerten
- Aufmerksamkeit kann auf versch. Aspekte gerichtet werden: sprachliche Aspekte (Deutsch gesprochen? Redemittel? Fehlendes Vokabular? usw.); inhaltliche Aspekte (Argumente? Ideen? Lösungen? Ausreichende Gesprächsvorbereitung? usw.); interaktionelle Aspekte (Redeanteile? Gruppendynamik? Problemlösungsstrategien? Stocken des Gesprächs?
- Beobachter können sich frei zwischen verschiedenen Gruppen bewegen und unterschiedliche Beobachtungsaufträge haben
Warum sind Bewertungsraster mit festen Kriterien für die Beurteilung mündlicher Leistungen sinnvoll?
- ermöglichen differenziertes Feedback
- ermöglichen Transparenz
Welche Kriterien sollte man zur Beurteilung mündlicher Leistungen heranziehen?
- Aussprache/Intonation
- sprachliche Mittel/Sprachrichtigkeit (Grammatik/Lexik (Bandbreite, Komplexität der gramm. Strukturen usw.)
- Strategie / Interaktion (Reagieren auf Gesprächspartner, Agieren in Gesprächssituationen)
- Aufgabenerfüllung / Inhalt (Lösung der gestellten Aufgabe oder Erfüllung der vorgegebenen Rolle)
Ist es zur Förderung von Leseverstehen sinnvoll, dass SuS in der Klasse unbekannte Texte laut vorlesen?
Nein, es fördert nur eine Teilkompetenz des Sprechens (Artikulation); SuS brauchen Zeit zum stillen Lesen
Wie funktioniert Leseverstehen?
- Informationsverarbeitungsprozess: ≠ mechanische Dekodierung spr. Zeichen, sondern aktive Verstehensleistung
- Abgleich der graphischen Signale mit Wissensbeständen des Lerners (sprachliches und Weltwissen)
- Interaktion zwischen konzeptgeleiteten/top-down-Prozessen/Schemata (Vorwissen/Erwartung leitet Sinnkonstruktion) und datengeleiteten/bottom-up-Prozessen/Stimuli (Identifizierung von spr. Einheiten und Bedeutungszuordnung, von kleineren zu größeren Einheiten)
- Stimuli: sprachlich (graphisch), kontextuell
- Schemata: sprachliches Wissen, Weltwissen (beides deklarativ + prozedural)
- Sinnentstehung/kognitive Repräsentation Repräsentation der sprachlichen Äußerung = u.a. abhängig von spr. und Weltwissen (entscheidend für die Sinnerschließung! Individuell! Visualisierbar)