Einführung: Didaktik der romanischen Sprachen

Vorlesung Fremdsprachendidaktik

Vorlesung Fremdsprachendidaktik


T. W.
Diese Vokabelkartei für Französisch auf Universitätsniveau umfasst 269 Vokabelkarten und konzentriert sich auf interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht. Sie bietet Aufgaben zur Perspektivenübernahme, Kulturvergleich und Begriffsbildung, wie z.B. "Hineinversetzen in literarische Figuren", "Analyse von Begrüßungsritualen" und "Bedeutungskollage". Die Plattform unterstützt auch das Rückwärtslernen von der Zielsprache zur Ausgangssprache. Diese Vokabelkarten eignen sich besonders für fortgeschrittene Lernende, die ihre interkulturellen Fähigkeiten vertiefen möchten, wie z.B. Studenten oder Examenskandidaten.
Flashcards
269
Students
4
Language
German
Category
French
Level
University
Created / Updated
28.04.2019 / 20.08.2025

Flashcards

In welchem Zeitraum war die direkte Methode in der Fremdsprachendidaktik dominant?

  • Reformbewegung innerhalb der Fremdsprachendidaktik (Beginn: 80er Jahre des 19. Jhds.)
  • Ablöser der GÜM

In welchem Zeitraum war der kommunikative Ansatz in der Fremdsprachendidaktik dominant?

  • ab Anfang der 70er Jahre: gestiegener Bedarf an FS-Kenntnissen wegen Zusammenschluss europ. Staaten u. Tourismus; neue Zielgruppen v. FS-Lernenden (kein Privileg mehr)
  • Entwicklung v. Unterrichtsverfahren, die sich an Lerngruppe anpassen
  • auch heute noch aktuelle Grundlage im FU
  • 2 Phasen:
  1. 70er und 80er Jahre: pragmatisch-funktionales Konzept
  2. Mitte der 80er Jahre: interkulturelles Konzept

In welchem Zeitraum war die Grammatik-Übersetzungsmethode in der Fremdsprachendidaktik dominant?

  • 19. Jhd. in Europa
  • Vorbild = Unterricht der "alten Sprachen" --> Griechisch, Latein
  • übergr. Ziel am Gymnasium: allg. Geistesbildung der SuS
  • Sprachunterricht als Privileg --> „Bildungselite“

Welche Ziele verfolgt die Grammatik-Übersetzungsmethode im Fremdsprachenunterricht?

  • Lernen von grammatischen Regeln (Grammatik = Grundlage für Beherrschung der FS) und Wortschatz (Übersetzen = Ziel der Anwendung der FS)
  • schriftlicher Gebrauch der Sprache
  • übergreifendes Lernziel: Korrektheit des sprachlichen Ausdrucks bzw. des Textverständnisses, bewusste Einsicht in das formale Regelsystem und den Aufbau der Sprache (durch Vergleich mit Muttersprache)
  • allgemeine, formale Geistesbildung der SuS („ordnendes Denken“)
  • Vermittlung sprachlichen und kulturkundlichen Wissens

Welche Ziele verfolgt die direkte Methode im Fremdsprachenunterricht?

  • (mündliche) Beherrschung der FS --> Entwicklung eines Sprachgefühls
  • Entdeckung der Gesetzmäßigkeiten der Sprache (Grammatik) implizites Lehren + induktives Lernen
  • weg von der „starren“ Grammatikmethode hin zum aktiven FU
  • SuS sollen durch ausschließlichen Gebrauch der FS dazu gebracht werden, in der FS zu denken
  • SuS sollen sich ein neues, selbstständiges Sprachsystem aufbauen

Welche Ziele verfolgt die audiolinguale Methode im Fremdsprachenunterricht?

  • Sprachkönnen statt -wissen
  • ständiger Gebrauch der FS im Unterricht, Imitation der LA --> Fähigkeit, im Alltag kommunizieren zu können, Sprachgefühl entwickeln (s. Zeitraum: Ausbildung von Militärdolmetschern)
  • Vorrang des Hörens, Sprechens und Landeskunde vor Lesen und Schreiben

Welche Ziele verfolgt die audiovisuelle Methode im Fremdsprachenunterricht?

  • Sprachkönnen statt -wissen
  • ständiger Gebrauch der FS im Unterricht, Imitation der LA --> Fähigkeit, im Alltag kommunizieren zu können, Sprachgefühl entwickeln (s. Zeitraum: Ausbildung von Militärdolmetschern)
  • Vorrang des Hörens, Sprechens und Landeskunde vor Lesen und Schreiben

Welche Ziele verfolgt der kommunikative Ansatz im Fremdsprachenunterricht?

  • Hauptziel: Entwicklung von fremdsprachlichem Können:
  •  
  • pragmatische Ziele: Fähigkeit, im Alltag kommunizieren zu können, Anwendung der Fremdsprachenkenntnisse im Alltag zur Bewältigung alltägl. zielsprachiger Situationen, Kommunikationsabsichten verstehen und ausdrücken können
  • sprachliche Korrektheit
  • Interkulturalität, soziale + kulturelle Angemessenheit
  • persönliche Teilhabe an der Kommunikation in FS --> SuS sollen „als sie selbst“ kommunizieren können
  • Leseverständnis: v.a. selektives Verstehen (spezifische Infos) und globale Erfassung (grober Inhalt)
  • Linguistische, Soziolinguistische, Pragmatische und Strategische Kompetenzen entwickeln

Was sind die Hauptmerkmale der Grammatik-Übersetzungsmethode?

  • Grammatik im Mittelpunkt: Rekonstruktion und Reproduktion korrekter Sätze durch Regelanwendung durch Übersetzen
  • aktive Rolle der LA, passive Rolle der Lerner
  • einheitliche Ausgangs-/Muttersprache der Gruppe --> Muttersprache = Unterrichtssprache, Vergleichsgrundlage
  • homogene (Alter, Kenntnis-/Bildungsstand), leistungsstarke Gruppe
  • Lehrbücher in Blöcke aufgeteilt, Grammatikstoff nach Wortarten gegliedert
  • Grundlage der Sprachbeschreibung: geschriebene, literarisch geformte Sprache

Beschreibe das zugrundeliegende Lernkonzept der Grammatik-Übersetzungsmethode.

  • Kognitivismus: Sprachenlernen soll Entwicklung des logischen Denkens fördern, Verständnis und Anwendung der Konstruktionsregeln
  • Sprachenlernen als geistig-formale Schulung und Prozess der Formung der Persönlichkeit durch Auseinandersetzung mit der fremden Kultur
  • explizites Lehren + deduktives Lernen (Präsentation gramm. Regeln und Verknüpfung dieser Regeln --> Einsicht in das Gesamtsystem der Sprache)

Beschreibe das zugrundeliegende Konzept von Sprache bei der Grammatik-Übersetzungsmethode.

  • Strukturalismus: Sprache als geschlossenes System aus sprachlichen Zeichen, die in einer bestimmten, beschreibbaren Beziehung untereinander und zu Objekten/Konzepten in der Welt stehen
  • Sprache als System von Formen, aus einzelnen Sprachbausteinen bestehend
  • Sprachwissen, v.a. Fähigkeit, korrekt zu übersetzen = Beherrschung der FS

Was kennzeichnet das methodische Vorgehen der Grammatik-Übersetzungsmethode?

  • 3 Phasen:
  1. Einführung: Präsentation des Lehrstoffs (Grammatik)
  2. Übung: Satzbildung zum Grammatikstoff
  3. Anwendung: durch Lesen, Schreiben und v.a. Hin- und Rückübersetzen --> Vermittlung von Grammatikregeln und deren praktische Anwendung im Übersetzungstext
  • synthetisch-deduktive Methode: Erlernung der FS durch Verknüpfung zahlreicher, einzeln gelernter Regeln (deduktiv); von sprachlichen Einzelheiten zum Aufbau des Gesamtsystems (Synthese)

Was sind die Hauptmerkmale der direkten Methode?

  • direkte Vermittlung der FS --> Prinzip der Einsprachigkeit, FS = Unterrichtssprache (möglichst lebensnahe Situation)
  • Vorläufer der audiolingualen Methode:
  • Vorrang der gesprochenen Sprache
  • LA als sprachliches Vorbild
  • Fokus auf Wortschatz und „Chunks“ statt Grammatik
  • Anschaulichkeit und entdeckendes Lernen
  • aktiver Fremdsprachenunterricht

Beschreibe das zugrundeliegende Lernkonzept der direkten Methode.

  • neben Verstand werden auch Körper und Emotionen des Lerners berücksichtigt
  • Kognitivismus: Wahrnehmung, gedankliche Verarbeitung und Bewertung der Umweltereignisse beim Lerner entscheidend (Lernen = Informationsverarbeitungsprozesse)

Beschreibe das zugrundeliegende Konzept von Sprache bei der audiolingualen Methode.

  • Behaviourismus: Lernen als Konditionierung, Sprache = verbales Verhalten
  • Lernvorgang als Verbindung von Reiz (sprachlicher Input) und Reaktion (sprachliche Äußerung) --> Verhaltensprogrammierung
  • Gewohnheiten werden durch Verstärkung gefestigt (stimulated recall): z.B. Bestätigung richtiger Antworten statt Fehlerkorrektur
  • Strukturalismus: Sprache als System spr. Zeichen, die in einer Beziehung zu Objekten und zu anderen Zeichen stehen --> Beschreibung und Analyse der Sprache nach ihren spezifischen Formen und Strukturen, induktives Vorgehen (von Sprachphänomenen (Formen) auf System schließen)

Beschreibe das zugrundeliegende Lernkonzept bei der audiolingualen Methode.

  • Behaviourismus: Lernen als Konditionierung, Sprache = verbales Verhalten
  • Lernvorgang als Verbindung von Reiz (sprachlicher Input) und Reaktion (sprachliche Äußerung) --> Verhaltensprogrammierung
  • Gewohnheiten werden durch Verstärkung gefestigt (stimulated recall): z.B. Bestätigung richtiger Antworten statt Fehlerkorrektur

Was sind die Hauptmerkmale der audiolingualen Methode?

  • Grammatik nur im Hintergrund, in Alltagssituationen eingebettet und dialogisch präsentiert
  • Vorrang des Mündlichen: Hören, (Nach)Sprechen
  • FS = Unterrichtssprache
  • LA als sprachliches Vorbild (Authentizität der Sprachvorbilder!)
  • Automatisierung/Verinnerlichung von Sprachmustern durch Imitation und häufige Wiederholung (pattern drills)
  • „versteckte“ Grammatikprogression: Gramm. in Lektionen integriert, implizit, aber in einer Progression nach steigender Komplexität angeordnet, Auswahl und Gestaltung der Themen und Situationen nach entsprechenden Grammatikphänomenen
  • strikte Trennung von Grammatik und Wortschatz (separate Grammatik-Anhänge in Lehrbüchern)
  • induktives Lernen: vom Text auf Grammatikphänomene schließen

Was kennzeichnet das methodische Vorgehen in der audiolingualen Methode?

  • Automatisierung/Verinnerlichung von Sprachmustern durch Imitation und häufige Wiederholung von Modellsätzen (pattern drills)
  • „versteckte“ Grammatikprogression: Gramm. in Lektionen integriert, implizit, aber in einer Progression nach steigender Komplexität angeordnet, Auswahl und Gestaltung der Themen und Situationen nach entsprechenden Grammatikphänomenen
  • technologische Hilfsmittel wie Sprachlabor: Darbietung authentischer Sprechmodelle--> s. Übungen, eigenes Lerntempo, Wdh. möglich, detaillierte und objektive Beurteilung des Lerners
  • visuelle Hilfsmittel: Bilder, Tafel, Wendekarten, Wandbilder, Filme, TV usw.
  • Übungsformen:
  • Ergänzung eines Lückentexts
  • Satzbildung nach vorgegebenem Muster
  • Frage-Antwort-Übung (Umformung)
  • Dialogübung (Dialogergänzung/Durchspielen, Auswendiglernen)

Was sind die Hauptmerkmale der audiovisuellen Methode?

    • Weiterentwicklung der ALM
    • Verbindung von Sprache mit optischem Anschauungsmaterial
    • Einsatz von Bildern und Bilderfolgen zur Bedeutungsvermittlung bei Einführung, Übung und Sprachanwendung (Transfer)
    • zuerst Inhalt der Situation m.H. visueller Mittel, dann erst entspr. sprachliche Ausdrucksform
    • Grammatik im Hintergrund, in Alltagssituationen eingebettet und dialogisch präsentiert
    • Vorrang des Mündlichen: Hören, (Nach)Sprechen (Zusatz: Sehen!)
    • FS = Unterrichtssprache
    • LA als sprachliches Vorbild (Authentizität der Sprachvorbilder!)
    • Automatisierung/Verinnerlichung von Sprachmustern durch Imitation und häufige Wiederholung (pattern drills)
    • „versteckte“ Grammatikprogression: Gramm. in Lektionen integriert, implizit, aber in einer Progression nach steigender Komplexität angeordnet, Auswahl und Gestaltung der Themen und Situationen nach entsprechenden Grammatikphänomenen
    • strikte Trennung von Grammatik und Wortschatz (separate Grammatik-Anhänge in Lehrbüchern)
    • induktives Lernen: vom Text auf Grammatikphänomene schließen

    Beschreibe das zugrundeliegende Lernkonzept bei der audiovisuellen Methode.

    • Behaviourismus: Lernen als Konditionierung, Sprache = verbales Verhalten
    • Lernvorgang als Verbindung von Reiz (Bild) und Reaktion (sprachliche Äußerung) --> Verhaltensprogrammierung
    • Gewohnheiten werden durch Verstärkung gefestigt (stimulated recall): z.B. Bestätigung richtiger Antworten statt Fehlerkorrektur

    Was kennzeichnet das methodische Vorgehen in der audiovisuellen Methode?

    • Automatisierung/Verinnerlichung von Sprachmustern durch Imitation und häufige Wiederholung von Modellsätzen (pattern drills)
    • Grundstruktur: Bild → Dialog → Wiederholung → Ablösung von der visuell-akustischen Vorgabe → Satzmusterübungen → Integration von Schreiben + Lesen
    • „versteckte“ Grammatikprogression: Gramm. in Lektionen integriert, implizit, aber in einer Progression nach steigender Komplexität angeordnet, Auswahl und Gestaltung der Themen und Situationen nach entsprechenden Grammatikphänomenen
    • technologische Hilfsmittel wie Sprachlabor: Darbietung authentischer Sprechmodelle--> s. Übungen, eigenes Lerntempo, Wdh. möglich, detaillierte und objektive Beurteilung des Lerners
    • visuelle Hilfsmittel: Bilder, Tafel, Wendekarten, Wandbilder, Filme, TV usw. – Hauptunterschied zu ALM: gleichzeitiger Einsatz von akustischem und visuellem Material!
    • Übungsformen:
    • Ergänzung eines Lückentexts
    • Satzbildung nach vorgegebenem Muster
    • Frage-Antwort-Übung (Umformung)
    • Dialogübung (Dialogergänzung/Durchspielen, Auswendiglernen)

    Beschreibe das zugrundeliegende Konzept von Sprache bei der audiovisuellen Methode.

    • Behaviourismus: Lernen als Konditionierung, Sprache = verbales Verhalten
    • Lernvorgang als Verbindung von Reiz (Bild) und Reaktion (sprachliche Äußerung) --> Verhaltensprogrammierung
    • Gewohnheiten werden durch Verstärkung gefestigt (stimulated recall): z.B. Bestätigung richtiger Antworten statt Fehlerkorrektur
    • Strukturalismus: Sprache als System spr. Zeichen, die in einer Beziehung zu Objekten und zu anderen Zeichen stehen --> Beschreibung und Analyse der Sprache nach ihren spezifischen Formen und Strukturen, induktives Vorgehen (von Sprachphänomenen (Formen) auf System schließen)

    Was sind die Hauptmerkmale des kommunikativen Ansatzes?

    • pragmatische Perspektive --> Alltagsgebrauch von Sprache! (s. Ziele); sprachliche Mittel haben nur dienende Funktion, nicht im Fokus
    • pädagogische Leitlinien: Zielvorstellungen und Lernvoraussetzungen der Lerngruppe bei Zielsetzung berücksichtigen, Anspruch einer elitären Bildung aufgeben
    • didaktisch-methodisches Konzept: Ermittlung der Lernvoraussetzungen und Bestimmung der Zielsetzungen je nach Lerner
    • Inhalts- und Lernerorientierung: Aktivierung der Lernenden, Relevanz der Inhalte
    • kommunikative Übungen: Vorbereitung auf kommunikative Situationen
    • dialogfördernde Sozialformen: möglichst reale Kommunikation, gedanklicher Austausch
    • Öffnung nach außen: z.B. Muttersprachler, Cinéfête etc. --> Authentizität!
    • Lehrer als Helfer im Lernprozess
    • flexible Lernmaterialien: Kommunikationssituationen ≠ planbar/statisch, Anpassung des Materials an Komm.sit. und Bedürfnisse
    • Orientierung an didaktischen Prinzipien: Lerner-, Handlungs-, Prozess-, Kompetenz- und Aufgabenorientierung
    • 2 Phasen (in Richtung stärkere Lernerorientierung):
    1. das pragmatisch-funktionale Konzept der 70er/frühen 80er Jahre
    2. das interkulturelle Konzept seit Mitte der 80er Jahre

    Was sind die Merkmale des pragmatisch-funktionalen Konzepts im kommunikativen Ansatz?

    • zyklische Progression/Lernprogression der Grammatik (von einfachen zu komplexeren Sprachmustern)
    • Verringerung des Grammatikpensums: für die Alltagskommunikation ist nicht die komplette Grammatik nötig, Gewichtung nach tatsächlichem Vorkommen im Alltagssprachgebrauch
    • Themenschwerpunkte/Grundwortschatz --> bezogen auf Alltagskommunikation („spezifische Begriffe“)
    • Fokus auf Rollenanalysen: sprachliche Gestaltung von Rollen --> aktive Rolle, die in der FS zu beherrschen ist (z.B. Kunde) und Komplementärrolle, die man verstehen muss (z.B. Verkäufer)

    ⇒ gleichrangige Rollen von Grammatik, Sprechintentionen (--> Gramm.), Rollen/Situationen, Themen/Inhalten (-->Wortschatz) und Texten; Fokus auf bestimmte Aspekte je nach Schwerpunktsetzung der einzelnen Abschnitte

    • pragmatisch orientierte Textarbeit: Leseverständnis = wichtiger Aspekt der Alltagskommunikation, Verstehen von authentischen Alltagstexten statt „wertvolle“ Literatur, je nach Textsorte und Funktion des Textes charakteristische Sprache

    Beschreibe das zugrundeliegende Konzept von Sprache beim kommunikativen Ansatz.

    • Pragmalinguistik: Sprache = Aspekt menschlichen Handelns („was Menschen mit Sprache machen“); Beziehung zwischen spr. Zeichen untereinander, zu Objekten aber auch zum Benutzer
    • Umsetzung von Sprechakten und -intentionen in konkreten Situationen: versch. Redemittel/Äußerungsvarianten, Auswahl dieser Versprachlichungsmuster in konkreten Sprechsituationen, Kontextfaktoren

    Beschreibe das zugrundeliegende Lernkonzept im kommunikativen Ansatz.

    Kognitivismus: Lernen = verstehende + kreative Tätigkeit:

    • Kritik am Behaviourismus: Umweltreize allein führen nicht zu Erleben und Verhalten! Nachahmende Aneignung von Mustern daher nicht sinnvoll!
    • stattdessen: Lernen als Informationsverarbeitungsprozesse: Wahrnehmung, Verarbeitung und Bewertung von Umweltreizen durch den Lerner

    Konstruktivismus: Lernen = sozialer + konstruktiver Prozess der Angleichung neuen Wissens an Vorhandenes:

    • Akkomodation und Assimilation
    • Vorkenntnisse des Lerners beeinflussen FS-Erwerb

    Wie ist ein Lehrwerk, das nach dem kommunikativen Ansatz vorgeht, typischerweise aufgebaut?

    Jede Lektion besteht aus...

    • Themen/thematischen Schwerpunkten (z.B. Viaje por Andalucia) (lernerrelevant!)
    • kommunikativen Schwerpunkten und Übungen (Sprachhandlungen) (z.B. sich vorstellen, von einer Stadtbesichtigung erzählen, ...)
    • Grammatikthemen (z.B. Kontrastierung preterito indefinido ⇔ preterito perfecto)
    • Arbeitstechniken/Methoden/Strategien (z.B. Wörtererschließung, Arbeit mit dem Wörterbuch, Internetrecherche, ...)

    Übungen:

    • zu lernerrelevanten Themen
    • Berücksichtigung verschiedener Sozialformen

    Nenne die fünf didaktischen Prinzipien (an denen sich auch der kommunikative Ansatz orientiert).

    1. Lernerorientierung
    2. Handlungsorientierung
    3. Prozessorientierung
    4. Kompetenzorientierung
    5. Aufgabenorientierung

    (Lisa Hat Pauls Kuchen Aufgegessen)

    Was besagt das didaktische Prinzip der Lernerorientierung (Spezifizierung des kommunikativen Ansatzes)?

    • im Fokus des FU: Interessen, Bedürfnisse, Kenntnisse und Fähigkeiten des Lerners --> individuelle Lernprozesse in Gang setzen
    • Orientierung der Inhalte am Lebensumfeld der SuS
    • Einsatz von Sozialformen, bei denen die SuS aktiv sind (EA, PA, GA)
    • Anknüpfen an das Vorwissen der SuS und an ihre methodischen + strategischen Vorerfahrungen
    • Beteiligung der SuS an Auswahl von Themen und Materialien

    Was besagt das didaktische Prinzip der Kompetenzorientierung (Spezifizierung des kommunikativen Ansatzes)?

    • seit 2001 (GeR) leitendes Konzept
    • zugrundeliegender Kompetenzbegriff: umfasst Wissen (Kenntnisse), Können (Fähigkeiten), Wollen (Bereitschaft, Offenheit); verfügbare + erlernbare kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Problemlösung in variablen Situationen --> Fähigkeit zur Bewältigung von Komplikationssituationen
    • „Output-Orientierung“ (z.B. durch Lernstandserhebungen, Vergleichstests,...), von den Kompetenzzielen her denken
    • Lernaufgaben zur Kompetenzentwicklung stellen, kompetenzorientierte Lernaufgaben:
    • integrative Übung verschiedener kommunikativer Kompetenzen in einer Aufgabe, kein isolierter Erwerb der Teilkompetenzen, d.h. Berücksichtigung der verschiedenen Kompetenzbereiche und Teilkompetenzen (Hören, Lesen, Sprechen, Schreiben, Mediation, methodische Komp., interkulturelle Komp. usw.) in Lernaufgaben
    • Gestaltung einer Lernaufgabe: konkrete Anforderungssituation > Problem lösen > Förderung versch. Kompetenzdimensionen (wissen, können, wollen)
    • Kompetenzaufbau im Dreischritt:
    1. Feststellung des Leistungsstandes/der bereits vorhandenen Kompetenzen > Diagnoseaufgaben
    2. Kompetenzentwicklung > Lernaufgaben im Unterricht
    3. Überprüfung der erreichten Kompetenzen > Testaufgaben

    Was besagt das didaktische Prinzip der Prozessorientierung (Spezifizierung des kommunikativen Ansatzes)?

    • Fremdsprachenlernen = individueller Prozess (nicht unbedingt immer kontinuierlich/linear)
    • Berücksichtigung der Besonderheiten der „Lernersprache“ („interlanguage“) in ihrer Entwicklung
    • Verstehen = prinzipiell unabschließbarer Prozess, Dialog zwischen Vorverständnis der SuS (bisheriges Sprach- u. Weltwissen) und den neuen Lerngegenständen, d.h. Verstehen ist abhängig vom Vorwissen! --> hermeneutische Spirale

    Was besagt das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung (Spezifizierung des kommunikativen Ansatzes)?

    • Kommunikation in authentischen, d.h. unmittelbar realen (oder als lebensecht akzeptierbaren) Situationen
    • inhaltlich engagierte und ziel- und partnerorientierte Kommunikation
    • Sozialformen, bei denen die SuS selbst aktiv werden
    • in der Lebenswelt Schule in der FS interagieren
    • Ziel: Entwicklung fremdsprachlicher Handlungskompetenz(en)

    Was besagt das didaktische Prinzip der Aufgabenorientierung (Spezifizierung des kommunikativen Ansatzes)?

    • Ansatz des task-based language learning (TBL):
    • Konfrontation mit komplexen, kommunikativen und inhaltsorientierten Aufgaben (tasks), die die SuS im Unterricht lösen sollen --> Lernaufgaben
    • integrative Lernaufgaben zur Kompetenzentwicklung stellen, kompetenzorientierte Lernaufgaben
    • Aufgaben angelehnt an reale Situationen der Sprachverwendung außerhalb des Klassenraums, auf ein kommunikatives Ziel ausgerichtet
    • Bsp.: sich zum Kino verabreden

    Inwiefern berücksichtigen die Bildungsstandards und Kerncurricula die didaktischen Prinzipien des kommunikativen Ansatzes?

    • Kritik an der Inputorientierung traditioneller Lernpläne --> Kompetenzorientierung
    • Festlegung der Kompetenzerwartungen für die best. Jahrgangsstufen --> Kompetenzorientierung
    • Praktischer Anwendungsbezug = Befähigung der SuS zur Bewältigung von angenommenen gegenwärtigen + zukünftigen Anforderungen im alltäglichen beruflichen und privaten Leben  --> Lerner- und Handlungsorientierung
    • Ziel: „kommunikative interkulturelle Handlungsfähigkeit“ --> Handlungsorientierung
    • Lernaufgaben zielen auf bestimmte can-do-statements an; Can-do-statements legitimieren Lernaufgaben --> Kompetenz- und Aufgabenorientierung

    Wie soll ein kompetenzorientierter FSU didaktisch-methodisch ausgestaltet sein?

    durch Lernaufgaben! (tasks)

    Wie definiert die Didaktik den Begriff „Aufgabe“ im FSU?

    • nennt Zweck und erwartetes Ergebnis einer Aktivität
    • Schwerpunkt auf Bedeutung statt gramm. Form
    • Konfrontation mit realitätsnahen, alltagsbezogenen Handlungssituationen ---> erfordert Nutzung eigener spr. Resourcen und pragmatischen Sprachgebrauch (kommunikatives Ziel)
    • zielt auf Problembewältigung, die Bearbeitung best. Themen und Ergebnisse (in Zielsprache)
    • kann sich auf produktive, rezeptive, mündliche und schriftliche Sprach- sowie kognitive Kompetenzen beziehen („involves learners in comprehending, manipulating, producing, or interacting in the target language“)
    • s. Aufgabenmerkmale

    Was ist der Unterschied zwischen einer Übung und einer Aufgabe?

    Übung:

    • Fokus: sprachliche Form einer Äußerung, formal korrekter Sprachgebrauch
    • Ausführender in der Rolle des Lerners

    Aufgabe:

    • Fokus: Inhalt einer Äußerung, pragmatischer Sprachgebrauch
    • Ausführender in der Rolle des Sprachgebrauchers
    • „task“

    Nenne die Merkmale einer Aufgabe im FSU.

    1. Arbeitsplan ⇒ es ist klar erkennbar, was zu tun ist
    2. Fokus auf Inhalt
    3. Realitätsähnliche Sprachverwendung
    4. Fertigkeitsorientiert ⇒ alle 4 Fertigkeiten oder eine Kombination daraus kann angesprochen werden
    5. Kognitiv anspruchsvoll
    6. Ergebnis- bzw. produktorientiert (kommunikatives Ziel)
    7. Relevante Thematik und Aufgabenstellung

    Was ist die Beziehung zwischen Aufgaben- und Kompetenzorientierung?

    • Aufgaben als Diagnoseinstrument => Lösen von tasks lässt erkennen, inwiefern ein Lerner über best. Kompetenzen verfügt und wo er ggf. gefördert werden muss
    • Aufgaben zur Kompetenzentwicklung => erst durch das Bearbeiten von tasks können Kompetenzen ausgebildet werden

    Nenne die Merkmale des aufgabenorientierten Ansatzes im FSU.

    1. hohes kommunikatives und handlungsorientiertes Potenzial
    2. ganzheitlicher Sprachgebrauch in Form von Simulationen
    3. lernerorientiert
    4. Offenheit bei der Einführung und Einübung sprachlicher Mittel (Fokus ≠ Form)
    5. Integration von Reflexionsphasen im Anschluss an die Aufgabenlösung

    Study