Einführung: Didaktik der romanischen Sprachen
Vorlesung Fremdsprachendidaktik
Vorlesung Fremdsprachendidaktik
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Flashcards
Wie funktioniert fremdsprachliches Leseverstehen?
- Informationsverarbeitungsprozess: ≠ mechanische Dekodierung spr. Zeichen, sondern aktive Verstehensleistung
- Abgleich der graphischen Signale (aus L2, C2) mit Wissensbeständen des Lerners (sprachliches und Weltwissen aus L1 u. L2 bzw. C1 u. C2)
- Interaktion zwischen konzeptgeleiteten/top-down-Prozessen/Schemata (Vorwissen/Erwartung leitet Sinnkonstruktion, aus L1, L2, C1, C2) und datengeleiteten/bottom-up-Prozessen/Stimuli (Identifizierung von spr. Einheiten und Bedeutungszuordnung, von kl. zu größ. Einheiten; aus L2, C2)
- Stimuli: sprachlich, kontextuell, aus L2 und C2
- Schemata: sprachliches Wissen, Weltwissen (beides deklarativ + prozedural)
- Sinnentstehung/kognitive Repräsentation Repräsentation der sprachlichen Äußerung = u.a. abhängig von spr. und Weltwissen aus Muttersprache und -kultur sowie aus Fremdsprache und -kultur (entscheidend für die Sinnerschließung! Individuell! Visualisierbar)
Auf welche Weise ist das Leseverstehen in die Bildungsstandards bzw. Kerncurricula aufgenommen?
- als eine der 5 kommunikativen Fertigkeiten
- als eine der methodischen Kompetenzen (Textrezeption)
- can-do-statements:
- Begrenzung der Anforderungen/Erwartungen für jeweilige Jahrgangsstufen
- Alltagsbezug der Leseaktivitäten
- Orientierung an Lebenswelt der SuS
- Einbeziehung von Lernstrategien und Arbeitstechniken: müssen bewusst gemacht werden! Alternativen aufzeigen! (z.B. inferieren, elaborieren, Wichtiges markieren, Nutzung von Wörterbüchern, Lesetechniken etc.)
Wie sollte das Leseverstehen in der Praxis umgesetzt werden?
- Reale Leseanlässe integrieren und Textbegriff ausweiten, verschiedene Textsorten verwenden
- Leseverstehensstrategien bewusstmachen und einüben => Ablaufmodelle
Was ist der Unterschied zwischen authentischen und didaktisierten Lesetexten?
authentisch:
- nicht originär für FSU entstanden
- Zielgruppe: Muttersprachler der entspr. Sprachgemeinschaft, von Muttersprachlern für Muttersprachler
- soziale Zwecke
didaktisiert:
- von native speaker geschrieben
- Aufmachung/Layout häufig an Lerngruppe (Alter) angpasst
- Zweck: Spracherlernung => auf best. Lerngruppen zugeschnitten, Vermittlung best. Lernaspekte (z.B. gramm. Phänomen, Lexik); bestimmte Funktion im Lernprozess
- Verwendung von den SuS bekanntem Wortgut und Strukturen (oft vereinfacht)
Was ist beim Einsatz authentischer Lesetexte im FSU zu beachten?
- Verstehen oft abhängig von einer best. Niveaustufe der Lerner
- erfordert oft fortgeschrittene Lesestrategien (mehr inferieren usw.)
Was ist beim Einsatz didaktisierter Lesetexte im FSU zu beachten?
- sinnvoll zur Verdeutlichung/Einführung best. Lernaspekte (Grammatik, Lexik usw.), aber:
- nur did. Texte => keine adäquate vorbereitung auf authentischen Sprachgebrauch
- Text sollte sich zumindest an der Realität der jeweiligen Textsorte orientieren; Nachahmung/Simulation des authentischen Texts; auch wichtig zur Vermittlung interkulturellen Wissens
Wie kann man das Leseverstehen von SuS fördern (Umsetzung in die Praxis)?
- Bewusstmachen und Einüben verschiedener Lesestrategien (orientierendes, suchendes, kursorisches, ästhetisches, detailliertes LV)
- Integration von realen Leseanlässen --> Ausweitung der Textsorten (z.B. Restaurantspeisekarten, Anzeigetafeln, Straßenschilder, Werbeplakate, formelle u. informelle Briefe, Zeitungsartikel, Internetseiten usw.)
- evtl. Verknüpfung der Texte mit Bildern
- überlegte Nutzung von authentischem und didaktisierten Material
- Ablaufmodelle anwenden (5-Schritte-Methode, Trainingsbaustein v. Fritsch, Ablaufschema v. Henseler/Surkamp etc.)
Welche verschiedenen Arten des Leseverstehens gibt es und wie sehen diese aus?
- Orientierendes Leseverstehen (skimming): grobe Erfassung des wesentlichen Inhalts durch Überfliegen des Textes; Aufmerksamkeit auf Überschriften, graphische Hervorhebungen, Bilder usw.; 1. Eindruck von Thema u. Aufbau des Textes; globales Verständnis
- Suchendes Leseverstehen (scanning): Leser sucht Text nach bestimmten Informationen ab; selektives Verständnis, Herausfiltern anderer Informationen
- Detailliertes Leseverstehen (intensive reading): Leser muss alle Informationen verstehen; meist intensives Lesen von Teilen/Passagen eines Textes (z.B. Gedichtsinterpretation)
- Kursorisches Leseverstehen (receptive reading): Erfassung der wesentlichen Aussagen eines Textes, d.h. der einzelnen Aspekte; Nachvollziehen des Gedankengangs des Autors; z.B. durch Lesen des ersten u. letzten Satz jeden Absatzes (mehr als globales LV)
4. Ästhetisches Leseverstehen:
- --> Analytisches Leseverstehen (close reading): intensive Auseinandersetzung mit einzelnen Textpassagen; Ziel = Erfassung des Textes über Inhaltsmerkmale hinaus hinsichtlich Gestaltungsmerkmale (d.h. Aufbau der inhaltlich-formalen Struktur); v.a. bei literarischen Texten (Stilmittel, Metaphern, ...); setzt detailliertes Leseverstehen voraus
- --> Responsives Leseverstehen (responsive reading): Zurücktreten des Textes; Text nur Anregung eigener gedanklicher u. emotionaler Reaktionen des Lesers (z.B. Stellungnahme/Fortsetzung schreiben (Produktion)); Herausgreifen bestimmter Aspekte aus dem Text und Reaktion darauf; „persönliches Lesen“
Beschreibe die 5-Schritte-Lesemethode.
- auch SQ3R-Methode: survey-question-read-recite-review
- Verbindung unterschiedlicher Lesestrategien
- Überfliegen (Überschriften, Abbildungen usw.) --> global
- selbst Fragen an den Text stellen (top-down-Prozesse u. Weltwissen aktivieren)
- Text lesen (je nach Leseziel, an Fragen orientiert, Text markieren) --> selektiv
- abschnittweise zusammenfassen --> kursorisch
- Rekapitulation der wichtigsten Aussagen des Gesamttextes --> kursorisch
Beschreibe den Trainingsbaustein von Fritsch (2003) zur Übung des Leseverstehens.
- Aktivieren von Vorwissen, Voreinstellungen, Vorerfahrungen --> Hinführung, lexikalische u. inhaltliche Vorentlastung
- Arbeit u. Austausch mit anderen (zum Wortschatz) --> bottom-up- und top-down-Prozesse anregen
- gemeinsames bzw. arbeitsteiliges Suchen und Erproben von Lösungs- u. Lernwegen (Einsatz von Leseverstehensstrategien, W-Fragen)
- Herstellen und Präsentation von Produkten (Strukturbild zeichnen, Visualisierung des eigenen Textverständnisses)
- Reflexion des Lernprozesses (Bewusstmachen von angewendeten Lesestrategien)
Beschreibe das Ablaufschema von Henseler/Surkamp (2009).
- Modell für Phasierung: Texterschließungsstrategien und Techniken vor, während und nach dem Lesen
Bereitstellung:
- vor: Aktivierung von Vorwissen, Aufmerksamkeitsfokussierung, Interessenlenkung; pre-reading activities (Hypothesen, Wortfelder, Bilder, Fragen formulieren etc.)
- während: fortlaufende Aktivierung von Vorwissen, Vergleich v. Leseerwartung u. Textinhalt; whole-reading activities (Unterbrechung d. Lektüre für Hypothesen u. Fragen, think aloud)
Erschließung:
- Kompensationsstrategien anwenden (inferieren, elaborieren, Verwendung von Hilfmitteln etc.)
- markieren, Wörterbuch, Abschnitte zusammenfassen etc.
- Inferierungsstrategien anwenden (implizit enthaltene Informationen erschließen)
- graphic organizers (Schemata zur Visulaisierung logischer Strukturen)
Verarbeitung:
- Anpassen des Lesestils an Leseintentionen, Text, Rahmenbedingungen (skimming, scanning, receptive, intensive, close, responsive, combined reading)
- nach: Aufbereitung (Assimilation u. Akkomodation, Textinhalt bewerten)
- Hauptgedanken/Thema einzelner Abschnitte notieren, Text in einem Satz zusammenfassen, Anschlusskommunikation usw.
Inwiefern unterscheidet sich das Schreiben als Ziel vom Schreiben als Mittel zum Zweck?
Schreiben als Ziel:
- Schreiben aufgrund kommunikativer Bedürfnisse (best. kommunikative Bedürfnisse befriedigen)
- dient der Kontaktaufnahme und -erhaltung mit Sprechern (bzw. Schreibern) der Zielsprache
- z.B. Briefe, E-Mails, SMS, Blogeinträge/-kommentare, Postkarte, Lebenslauf, Anschreiben etc.
- "als man selbst" schreiben
- im Fokus bei Förderung der Schreibkompetenz
Schreiben als Mittel zum Zweck:
- Schreiben aufgrund unterrichtspraktischer Bedürfnisse
- Schreiben aufgrund lernpsychologischer Überlegungen
- Schreiben als Hilfe bei der Strukturierung geistiger Handlungen
- Schreiben hat nur dienende Funktion
Was ist mit dem Schreiben aufgrund unterrichtspraktischer Bedürfnisse gemeint?
Schriftlich ausgeführte Übungen zu Wortschatz und Grammatik, "lernprozessorientiertes Schreiben":
- Übung und Festigung grammatischer Strukturen (Konjugationsmuster ausfüllen, Komparativbildung, Präpositionen einfüllen, Objekte durch Objektpronomen ersetzen, Sätze bilden usw.)
- Sicherung und Systematisierung des Wortschatz (Kreuzworträtsel, Lückentext, Wörter abschreiben u. in Begriffsnetz ordnen usw.)
Inwiefern stellt das Schreiben eine Möglichkeit zur Differenzierung dar?
- Diff. bzgl. Tempo: schnelle SuS schreiben längere Texte, evtl. Bearbeitung weiterer Schreibübungen
- Diff. bzgl. Niveau: bessere SuS bekommen anspruchsvollere Aufgabenstellung (weniger Strukturhilfen), bzw. Aufgabenstellung ist auf verschiedene Art und Weise erfüllbar
- Diff. bzgl. Interessen: SuS schreiben über das, was sie besonders interessiert (inhaltliche Flexibilität)
- Diff. bzgl. Sozialformen: nach Lerntyp variieren (EA, PA, GA), verschiedene Lerntypen berücksichtigen
=> Schreiben = aus sich selbst heraus differenzierend
Was ist mit dem Schreiben aufgrund lernpsychologischer Überlegungen gemeint?
1) Enge Verbindung und gegenseitige Unterstützung der Teilkompetenzen:
- enger Zusammenhang zwischen Sprechen und Schreiben --> "inneres Sprechen" beim Schreiben, Rückkopplung
- enger Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben --> beim Lesen schnellere Erfassung der durchs Schreiben eingeübten Schriftbilder; Einprägung von Schriftbildern beim Lesen (können so reproduziert werden)
2) Beteiligung mehrerer Sinneskanäle beim Schreiben:
- optisch: man sieht, was man schreibt
- akustisch: Phoneme mit entsprechenden Graphemen assoziieren; Rückkopplung
- sprechmotorisch:"inneres Sprechen"; wer schreibt, artikuliert innerlich mit
- motorisch: Schreibbewegung mit der Hand (ermöglicht Einprägung von Schriftbildern, z.B. bewusste Akzentsetzung auf best. Wörter)
Was ist mit dem Schreiben als Hilfe bei der Strukturierung geistiger Handlungen gemeint?
Hilfe beim Ordnen und Strukturieren noch unsystematischer, "chaotischer" Gedanken:
- Vergegenwärtigung der eigenen Gedanken und Gefühle
- Verlangsamung der Abläufe
- z.B. kreatives Schreiben als Ausdruck persönlicher Gedanken, Entfaltung der Phantasie
Nenne Beispiele für kreatives Schreiben. Was haben diese gemeinsam?
- die "ideale Stadt" beschreiben
- einen Werbetext schreiben
- Gedichtsstrophe ergänzen
- Geschichte weiterschreiben
=> SuS können eigene Gedanken, Gefühle, Ideen einbringen (eig. Gestaltungskraft), keine Reproduktion vorgegebener Muster, zielt auf persönlichen Ausdruck und Entfaltung der Fantasie
Wie funktioniert Schreiben als Prozess? (Erläutere das Schreibmodell von Hayes/Flower (1980)).
- ständige Rückkopplung zwischen Aufgabenumgebung (Schreibvorhaben mit Thema, Adressaten, Motivation; später bereits verfasster Text) + Planungs- und Ausführungskomponenten im Schreiber
- Planungs- und Ausführungskomponente enthalten Planungsphase, Formulierungsphase und Berarbeitungsphase
- Planungsphase: Generierungsprozess (inhaltliche Verbereitung des Texts, globale Zielsetzung) und Organisationsprozess (Welche Redemittel, Wortschatz werden benötigt?; Gliederung des Textes), Rückkopplung mit Schreibvorhaben
- Formulierungsphase: Verschriftlichung/Versprachlichung; Translationsprozess; schriftliche Realisierung des Geplanten
- Bearbeitungsphase: Abgleich des Geschriebenen mit Aufgabenumgebung (Kreislauf); Korrektur, Abänderungen und Überarbeitung des Geschriebenen
- Formulierungs- und Bearbeitungsphase laufen parallel ab
- während des Schreibens Einbringung des Welt-, Sprach-, Adressaten- und Diskurswissen aus dem Langzeitgedächtnis
- ständige Überwachung des Prozesses durch den Monitor (= interne Kontrollinstanz, ggf. auch extern (LA, Mitschüler)
Was gehört zum Diskurswissen?
Wissen über kommunikative Abläufe ( z.B. Begrüßungsrituale, Reaktionen auf Gesprächspartner, Aufbau eines Bewerbungsschreibens etc.)
In welcher Form ist die Schreibkompetenz in den Bildungsstandards und Kerncurricula aufgenommen?
- Bildungsstandards: eine der 5 kommunikativen Fertigkeiten, sowie Textproduktion (mdl. u. schrftl.) als methodische Kompetenz (Verwendung von Hilfsmitteln wie Wörterbuch, Schreiben als Handwerkszeug für best. Aufgaben); Formulierung als Can-do-statements (Begrenzung der Anforderungen je nach Niveaustufe)
- Kerncurricula: Zielsetzungen für die einzelnen Schuljahrgänge, Begrenzung der Anforderungen je nach Niveaustufe (Zielsetzungen wichtig für die Legitimation der Aufgabenstellungen!); Progression der Schreibkompetenz
Wie sollte die Förderung der Schreibkompetenz im FSU idealerweise praktisch umgesetzt werden?
- Schaffung realer Schreibanlässe in der Schule: kommunikative Alltagssituationen, Orientierung an Lebenswelt der SuS --> z.B. Formular ausfüllen, Menüplan für Austauschschülertreffen erstellen, Abendprogramm erstellen, Rezept für Gastfamilie aufschreiben, Umfrageergebnisse in einem Artikel zusammenfassen, Buchrezension schreiben, Email/Postkarte/SMS usw. an Freund/in schreiben, ...
- Vielfalt an Textsorten verwenden: Ausweitung des Textbegriffs, Orientierung an Lebenswelt der SuS
- Schreibetappen bewusst machen und einüben --> Prozessorientiertes Schreibmodell
Nenne 5 Beispiele für mögliche Textsorten zur Förderung des Schreibens im FSU.
- Berichte (z.B. für Schülerzeitung)
- Bildgeschichten
- Einladungen
- E-Mail Nachrichten
- formelle Briefe (z.B. Anfragen, Bewerbungen)
- Folien, Poster, ... für Präsentationszwecke Lesetagebücher
- Formulare (ausfüllen)
- Gedichte
- Grußkarten (Post-, Geburtstags-, Weihnachtskarten)
- Inhaltsangabe
- kurze Beschreibungen
- Lebensläufe
- Listen (z.B. Einkaufszettel)
- Notizen/ Mitteilungen für einen anderen / für sich selbst
- persönliche Briefe
- SMS
- Steckbriefe
- Stellungnahmen (z.B. Empfehlungen für Bücher und Filme, Beiträge in Diskussionsforen, Leserbriefe)
- Stichpunkte (z.B. für Inhaltsangaben, Vorträge)
- Tagebucheinträge
- Textanalyse
Erläutere das Prozessorientierte Schreibmodell von Hedge (2005).
Phasierungsmodell, das sich eng am Schreibmodell von Hayes/Flower orientiert:
A) Planen (Composing und Communicating)
- entspr. Planungsphase --> konzeptionelle Fragen (an wen? was? wie?)
- ungeordnetes Brainstorming, Sammeln von Ideen zur Schreibaufgabe, ~ Generierungsprozess: Was schreiben; was weiß ich zum Thema; welche formalen/textsortenspezifische Aspekte; welche Informationen benötigt; welche Wörter/Strukturen/Redemittel? --> gehört zu Composing
- Ordnen der Gedanken, ~ Organisationsprozess (Wie anfangen/vorgehen, Reihenfolge der Informationen, logischer/nachvollziehbarer Verlauf, fehlende/zu ergänzende Punkte?) --> gehört zu Composing
- Communicating: Vorstellung eines fiktiven Lesers --> Interesse und Vorwissen des Lesers berücksichtigen, wie ausführlich, anschauliche/spannend/interessante Darstellung des Themas
B) Redigieren (Crafting)
- entspr. Formulierungsphase
- Verfassung eines kohärenten Textes
- wiederholtes Überlesen und Überarbeiten
- ggf. Hilfen verwenden: versch. Arten von Konnektoren, Redemittel, Reproduktion von Textschemata ("Vorlage"/"Gerüst" für jeweilige Textsorte)
C) Verbessern (Improving)
- entspr. etwa Bearbeitungsphase
- Vorlesen und Besprechen von Texten in Kleingruppen
- Zettellawine (SuS machen Anmerkungen u. Ergänzungen zu Text von Mitschüler/in)
- Abgleich mit Modelltext (Exempel, Orientierungsfunktion)
- Wandzeitung
- Lektorieren (Rückmeldung einholen)
- Textlupe (Feedback zu einzelnen Punkten/Textaspekten erhalten; Was war gut? Verbesserungsvorschläge? Fragen? Kritikpunkte?)
=> Planungs- → Durchführungs- → Verbesserungs-/Überarbeitungsphase zur Förderung des Schreibens als kommunikative Fertigkeit
Zu welchen funktionalen kommunikativen Kompetenzen gehört die Kenntnis des Wortschatzes einer FS?
Verfügung über sprachliche Mittel:
- ≠ kommunikative Fertigkeiten
- funktionaler Bestandteil der Kommunikation, dienende Funktion für kommunikative Fertigkeiten
Inwiefern kommt dem Wortschatz nur eine dienende Funktion in der Fremdsprache zu?
- kein Wert an sich
- funktional auf die Bewältigung von Kommunikationssituationen ausgerichtet
- dienende Funktion für kommunikative Fertigkeiten
Welche Leitfragen sollte man sich als Lehrer bei der Wortschatzarbeit stellen?
- Welche Redeabsicht soll versprachlicht werden? (z.B. eine Person beschreiben)
- In welcher Kommunikationssituation soll diese zum Tragen kommen? (z.B. einer Gastfamilie von seinen Geschwistern erzählen)
- Welche sprachlichen Mittel sind dazu nötig? (hier: Wortschatz) (z.B. Wortfeld Familie, Charaktereigenschaften, Körper etc.)
Auf welche unterschiedlichen Weisen kann man den Begriff "Wortschatz" definieren?
- "Gesamtmenge aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt" --> gesamte Sprache
- "Gesamtheit der lex. Strukturen einer Sprache [...], über die ein Lerner verfügt" --> eine Person
Wie lässt sich der Wortschatz eines Lerners in Unterkategorien differenzieren?
- produktiver (aktiver) Wortschatz / Mitteilungswortschatz: abrufbar, verfügbar für mdl. oder schrftl. Äußerung
- rezeptiver (passiver) Wortschatz / Verstehenswortschatz: verstandene Wörter, keine aktive Verwendung
- potentieller Wortschatz: selbstständige Erschließung der Wörter möglich m.H. des Sach- und Sprachwissens (bes. Wortbildungskenntnisse)
Beschreibe Börners Modell der Wortschatzarbeit (2000) und erläutere, wie Wortschatzlernen im FSU demnach funktioniert.
Wortschatzarbeit = Zusammenspiel / Interaktion zwischen Aktivitäten von Lehrer, Lerner und Input (Wort)
Input:
- besteht aus Wortform (Aussprache/Schriftbild) und Bedeutung
- ausgewählt: Selektion und Progression des Wortschatzes
Lehrer:
- kann auch durch Wörterbuch, Text o.ä. ersetzt werden (Eigen-/Autosemantisierung)
- Form erklären (Aussprache/Schriftbild) --> Bedeutung erklären (versch. Semantisierungsverfahren)
- Kontroll- und Feedbackfunktion bei Wortspeicherung und -verwendung
- Einleitung von Übungsphasen (Wortspeicherung u. -verwendung)
Lerner:
- Anwendung versch. Strategien, um Wort zu analysieren, zu verstehen, zu speichern, zu memorieren und zu verwenden (prozedurales Wissen: inferieren, elaborieren etc.)
- Rückgriff auf Wissen (phonolog. + morph. Regeln; Weltwissen --> L1-Konzepte und L2-Kompetenz; bereits vorhandenes mentales Lexikon)
- Lernen neuer Wörter (Input):
- Analyse u. Wahrnehmung der neuen Wortform
- Bedeutung erschließen u. verstehen
- Wort abspeichern -->Transfer ins mentale Lexikon
- Verwendung des neuen Wortes in Aufgabe/Übung/Kommunikationssituation (dadurch Festigung im ment. Lex.)
Zusammenfassung: 4 wesentliche Schritte:
- Wahrnehmung des neuen Wortes
- Bedeutung verstehen (durch Erklärungen zu Form und Bedeutung/Semantisierungsverfahren)
- Abspeicherung im mentalen Lexikon
- Verwendung in Aufgabe/Übung/Kommunikationssituation
Was ist das mentale Lexikon und welche Eigenschaften hat es?
- Teil des Langzeitgedächtnisses
- mentale Repräsentation der Wörter einer Sprache
- der individuelle Wortbesitz eines Sprachbenutzers
- individuell, offen, flexibel, dynamisch (≠ statisch, unauslöschlich, stabil, begrenzt, alphabetisch sortiert)
- vielfältige versch. Vernetzungstypen (keine Sammlung isolierter Wörter!)
Jeder Eintrag ins mentale Lexikon besteht aus...
- phonologischen/graphemischen Informationen (Aussprache, Schreibung)
- morphologischen Informationen (Flexion und Derivation)
- syntaktischen Informationen (Kombination mit anderen Wörtern)
- semantischen Informationen (Bedeutung, Verwendungskontext)
Welche verschiedenen Vernetzungstypen gibt es im mentalen Lexikon?
- Sachnetz
- Begriffsnetz
- Merkmalsnetz
- Syntagmatisches Netz
- Wortfamiliennetz
- Affektives Netz
- Klangnetz
Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Sachnetz geordnet?
- nach thematischen Feldern ("Wortfeldern")
- Rückgriff auf Weltwissen
- enthält Wörter aller Wortklassen
- am häufigsten verwendete Form der Verankerung neuer Worte
Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Begriffsnetz geordnet?
- nach Ober- und Unterbegriffen
- hierarchische Ordnung
- Wortlernen in Blöcken (bis zu 7 Wörter auf einmal)
Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Merkmalsnetz geordnet?
- nach Synonymen und Antonymen (komplementäre und graduelle Antonymie)
- Verknüpfung sinnverwandter Wörter
Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im syntagmatischen Netz geordnet?
- in Kollokationen (= co-occurence of words in speech; häufig zusammen auftretende Wörter in einer Sprache)
- Lernen von Wörtern in "Chunks"
Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im affektiven Netz geordnet?
- nach emotional bedingten Assoziationen --> Konnotationen und Emotionen, die mit einem Wort verbunden sind
- konnotative und affektive Verknüpfung von Wörtern
- z.B. l'eau: la mer, vacances, avoir soif, froid, ...
Nach welchem Ordnungsprinzip sind die Wörter im Klangnetz geordnet?
- nach phonologischer Ähnlichkeit (ähnlicher Klang)
- z.B. Reime: plage, sage,cage, ...
In welcher Form findet sich die Wortschatzarbeit in den Bildungsstandards und in den Kerncurricula wieder?
- eines der 5 sprachlichen Mittel
- verschiedene Zielformulierungen je nach Lernjahr --> Progression: von vertrauten, einfachen zu komplexeren, weniger vertrauten Themen und Situationen
- Begrenzung der Anforderungen: "hinreichend großer Wortschatz"
- Berücksichtigung des aktiven und passiven Wortschatzes
- Strategien der Worterschließung, Abspeicherung und Vernetzung; Mnemotechniken
Welches sind die 5 sprachlichen Mittel?
- Wortschatz
- Grammatik
- Aussprache
- Intonation
- Orthographie