Embryologie

Medizin 1SJ FS2019

Medizin 1SJ FS2019


S. S.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Embryologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Befruchtung, die Entwicklung von Spermien und Eizellen, die Reifeteilung, die Rolle von Hormonen wie LH und Progesteron, sowie die Implantation und mögliche Komplikationen wie ektopische Schwangerschaften. Medizinstudierende profitieren von diesen Karteikarten, um die komplexen Prozesse der frühen Embryonalentwicklung zu verstehen und klinische Szenarien besser einzuordnen.
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Allemand
Catégorie
Médecine
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Université
Créé / Mis à jour
16.04.2019 / 16.04.2019

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Oozytenkern [2n,4C]  vor und während  Ovulation 

 Auch der Oozytenkern [2n,4C] ist in den letzten Tagen vor dem LH-Gipfel «gereift». Er war bis dahin in der extrem verlängerten Prophase (= Diktyotän) der ersten Reifeteilung arretiert. (Die Arretierung bestand seit der Fetalperiode.) Durch die «Reifung» tritt der Kern in die Diakinese (der Prophase) über und bereitet sich auf die Vollendung der ersten Reifeteilung vor, die durch den LH-Gipfel ausgelöst wird.

Graafscher Follikels unmittelbar vor dem LH-Gipfel

Mit dem LH (=luteinisierendes Hormon)-Peak werden nun in und um die Eizelle herum folgende Reifungsschritte bis zur Ovulation ausgelöst - 

In der Eizelle wird durch den LH Peak ausgelöst:

  • Die Beendigung der 1. RT mit Ausstossung des ersten Polkörpers (→ asymmetrische Teilung) 
  • Inangriffnahme der 2. RT mit Arretierung in der Metaphase (→ man spricht jetzt von sekundärer Oozyte)
  • Reifung des Zytoplasmas der Eizelle, durch Bereitstellung von Molekülen und Strukturen, welche zum Zeitpunkt der Befruchtung benötigt werden.

Mit dem LH (=luteinisierendes Hormon)-Peak werden nun in und um die Eizelle herum folgende Reifungsschritte bis zur Ovulation ausgelöst: In der Eizelle wird durch den LH Peak ausgelöst:  

Beendigung der 1. RT

 

Der Spindelapparat (3) zur Aufteilung der Chromosomen hat sich ausgebildet und radiär zur Zelloberfläche hin ausgerichtet. Das erste Polkörper (7) wird an der Stelle entstehen, wo der Spindelapparat an der Zelloberfläche verankert ist. Weiter haben sich die Zellausläufer der Granulosazellen (4) von der Oozytenoberfläche in die Zona pellucida (1) zurückgezogen. Dadurch hat sich letztere von der Eizelle gelöst, was zur Bildung eines perivitellinen Spaltraumes (2) führt. In diesen Spaltraum erfolgt die Ausstossung des ersten Polkörpers (7) als Zeichen für das Ende der ersten Reifeteilung. 

Mit dem LH (=luteinisierendes Hormon)-Peak werden nun in und um die Eizelle herum folgende Reifungsschritte bis zur Ovulation ausgelöst: In der Eizelle wird durch den LH Peak ausgelöst: 

 Die sekundäre Oozyte = Inangriffnahme der 2. RT mit Arretierung in der Metaphase (→ man spricht jetzt von sekundärer Oozyte)

Durch die Wirkung des LHs auf die Granulosazellen, haben diese angefangen ihren Zellverband aufzulockern und sich zu vermehren. Sie produzieren jetzt neu auch Progesteron, welches sie in die Follikelflüssigkeit abgeben. Durch die Trennung der homologen Chromosomen in der ersten Reifeteilung findet sich jetzt in der sekundären Oozyte ein haploider (reduplizierter) Chromosomensatz (1n, 2C). Das erste Polkörper enthält ebenfalls 1n, 2C. (vom DNA Gehalt her gleich)

Mit dem LH (=luteinisierendes Hormon)-Peak werden nun in und um die Eizelle herum folgende Reifungsschritte bis zur Ovulation ausgelöst: In der Eizelle wird durch den LH Peak ausgelöst: 

Der sprungbereite Follikel => Reifung des Zytoplasmas der Eizelle, durch Bereitstellung von Molekülen und Strukturen, welche zum Zeitpunkt der Befruchtung benötigt werden.

Die Granulosazellen sezernieren neben den Hormonen auch eine extrazelluläre Matrix, hauptsächlich Hyaluronsäure, in die Follikelflüssigkeit(2). Die Hyaluronsäure macht die ganze Flüssigkeit sehr viskös und hält den Zellverbund zusammen. Vor der Ovulation nimmt das Volumen der Follikelflüssigkeit stark zu. Der Kumuluszellverband (3) lockert sich weiter auf. Dadurch löst er sich zusammen mit der eingeschlossenen Oozyte von der Unterlage und schwimmt nun in der Follikelflüssigkeit. Den Kranz von Granulosazellen des Kumuluszellverbandes, welche die Oozyte einschliessen, nennt man jetzt Corona radiata.

Die Eizelle hat nun alle Reifungsschritte beendet, die vom LH-Peak ausgelöst wurden. Im Zytoplasma sind die molekularen und strukturellen Vorbereitungen für die Zeit nach dem Eindringen des Spermiums getroffen worden. Erneut hat sich ein Spindelapparat (2.RT) mit den Chromosomen in der Äquatorialebene (Metaphasenplatte) ausgebildet. Die Spindel ist abermals radiär an der Zellmembran in der Nähe des Polkörpers verankert. Auch am Polkörper laufen dieselben Vorgänge ab. Die zweite Reifeteilung wird in dieser Position arretiert. (In der Vergrösserung ist die bestehen bleibende Zytoplasmaverbindung erkennbar.) Die allerletzten Schritte der Reifung, nämlich die Entarretierung der zweiten Reifeteilung, vollzieht die sekundäre Oozyte erst, wenn das Spermium eingedrungen ist. Der Follikel und die Eizelle sind jetzt für die Ovulation bereit, die etwa 38h nach dem LH-Gipfel stattfindet.

wan findet die Entarretierung der zweiten Reifeteilung statt?

Die allerletzten Schritte der Reifung, nämlich die Entarretierung der zweiten Reifeteilung, vollzieht die sekundäre Oozyte erst, wenn das Spermium eingedrungen ist. 

Die Entwicklung vom Graaf-Follikel zum Corpus luteum

Nach der Ovulation werden die in der Wand des geplatzten Follikels sitzenden Granulosazellen von den umgebenden Gefässen aus vaskuliert. Unter dem Einfluss von LH wandeln sich die Granulosazellen zum Corpus luteum um. Die Umwandlung besteht in einer Zellvermehrung und einer Gelbfärbung als Ausdruck eines gesteigerten Lipidstoffwechsels. Der Gelbkörper produziert Progesteron, welches im Zusammenspiel mit dem in der Theca interna gebildeten Östrogen die Uterusschleimhaut in die Sekretionsphase versetzt.  

durch was wird  die Uterusschleimhaut in die Sekretionsphase versetzt?

 Der Gelbkörper produziert Progesteron, welches im Zusammenspiel mit dem in d

was geschieht mit Gelbkörper wenn keine Befruchtung - Implantation - stattfindet? 

Sofern keine Implantation stattgefunden hat nimmt die Grösse des Corpus luteum ab und er degeneriert. Die Zellen wandeln sich in fibröses Narbengewebe um und bilden den Corpus albicans. Gleichzeitig bleibt so die Bildung von Progesteron aus, was die Periodenblutung auslöst. 

was geschieht wenn eine Implantation stattgefunden hat?

Wenn eine Implantation stattgefunden hat, dann wird die Degeneration verhindert, da im Trophoblast des Embryos humanes Chorion-gonadotropin (hCG) 3 gebildet wird. Der Corpus luteum kann so weiter wachsen und entwickelt sich weiter zum Corpus luteum graviditatis. Dieser sezerniert fortwährend Progesteron und verhindert den Schwangerschaftsabbruch. Am Ende des 3. Monats nimmt dieser etwa ein Drittel bis die Hälfte des gesamten Ovars ein. Die Zellen des Corpus luteum sezernieren noch bis gegen Ende des 4. Monats Progesteron, danach ist die Plazenta jedoch genügend ausgereift um die nötigen Hormone bereitzustellen, was zur Degeneration der Corpus luteum Zellen führt. 

wieso kommt es bei Befruchtung nicht zur Regelblutung? 

Trophoblast des Embryos humanes Chorion-gonadotropin (hCG) 3 ->  Corpus luteum => Corpus luteum graviditatis

-> Corpus luteum graviditatis=> Progesteron bis Ende 4 Monats, dann übernimmt Plazenta 

Die Aufgabe des Progesterons in der Follikelflüssigkeit

Das Progesteron, welches vom Granulosaepithel und nachher den Corpus-luteum-Zellen gebildet wird, in der Follikelflüssigkeit hat nach heutigem Wissen folgende zwei Hauptaufgaben:

  • Es stimuliert die weitere Reifung der Eizelle
  • Es gelangt bei der Ovulation in die Tube und führt zur Bildung eines Konzentrationsgradienten zur Anlockung der Spermien.
  • Falls es zur Schwangerschaft kommt, Aufrechterhaltung der Schwangerschaft

Die Ovulation 

Die Ovulation, d.h. das Heraustreten der sekundären Oozyte aus dem Follikel, hängt vom Zerfall der Wände des Follikels und des Ovars ab. 

Ablauf 

  • Wenige Stunden nach dem FSH/LH-Gipfel = verstärkte Vaskularisierung - ödematöse Veränderung 
  • dominanter Folikel wandert zur Oberfläche des Ovars -> vorwölbung
  • Granulosazellen - Hyaluronsäure -> bindet Wasser => Grössenzunahme Follikel 
  • grosse Spannung, Wirkung abbauender / lytischer Enzyme (Andauung der Kollagenfasern) => RUPTUR

Auf der Ovarialoberfläche über dem sprungbereiten Follikel, an der am weitesten vorgewölbten Stelle, kommt es kurz vor der Ruptur zur Ausbildung eines weissen Punktes (Kompression der Blutgefässe) des sogenannten Stigmas.

 Das Auffangen der Eizelle durch die Tube 

Die Fimbrien des Tubentrichters haben sich zwischenzeitlich rund um das Stigma des Ovars gelegt und dichten diese Stelle ab. Beim Rupturieren der Oberfläche gelangt die Masse von mit Hyaluronsäure getränkten viskösen Kumuluszellen, die in ihrem Innersten die sekundäre Oozyte beherbergen, zusammen mit dem serös-gelben Follikelinhalt in die Tube. Die Eizelle "wartet" in der Tube auf eine Befruchtung durch die Spermien. Sie ist von der Corona radiata und weiteren versprengten Anteilen von Kumuluszellen (sog. Kumuluszell-Wolke) umgeben. 

Ablauf nach Eisprung in der Tube

Die Eizelle "wartet" in der Tube auf eine Befruchtung durch die Spermien. Sie ist von der Corona radiata und weiteren versprengten Anteilen von Kumuluszellen (sog. Kumuluszell-Wolke) umgeben. Die dazwischen liegende Flüssigkeit ist klebrig und fadenziehend (Effekt der Hyaluronsäure) und stark Progesteron haltig (zur Anlockung der Spermien). Die Matrix aus Hyaluronsäure hält sie sozusagen in der Tube "gefangen", da ihre Visköse Beschaffenheit verhindert, dass die Eizelle mit schnellem Tempo die Tuba uterina hinab saust. Nach etlichen Stunden verflüssigt sich die Matrix immer mehr und die Eizelle wird allmählich durch den Zilienschlag der Tubenepithelzellen und die rhytmische Kontrahierung des Eileiters uteruswärts transportiert. Da die Eizelle nach der Ovulation auch nur einige Stunden befruchtungsfähig ist, muss die Befruchtung fast zwangsläufig im ampullären Teil der Tube stattfinden.

Hormonale Steuerung der Ovarialfunktion

Übersicht. Verantwortlich für die periodische Ovulation sind: (2)

  1.  zyklische Veränderungen im Hormonhaushalt (hormoneller Zyklus), die vom hypothalamischhypophysären System (zentral) gesteuert sind.
  2. Die rhythmische hormonelle Steuerung führt bei der Frau zu folgenden zyklischen Ereignissen: dem Ovarialzyklus (Follikelreifung), welcher in der Ovulation und der anschliessenden Gelbkörperbildung gipfelt. zu zyklischen Veränderungen des Endometriums (Uterusschleimhaut), welche zur Vorbereitung der Uterusschleimhaut zur Einnistung der befruchteten Eizelle dienen. Findet keine Implantation statt, wird die Mucosa eliminiert (= menstruale Blutung). 

LH-Peak

 Etwa eineinhalb Tage vor der Zyklusmitte steigt die Konzentration des Luteinisierenden Hormons (LH) stark an. D.h. ungefähr 14. +/- einen Tag vor der nächsten Blutung. Die Zeitspanne vom LHPeak bis zur Menstruation ist sehr konstant. Jedoch kann die Zeit von der Menstruation bis zum LH-Peak schwanken. (→ Keine gute Kontrazeption: Blutung +14 Tage = Ovulation, das stimmt nicht) Der darauffolgende LH-Gipfel4 ist für eine ganze Reihe von Vorgängen verantwortlich. 

Der LH-Gipfel löst folgende Vorgänge in der Eizelle aus: 

 

  • Beendigung der ersten Reifeteilung und den Beginn der zweiten RT- Mittels: maturation promotin factor (MPF) 

Der LH-Gipfel löst folgende Vorgänge im Follikel aus: 

  • Auflockerung der Granulosazellen im Bereich des Cumulus oophorus
  • Erhöhung der Progesteronkonzentration in der Follikelflüssigkeit 
  • Auflockerung des perifollikulären Gewebes und zunehmende Vaskularisation

Test - Ovulation 

 Der LH-Peak kann als Test für eine Ovulation bei Frauen, die Schwanger werden möchten im Urin nachgewiesen werden.

 humane Choriongonatoropin

Das humane Choriongonatoropin wird indes für einen Schwangerschaftsnachweis verwendet. Es kann auch im Falle einer Schwangerschaft ohne Embryo nachgewiesen werden. Bei einer solchen Fehlbildung proliferiert nur der Trophoblast und es bildet sich eine Blasenmole.

Die Bedeutung von FSH auf die Follikelreifung: 

Übersteigt die Konzentration von FSH im Serum einen bestimmten, individuell unterschiedlichen Schwellenwert (threshold concentration) → Rekrutierung der sogenannten Follikelkohorte in beiden Ovarien, d.h., mehrere Tertiärfollikel treten in den Prozess der Follikelreifung ein. Der Anstieg von FSH beginnt im normalen biphasischen Zyklus in der späten Lutealphase und setzt sich in der frühen Follikelphase des folgenden Zyklus fort. Das Recruitment ist mit dem 3. Zyklustag abgeschlossen. Obwohl in den beiden Ovarien mehrere Follikel in die Reifungsphase eintreten, erreicht im Regelfall nur ein Follikel (dominanter Follikel), die volle Reife und wird damit "sprungreif". 

Als Folge dieser Vorgänge (LH-Peak /Gipfel) ergibt sich: 

  • Die korrekte Plazierung des Tubentrichters an der Ovaroberfläche "Stigma"
  • Die Ruptur der Wand des Follikels und Übertritt der Follikelflüssigkeit mit der Eizelle in den Tubentrichter 
  • Die Hemmung der Reifung weiterer Follikel

Exkurs. Hormonale Steuerung der Ovarialfunktion – Grosser Überblick

  1. Hypothalamus
  2. GnHR - FSH
  3. FSH und LH
  4. Schwellenwert Östradiol
  5. Produktion von Östradiol
  6. Follikelselektion (A) -  Phase des führenden Follikels (B)
  7. Hormonproduktion spezialisierte Zellarten
  8.  Bildung der Androgene (Androstendion, Testosteron)
  9.  Die Umwandlung von Androstendion zu Östradiol:
  10. exponentiellen Anstieg der Östrogene
  11.  LH-Peak
  12.  Corpus luteum, Progesteron 
  13. Östrogen und Progesteron haben zusammen einen Einfluss auf die Uterusschleimhaut
  14. hcG -> Progesteron -> Progesteron wirkt inhibierend auf die Sekretion von GnHR

  1. Hypothalamus - Gonadotropin-Releasing Hormon (GnRH) freigesetzt ins Blut
  2. GnHR - FSH - GnHR über Blut in Hypophysenvorderlappen, =>  FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) bewirkt. 
  3. FSH und LH  - FSH rekrutiert primär in beiden Ovarien die Primordialfollikel und lässt sie zu Primärfollikeln reifen., n LH hat zur Folge, dass der Maturation Promoting factor im Follikel die 1. Reifeteilung vollenden lässt.
  4. Schwellenwert Östradiol - veranlasst Hypophyse schlagartige Ausschüttung FSH /LH => signalisiert = bereit für letzte Schritte vor Ovulation
  5. Produktion von Östradiol- wird vom führenden Follikel selbst produziert und diffundiert in die Blutbahn und Lymphbahn der Theka interna
  6. Follikelselektion (A) -   Phase des führenden Follikels (B) - Zwischen FSH und Östradiol besteht eine sehr fein abgestimmte Regelung: Jeder minimale Anstieg des Oestradiols bewirkt sofort eine Senkung der FSH Ausschüttung 
  7. Hormonproduktion spezialisierte Zellarten Im Follikel gibt es zwei für die Hormonproduktion spezialisierte Zellarten: Die Thekazellen (1) und die Granulosazellen (7). Sie sind zwar durch eine Basalmembran (2) getrennt, bilden aber im Follikel eine funktionelle Einheit
  8.  Bildung der Androgene (Androstendion, Testosteron)
  9.  Die Umwandlung von Androstendion zu Östradiol:
  10. exponentiellen Anstieg der Östrogene - Die Phase des führenden/dominanten Follikels ist gekennzeichnet durch einen exponentiellen Anstieg der Östrogene im Blut.
  11.  LH-Peak - RUPTUR 
  12.  Corpus luteum, Progesteron durch LH zum Corpus luteum - Progesteron
  13. Östrogen und Progesteron haben zusammen einen Einfluss auf die Uterusschleimhaut
  14. hcG -> Progesteron -> Progesteron wirkt inhibierend auf die Sekretion von GnHR

I: Die Zellen: Im Follikel gibt es zwei für die Hormonproduktion spezialisierte Zellarten: Die Thekazellen (1) und die Granulosazellen (7). Sie sind zwar durch eine Basalmembran (2) getrennt, bilden aber im Follikel eine funktionelle Einheit. II: Die chemischen Schritte: 

Die in den Follikeln produzierten Hormone gehören zu den Steroidhormonen. Diese werden durch eine Kaskade von chemischen Umbauschritten aus der Ausgangssubstanz Cholesterin (Chl) gebildet. (Theka und Granulosazellen besitzen zu diesem Zweck Cholesterin (LDL) Rezeptoren) Die Kaskade der Östradiolsynthese lautet etwas vereinfacht: Cholesterin → [LH] → Progesteron → Androstendion → Testosteron → [FSH] → Östradiol LH beeinflusst in den Zellen des Follikels den ersten Schritt, FSH den letzten. 

Die Bildung der Androgene (Androstendion, Testosteron):

Umwandlung von Cholesterin über Progesteron zu Androstendion

Die Umwandlung von Cholesterin über Progesteron zu Androstendion (And) geschieht in den Zellen der Theka interna (1) und wird durch LH stimuliert Da Progesteron als Zwischenstufe nicht vollständig zu Androstendion metabolisiert wird, gibt die Theka interna auch wechselnde Mengen an Progesteron (Pr) ab. 

Die Umwandlung von Androstendion zu Östradiol:

Die Synthese des Östradiols steht somit unter der doppelten Kontrolle von FSH und LH. Letzteres indem es für die Bereitstellung des Substrats (Androstendion) für die Umwandlung sorgt. 

 Transport der Gameten zum Befruchtungsort

Der Weg (13 -15cm) der Spermien 

  • Nach der Ejakulation befinden sich die Spermien in grosser Anzahl nahe der Portio.
  • Auf dieser Strecke machen die Spermien einen weiteren Reifungsprozess durch, die sogenannte Kapazitation. 
  • von ca 200mio Spermien einige hunderte durch Cervixkanal in Uterus über Tubenwinkel bis ampulläre Region Eileiter 

Unterwegs können ganze Pulks von Spermien an bestimmten Orten anhalten und in eine Phase geringerer Aktivität eintreten. Deshalb behält ein Teil der Spermien seine Befruchtungsfähigkeit bis zu 4 Tagen bei.

Die Passage der Cervix (=Gebärmutterhals)

  • Änderung  "spermienfeindlichen" = sauren zu einer sehr "spermienfreundlichen" = alkalischen Umgebung.
  •  Cervixpfropfs wird der Schleim dünnflüssiger
  • r Schleim zum Ovulationszeitpunkt einen alkalischen pH-Wert auf
  •  zervikale Schleimpfropf wirkt als Filter in dem atypische Spermien hängen bleiben

 Reifungsschritte der Spermien

Die Reifung und Aktivierung des Spermatozoons erfolgt durch die folgenden vier Schritte:

Während bei der Oozyte die Reifungsschritte das Einlagern von Dotter und den Fortgang der Reifeteilungen betreffen, sind es bei den Spermien funktionelle Reifungsschritte, die vor allem deren motile Fähigkeiten und deren Penetrationsvermögen durch die Eihüllen betreffen. 

 

Vorgänge im männlichen Genitaltrakt und Reifung der Spermien

Die Spermien werden nach ihrer Produktion im Ductus epididymidis (Nebenhoden) gesammelt und gelagert. Die Spermien brauchen durchschnittlich 14 Tage, um vom einen zum anderen Ende des 5-6m langen Nebenhodenganges zu gelangen. Während dieser zwei Wochen durchlaufen die Spermien verschiedene morphologische und funktionelle Reifungsschritte im Nebenhoden: 

  • Durch die Einlagerung von neuen Proteinen im Kern wird die DNS weiter kondensiert. Spermienkopf wird kleiner und kompakter. → Motilität ↑. (Dies Schritt ist wichtig für die spätere korrekte Dekondensation der väterlichen DNS in der mütterlichen Eizelle.)
  • Das schon spärliche Zytoplasma wird weiter reduziert, dadurch werden die Spermien schlanker
  • Die Fähigkeit zur Motilität wird erlangt, aber gleichzeitig durch das Milieu auch wieder gehemmt. Vollständig nötige Motilität um den ganzen weiblichen Geschlechtsweg zu durchschreiten wird erst später erlangt.
  • Die Struktur der Plasmamembran wird verändert. Dies hat Auswirkungen auf die Motilität, die Fähigkeit zur Kapazitation und die Fähigkeit zur Akrosomalreaktion. 

→ Nur Spermien, die den Nebenhoden passiert haben, sind soweit gereift, dass sie die Fähigkeit zur Motilität haben.

Ejakulat

Ejakulat: 10% Spermien, 90% Seminalplasma = total Volumen: 2- 6ml. Diese Sekrete werden in einem genauen zeitlichen Ablauf dem Ejakulat zugemischt. 

Während die Spermien durch den Ductus deferens und die Urethra getrieben werden, wird ein grosses Volumen an Sekreten verschiedener Drüsen zugemischt. Diesen flüssigen Anteil des Ejakulats stellt das Seminalplasma dar.

Diese Sekrete werden in einem genauen zeitlichen Ablauf dem Ejakulat zugemischt.

Die Beteiligten Drüsen: 

Ejakulation = zweiten Schritt in der Reifung der Spermien:

Bei diesem Vorgang werden die motilen Fähigkeiten der Spermien schlagartig aktiviert. Der genaue Mechanismus dieser Aktivierung ist bisher noch unklar.

Die folgenden Faktoren gelten aber zumindest als mitbestimmend:

1. Die mechanische Stimulation während der Ejakulation.

2. Die Beimengung von Drüsensekreten, die a. zur Verdünnung des Spermienkonzentrats führt, und b. zur chemischen Aktivierung beiträgt.

→physiologischen Aktivierung der Spermien, sie sind jetzt in der Lage, die bevorstehende Kapazitation und die Akrosomalreaktion zu vollziehen.  

Das Seminalplasma

wie verhält es sich in der Scheide? 

Das Zusammenmischen der verschiedenen Drüsenfraktionen führt zu einem Koagulieren des frischen Ejakulats im hinteren Scheidengewölbe binnen einer Minute. Auf diese Weise wird in der Vagina ein Spermiendepot errichtet. Nach ca. 15-20 Minuten verflüssigt sich das koagulierte Ejakulat wieder. Wegen seiner leichten Alkalinität (leicht alkalischer Puffer) ist es aber auch für die Schaffung eines für die Spermien günstigen Milieus im normalerweise sauren Scheidenmilieu zuständig. Weitere Aufgaben des Seminalplasmas sind die Anlagerung von Kapazitationsinhibitoren an die Spermien, die Aktivierung und Verstärkung der Motilität der Spermien sowie die Bereitstellen von Nährstoffen für die Spermien. 

 Hauptmenge des Seminalplasmas 

Funktion? Zusammensetzung?

Die Hauptmenge des Seminalplasmas wird durch das Sekret der Samenbläschen beigesteuert. Dieses Sekret enthält viele Proteine und Fructose als Energielieferanten für die Spermienmotilität und ist auch für die Schaffung des Grossteils des alkalischen Puffer zuständig. 

Zusammensetzung des Seminalplasmas 

Kapazitation

Die Kapazitation ist eine funktionelle Reifung des Spermatozoons und diese Veränderungen führen zur Hyperaktivität (Es kommt zu ausladenden Peitschenschlagbewegungen des Schwanzes gepaart mit grösseren seitlichen Pendelbewegungen des Kopfes. – typische Schlängelnde Bewegungen werden induziert) des Spermatozoons. Dieser Kapazitationsprozess findet gestaffelt in sog. Spermienpools statt, dadurch wird die Verfügbarkeit der Spermine verlängert. Man kann sich vorstellen, dass jeweils eine kleine Population an Spermatozoen Ihre Kapazitation beendet und so bereit ist, eine eventuell in den ampullären Teil der Tuba uterina vorgedrungene Oozyte zu befruchten.

Die erste Veränderung in dieser Kaskade ist die Kapazitation. Sie wird von den Spermien während der Aszension des weiblichen Genitaltrakts (im Kontakt mit dessen Sekreten) vollzogen. Es handelt sich um einen physiologischen Reifungsprozess der Spermienzellmembran. Es werden eine auf den Spermien sitzende Glykoproteinschicht und Proteine aus dem Ejakulat entfernt. Dieser Vorgang ist Voraussetzung für den nachfolgenden Schritt, die Akrosomalreaktion. Denn nur kapazitierte Spermien können die Corona radiata durchdringen und an der zona pellucida die Akrosomreaktion durchlaufen. 

Étudier