Embryologie
Medizin 1SJ FS2019
Medizin 1SJ FS2019
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Cartes-fiches
Die drei Phasen der Fertilisation
Wie bereits erwähnt, findet die Befruchtung, d.h. die Verschmelzung der männlichen und weiblichen Gameten, in der Pars ampullaris des Eileiters statt. Die Eizelle ist beim Eisprung in der 2. Reifeteilung arretiert, sie ist von der Corona radiate umgeben. Entsprechend den Strukturen, die das Spermium durchdringen muss, lässt sich der Vorgang der Befruchtung in drei Phasen unterteilen:
Die drei Phasen der Fertilisation
Phase l.
Durchdringen der Corona radiata. Von den 200-300 Mio.1 Spermien, die im weiblichen Genitaltrakt deponiert werden, erreichen nur 300-500 den Ort der Befruchtung. Nur eines von ihnen ist zur Befruchtung notwendig. Die übrigen helfen möglicherweise beim Durchdringen der Corona radiate mittels Hyaluronidase, die die Interzelluläre Matrix zwischen den Kumuluszellen auflöst. Die Corona radiata wird von Zellen des Cumulus oophorus gebildet.
Die drei Phasen der Fertilisation
Phase ll
Phase ll. Durchdringen der Zona pellucida. Akrosomreaktion. Die Zona pellucida ist eine Glykoproteinhülle der Eizelle, die das Anhaften der Spermien erleichtert und die Akrosomreaktion auslöst. Der Inhalt des Akrosoms, das sind Proteasen (Akrosin, Hyaluronidase) mit denen das Spermium die Zona pellucida durchdringen kann, wird ausgeschüttet.
Akrosomreaktion auf Molekularer Ebene.
Die Zona pellucida besitzt den Ligand ZB3 auf ihrer Oberfläche. Der an den ZP3- Rezeptor an der Spermienoberfläche binden kann und eine Signalkaskade im Spermium auslöst. Diese Signalreaktion führt dazu, dass der Ca2+ Pegel im Spermium ansteigt, wodurch die Plasmamembran des Spermiums mit der darunterliegenden äusseren Membran des Akrosoms unter Exozytose verschmiltzt. Es entstehen Poren, durch welchen die Proteasen des Akrosoms, Hyaluronidase und Akrosin, austreten. Sie kommen mit der Zona pellucida in Berührung und fressen sie an
Die drei Phasen der Fertilisation
Phase III
Phase lll: Fusion der Zellmembranen
Andockmechanismus des Spermatozoons an die Oozyte (→Schlüssel-Schloss Prinzip). Es kommt zur Interaktion zwischen den Integrinen der Plasmamembran der Eizelle mit den entsprechenden Liganden, den Disintegrinen, auch ADAM (=Metalloprotease), des Spermiums. Die Interaktion führt zu einem Andocken, ebenfalls einer Ca2+ ausschüttung, wodurch die Zellmembranen von Spermium und Eizelle miteinander verschmelzen. Das Spermium dringt mit Kopf und Schwanz in das Zytoplasma ein. Nur die Zellmembran des Spermiums bleibt an der Oberfläche der Eizelle zurück.
Die Schlüsselstelle des Spermatozoons (=ADAM) befindet sich an dessen Kopf. Damit das Andocken gelingt, muss diese Membranstelle erst freigelegt werden, was durch den vollständigen und fehlerlosen Ablauf der Akrosomalreaktion erreicht wird. → Der Ablauf der Akrosomalreaktion ist Voraussetzung für die Membranverschmelzung zwischen Spermatozoon und Oozyte. Verhinderung der Polyspermie. Die Permeabilität der Zona pellucida ändert sich plötzlich, wenn der Kopf des Spermiums die Oozyte berührt.
Es kommt zu einem Polyspermieblock.
Die Uteruswand besteht aus drei Schichten:
- Perimetrium: viszeraler peritonealer Überzug auf der Aussenseite, (nicht so wichtig) = Tunica serosa
- Myometrium: Muskelschicht des Uterus (Tunica muscularis, ist Glatte Muskulatur)
- Endometrium: Schleimhaut des Uterus besteht zum Zeitpunkt der Implantation aus:
- Stratum persistens= Stratum basale: Bleibt immer gleich dick und wird bei der Menstruation nicht ausgeschieden.
- Stratum functionale (unterliegt zyklischen Veränderungen, wird bei der Monatsblutung ausgeschieden, man unterscheidet:
- Zona spongiosa (lockere Zwischenschicht)
- Zona compacta (Pseudodecidua) (oberflächlich)
Endometrium: Schleimhaut des Uterus besteht zum Zeitpunkt der Implantation aus:
aus: a. Stratum persistens= Stratum basale: Bleibt immer gleich dick und wird bei der Menstruation nicht ausgeschieden.
b. Stratum functionale (unterliegt zyklischen Veränderungen, wird bei der Monatsblutung ausgeschieden, man unterscheidet: 1. Zona spongiosa (lockere Zwischenschicht) 2. Zona compacta (Pseudodecidua) (oberflächlich)
Funktion vom Endometrium
Das Endometrium ist der normale Ort der Implantation der Blastozyste.
Es erfährt morphologische und funktionelle Veränderungen, die eng mit der Ausschüttung von Sexualhormonen (= vor allem Ostrogen und Progesteron sind Ovarialhormone) assoziiert sind. Ohne zyklische hormonelle Beeinflussung, das heisst vor der Pubertät oder nach der Menopause, ist dieses Gewebe keinen Veränderungen unterworfen. Mit der Menarche bereitet sich der Uterus bei jedem Zyklus (von 28 Tage) auf die Aufnahme einer befruchteten Eizelle vor. Dies geschieht durch die Proliferation und die Differenzierung des Endometriums, das bedeutet eine Veränderung der Uterusdrüsen und Blutgefässe im Verlauf der Menstruation. Bleibt eine Implantation aus, wird die funktionelle (oberflächlichste) Schicht des Endometriums abgesondert und ausgeschieden. Es ist auch der Entwicklungsort der Plazenta.
Phasen des Menstruationszyklus
in Bezug auf das Endometrium
- Follikel – oder Proliferationsphase (nach der Menstuation, unter dem Einfluss von Östrogen, das von den parallel im Ovar heranwachsenden Follikeln gebildet wird, Endometrium wird aufgebaut.) -
- Gelbkörper- oder Sekretionsphase (nach der Ovulation, unter dem Einfluss des vom Corpus luteum gebildeten Progesterons)
- und die eigentliche Menstruation
Die ersten Anzeichen einer Progesteron Wirkung lassen sich 2 oder 3 Tage nach der Ovulation erkennen. Die Schleimhautdrüsen (Glandulae) und die Arterien beginnen sich zu schlängeln, das Stroma (Grundgewebe) wird saftiger. Den Endometrialzyklus nennt man auch Menstruationszyklus (ca. 28 Tage)
Zyklus ohne Implantation.
wie kommt es zur Blutung?
Wenn die Oozyte nicht befruchtet wird und keine Implantation stattfindet, füllen sich die Venolen vermehrt mit Blutzellen an. Es kommt dann zur Diapedese, das ist das Austreten von Blutzellen aus den Kapillaren ins Gewebe / Stroma. Mit dem Einsetzen der Menstruation tritt Blut aus den oberflächlichen Arterien aus. Es lösen sich kleine Stroma- und Drüsenstückchen ab. In den folgenden 3-4 Tagen wird die Zona compacta und Zona spongiosa aus dem Uterus ausgestossen.
! Es kommt zu keiner normalen Blutgerinnung, weil die für die Koagulation notwendigen Eiweisskörper von Enzymen abgebaut werden.
Diapedese
wenn keine Implantation stattfindet, füllen sich die Venolen vermehrt mit Blutzellen an. Es kommt dann zur Diapedese, das ist das Austreten von Blutzellen aus den Kapillaren ins Gewebe / Stroma. Mit dem Einsetzen der Menstruation tritt Blut aus den oberflächlichen Arterien aus.
Hormonelle Steuerung wenn es zur Menstruations kommt
Die Gonadotrophine aus dem Hypophysenvorderlappen regulieren die Hormone FSH und LH
- FSH: Steuert Follikelreifung (Östrogen) und Ovulation
- LH: steuert Follikelreifung, Ovulation und Bildung des Corpus Luteum (Progesteron
Wenn keine Implantation erfolgt degeneriert das Corpus Luteum zum Corpus Albicans (seinem Endstadium) und es kommt zur Monatsblutung. - keine Progesteronproduktion mehr
Menstruationszyklus mit Implantation
Die Blastozyste des Menschen implantiert sich im während der Sekretions/Glutealphase (!!) im Bindegewebe der Zona compacta der Uterusschleimhaut direkt unter dem Epithel.
was passiert? wie wird es nachgewiesen?
Die Arterien, die die Zona spongiasa und Zona compacta versorgen, schlängeln sich und bilden ein dichtes Kapillarnetzt unter dem Schleimhautepithel. Das Endometrium ist hochgradig ödematös. Die zu diesem Zeitpunkt erwartete Abstossung der Schleimhaut (Menstruation) wird von der implantierten Blastozyste durch die Sekretion von humanem Choriongonadotropin (hCG) verhindert. hCG wird vom Trophoblast gebildet. Es stimuliert nun anstelle von LH das Corpus luteum im Ovar. Das Corpus luteum geht nicht zugrunde sondern wandelt sich in ein Corpus luteum graviditatis um. Dieses bildet eine grosse Menge an Progesteron. Der Progesteron Spiegel fällt nicht ab. Das bewirkt den Erhalt der Uterusschleimhaut. Bewirkt ebenfalls, dass sich das Myometrium in einer Ruhephase befindet und nicht kontrahiert. Die Schwangerschaft wird aufrechterhalten. Progesteron wird während den ersten 9-10 Wochen vom Corpus luteum graviditatis produziert. Danach hat sich beim implantierten Embryo aus dem Trophoblasten eine Plazenta gebildet, die nun die weitere Progesteronproduktion übernimmt. In hohen Dosen kann Progesteron zur Kontrazeption eingesetzt werden, weil es ein negatives Feedback auf den Hypothalamus hat und ihm somit eine Schwangerschaft vortäuscht. Der Schwangerschaftstest beruht auf dem Nachweis von hCG im Harn der Mutter. Er ist erst nach erfolgter Implantation positiv.
Exkurs Kontrazeption
Pille
Die Pille enthält Progesteron in Form von Gestagen oder Progestin. Die ursprünglichen Pillen enthalten auch Östrogen. Beide Hormone haben ein negatives Feedback auf die Hypophyse und die Gonadotrophine, wodurch der LH-Peak unterdrückt wir und es kommt nicht zur Ovulation.
Exkurs Kontrazeption
Minipille
Enthalten keine Östrogen, denn es gibt Frauen, die das zu viel Östrogen nicht vertragen. Sie enthält Gestagene (Progesteronanalog: Progestin) und wirkt vor allem auf die Cervixschleimhaut. Durch die Veränderung des Uterusepithel und der Zervixschleimkonsistenz erschweren sie das Eindringen von Spermien in den Uterus. (→ je nach Minipille und Gestrogenkonzentration kann auch die Ovulation verhindert werden.)
Die Spirale ist ein kleiner, T-förmiger Gegenstand, verwendet werden zwei Typen: die hormonelle und die Kupfer-Variante:
Die Hormonvariante gibt im Uterus kontinuierlich Gestagen (Progestin) ab, das zur Eindickung der Zervixschleims führt und so die Spermien davon abhält, in den Uterus einzudringen.
Die Kupfer-Variante gibt Kupfer in die Gebärmutter und verhindert primär die Implantation. Man weiss noch nicht ganz genau wie das Funktioniert. (→ Blastozyste hat das gleiche Stadium wie bei den Embryonalen Stammzellen…)
Die „Pille danach“
(bis zu 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr) ist ein hochdosiertes Progestinpräparat und wirkt gegen den LH Peak, sie unterdrückt also eine Ovulation, falls die Frau kurz davor wäre. Wie wir bereits gesehen haben steigt das LH kurz vor der Ovulation steil an.
Induktion eines Aborts „Abtreibungspille“
Darf nicht mit der „Pille danach“ verwechselt werden. Dieser Wirkstoff induziert einen Abort.
Wenn der Fetus z.B. Chromosomen Abnormitäten aufweist. Mifepriston ist der Wirkstoff dieser Abtreibungspille RU-486 (ist die Abkürzung für das Präparat und Mifegyne der Handelsname). Es hat eine sehr starke Wirkung gegen Progesteron, welches bekanntlich die verhindert dass die Schleimhaut abgebaut wird. Nach Einnahme dieser Pille führt innerhalb von 48 Stunden zur Ablösung der Gebärmutterschleimhaut. Diese „Abtreibungspille wird oft in Kombination mit Prostaglandin verabrabreicht, welches die Uterusmuskulatur zur Kontraktion anregt. Prostaglandine werden bei der Geburt natürlich ausgeschüttet.
Normale Implantationszone
Damit die Implantation korrekt ablaufen kann, müssen die Blastozyste und die Uterusschleimhaut interagieren können. Diese beiden voneinander unabhängigen Strukturen müssen sich also synchronen Veränderungen unterziehen.
wann und wo findet die Implantation statt?
Die Implantation findet normalerweise in der superioren und posterioren Wand des Corpus uteri statt. Genauer gesagt in der funktionellen Schicht des Endometriums, während der sekretorischen Phase des Menstruationszyklus. Man kann auch sagen im Endometrium im Fundus uteri, dorsal. Dort wo die Implantation stattfindet, wird dann auch die Plazenta gebildet.
Nicht selten findet die Implantation ausserhalb des Uterus statt und führt so zu einer ektopischen (=ausserhalb des Ortes) oder extrauterinen Gravidität . Dies kann überall in der Bauchhöhle, dem Ovar oder dem Eileiter der Fall sein.
Ektopische Implantationszonen?
Nicht selten findet die Implantation ausserhalb des Uterus statt und führt so zu einer ektopischen (=ausserhalb des Ortes) oder extrauterinen Gravidität2 . Dies kann überall in der Bauchhöhle, dem Ovar oder dem Eileiter der Fall sein. Die normale Befruchtung findet immer ausserhalb des Uterus, nämlich im äusseren Drittel der Tube statt. Die befruchtete menschliche Oozyte wandert durch die Ampulle und wird sich am 6. Tag in der Uterusschleimhaut implantieren. Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass sich diese Migration verzögert. Dies führt dazu, dass sich die Blastozyste an dem Ort, wo sie sich gerade befindet, einnistet. Am häufigsten geschieht dies in der Tube (99% der EUG sind Tubenschwangerschaften).
was sind die Konsequenzen bei einer ektopische oder extrauterine Schwangerschaft?
Eine ektopische oder extrauterine Schwangerschaft führt meistens zum Absterben des Keimes, weil es keine Schleimhaut gibt, wo eine Plazenta aufgebaut werden kann. Länger als 2 Monaten ist der Embryo dann nicht überlebensfähig. Solche Schwangerschaften sind sehr gefürchtet, weil der Trophoblast eine lytische Aktivität, womit er sich in die Schleimhaut, aber auch in anderes Gewebe einfressen kann. Im Eileiter kann das sogar zum Eileiterbruch führen. Beim Frühschwangerschaftstest wird dann vor allem untersucht, ob es sich um eine ektopische Schwangerschaft handelt.
Gravidität
Gravidität ist ein Synonym für Schwangerschaft.
Gestagene
Gestagene sind synthetische Gelbkörperhormone, die in ihrer Wirkung dem körpereigenen Progesteron ähneln
Eine Implantation im Bereich des inneren Muttermundes (=Isthmus)
was passiert? problematisch?
Eine Implantation im Bereich des inneren Muttermundes (=Isthmus) führt zur häufig zur Placenta praevia. Was wörtlich Übersetzt eine Plazenta vor dem Weg bedeutet. Nistet sich der Embryo im Isthmus ein, so kann er sich ganz normal entwickeln, die Plazenta bildet sich in dem Fall jedoch häufig vor dem Muttermund (=Cervix uteri). Bei der Geburt, liegt die Plazenta dann vor dem Ausgang durch welchen das Kind geboren wird. Deshalb löst sich dann die Plazenta (ist die natürliche Versorgungsmaschinerie des Kindes, auch für den Blutaustausch und die Versorgung des Kindes mit Sauerstoff) vor der Geburt vom Kind ab und wird zuerst geboren. Es besteht aber eine grosse Gefahr, dass das Kind während der Geburt vor allem an Sauerstoffmangel leidet und deshalb werden heute solche Kinder via Kaiserschnitt geboren.
Das kann passieren, wenn die Migration Richtung Uterus behindert wird, z.B. wenn ein Eileiterverschluss vorliegt. Dann Rutscht das befruchtete Ei zwischen Fimbrienkranz und Ovar heraus und kommt dann bevorzugt an dieser Stelle zu liegen. Auch hier kann eine Schwangerschaft nicht stattfinden, weil keine Schleimhaut vorhanden ist. Schwere innere Blutungen sind ebenfalls gefürchtete Komplikationen.
Schematisch lassen sich drei Implantationsetappen unterscheiden:
1. Adplantation der Blastozyste an das Endometrium
2. Adhäsion der Blastozyste an das Endometrium
3. Invasion (des Trophoblasten) und Einnistung
Adplantation der Blastozyste an das Endometrium
Wenn die Blastozyste am 5. Tag aus der Zona pellucida schlüpft (→Hatching), tritt sie mit der mütterlichen Uterusschleimhaut in Kontakt, indem sie sich mit dem embryonalen Pol an das Endometrium anlagert.
Die Adhäsion kann stattfinden, wenn der Uterus zuvor in seine sekretorische Phase (Luteinphase) eingetreten ist. Diese empfangsbereite Phase des Endometriums dauert 4 Tage (20. -23. Tag) und wird üblicherweise "Implantationsfenster" genannt. Sie folgt ca. 6 Tagen nach dem LH-Gipfel. In diesem Stadium kann die Blastozyste noch durch eine Auswaschung eliminiert werden.
Adhäsion der Blastozyste an das Endometrium
Die Trophoblastzellen beginnen über dem embryonalen Pol (d.h. dem Bereich, in dem der Embryoblast liegt) der Blastozyste etwa am 6. Tag in das Epithel der mütterlichen Schleimhaut einzudringen. Die Anheftung der Blastozyste erfolgt durch L-Selektine auf dem Trophoblasten und Kohlenhydratrezeptoren für Selektin auf dem Uterusepithel. (Selektine sind ja bekanntlich kohlenhydratbindende Proteine → Anheftung der Leukozyten auf dem Endothel und Auswanderung der Leukozyten aus dem Blutstrom). Beim anschliessenden Eindringen des Trophoblasten sind Integrine beteiligt, die an Laminin und Fibronektin in der ECM binden. Es kommt also zu einer typischen zellulären Interaktion zwischen Trophoblast und Endometrium. Ebenfalls interagieren die Mikrovilli auf der Oberfläche der zu äusserst gelegenen Trophoblastzellen mit den Epithelzellen des Uterus. Es bilden sich Verbindungskomplexe, die für eine stärkere Adhäsion verantwortlich sind. In diesem Stadium kann die Blastozyste nicht mehr durch einfaches Auswaschen eliminiert werden. Cadherine sind auch beteiligt – Adhäsionskontakte.
Invasion des Trophoblasten und Einnistung
Der Trophoblast wird sich in zwei verschiedene Zellmassen differenzieren, kurz bevor er mit dem Endometrium in Kontakt treten wird:
- der äussere Synzytiotrophoblast (3) (ST), bildet in der Peripherie ein Synzytium, mehrkernige Schicht ohne Zellgrenzen, die aus Fusion der äusseren Zytotrophoblastenzellen stammt
- der innere Zytotrophoblast (4) (ZT), einkernige Zellen, intensive mitotische Aktivität
Der invasive Synzytiotrophoblast (Zytokines nicht vollständig abgeschlossen) besitzt lytische Enzyme (Metaloproteasen) und sezerniert proapoptodische Faktoren, die eine Apoptose (Zelltod) der epithelialen Zellen der Uterusschleimhaut bewirken. Das Resultat ist eine lokale Apoptose und lokale Auflösung der Uterusschleimhaut. Der Synzytiotrophoblast durchquert auch die Basallamina und dringt in das darunterliegende Stroma ein, das in Kontakt mit den uterinen Blutgefässen steht. Mit der Implantation der Blastozyste in das Endometrium entwickelt sich der Synzytiotrophoblast schnell und wird, nachdem der Embryo sich vollständig eingenistet hat, diesen vollständig umgeben. Man nennt diesen Prozess eine Invasion.