Pharmakologie Nervensystem

BsC Pflege, ZHAW, 2. Semester

BsC Pflege, ZHAW, 2. Semester


M. V.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Pharmakologie des Nervensystems, insbesondere auf fortgeschrittenem Niveau. Sie behandeln die Wirkungen und Präparate von Medikamenten wie Psychopharmaka, Antiepileptika und Parkinson-Medikamenten, sowie deren Nebenwirkungen und Anwendungen bei verschiedenen Störungen und Symptomen wie Demenz, Anfällen und psychischen Erkrankungen. Ideal für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich mit der Behandlung von neurologischen und psychischen Erkrankungen vertraut machen möchten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
11.04.2019 / 16.04.2019

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Behandlungsablauf Antipsychotika

Delir: klinisches Bild

Ursachen von Schlafstörungen

  • Psychiatrische Erkrankungen
  • Exogene Störfaktroen z.B Lärm, Wärme, Kälte, Schichtdienst 
  • Organische Störungen: Schmerzen, Juckreiz, Harndrang
  • Pharmakologische URsachen: Genussmittel, Medis
  • Reaktion auf Konflikte: Stress, Angst, Trauer 

4 Hauptgruppen der Schlafstörungen 

  • Insomnien
    • Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder ein nicht erholsamer Schlaf --> mit Abstand häufigste Form! 
  • Hypersomnien - Narkolepsie
    • = Störungen mit exzessiver Schläfrigkeit am Tag und Einschlafattacken 
  • Parasomnien
    • = abnorme Ereignisse, die während des Schlafes oder an der Schwelle zwischen Schlafen und Wachsein auftreten (wie z.B. Bettnässen, Schlafwandeln) 
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus z.B. bedingt durch Schichtwechsel und Flugreisen 

Wirkstoffgruppen gegen Schlafstörungen 

Benzodiazepine: Wirkungsmechanismus

Effekte 

  • Anxiolyse 
  • Sedierung 
  • Schlafinduktion 
  • Muskelrelaxierung 
  • Unterbrechung Status epilepticus 
  • Narkose mittels i.v. Applikation lipophiler WS 
  • Antagonist Flumazenil (Anexate®) 

Benzodiazepine Überblick

  • Kurzwirksame 
    • Wirstoff: Midazolam
    • Präparat: Dormicum
  • Mittellang
    • Wirkstoff: Oxazepam
    • Präparat: Seresta 
  • Langwirksam
    • Wirkstoff Lorazepam
    • Präparat: Temesta

Nebenwirkungen der Benzodiazepine 

  • Gleichgültigkeit
  • Affektabflachung 
  • Tagessedation 
  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Reaktion und Konzentration vermindert 
  • Atemdepression
  • Muskelschwäche, Gangbildstörung 
  • verwaschene Sprach
  • Amneisie
  • paradoxe Erregung: häufig bei Kinder und im Alter 
  • REbound Insomnie nach plötzlichen Absetzen 
  • Toleranz, Abhängigkeit, Sucht 

Z-Substanzen

  • Wirkstoff: Zolpidem
  • Präparat: Stillnox
  • Wirkung
    • sind keine Benzoy, Wirkung aber auch am GABA Rezeptor 
    • keine klare Evidenz für einen Unterschied zu den BZD betreffend Wirkung und Nebenwirkung 
  • Handhabung Z Substanzen wie Benzodiazepine 

Benzodiazepine: praktische Aspekte

  • grosse therapeutische Breite relativ geringe Toxizität 
  • Veränderung der Halbwertszeit im Alter
    • Seresta®, Temesta®, Stilnox®, Dormicum® in Geriatrie möglich 
  • Wirkungsverstärkung durch Alkohol, ZNS dämpfende und atemdepressive Wirkstoffe 
  • Einnahmezeit: direkt vor dem Schlafengehen (Ausnahme Seresta®: 30-60 min vor dem Schlafengehen) 
  • Nur kurze Einnahmedauer! 
    • kurzzeitig über 2-4 Wochen max. 
    • nach 4-5 Wochen Toleranzentwicklung: Dosissteigerung, Sucht 

Wirkmechanismus der Antihistaminika 

  • Wirkstoffe: Diphenhydramin
  • Doxylamin
    • Sanalepsi N

Nutzen Risiko Profil der Antihistaminika 

  • schlafanstossende Wirkung geringer als bei BDZ 
  • langsamerer Wirkungseintritt: 30 min vor dem Schlafengehen einnehmen. 
  •  Wirkdauer mittellang: Hang-over möglich am nächsten Tag (Beeinträchtigung Autofahren) 
  • Gewöhnungseffekt und Wirkverlust nach längerer Anwendung 
  • anticholinerge Wirkung:
    • Mundtrockenheit, Verstopfung, Beschwerden bei Blasenentleerung, Sehstörungen, Benommenheit am Tag, Entwicklung Delir --> cave ältere Patienten! Kein Sanalepsi N! 
  • Nur kurzzeitige Anwendung bei nicht chronifizierten Schlafstörungen; nicht bei älteren Patienten

Phytotherapeutika (Pflanzliche Präparate)

  • Hopfenzapfen
  • Baldrianwurzel

Hofpenzapfen 

  • beruhigende und schlaffördernde Wirkung (nachgewiesen) 
  • Wirkstoff Methylbutenol:
    • steigert die Wirkung von GABA Hopfen aktiviert auch den Melatoninrezeptor. 

 

Baldrianwurzel (Valeriana Radix) 

  • beruhigende und schlaffördernde Wirkung (nachgewiesen) 
  • Wirkstoffe erhöhen GABA-Ausschüttung und hemmen den Abbau 
  • Klinische Studien: nach 2-4 Wochen Therapie Verkürzung der Einschlafzeit, Verbesserung der Schlafqualität mit Verminderung des nächtlichen Aufwachens, Verbesserung der Tagesbefindlichkeit 
  • Dosierung: 20-40 Trpf Baldriantinktur, repetitiv möglich 

Therapie der Angststörungen 

 

Therapie der Angststörung: Pharmakotherapie

Epilepsie: Klassifikation

Generalisierte Anfälle 

  • Grand-mal Anfall (tonisch-klonisch) häufigste Anfallsform 
  • Absencen 
  • Myoklonische Anfälle: plötzliche Muskelzuckungen, keine Bewusstlosigkeit 
  • Tonische Anfälle: Anspannung bzw. Versteifung der Muskulatur 
  • Klonische Anfälle: heftige rhythmische Bewegung 

Fokale Anfälle 

  • einfach fokale Anfälle Bewusstsein bleibt erhalten 
  • Komplex-fokale Anfälle Kombination von Bewusstseinsveränderung und fokalen Symptomen

Absenzen: 

  • Bewusstseinsstörungen ohne motorische oder vegetative Symptome (2-10 Sekunden, Säuglinge und Kinder) 

Grand mal = mehrere Phasen 

  • Prodromalerscheinung 
  • Aura (fakultativ) 
  • Tonische Krampfphase, evtl. Initialschrei 
  • Klonische Phase mit rhythmischen Zuckungen 
  • Terminalschlaf 

 

 

Eigenschaften der Antiepileptika 

  • unterdrücken die Anfallssymptome bzw. beenden den Anfall 
  • heilen nicht das Krampfleiden 
  • sind eine chemisch sehr heterogene Wirkstoffgruppe 
  • Nach dem Absetzen muss mit der ursprünglichen Krampfbereitschaft gerechnet werden 
  • Bei 70% der Patienten werden die Symptome vollständig oder größtenteils unterdrückt 
  • Zwei Drittel der Patienten müssen Antikonvulsiva lebenslang nehmen. --> Cave: Adhärenz 

Antiepileptika: Wirkungsmechanismen

 

  • Einteilung aufgrund des Wirkungsmechanismus: Hemmung der neuronalen Erregung durch 
    • Blockade von erregenden Ionenkanälen (Natrium- und Calcium- Kanälen) und Glutamat-Rezeptoren 
    • Verstärkung der GABA-ergen Übertragung Verstärkung der neuronalen Hemmung 

Antiepileptika Wirkung:

  • Gabapentin: Neurotin
  • Levetiracetam: Keppra 
  • Pregabalin: Lyrica 

Klassische und Neuere Antiepileptika 

Klassische Antiepileptika: 

  • enge therapeutische Breite 
  • stärkere NW 
  • hohes Interaktionsrisiko --> Plasmaspiegelbestimmungen 

Neuere Antiepileptika: 

  • grosse therapeutische Breite 
  • geringe Nebenwirkungen 
  • weniger Interaktionen 

Antiepileptika: Nebenwirkungen

  • Dosisabhängige zentralnervöse NW: 
    • Schwindel 
    • Konzentrationsstörungen 
    • Müdigkeit 
    • Gangunsicherheit 
  • Hautreaktionen 
  • Leukopenie 
  • gastrointestinal: Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitveränderung 
  • Leberwert-Erhöhung 
  • und diverse substanzspezifische Effekte 

Status epilepticus

Definition:  Prolongierter epileptischer Anfall oder rezidivierende (≥ 2) Anfälle 

  • Jeder fokale oder generalisierte Anfall kann einen Status epilepticus ausbilden 
  • ist lebensbedrohlich mit Gefahr zerebraler Schädigung hört nur sehr selten spontan auf 
  • Therapie mittels Stufenschema 

Stufenschema Status epilepticus

Motorische Parkinson Syndrome 

Minus-Symptome: 

  • geminderte Willkür- und Reaktivbewegungen (Hypokinese) 
  • Bewegungsarmut (Akinese)
    • Beginn oft einseitig
    • immer kleiner werdende Handschrift
    • eng anliegende Arme und gebückte Körperhaltung 

 

Plus-Symptome: 

  • Rigor (Muskelsteifheit) 
  • Ruhetremor 
  • Gangunsicherheit mit Sturzneigung 
  • Sprachstörungen (leise und langsame Sprache) 

Vegetative Parkinson Syndrome 

 

 Speichelfluss 

Obstipation 

Schluckstörungen 

Abnahme des Blutdrucks 

Schlafstörungen 

später Miktionsstörungen 

Psychische Parkinsonsymptome 

 

 Persönlichkeitsabbau 

Demenz 

Depression 

u.a. 

 

Parkinson-Syndrom: medikamentöse Therapie

 

 

Ziel: Ungleichgewicht zwischen Acetylcholin (↑) und Dopamin (↓) aufheben

  •  Dopamin zufügen
  • Acetylcholin hemmen 

L Dopa Wirkungsmechanismus 

  • L-Dopa = Vorstufe von Dopamin --> im Gehirn Umwandlung in Dopamin 
  • wirksamste Einzelsubstanz beim Parkinsonsyndrom -->Goldstandard!  
  • Nebenwirkungen nehmen mit Behandlungsdauer zu (nach ca. 3-7 J.) 
  • in Kombination mit Decarboxylase-Hemmer
    • Hemmung der Umwandlung von L-Dopa in Dopamin in der Peripherie
    • Bioverfügbarkeit L-DOPA ↑ 

Nebenwirkungen und Präparate der L Dopa 

  • motorische Symptome
    • On-Off-Phänomene 
  • vegetative Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit) 
  • kardiovaskuläre Störungen (orthostatische Hypotonie) 
  • psychische Störungen (Unruhe, Verwirrtheit, Psychose) 
  • Präparate:
    • Madopar®, 

Dopamin Agonisten 

Wirkungsmechanismus: 

  • Stimulation der Dopamin-Rezeptoren
  • längere Wirkungszeit als L-Dopa
  • Schwankungen der mot. Funktion ↓
  • wirken auch fortgeschrittenen Krankheitsstadium gut 

Nebenwirkungen: 

  • motorische Symptome (selten Dyskinesien) 
  • vegetative Störungen (Übelkeit, Erbrechen) 
  • kardiovaskuläre Störungen (orthostatische Hypotonie) 
  • psychische Symptome (Unruhe, Verwirrtheit, Psychose) 
  • Tagesmüdigkeit 

Präparate: 

  • Sifrol® (Pramipexol), 

 

Überblick Abbau von L-Dopa und Dopamin

Anticholinergika 

Wirkungsmechanismus: 

  • Hemmen die Wirkung von Acetylcholin (Überangebot bei Parkinson) 

Nebenwirkungen: 

  • Periphere anticholinerge Symptome (Mundtrockenheit, Obstipation, Akkommodationsstörungen, Tachykardie) 
  • Zentrale anticholinerge Symptome (Erregung, Verwirrtheit, Psychose) 

Präparate: 

  • Akineton® (Biperiden) 

 

Parkinson-Syndrom: Therapie nicht-medikamentös

Therapie Demenz: Acetylcholinesterase-Hemmer

Wirkungsmechanismus: 

  • Hemmung der Acetylcholinesterase
  •  Durch den Untergang von cholingeren Neuronen resultiert eine cholingerges Defizit, das durch eine Abbauverlangsamung von Acetylcholin durch Enzymhemmung gemindert werden kann.
  • Mittel der Wahl bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz 

Nebenwirkungen: 

  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Appetitlosigkeit) 
  • Kopfschmerzen 
  • Psychische Störungen 

Präparate: 

  • Aricept® (Donepezil), Exelon® Pflaster (Rivastigmin), Reminyl® (Galantamin) 

Therapie Demenz: NMDA-Rezeptor-Antagonist

 

Wirkungsmechanismus: 

  • blockiert die Wirkung pathologisch erhöhter Konzentrationen von Glutamat, sog. NMDA-Rezeptorantagonist (N-Methyl-D-Aspartat)
  • Mittel der Wahl bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz 

Nebenwirkungen: 

  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit) 
  • Kopfschmerzen 
  • Unruhe, Schwindel 

Präparate: 

  • Axura®, Ebixa® (Memantin) 

Therapie Demenz: Nootropika

Nootropika:

  • Arzneistoffe, die pathologisch gestörte Funktionen vom Gedächtnis, Lernfähigkeit etc. verbessern
  • Ziel: geistige Leistungsfähigkeit erhalten 

Ginkgo Produkte: 

  • positiver Einfluss auf Kognition, Verhalten, Lebensqualität 
  • genügend hohe Dosierung (240mg) 
  • keine belegte Wirkung zur Prävention! 
  • macht fast keine NW 
  • wird subjektiv gut toleriert 
  • vermehrte Blutungsneigung 

Étudier