Pharmakologie Nervensystem
BsC Pflege, ZHAW, 2. Semester
BsC Pflege, ZHAW, 2. Semester
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Flashcards
Ursachen von Schlafstörungen
- Psychiatrische Erkrankungen
- Exogene Störfaktroen z.B Lärm, Wärme, Kälte, Schichtdienst
- Organische Störungen: Schmerzen, Juckreiz, Harndrang
- Pharmakologische URsachen: Genussmittel, Medis
- Reaktion auf Konflikte: Stress, Angst, Trauer
4 Hauptgruppen der Schlafstörungen
- Insomnien
- Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder ein nicht erholsamer Schlaf --> mit Abstand häufigste Form!
- Hypersomnien - Narkolepsie
- = Störungen mit exzessiver Schläfrigkeit am Tag und Einschlafattacken
- Parasomnien
- = abnorme Ereignisse, die während des Schlafes oder an der Schwelle zwischen Schlafen und Wachsein auftreten (wie z.B. Bettnässen, Schlafwandeln)
- Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus z.B. bedingt durch Schichtwechsel und Flugreisen
Benzodiazepine: Wirkungsmechanismus
Effekte
- Anxiolyse
- Sedierung
- Schlafinduktion
- Muskelrelaxierung
- Unterbrechung Status epilepticus
- Narkose mittels i.v. Applikation lipophiler WS
- Antagonist Flumazenil (Anexate®)
Benzodiazepine Überblick
- Kurzwirksame
- Wirstoff: Midazolam
- Präparat: Dormicum
- Mittellang
- Wirkstoff: Oxazepam
- Präparat: Seresta
- Langwirksam
- Wirkstoff Lorazepam
- Präparat: Temesta
Nebenwirkungen der Benzodiazepine
- Gleichgültigkeit
- Affektabflachung
- Tagessedation
- Müdigkeit, Schläfrigkeit
- Reaktion und Konzentration vermindert
- Atemdepression
- Muskelschwäche, Gangbildstörung
- verwaschene Sprach
- Amneisie
- paradoxe Erregung: häufig bei Kinder und im Alter
- REbound Insomnie nach plötzlichen Absetzen
- Toleranz, Abhängigkeit, Sucht
Z-Substanzen
- Wirkstoff: Zolpidem
- Präparat: Stillnox
- Wirkung
- sind keine Benzoy, Wirkung aber auch am GABA Rezeptor
- keine klare Evidenz für einen Unterschied zu den BZD betreffend Wirkung und Nebenwirkung
- Handhabung Z Substanzen wie Benzodiazepine
Benzodiazepine: praktische Aspekte
- grosse therapeutische Breite relativ geringe Toxizität
- Veränderung der Halbwertszeit im Alter
- Seresta®, Temesta®, Stilnox®, Dormicum® in Geriatrie möglich
- Wirkungsverstärkung durch Alkohol, ZNS dämpfende und atemdepressive Wirkstoffe
- Einnahmezeit: direkt vor dem Schlafengehen (Ausnahme Seresta®: 30-60 min vor dem Schlafengehen)
- Nur kurze Einnahmedauer!
- kurzzeitig über 2-4 Wochen max.
- nach 4-5 Wochen Toleranzentwicklung: Dosissteigerung, Sucht
Wirkmechanismus der Antihistaminika
- Wirkstoffe: Diphenhydramin
- Doxylamin
- Sanalepsi N
Nutzen Risiko Profil der Antihistaminika
- schlafanstossende Wirkung geringer als bei BDZ
- langsamerer Wirkungseintritt: 30 min vor dem Schlafengehen einnehmen.
- Wirkdauer mittellang: Hang-over möglich am nächsten Tag (Beeinträchtigung Autofahren)
- Gewöhnungseffekt und Wirkverlust nach längerer Anwendung
- anticholinerge Wirkung:
- Mundtrockenheit, Verstopfung, Beschwerden bei Blasenentleerung, Sehstörungen, Benommenheit am Tag, Entwicklung Delir --> cave ältere Patienten! Kein Sanalepsi N!
- Nur kurzzeitige Anwendung bei nicht chronifizierten Schlafstörungen; nicht bei älteren Patienten
Phytotherapeutika (Pflanzliche Präparate)
- Hopfenzapfen
- Baldrianwurzel
Hofpenzapfen
- beruhigende und schlaffördernde Wirkung (nachgewiesen)
- Wirkstoff Methylbutenol:
- steigert die Wirkung von GABA Hopfen aktiviert auch den Melatoninrezeptor.
Baldrianwurzel (Valeriana Radix)
- beruhigende und schlaffördernde Wirkung (nachgewiesen)
- Wirkstoffe erhöhen GABA-Ausschüttung und hemmen den Abbau
- Klinische Studien: nach 2-4 Wochen Therapie Verkürzung der Einschlafzeit, Verbesserung der Schlafqualität mit Verminderung des nächtlichen Aufwachens, Verbesserung der Tagesbefindlichkeit
- Dosierung: 20-40 Trpf Baldriantinktur, repetitiv möglich
Epilepsie: Klassifikation
Generalisierte Anfälle
- Grand-mal Anfall (tonisch-klonisch) häufigste Anfallsform
- Absencen
- Myoklonische Anfälle: plötzliche Muskelzuckungen, keine Bewusstlosigkeit
- Tonische Anfälle: Anspannung bzw. Versteifung der Muskulatur
- Klonische Anfälle: heftige rhythmische Bewegung
Fokale Anfälle
- einfach fokale Anfälle Bewusstsein bleibt erhalten
- Komplex-fokale Anfälle Kombination von Bewusstseinsveränderung und fokalen Symptomen
Absenzen:
- Bewusstseinsstörungen ohne motorische oder vegetative Symptome (2-10 Sekunden, Säuglinge und Kinder)
Grand mal = mehrere Phasen
- Prodromalerscheinung
- Aura (fakultativ)
- Tonische Krampfphase, evtl. Initialschrei
- Klonische Phase mit rhythmischen Zuckungen
- Terminalschlaf
Eigenschaften der Antiepileptika
- unterdrücken die Anfallssymptome bzw. beenden den Anfall
- heilen nicht das Krampfleiden
- sind eine chemisch sehr heterogene Wirkstoffgruppe
- Nach dem Absetzen muss mit der ursprünglichen Krampfbereitschaft gerechnet werden
- Bei 70% der Patienten werden die Symptome vollständig oder größtenteils unterdrückt
- Zwei Drittel der Patienten müssen Antikonvulsiva lebenslang nehmen. --> Cave: Adhärenz
Antiepileptika: Wirkungsmechanismen
- Einteilung aufgrund des Wirkungsmechanismus: Hemmung der neuronalen Erregung durch
- Blockade von erregenden Ionenkanälen (Natrium- und Calcium- Kanälen) und Glutamat-Rezeptoren
- Verstärkung der GABA-ergen Übertragung Verstärkung der neuronalen Hemmung
Antiepileptika Wirkung:
- Gabapentin: Neurotin
- Levetiracetam: Keppra
- Pregabalin: Lyrica
Klassische und Neuere Antiepileptika
Klassische Antiepileptika:
- enge therapeutische Breite
- stärkere NW
- hohes Interaktionsrisiko --> Plasmaspiegelbestimmungen
Neuere Antiepileptika:
- grosse therapeutische Breite
- geringe Nebenwirkungen
- weniger Interaktionen
Antiepileptika: Nebenwirkungen
- Dosisabhängige zentralnervöse NW:
- Schwindel
- Konzentrationsstörungen
- Müdigkeit
- Gangunsicherheit
- Hautreaktionen
- Leukopenie
- gastrointestinal: Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitveränderung
- Leberwert-Erhöhung
- und diverse substanzspezifische Effekte
Status epilepticus
Definition: Prolongierter epileptischer Anfall oder rezidivierende (≥ 2) Anfälle
- Jeder fokale oder generalisierte Anfall kann einen Status epilepticus ausbilden
- ist lebensbedrohlich mit Gefahr zerebraler Schädigung hört nur sehr selten spontan auf
- Therapie mittels Stufenschema
Motorische Parkinson Syndrome
Minus-Symptome:
- geminderte Willkür- und Reaktivbewegungen (Hypokinese)
- Bewegungsarmut (Akinese)
- Beginn oft einseitig
- immer kleiner werdende Handschrift
- eng anliegende Arme und gebückte Körperhaltung
Plus-Symptome:
- Rigor (Muskelsteifheit)
- Ruhetremor
- Gangunsicherheit mit Sturzneigung
- Sprachstörungen (leise und langsame Sprache)
Vegetative Parkinson Syndrome
Speichelfluss
Obstipation
Schluckstörungen
Abnahme des Blutdrucks
Schlafstörungen
später Miktionsstörungen
Psychische Parkinsonsymptome
Persönlichkeitsabbau
Demenz
Depression
u.a.
Parkinson-Syndrom: medikamentöse Therapie
Ziel: Ungleichgewicht zwischen Acetylcholin (↑) und Dopamin (↓) aufheben
- Dopamin zufügen
- Acetylcholin hemmen
L Dopa Wirkungsmechanismus
- L-Dopa = Vorstufe von Dopamin --> im Gehirn Umwandlung in Dopamin
- wirksamste Einzelsubstanz beim Parkinsonsyndrom -->Goldstandard!
- Nebenwirkungen nehmen mit Behandlungsdauer zu (nach ca. 3-7 J.)
- in Kombination mit Decarboxylase-Hemmer
- Hemmung der Umwandlung von L-Dopa in Dopamin in der Peripherie
- Bioverfügbarkeit L-DOPA ↑
Nebenwirkungen und Präparate der L Dopa
- motorische Symptome
- On-Off-Phänomene
- vegetative Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit)
- kardiovaskuläre Störungen (orthostatische Hypotonie)
- psychische Störungen (Unruhe, Verwirrtheit, Psychose)
- Präparate:
- Madopar®,
Dopamin Agonisten
Wirkungsmechanismus:
- Stimulation der Dopamin-Rezeptoren
- längere Wirkungszeit als L-Dopa
- Schwankungen der mot. Funktion ↓
- wirken auch fortgeschrittenen Krankheitsstadium gut
Nebenwirkungen:
- motorische Symptome (selten Dyskinesien)
- vegetative Störungen (Übelkeit, Erbrechen)
- kardiovaskuläre Störungen (orthostatische Hypotonie)
- psychische Symptome (Unruhe, Verwirrtheit, Psychose)
- Tagesmüdigkeit
Präparate:
- Sifrol® (Pramipexol),
Anticholinergika
Wirkungsmechanismus:
- Hemmen die Wirkung von Acetylcholin (Überangebot bei Parkinson)
Nebenwirkungen:
- Periphere anticholinerge Symptome (Mundtrockenheit, Obstipation, Akkommodationsstörungen, Tachykardie)
- Zentrale anticholinerge Symptome (Erregung, Verwirrtheit, Psychose)
Präparate:
- Akineton® (Biperiden)
Therapie Demenz: Acetylcholinesterase-Hemmer
Wirkungsmechanismus:
- Hemmung der Acetylcholinesterase
- Durch den Untergang von cholingeren Neuronen resultiert eine cholingerges Defizit, das durch eine Abbauverlangsamung von Acetylcholin durch Enzymhemmung gemindert werden kann.
- Mittel der Wahl bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz
Nebenwirkungen:
- Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Appetitlosigkeit)
- Kopfschmerzen
- Psychische Störungen
Präparate:
- Aricept® (Donepezil), Exelon® Pflaster (Rivastigmin), Reminyl® (Galantamin)
Therapie Demenz: NMDA-Rezeptor-Antagonist
Wirkungsmechanismus:
- blockiert die Wirkung pathologisch erhöhter Konzentrationen von Glutamat, sog. NMDA-Rezeptorantagonist (N-Methyl-D-Aspartat)
- Mittel der Wahl bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz
Nebenwirkungen:
- Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit)
- Kopfschmerzen
- Unruhe, Schwindel
Präparate:
- Axura®, Ebixa® (Memantin)
Therapie Demenz: Nootropika
Nootropika:
- Arzneistoffe, die pathologisch gestörte Funktionen vom Gedächtnis, Lernfähigkeit etc. verbessern
- Ziel: geistige Leistungsfähigkeit erhalten
Ginkgo Produkte:
- positiver Einfluss auf Kognition, Verhalten, Lebensqualität
- genügend hohe Dosierung (240mg)
- keine belegte Wirkung zur Prävention!
- macht fast keine NW
- wird subjektiv gut toleriert
- vermehrte Blutungsneigung