Analgetika

BsC Pflege, 2. Semester

BsC Pflege, 2. Semester


M. V.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Analgetika und ihre Anwendungen im medizinischen Bereich. Sie decken die Wirkungsmechanismen von Opioiden, COX-Hemmern und NSAR ab, sowie die Therapie von Schmerzen, einschließlich Migräne, Tumorschmerzen und neuropathischen Schmerzen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit der Schmerztherapie und den verschiedenen Analgetika vertraut machen möchten.
Karten
109
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
09.03.2019 / 09.09.2021

Lernkarten

Membransystem

  • Wirkstoff wird als Käsung oder Dispension durch eine Membran kontrolliert abgegeben
  • nicht zerschneiden
  • Bsp: EMLA, Nocotinell, Nitroderm 

Verwendung von TTS 

  • geeignetes Hautareal
    • sauber, unbehandelt, unbehaart, gesund, trocken, nicht irritiert, nicht ölig 
  • nach Abziehen der SChutzfolie mind 15 -30s auf der Haut andrücken
  • zusätzliche Wärmequele meiden --> stärkere Wirkung 
  • Estrogenpflaster sollen nicht auf der Brust angebracht werden 
  • Duschen, Baden ist kein Proble, Achtung beim Sonnenbaden 
  • Adäquate Entsorung: Zusammenkleben des Pflaster
    • enthält noch Wirkstoff im System 

Patientenkontollierte Analgesie (PCA)

Definition: vom Patient selbst gesteuerte, parenterale oder rückenmarksnahe Zufuhr von Analgetika durch eine elektronisch gestreute Pumpensystem

Indikation

  • Postoperative Analgesie 
  • chronisches Schmerzsyndrom
  • schmerztherapie in der Palliativmedizin
  • Tumorschmerztherapie 

Standardeinstellung der i.v PCA mit Morphin 

Vor und NAchteile der PCA 

Co Analgetika Definition 

  • keine klassischen Analgetika 
  • sind Substanzen, die bei speziellen Schmerzdyndrom analgetisch wirken 

Wirkstoffe der Co- Analgetika 

Adjuvantien

  • sind zur Prophylaxe und Therapie von Analgetika induzierten Nebenwirkungen 
  • Dazu gehören
    • Laxantien
    • Antiemetika 
    • Protonenpumpenhemmer 

Physiologie Cortisol

  • Produktion in der Nebenneiren gesteuert durch
    • zirkadianer Rhythmus 
      • Peak zwischen 6 -18 Uhr 
      • tiefster spiegel zwischen 18 -24 Uhr 
    • Stress 
      • Produktion steigt auf das 10 FAche 
  • Physiologische Funktionen
    • Kohlenhydrat-, Eiweiss- und Fettstoffwechsel
    • Elektrolytstoffwechsel
    • Hämatologie 
    • Entzündungsreaktionen/Immunsystem
    • ZNS/ Herz- Kreislauf 

Wirkungsmechanismus der Glucocorticoide 

Indikationen der Glucocorticoide 

  • Substitutionstherapie bei Niereninsuffizienz (Cortisol, Cortison) 
  • Akuttherapie bei anaphylaktischem Schock, Asthma Anfall 
  •  Langzeittherapie bei Allergien, rheumatischen Erkrankungen 
  • Antiemetische Therapie 
  • Lokaltherapie: Haut, Augen, Lunge, Gelenke, Darm 

Kontraindikationen der Glucocorticoide 

 

  • Bei akuter Therapie keine KI (Cave: lebensnotwendig) 
  • Relative KI: 
    • Ulcus / Osteoporose / Infektionskrankheiten 
    • Erhöhte Thromboseneigung 
    • Psychische Vorerkrankungen 
    • Glaukom 
    • Schwangerschaft 

Nebenwirkungen der Glucocorticoide 

  • nach Einmalgebe  
    • kaum NW (selbst nach sehr hoher Dosis) 
  • Langzeitgabe: 
    • Cushing-Syndrom (Vollmondgesicht, Stammfettsucht) 
    • Ödeme  
    • Osteoporose 
    • Infektionen 
    • Hyperglykämie/Diabetes 
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Hypertonie) 
    • Wundheilung ↓ 
    • Glaukom 
    • stimmungshemmend 
    • usw. 

Allgemeine Therapieempfelungen der Glucocorticoide 

  • so kurz und niedrig wie möglich, bzw, so lange und hoch wie nötig 
  • Zirkadane Therapie:
    • frühmorgendliche Gabe (6 -8 Uhr)
  • 4 wichtigste NW beachten und kontrollieren
    • Hyperglykämie, Diabetes
    • Osteoperose
    • Infektion 
    • Herz- Kreislauf- Erkrankungen 
  • Ausschleichen beim Absezten
    • abhängig von THerapiedauer und Kortikosteroiddosis
    • von 5mg/d bis 1mg/Monat
    • Notfalltherapie: auch Hochdosistherapie kann nach wenigen Tagen ohne Auschleichen beendet werden 

WHO Stufen- Schema 

WHO Grundsätze 

  1. Schmerz ist eine muldidimensonale Erfahrung --> Multidimensionale Erfassung notwendig 
  2. keine Verzögerung in der Behandlung 
  3. Entstprechen der Schmerzintensität stufenweise vorgehen --> WHO Schema 
  4. Dauernde Schmerze --> regelmässige Gabe von Analgetika 
  5. Reservemedikation für Durchbruchschmerzen 
  6. Opioide sind ein Teil der Behandlung, sie lösen nicht alle Probleme
    • häufigstes Problem ist ihrer zu restriktiver Gebrauch 
  7. Re Evaluation der palliativen Therapie 

Faustregel nach WHO 

  • By the mouth: Chronische Schmerztherapie soll oral erfolgen 
  • By the clock: Chronische Schmerzen erfordern eine regelmässige Schmerzmittelgabe, entsprechend der Wirkdauer 
  • By the ladder: Der Schmerzintensität angepasst in drei Stufen 

Schmerztherapie: akute versus chronische Schmerzen 

Neuropathische Schmerzen 

  • Schmerz durch primäre Läsion oder Dysfunktion peripherer nozizeptiver Neuronen oder zentraler Neuronen 
  • charakterisiert durch brennen, ziehende, elektrisierende und blitzartige Schmerzen 
  • Beispiel
    • mechanisch: Engpass Syndromm
    • entzündlich: Zoster Neuralgie, Borreliose
    • metabolisch: Diabetes 
    • toxisch: Alkoholismus
    • Ischämie, CVI

Therapiemöglichkeit der Neuropatischen Schmerzen 

Arten der Tumorschmerzen 

Schmerzanalyse bei Tumorschmerzen 

  • Voraussetzung für erfolgreiche Schmerztherapie 
  • Analgetika und Co Analetika sind bei verschiedenen Schmerzsyndromen unterschiedlich effektif 

Therapie der Tumorschmerzen 

  • Therapie nach WHO Stufenschema 
  • Schmerztherapie 
    • oral
    • in festen Intervallen 
    • nach dem Stufenschema 
  • Basismedikation und Reserveedikation 
  • Erhöhung bei Bedarf der Dosis, Intervall aber nicht verkürzen 
    • Cave Akkumulationsgefahr 

Therapie des Spannungskopfschmerzes 

  • Allgemeine Massnahmen
    • Ausdauersport, Entspannungstechnik 
  • Akuter Spannungskopfschmerz
    • Paracetamol
    • Ibuprofen
    • keine Triptane --> unwirksam 
  • Chronischer Spannugnskopfschmerz
    • 1. Wahl: Amitriptylin (Antidepressivum)
      • falls nach 6 Wochen kein Erfolg, dann Wechsel 
    • keien regelmässige Analgetikagabe 
      • Cave: Analgetika induzierte Kopfschmerzen 

Migräne 

Symptomatik: 

  • attackenweise heftige, meist einseitige (können die Seite wechseln), pulsierend-pochende Kopfschmerzen 
  • Währende der Attacke besteht Appetitlosigkeit, Übelkeit (80%), Erbrechen (40-50%), Lichtscheu (60%), Lärmempfindlichkeit (50%) 
  • Aura: Sehstörung, Lichtblitze, Gesichtsfelddefekte 
    • Migräne mit Aura (85-90%)  
    • Migräne ohne Aura (10-15%) 

Pathophysiologie: 

  • Währende der Attacke kommt es zur Erweiterung von Gefässen im Gehirn und erhöhter Freisetzung von Neurotransmittern (u.a. Serotonin) 

Trigger: Alkohol, Stress, Hormonschwankungen 

Tripane 

  • Wirkungsmechanismus: Serotonin-Agonisten 
  • möglichst frühe Einnahmen!
  • Wenn keine Wirkung, dann keine weiteren Tabletten einnehmen 
  • Nebenwirkungen:
    • Wärmegefühl, Druckgefühl im Brustbereich, Hautrötung, Blutdruckanstieg, Parästhesien an Extremitäten 
  • Kontraindikationen: Hypertonie, koronare Herzkrankheit, Angina pectoris 
  • Beispiele: Zomig®, Imigran®, Maxalt®, Relpax® 

 

Therapie der Migräne 

Leichte Migräneattacke: 

  • Nicht-Opioide-Analgetika: 
    • NSAR (Bsp. Ibuprofen) 
    • Paracetamol 
    • + Antiemetikum Paspertin® oder Motilium® --> Reduktion der Übelkeit und Förderung der Analgetika Resorption 

Schwere Migräneattacke: 

  • Triptan 
  • + Antiemetikum Paspertin® oder Motilium®

Migräneprophylaxe 

Empfohlen bei

  • > 3 Migräneattacken / Monat, Attackendauer > 72 h, unzureichendes Ansprechen auf Akkutherapie 

Mittel der 1. Wahl: 

  • Betablocker (Metoprolol, Propranolol) 
  • Calciumantagonist (Flunarizin = Sibelium®) 
  • Antikonvulsiva (Topamirarat, Valproinsäure)

Mittel der 2. Wahl: 

  • Betablocker (Bisoprolol) 
  • NSAR (Naproxen, Acetylsalicylsäure) 
  • Magnesium 
  • Antidepressivum (Amitryptilin) 

Rheumatische Erkrankungen 

Beschreibung: entzündliche und nicht-entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates (Gelenke, Bindegewebe, Gefässe) 

Wichtigste Arzneistoffgruppen in der Therapie: 

  • Saure nicht-opiod-Analgetika (NSAR) 
  • Glucocorticoide 
  • „Basistherapeutika“ = DMARD (disease modifying antirheumatic drugs) --> z.B. Methotrexat, Antikörper (z.B. Humira®, Enbrel®, Remicade®, etc.) 

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