Muskelrelaxanzien

(Anästhesie) Esmeron, Tracrium, Succinylcholin, Mivacron, Neostigmin, Bridion

(Anästhesie) Esmeron, Tracrium, Succinylcholin, Mivacron, Neostigmin, Bridion


E. M.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Muskelrelaxanzien und deren klinische Anwendung. Sie behandeln die Wirkungen, Dosierungen und Eigenschaften von Substanzen wie Esmeron, Bridion, Pavulon, Mivacron und Neostigmin. Besonders relevant für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich mit der Pharmakologie und Anästhesie befassen, liefern sie detaillierte Informationen zu Wirkungsdauer, Elimination und Organsystemen. Die Karteikarten helfen bei der Vorbereitung auf Prüfungen und im klinischen Alltag, um die richtigen Dosierungen und Anwendungen zu verstehen.
Karten
69
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
08.03.2019 / 06.11.2025

Lernkarten

Pancuronium (Pavulon) - chemische Eigenschaften

Pancuronium-bromid, 2 mg/ml

Pancuronium (Pavulon) - Wirkung

nicht depolarisierendes Muskelrelaxans mit langer Anschlagszeit und langer Wirkungsdauer

Pancuronium (Pavulon) - Wirkungseintritt

langsam, 3 – 5 Min.

Pancuronium (Pavulon) - Wirkungsdauer

lang, 30 – 60 Min.

recovery index 30 – 45 Min.

Pancuronium (Pavulon) - Indikationen

Langzeitrelaxation

Pancuronium (Pavulon) - CAVE

  • Leber- und Niereninsuffizienz verlängern die Wirkung
  • koronare Herzkrankheit

Pancuronium (Pavulon) - Interaktionen

  • Inhalationsanästhetika verlängern/verstärken die Wirkung
  • Elektrolytstörungen (K+, Ca++ ▼, Mg++ ▲) verstärken/verlängern die Wirkung

Pancuronium (Pavulon) - Dosierungen

ED 95: 0,05 mg/kg

Intubationsdosis: 0,1 mg/kg

Repetitionsdosis: 0,01 mg/kg

Pancuronium (Pavulon) - Elimination

vorwiegend renale und hepatische Elimination. Wenig Abbau in Leber, renale Elimination der Metaboliten

Pancuronium (Pavulon) - Wirkung auf Organsysteme

ZNS

  • keine Beeinflussung

 

Respirationstrakt

  • Apnoe

 

Herz-Kreislauf-System

  • Vagolyse, Noradrenalin-Freisetzung, β -Rezeptoren-Stimulation: Tachykardie, Tachyarrhythmie

 

Wichtiges/Verschiedenes

  • Reversion mit Cholinesterasehemmern (z.B. Neostigmin) bei mind. 4 Twitche im TOF möglich

Sugammadex (Bridion) - chemische Eigenschaften

Sugammadex und Hilfstoffe (Natrii hydrxidum, Acidum hydrochloricum, Aqua ad injectd)

Amp. 200mg/2ml oder 500mg/5ml

Sugammadex (Bridion) - Wirkung

Steroidale Muskelrelaxanzien werden fernab des Rezeptors in der Blutbahn durch ein Zuckermolekül in einen stabilen Komplex eingefangen (enkapsuliert)

Durch die Enkapsulierung wird das Muskelrelaxanz inaktiviert und von seinem Wirkort entfernt.

Sugammadex (Bridion) - Wirkungsort

im Plasma durch ein Zuckermolekül enkapsuliert

Sugammadex (Bridion) - Wirkungseintritt

rasch

2mg/kg → 2 Min. bei Spontanerholung von TOF II bis TOF Ratio 0,9

16mg/kg → 1,5 Min., nach 3 Min. Bolusinjektion 1,2mg Rocuronium

Sugammadex (Bridion) - Wirkungsdauer

Falls eine erneute Verabreichung von Rocuronium erforderlich ist, wird eine Wartezeit von 24h empfohlen (bei Niereninsuffizienz 48h) CAVE Re-Intubation!

Sugammadex (Bridion) - Indikation

Aufhebung der durch Rocuronium induzierten neuromuskulären Blockade

Sugammadex (Bridion) - Interaktionen

  • nicht mehr relaxierbar mit steroidalen Muskelrelaxanzien
  • Wirkung der Pille «aufgehoben» (Information an Patientin)

Sugammadex (Bridion) - Dosierungen

16mg/kg        → bei vollständigem neuromuskulärem Block

4mg/kg          → PTC spürbar

2mg/kg          → TOF II

Sugammadex (Bridion) - Elimination

wird hauptsächlich unverändert im Urin ausgeschieden

Sugammadex (Bridion) - Wirkung auf Organsysteme

Nebenwirkungen

  • metallischer oder bitterer Geschmack bei Dosierungen 32mg/kg KG beobachtet
  • selten Flush und erythematöser (=Hautrötung) Hautausschlag möglich

 

Respirationstrakt

  • Vorsicht bei Patienten mit pulmonalen Erkrankungen (selten Bronchospasmen möglich)

 

Nieren

  • bei Patienten mit schwere Niereninsuffizienz wird strengstens abgeraten

 

Wichtiges/Verschiedenes

  • die Erfahrung über die Anwendung von Sugammadex bei Kleinkindern ist sehr beschränkt.
  • eine Anwendung bei Neugeborenen wurde nicht untersucht
  • die Anwendung von Sugammadex bei Neugeborenen und Kleinkindern wird daher nicht empohlen

Robinul-Neostigmin - chemische Eigenschaften

Anticholinergikum/Cholinesterasehemmer-Kombination

 

0,5 mg Robinul (Glycopyrolat, Anticholinergikum)

2,5 mg Neostigmin (Cholinesterasehemmer)

Robinul-Neostigmin - Wirkung

  • mit Neostigmin kann die restliche Wirkung nicht-depolarisierender Relaxantien aufgehoben werden. Es darf erst angewendet werden, wenn eine Erholung des Muskelrelaxans bereits vorliegt (ab 2 TOF)
  • Die Wirkung von Robinul ist mit der Wirkung von Atropin vergleichbar, Robinul passiert jedoch nicht die Blut-Hirn-Schranke

Robinul-Neostigmin - Wirkungseintritt

3 – 5 Min., max. Wirkung nach ca. 8 Min.

Robinul-Neostigmin - Wirkungsdauer

ca. 45 Min.

Robinul-Neostigmin - Kontraindikationen

  • mechanische Obstruktion des Magen-Darm-Traktes oder der Blase
  • Allergie auf Substanz

Robinul-Neostigmin - CAVE

  • Bronchospasmus, COPD
  • koronare Herzkrankheit, Hypertonie
  • Epilepsie, Parkinson, Fieber

Robinul-Neostigmin - Interaktionen

Die Wirkung von Neostigmin auf den Herzrhythmus kann durch die gleichzeitige Behandlung mit Betablockern verstärkt werden.

Robinul-Neostigmin - Dosierungen

Neostigmin 0,05mg/kg (= 0,02ml/kg) + Robinul

Robinul-Neostigmin - Wirkung auf Organsysteme

Respirationstrakt

  • Bronchokonstriktion (Neostigmin)
  • Bronchodilatation (Robinul)

 

Herz-Kreislauf-System

  • Bradykardie (Neostigmin)
  • Tachykardie (Robinul)

 

Wichtiges/Verschiedenes

  • gesteigerte Magen-Darm-Tätigkeit (Neostigmin), kann zu massiven Bauchkrämpfen führen!
  • erhöhte oropharyngeale Sekretion (Neostigmin)

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