CHE172

Dozent: Prof. Oliver Zerbe

Dozent: Prof. Oliver Zerbe


D. B.
Diese Lernkarten behandeln die Chemie der Aromaten auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Bindungsarten, Reaktionen und Eigenschaften von Aromaten, insbesondere Benzol, sowie auf die Rolle von Orbitalen und Elektronen in diesen Prozessen. Die Karteikarten behandeln Themen wie elektrophile Substitution, Addition, die Bildung von Produkten und die Auswirkungen von Substituenten. Sie eignen sich für Studierende der Chemie, die ein tieferes Verständnis der Aromatenchemie und ihrer Reaktionen erlangen möchten.
Karten
122
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Chemie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.02.2019 / 25.05.2022

Lernkarten

Cyclopropan

Es besitzt die Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks (Winkel: 60 Grad). Auch stehen alle Wasserstoffatome ekliptisch zueinander. Es ist weitaus weniger stabil, als ein typisches Molekül mit drei Methylengruppen. Alle drei C-C Bindungen sind gebogen, obwohl die Überlappung genügend gross ist um zu einer Bindung zu führen. Die Bindungsdissoziationsenergie ist relativ niedrig und somit das Molekül eher reaktiv. Es liegt eine Ringspannung vor.

Cyclobutan

Die Struktur von Cyclobutan ist gefaltet. Diese Faltung verringert die Spannung die durch die acht ekliptischen Wasserstoffatome verursacht wird.

Cyclohexanring

Er ist einer der häufigsten vorkommenden Struktureinheiten in der organischen Chemie. Es besteht eine spannungsfreie Konformation des Cyclohexan -> Die Sesselkonformation.

Methylengruppen sind als "gauche"-Substituenten der benachbarten C-C Bindung anzusehen. 

axial und äquatorial

Beim Cyclohexan die sechs C-H Bindungen parallel zu der Drehachse des Moleküls, und werden als axial bezeichnet. Die anderen sechs zu dieser Achse werden äquatorial genannt.

Wannen-Boot-Form

Eine weniger stabile Konformation des Cyclohexans (als die Sessel-Konformation). Sie ist 29.3 KJ/mol energiereicher als die Sesselform. Hier entsteht eine transannulare Spannung. Die Form ist recht beweglich.

Twist-Konformation

Eine leichte Drehung um eine C-C Bindung ergibt die Twist-Konformation. SIe ist 23 KJ/mol energiereicher als die Sesselform, weil die Wechselwirkungen zwischen den inneren Wasserstoffatomen aufgehoben werden.

Umklappen des RInges

Cyclohexan ist kein starres Gebilde! Es bestehen nur ein Isomer von Methyl- oder Brom-cyclohexan. Eine Sesselkonformation geht in die andere über: dadurch werden axiale und äquatoriale Wasserstoffatome umgetauscht. Das heisst, dass alle axialen H-Atome zu äquatorialen werden und umgekehrt.

Die Aktivierungsenergie für diesen Prozess beträgt 45.2 KJ/mol -> die beiden Sesselformen lagern sich bei Raumtemperatur sehr schnell um.

Das Zeichnen von Cyclohexan-Konformeren

Sesselformen von Methylcyclohexan

Die beiden Sesselformen stehen miteinander im Gleichgewicht, wobei der äquatoriale Konformer im Verhältnis von 95:5 begünstigt wird. Es wurde gemessen, je grösser der Substituent, desto eher verbleibt ein Konformer in seiner Position. Delta G nimmt zu.

Mehrfach-Substituierte Cyclohexane

Bei disubstituierten Cyclohexanen ist allgemein die Konformation mit der grössten Zahl von äquatorialen Substituenten die bevorzugte.

Beispiel: 1-Brom, 2-Hydroxylcyclohexan

Cyclohexan mit zwei gleichen Substituenten:

cis- und trans-1,4 Dihydroxylcyclohexan

Es muss so bestimmt werden, dass der grössere Substituent äquatorial liegt.

Tertiäre Butylgruppen

Sie sind wegen ihres grossen sterischen Anspruches immer äquatorial. Im cis Ditertiären Butylcyclohexan müsse das System eine tertiäre Butylgruppe axial unterbringen. Da dies aber nicht möglich ist, weicht es in einer getwisteten Konformation aus.

Polycyclische Alkane

Im Decalin-Molekül teilen zwei Cyclohexanringe zwei Kohlenstoffatome miteinander. Beide Ringe sind kondensiert oder anneliert!

Steroide kommen häufig in der Natur vor!

Die Nomenklatur der Alkene

Eine C=C Doppelbindung ist spezifisch und sie besitzen weniger H-Atome als Alkane und werden deshalb ungesättigt genannt.

In der Nomenklatur wird die einfachere Endung "-en", anstatt "-ylen" verwendet. Die Nummerierung der längsten Kohlenstoffkette beginnt dort wo die Doppelbindung am nächsten ist. In Cycloalkenen, sind die ersten beiden Kohlenstoffatome die, zwischen denen die Doppelbindung besteht!

Die Substituenten und ihre Position werden dem Namen des Alkens als Präfixe vorangestellt. Eine Doppelbindung wird einer längeren KW-Kette preferiert. Mehrere Doppelbindungen werden durch entsprechende Silben angezeigt.

E- und Z-Isomere

Die Rotation um eine C=C Doppelbindung benötigt einen hohen Energiebetrag, weil die Pi-Bindung gebrochen werden muss. Die meisten Doppelbindungen sind unter 300 Grad konfigurationsstabil. Mit einer starken Säure aber, kann die Isomerisierung katalysiert werden. Im Gleichgewicht ist das trans-Isomer im Überschuss. Sie sind thermodynamisch stabiler als die cis-Isomere.

Allgemeines E-/Z-Nomenklatur System. Bei mehrfach substituierten Alkene Isomere zu kennzeichnen, benutzt man die Sequenzregel von Cahn, Ingold und Prelog. Danach werden die Substituenten einer Reihe nach abnehmender Priorität eingeordnet.

Beispiel: 35Br > 17Cl > 8O > 7N > 6C > 1H usw

Liegen die beiden Gruppen höherer Priorität gegenüber wird dies E-Isomer (entgegen) und Z-Isomer (zusammen) genannt.

Sind zwei oder mehr mit der Doppelbindung verknüpfte Atome identisch, bestimmt die Atomnummer des benachbarten Atoms die Prioritätenfolge. Doppelt gebundene Atome sind äquivalent zur gleichen Anzahl einfach gebundener Atome zu betrachten.

Homolytische und heterolytische Bindungstrennung

Bei der heterolytischen Trennung entstehen Ionen (können auch neutrale  entstehen), während bei den homolytischen Bindungstrennungen Atome und/oder Radikale entstehen.

Durch eine Bindungsneubildung kann die Kovalenzbindung durch eine Radikalenkombination durch eine Ladungskomplementierung oder durch Reaktion zwischen ungeladenen Elektrophilen und Nukleophilen bewirkt werden.

A +  B  -> A-B
A+ + :B- ->  A-B
A +  :B ->  A-B

Polare Moleküle

Atome und Moleküle können nur miteinander reagieren, wenn sie aufeinander treffen und hinreichend kinetischer Energie besitzen, die bei der gegebenen Temperatur stattfinden kann. Ungleiche Ladungen führen dazu, dass sie sich gegenseitig leichter anziehen. Es müssen aber nicht unbedingt permanente Ladungen sein, sondern können auch Dipole sein die zur Anziehung führen. Moleküle brauchen eine bestimmte Aktivierungsenergie um miteinander reagieren zu können.

Nukleophil und Elektrophil

Nukleophil: Kernliebend

Elektrophil: Elektronenliebend

Nukleophile sind meist mit überschüssigen Elektronen, welche diese mit einem Proton teilen wollen. Elektrophil sind Moleküle welche noch unbesetzte Orbitallappen besitzen und diese mit Elektronen füllen wollen.

Geeignete und ungeeignete Orientierungen

Bei der Annäherung kommt es kommt es nur bei einer geeigneten Annäherung zur Reaktion.

 

LUMO und HOMO

Eine Rolle spielt auch die Energie der beteiligten Orbitale. 

HOMO = Highest occupied molcular orbital

LUMO = Lowest unoccupied molecular orbital

Am grössten ist der Energiegewinn, wenn die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO möglichst klein ist.

Gute Nukleophile

Sie besitzen entweder:

Ein einsames Elektronenpaar, eine negative Ladung, eine elektronenreiche Mehrfachbindung oder besitzen eine Bindung zu einem elektropositiven Atom.

Nukleophile übertragen meist ein oder mehrere Elektronen auf das auf das Elektrophil.

Beispiel: Guten Nukleophile

2. Beispiel: Gute Nukleophile

Gute Elektrophile

Sie besitzen eine positive Ladung, ein leeres p-Orbital, eine Doppelbindung zu einem elektronegativen Atom oder eine Einfachbindung zu einem elektronegativen Element. 

Der Reaktionsmechanismus bezeichnet die genaue Art und Weise wie Elektronen übertragen werden.

Beispiel: Gute Elektrophile

Zeichnen von Reaktionsmechanismen

Reaktionsmechanismen können aus mehreren Schritten bestehen.

 

Additionsreaktion

Ein Molekül kann an ein zweites addiert werden. Die Anzahl der Edukt-Moleküle ist grösser als die der Produktmoleküle. (Von zwei Edukten zu einem Produkt)

Substitutionsreaktion

Es kann auch eine (funktionelle) Gruppe in einem Molekül mit einer anderen ersetzt werden. In diesem Fall ist die Anzahl Eduktmoleküle gleich die Anzahl der Produktmoleküle. Die Gruppe welche das Molekül verlässt nennt man Abgangsgruppe. 

Struktur und Bindung in Alkenen

Ethen weist auf, dass es Sigma- als auch Pi-Bindungen besitzt. Chemische Bindungen entstehen durch Überlappungen von Orbitalen. Die Bindungsstärke ist davon abhängig wie effektiv die Überlappung ist. Sigma-Bindungen sind deutlich stärker als Pi-Bindungen, da die Überlappung stärker ist. Weil die Pi-Bindung schwächer ist, sollte bei einer Abspaltung eines Elektrons, eine Elektron aus dem Pi-Niveau entfernt werden.

Elektrophile Addition an Alkene: eine polare Additionsreaktion

Beispiel: Bromwasser (braun) wird mit Buten (elektronenreiches Alken) gemischt. Die braune Farbe verschwindet -> Brom hat mit Buten reagiert. Da Buten elektronenreich ist, ist es sehr vermutlich auch Nukleophil. Allerdings ist Brom ungeladen und besitzt kein Dipol. Die Bindung lässt sich allerdings leicht trennen und trennt man sie heterolytisch, entstehen ein Brom-Kation und -Anion. Das Bromkation (positiv)  könnte dann Elektrophil agieren und die Doppelbindung angreifen.

Das Brom spaltet sich, weil der HOMO des Nukleophils mit dem LUMO des Elektrophils sich überlappt! Es handelt sich um eine elektrophile Addition an ein Alken. Im ersten Schritt wird formal ein Bromkation an die Doppelbindung addiert und es entsteht ein Bromonium Ion. 

Das Produkt 1,2 Dibromalkan

Fortsetzung von "Elektrophile Addition an ein Alken": Im ersten Schritt wird formal ein Bromkation an die Doppelbindung addiert und es entsteht ein Bromonium Ion. In Wirklichkeit ist aber nie ein freies Bromkation entstanden. Im zweiten Schritt greift dann das entstandene Bromid Anion an und addiert ebenfalls an die Doppelbindung. Das Produkt ist ein 1,2 Dibromalkan.

Carbokation

Mischt man HCL mit einem Cyclohexen, kann kein dreigliedriger Ring gebildet werden, da Wasserstoff nur eine einzige Bindung ausbilden kann. Es entsteht ein Carbokation als Zwischenprodukt. Das Zwischenprodukt ist sehr relativ und reagiert sofort mit dem Chlorid Ion weiter. Zwischenprodukte stellen lokale Energieminima dar auf dem Reaktionsenergieprofil.

Reaktionsprofil

Die Energiedifferenz zwischen Produkten und Edukten bestimmt, ob eine Reaktion freiwillig ablaufen kann oder nicht (Thermodynamik)

Gleichgewichtskonstante K

Das thermodynamische Gleichgewicht der Reaktion wird durch die Gleichgewichtskonstante K beschrieben. Diese lässt sich berechnen aus den Kenntnissen der Edukte und Produkte.

 K = [Chlorcyclohexan] / [Cyclohexen][HCl]

K gross: Gleichgewicht liegt rechts -> Energieniveau der Produkte ist niedriger als die der Reaktanten (negativer Wert für Delta G).

K klein (<1): Gleichgewicht liegt links -> Energieniveau der Produkte liegt höher als das der Edukte, Delta G ist also positiv. -> Muss Energie zuführen.

Gleichgewichtslage durch Delta-G

Die Differenz zwischen den freien Energien der Produkte und der Reaktanden bestimmt die Gleichgewichtslage. Es kommt auf die Änderung der freien Enthalpie: Delta-H und auf die Änderung der Entropie: Delta-S des Systems an.

Delta-G = Delta-H - T * Delta-S

 

Die Arrhenius Gleichung

Die benötigte Energie, dir zur Überschreitung der Energiebarriere nötig ist, erlangt ein Molekül normalerweise durch Zusammenstösse mit anderen Molekülen. Die Boltzmann-Verteilung gibt die Häufigkeitsverteilung der kinetischen Energie bei gegebener Raumtemperatur an. Viele organische Reaktionen brauchen Aktivierungsenergien von 40-150Kj/mol. Bei einer Aktivierungsenergie von weniger als 80Kj/mol, kann die Reaktion auch bei Raumtemperatur ablaufen. Arrhenius stellte fest, dass die Geschwindigkeitskonstante (k) von der Temperatur abhängig ist.

Die Höhe der Aktivierungsenergie Delta-Ea bestimmt, wie schnell die Reaktion abläuft.

k = A•e^(−ΔEa RT)

Die Boltzmann Verteilung

Die Verteilung der kinetischen Energie. Je tiefer die Temperatur, umso langsamer die Teilchen.

Regioselektivität der elektrophilen Addition an Alkene

Bei der Addition einer starken Säure zu einer Doppelbindung können im Fall unsymmetrischer Alkene theoretisch zwei verschiedene Produkte gebildet werden. Wenn ein geeignetes Nukleophil vorhanden ist, bildet sich jedoch meist nur eines der möglichen Produkte (besonders bei tiefen Temperaturen.)

Additionen von HX an unsymmetrische Doppelbindungen ist daher meistens regioselektiv.

Regel von Markonikov

Besitzen die Doppelbindungen der beteiligten Kohlenstoffatome nicht den gleichen Substitutionsgrad, addiert das Elektrophil des HX an das weniger substituierte Kohlenstoffatom. Die Regel kann mit Hilfer unserer Kenntnisse über den Mechanismus der elektrophilen Addition von H+ an Alkene und der relativen Stabilität der so gebildeten Carbeniumionen erklärt werden. Im ersten Schritt greift das Pi-System das Proton unter Bildung eines Carbeniumions an. Dies ist der geschwindigkeitsbestimmende (langsame) Reaktionsschritt. Die Regioselektivität der Reaktion wird von diesem Schritt bestimmt, denn wenn das Carbeniumion erst gebildet ist, erfolgt der Abfang durch Cl- sehr schnell.

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