Flussbau

Flussbau; ETHZ Master, Vertiefung Wasserbau G.R. Bezzola

Flussbau; ETHZ Master, Vertiefung Wasserbau G.R. Bezzola


J. S.
Diese Lernkarten behandeln flussbauliche Maßnahmen und Konzepte auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Sicherung von Ufern, die Berechnung von Abflusstiefen und Geschwindigkeiten sowie die Gestaltung von Gerinnen. Themen wie Blockwurf, Bolcksatz und die Berechnung von Kolktiefen werden detailliert erläutert. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Bereich der Wasserwirtschaft, die sich mit der Stabilität und dem Schutz von Flüssen befassen.
Cartes-fiches
253
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Histoire naturelle
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
05.02.2019 / 13.01.2020

Cartes-fiches

Mäanderdrierendes Gerinne und dessen Eigenschaften

natürliche Gerinneform steilerer Flüsse mit intensiver Gschiebeführung

verzweigter Zustand

Kolktiefen und Bankhöhen

grösste negative bzw. positive Abweichung deinen Sohlenpunktes von der mittleren Sohle

Kolkarten spielen dabei keine Rolle: Zusammenflusskolk, Krümmungskolk, Kolk infolge Umlenkung oder an einer festen Berandung

optimale Breite bei maximaler Transportkapazität

Kolk; räumlich begrenzte Erosionen des Flussbetts. eine lokal erhöhte Erosionsintensität resultiert infolge:

  • erhöhter Strömungsgeschwindigkeit
  • erhöhter Turbulenz
  • Sekundärströmungen

Kolke werden aber auch durch Einbauten wie Verengungen, Wehre, Abstürtze, Brückenwiderlager und Brückenpfeiler sowie Buhnen verursacht.

Drei Arten von Kolk

  • durch einen vertikalen Strahl (Überfälle)
  • durch horizontalen Strahl (Anschluss an ein Tosbecken)
  • morphologische Kolke (Flusskrümmungen, Strecken mit alternierenden Bänken oder verzweigten Gerinnen)

Kolk durch Vertikalstrahl

es bilden sich vier charakteristische Wasserwalzen

Berechnung nach KOTOULAS sowie TSCHOPP UND BISAZ

Benötigte Parameter

\(q\): spezifischer Abfluss

\(\Delta h\): Höhendifferenz

\(d_{90}\): charakteristischer Korndurchmesser des Untergrundmaterials

Kolkwassertiefe \(T=S+h_u\)in m für den all ohne Geschiebezufuhr

Vorsicht Gültigkeitsbereich; vollkommener und unvollkommener Überfall werden unterschieden

unvollkommener Überfall

Abflusstiefe im Überfallquerschnitt grösser als die kritische Tiefe und im Unterwasser stellt sich nicht ein Tauchstrahl ein.

Strömungsverhältnisse eher der Situation bei einem Horizontalstrahl

Kolk eher weniger Tief

\(T'=S'+h_u\approx 0.84(S+h_u)\)

Annäherung Unterschied (Energielienien) Wasserspiegellagen von Ober- und Unterwasser

Kolk durch Horizontalstrahl

Aussen nicht massgebend, sehr vereinzelt.

zweite von Aussen: instabile Form

Untersuchungen mehrheitlich auf grau hinterlegte Formen

Anschluss an einen Fallboden, falch geneigte Rampe oder auch eine unvollkommener Überfall

Übergang von schiessendem zu strömendem Abfluss

Kurvenkolk

Abschätzung Wasserspiegelüberhöhung

Berechnung von Dämmen oder sonstigen Schutzbauwerken, Sicherheitszuschlag von 1.5

Sohlenverlauf Kurvenkolk

Querverlauf der Sohle im stationären Zustand

\(h=h_m\Big({r \over r_m}\Big)^K\)

Für K existieren verschiedene Ansätze

Kolktiefe

Eintiefung bei Verengung

Eintiefung durch vermehrten Abfluss, da alles duch Engstelle und vergrösserte Fliessgeschwindigkeit oder

Eintiefung duch zustätzlich, lokalen Kolkungen an dem in den Flussquerschnitt vorspringenden Hindernis infolge Umlenkung der Strömung.

Kolk an Einbauten

Kolk bei Beginn Geschiebetransport auf max. Tiefe, Gerade nach Beginn wird Kolk leicht reduziert

Kolk an Widerlagern und Buhnen

Parameter Definitionen der neueren Ansätze zur Berechung von Kolk

Berechnung der Kolktiefe

Ansatz von MELVILLE

Berücksichtigung verschiedener Wirkungen verschidener Einflüsse durch Überlagerung der entsprechenden Einflussfaktoren

  1.  berücksichtigen der wichtigsten Einflussgrössen: h und L die Grundtiefe \(K_{y\ L}\) des Kolks bestimmen
  2. Einflüsse der Zuströmung, der Kornverteilung des Sohlenmaterials, der Form und der Anordnung des Bauwerks sowie der Gerinnegeometrie duch empirisch ermittelte Einflussfaktoren Ki quantifiziert.
  3. Kolktiefe: \(S=K_{y\ L}K_IK_dK_S^*K_\delta ^*K_G\)

Grundtiefe ist abhängig von h/L

Einflussfaktoren MELVILLE

  • Anströmgeschwindigkeit (Strömungsintensität, KI): unterschiedliches Kolkverhalten bei: Reinwasserbedinungen oder bei Geschiebetransport
  • Korndurchmesser Kd: Definiert durch L/d50>25
  • Bauwerkform K*s: abhängig von L/h
  • Ausrichtung des Bauwerks K*_delta: abhängig von L/h
  • Gerinnegeometrie KG: vorallem dann wichtig, wenn Vorlandabfluss ganz abgelenkt werden muss (Brücke)

HOFFMANS Ansatz für den Fall mit Geschiebetransport

Einführen eines Verbauungsgrades m=L/b

Formel besteht aus zwei Teilen; Kolktiefe infolge Verengung und zweite Term für Kolktiefe am Bauwerk

Ansatz vonHUNZINGER für verzweigte Gerinne

kolkbildung an Buhnen in verzweigten Gerinnen

Buhnen können aufwenigeren Längsverbau ersetzten

Keine klare Uferlinie idendifizierbar

mittlere Kolktiefe an Buhnen in verzweigten Gerinnen rund 1.5 bis 2.0 mal grösser als Tiefen der morphologischen Kolke; maximale Kolktiefen lediglich 1.3

Pfeilerkolk

Kolktiefe=Gundtiefe*Einflussfaktoren

Verteifung um den Pfeiler ist eine Folge des Kolkes nicht eine Ursache. Hufeisenartige strömung löst sich ab und führt entlang des Pfeilers

Ansatz nach MELVILLE: \(S=K_{y\ L}K_IK_dK_SK_\delta \); Kolktiefe an einem Pfeiler der Breite D

Für freistehenden sylindrischen Pfeiler, häufiger Fall Pfeilerdurchmesser kleiner als 0.7h => max. Kolktiefe ca. 2.5*D

Einflussfaktoren nach MELVILLE Pfeilerkolk

\(S=K_{y\ L}K_IK_dK_SK_\delta \)

  • Anströmgeschwindigkeit (Strömungsintensität, KI): unterschiedliches Kolkverhalten bei: Reinwasserbedinungen oder bei Geschiebetransport
  • Korndurchmesser Kd: Definiert durch D/d50>25 (D=Pfeilerbreite)
  • Pfeilerform Ks: abhängig von D/h
  • variable Pfeilerbreite
  • Treigut
  • Anströmwinkel, Ausrichtung de Pfeileres K_delta: abhängig von D/h
  • Gerinnegeometrie; unbedeutend, solange für S verwendete Abflusstiege und Fliessgeschwindigkeit die Zuströmbedinungen des Pfeilers chrakterisieren

Dimensionierung oder Sicherung eines bauwerkes sind alle Erosions und Kolktypen einzurechen

Flussbauliche Konzepte: 

Stabiles Gerinne, dabei über ausreichende Kapazität verfügen, um anfallendes Wasser und die zugeführten Sedimente schadlos abführen

bei frühe grosse Korrektionsprojekten standen Aspekte des Hochwasserschutzes deutlich im Vordergrund

Bei Projektierung heutiger projekte muss folgenden Kriterien Rechnung getragen werden:

  • naturnahe Gestaltung, natürlich
  • Gewährleisten einer vielfältigen Struktur des Gewässersohle und Uferbereiche
  • Längsvernetzung
  • Quervernetzung
  • Reduktion Nährstoffeintrag (Pufferzone /-Streifen)
  • Förderung Selbstreinigungskraft Fliessgewässer

Massnahmentypen

Unter Gerinneausbau werden alle Massnahmen verstanden, welche die Abflusskapazität eines bestehenden Gerinnes steigern, dessen Stabilität gewährleistuen und somit eine gefahr- und schadlose Ableitung der Hochwasserabflüsse und der anfallenden Feststoffe gestatten

reiner Hochwasserschutz

Mit der reinen Hochwasserkorrektion wird die in alluvialen Ebenene vorhandene Aufteilung zwichen Flussgerinne und Überschemmungsgebiet beibehalten. Durch die Eindämmung werden die potenteillen Überflutungsflächen und damit auch die Retentionswirlung bei Hochwasser reduziert

 

Der Vorteil des Doppelprofils liegt dabie in der weitgehenden Entflechtung der Kapazitäts- und der Stabilitätsproblematik.

Auf den Vorländers: i.d.R. infloge geringere Abflusstiefen-> geringere Geschwindigkeit und Schleppkräfte. Grasnarbe soll als Erosionsschutz dienen

Freibord

Freibord f ist der Abstand zwischen dem Wasserspiegel und der Oberkante des Ufers oder der Unterkante einer Brücke.

 

Freibord nach KOHS detailiertere und neuere Empfehlung der Kommission für Hochwasserschutz des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbands

Freibord: \(f_{e}=\sqrt{f_{w}^2+f_{v}^2+f_{t}^2}\)

w: Unschärfen in der Bestimmung der Wasserspiegellage

v: Wellenbildung und Rückstau an Hindernissen

t: zustätzlich benötigtem abflussquerschnitt für Treibgut unter Brücken

Raumbedarf von Fliessgewässern

  • Breite der natürlichen Gerinnesohle
  • Breite des Uferbereiche (Schlüsselkurve)
  • Erholungsraum
  • Pendelband
  • Siedlungsbereich

Uferstabilisierung/Gerinnestabilisierung

horizontale und vertikale stabilität

Gestaltung Flussabschnitte

 

  1. langer Abschnitt im dynamischen Gleichgewicht
  2. Folge von kürzeren Abschnitten im dynamischen Gleichgewicht und von Fixpunkten
  3. total augebauter Abschnitt
  4. periodische Trendumkehr

Normalprofil

Sind Abflussregim, Sedimentparamter, Linienführungund damit auch Längsgefälle gegeben, wird anhand der Gerinnebreite und der Gestaltung der Uferbereiche die Transportkapazität des Gerinnes bestimmt. Diese muss auf die Zufuhr in die bertrachteten Flusstrecken abgestimmt sein, um eine stabile Sohlenlage zu gewährleisten.

4 typische Bereiche

variables Normalprofil

  • flachese Abschnitte
  • steilere Abschnitte

Unterschiedliche Aufweitungen:

  • lang
  • kurz

Vorteil: hohoe Durchgängigkeit (Längsvernetzung)

Breite Strecken wirken als Speicherstrecken, vermögen Shwankungen in der Geschiebezufuhr zu dämpfen, in aufgeweiteten Abschnitten bilden sich Bänke, verzweigte Gerinnestrukturen -> grosse Strukturvielfalt

flussbauliche Massnahmen und bauliche Elemente

wichtigeste und gebräuchlichsten massnahmen

  • Sicherung der Ufer vor seitlichen Erosion
  • Verhinderung der Eintiefung des Sohle durch vertikale Erosion und
  • Verhinderung von Sohlenhebungen duch Ablagerungen

Blockwurf und Bolcksatz

 

Blockwurf: Uferböschung flächig abgedeckt, Ufer vor Erosion schützen; Wurf, da Blöcke mehr oder weniger zufällig platziert werden; häufig mehrlagig

Bolcksatz: Blöcke sorgfälltig platziert; meist nur einlagig

Blockwurf und Bolcksatz

Blockwurf: Uferböschung flächig abgedeckt, Ufer vor Erosion schützen; Wurf, da Blöcke mehr oder weniger zufällig platziert werden; häufig mehrlagig

Bolcksatz: Blöcke sorgfälltig platziert; meist nur einlagig

Étudier