Flussbau

Flussbau; ETHZ Master, Vertiefung Wasserbau G.R. Bezzola

Flussbau; ETHZ Master, Vertiefung Wasserbau G.R. Bezzola


J. S.
Diese Lernkarten behandeln flussbauliche Maßnahmen und Konzepte auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Sicherung von Ufern, die Berechnung von Abflusstiefen und Geschwindigkeiten sowie die Gestaltung von Gerinnen. Themen wie Blockwurf, Bolcksatz und die Berechnung von Kolktiefen werden detailliert erläutert. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Bereich der Wasserwirtschaft, die sich mit der Stabilität und dem Schutz von Flüssen befassen.
Karten
253
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Naturkunde
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
05.02.2019 / 13.01.2020

Lernkarten

Streuung, um Breite der Kronverteilung zu beschreiben

\(\sigma=\sqrt{d_{84} \over{d_{10}}}\)

massgebender Durchmesser

d_m entspricht daher dem über die Summenhäufigkeit gebildeten geometrischen Mittel der Kornverteilung

Grenzdruchmesser

Kann bestimmt werden, wenn Gröbstkomponenten im Fluss, die nicht oder nur sehr selten (auch bei Hochwasser nicht) transportiert werden; man legt einen Grenzdurchmesser fest und bestimmt d_m anhand einer kleineren Probe

weitere Parameter Feststoffe

(Dichte Quarz und Kalk)

  • Dichte von Sedimenten (fehlen Erhebungen, für Quarz \(\rho_s \approx 2'650 \ kg/m^3\), Jura-Kalk 2400-2500)
  • Dichte von Ablagerungen (Gesamtvolumen)
    Lagerungsdichte: \(\rho_l = {\rho_sV_s\over{V_{tot}}} ={\rho_s(V_{tot}-V_p)\over{V_{tot}}}=\rho_s(1-n)\); Geschiebeablagerung:Porosität n=0.3 und pl=1'850 kg/m3;Feinsande n höber, n>0.5 möglich
  • Ruhewinkel und Kippwinkel; (Ruhewinkel für d>5 36-41°
  • Formfaktor (für natürliche Körner FF=0.7, Kugel=1)
  • Sinkgeschwindigkeit mit FD=G': \(v_S=\sqrt{{4\over{3}} {(s-1)\ g\ d\over{c_{D}}} } \)

zwei Arten Strömungen

laminare Strömung, nahezu parallele Stömungsbahnen

turbulente Strömung

Bestimmung über REynoldszahl; \(Re={u\ l \over v}\); u=Geschwindigkeit, l= charakteristische Länge (D oder rhyd)

in den im Flussbau interessierenden Gerinnen ist die Strömung in der Regel turbulent.

Navier und Stokes:

substantielle Beschleunigung= lokale Beschleunigung + konvektive Beschleunigung

stationär, alle lokalen Beschleunigungen sind =0

 

Zeitliche Mittelung der Bewegungsgleichungen

zeitliche Mittelwerd der Geschwindiglkeitskomponente u mit \( \bar{u}\) und die Schwankungsgeschwindigkeit mit u', so ist \(u = \bar{u} + u'\)

Analog für die anderen Geschwindigkeitskomponenten: \(v = \bar{v} + v'\ \ und \ \ w = \bar{w} + w'\); ebenso für den Druck: \(p = \bar{p} + p'\)

turbulente Schwankungsbewegung sind gegeben durch die zeitliche Mittelwerte der quadratischen Schwankungsgrössen.

Gleichungssystem nicht mehr lösbar, das Schwankungsbewegungen nicht bekannt sind. Erst wenn Zusammenhang Schwankungsgrössen und mittlerer Bewegung angegeben, kann System gelöst werden.

Zusammenhang kann nur empirisch gegeben werden. Wesentlicher Inhalt Turbulenzhypothese oder Turbulenzmodelle. Er weden nicht Turbulenzen beschrieben, sondern deren Auswirkungen auf mittleres Strömungsfeld.

Mischbewegung verursacht Verluste

Schwerkraft \(\tau \)

äussere Gewichtskraft wirkt Schubspannung entgegen

\(\tau=\rho \ g\ (h-y)\ sin(\alpha)\) mit \(sin(\alpha)\approx tan(\alpha)=J\)

An Gerinnesohle bei y=0 =>\(\tau=\rho \ g\ h \ J\)   wird auch als Wandschubspannung bezeichnet: (\(\tau_0\))

Mit Hilfe der Wandschubspannung definierte Parameter

Schubspannungsgeschwindigkeit \(U_* = {\sqrt{\tau_0 \over \rho}}=\sqrt{\rho \ g\ h \ J\over \rho}={\sqrt{ \ g\ h \ J}}\)

wichtige Kenngrösse im Zusammenhang mit der Behandlung des Fliesswiderstands und der Fliessgesetze

Laminare Strömung

Zähigkeitskräfte dominieren, keine Schwankungsbewegungen zu beobachten (u'=v'=w')

\(\tau=\tau_l=\rho\ \nu\ {\partial\bar{u} \over{\partial}y}\)

Für grosse Abflusstiefen y<<h und y/2h ~0 ergibt sich vereinfacht \({\bar{u} \over U_*}={U_*y \over \nu}\); bei laminarer Strömung ist die Geschwindigkeitsverteilung von der beschaffenheit der Sohle UNabhängig.

Turbulente Strömung

Schubspannungen werden durch ide Geschwindigkeitsschwankungen der tubulenten Mischbewegung verursacht

turbulente zweidimensionele gleichförmige Parallelströmung \(\tau=\tau_t=-\rho\ \overline{u'\nu'}\)

Boussinesqu analog zu Zähigkeitsbeiwert \(\mu=\rho\nu\); Impulsaustauschgrösse \(A_\tau\)

\(\tau_t=-\rho\ \overline{u'\nu'}=A_\tau {\partial\bar u \over \partial y}\)

scheinbare kinematische Zähigkeit oder Wirbelviskosität der turbulenten Strömung

\(\varepsilon_y={A_\tau\over\rho}\)

Mischungswegfomel nach Prandtl

\(\tau_t=\rho l^2 \Big|{\partial\bar u \over \partial y}\Big| \Big({\partial\bar u \over \partial y}\Big)\)

gilt für inkompressible Strömungen

Mischungsweglänge l: Abstand in Querrichtung, den ein Flüssigkeitselement mit der mittleren Geschwindigkeit seiner ursprünglichen Schicht zurücklegen muss, bis der Unterschied zwischen seiner Geschwindigkeit und der Geschwindigkeit am neuen Ort gleich der mittleren Längsschwankung der turbulenten Strömung ist.

Mischungsweglänge

Prandtl postuliert lineare Abhängigkeit vom Abstand zur Sohle

\(l=\kappa y\); Kappa wird dabei empirisch bestimmt und in der Regel als Konstante betrachtet (~0.4)

Zusammenhang zwischen Prandtl'schen Mischungswegformel und dem Ansatz von Boussinesq

Zusammenhang Wirbelviskosität und dem Mischungsweg 

\(\varepsilon_y=l^2 {\partial\bar u\over{\partial y}}\)

Turbulentes Gschweindigkeitsprofil

\({\partial \bar u \over \partial y}={U_* \over \kappa y}\); Integriert und für y=0 mit Geschwindigkeit \(\bar u=0\) folgt

 

\({ \bar u \over U_*}={1 \over \kappa} ln{y \over y_0} =(5.75 \ log({y \over k_s})+8.48)\)

Fallunterscheidung an der Sohle oder an einer Wand.

Die hoch ist diese 'zähe' laminare Unterschicht (\(\delta\)) im Vergleich der Rauhigkeitserhebung

turbulente Strömung über hydraulisch glatter Sohle (unabhängig von Rauigkeit der Wand)

turbulente Strömung pber hydraulisch rauer Sohle (nur von Rauigkeit der Wandn abhängig)

Übergangsbereich (von Reynoldszahl und Wandrauigkeit

charakteristisches Mass für die Rauigkeit der Sohle

äquivalente Sandrauigkeit \(k_s\)

Entspricht dem Durchmesser von Sandkörnern einheitlicher Grösse in dichter Anordnung auf einem planen Untergrund, die den gleichen hydraulischen Widerstand aufweisen, wie die betrachtete Sohle

geometrisches Rauigkeitsmass~äquivalente Sandrauigkeit

hydraulisch glatt wenn

laminare Unterschicht so dick, dass Rauigkeitserhebungen der Wandung vollständig von dieser Schicht überdeckt sind.

\(Re_*={U_* k_s \over\nu}\leq 5\)

y0 muss experimentell bestimmt werden, kann als Proportional zim Verhältnis der kin Zähigkeit und Schubspannungsgeschwindigkeit angesehen werden \(y_0 \sim{\nu \over U_*}\)

Es kann umgeformt und eingesetz werden => \({ \bar u \over U_*}={1 \over \kappa} ln{U_* y \over \nu} +5.5\)

In turbulenter Strömung mit hydraulisch glatter Sohle lassen sich verschiedene Bereich unterscheiden

  • laminare Unterschicht
  • Übergangsbereich (Übergang der laminaren Strömungverteilung zur turbulenten Strömung)
  • logarithmische Berich
  • im Sohlennahen Bereich auch logarithmisch, muss/kann aber mit wake-Funktion korrigiert werden

turbulente Strömung über hydraulisch rauer Sohle

Rauigkeitserhebungung über den Übergangsbereich hinaus

\(Re_*={U_* k_s \over\nu}\geq 70\)

Geschwindigkeits messungen in Kreisrohren mit einheitlicher Sandauskleidung nach NIKURADSE

Geschwindigkeitsprofil unter den Annahmen, dass ks=d und \(\kappa= 0.4\)

\({ \bar u \over U_*} =5.75 \ log({y \over k_s})+8.48={1 \over \kappa} ln{29.8 y\over k_s}\)

Wobei der rechte Teil der Gleichung mehrheitlich angewendet wird.

Der Abstand des Bezugshorizont wird als \(y_0={k_s \over 29.8}\) beschrieben.

Problematik bei der Anwendung: Lage des Bezugshorizont und der Quantifizierung des äquivalenten Sandrauigkeitsmass ks

 

Zusammenhang zwischen ks und dmD

Wie kann er beschrieben werden und welchen Durchmesser wird dazu benötigt um ks anzunähern

\(k_s \approx (1.5-4) \ d_{90}\)

Für gleichmässige Längenprofile und nahezu ebener Sohle wird eher ein Wert von 2d90 angesetzt

Turbulente Strömung im Übergangsbereich

Beispiel Alpenrhein als Grenze bis einmündung in den Bodenses zeigt, dassi I Kiesflüssen auch bei relativ kleinen Längsgefällen und geringen Abflusstiefen die turbulenten Strömung über hydraulische raue Sohle dem Normalfall entspricht.

wake-Funktion, auch Nachlauffunktion genannt

turbulentes Geschwindigkeitsprofil euber Gerinneströmung kann nach diesen Überlegungen als Überlagerung einer Wandfunktion und einer Nachlauffunktion aufgefasst werden

wake-Funktion

Ansatz auf empirischem Weg gefunden, wird mit wake-Funktion ergänzt.

\({\bar u \over U_*}={1 \over \kappa} ln \Big ({y \over k_s} \Big )+B+\omega \Big( {y \over \delta _G}\Big)\)

wobei die wake-Funktion geschrieben wird als \(\omega \Big( {y \over \delta _G}\Big) = {2\Pi \over \kappa} sin^2 \Big({\pi \over 2}{y \over \delta _G}\Big )\)

Abstand Sohne und Grenzschichtdicke wird berücksichtigt

 

Geschwindigkeitsprofil über hydraulisch rauer Sohle

Annahme Konstanten: \(\kappa =0.4 \\ B\approx 8.5 \\ \Pi \approx 0.25\)

\({ \bar u \over U_*} =2.5 \ ln({y \over k_s})+8.5+0.2\ sin^2 \Big({\pi \over 2}{y \over h}\Big )\)

Für praktische Anwendungen wird die wake-Funktion daher oft nicht berücksichtigt und folgende Formel wird angewendet.

\({ \bar u \over U_*} =2.5 \ ln({y \over k_s})+8.5= 2.5 \ ln \Big({30y \over k_s}\Big)\)

 

Mittlere Fliesgeschwindigkeit

erst damit ist Abflussberechnung möglich, das heisst eine Pegel-Abflussbeziehung kann vorhergesagt werden.

Geschwindgkeitsverteilung über die durchströnte Fläche liefert den Durchfluss, aus welchem durch Division mit der Querschnittsfläche die mitllere Geschwindigkeit besitmmt werden kann.

\({U_m\over U_*}={1 \over A} \int_{y_0}^{y_{max}} {\bar u (y)\over U_*} dA\)

dimensionslose mittlere Fliessgeschwindigkeit

Für Rohrstroömungen gilt: \({U_m \over U_*}=2.5 \ ln{r \over k_s}+4.75= 2.5 \ ln{13.27 \ r/2 \over k_s}\)

Für Gerinneströmungen: \({U_m \over U_*}=2.5 \ ln{h \over k_s}+6.0= 2.5 \ ln{10.93 \ h \over k_s}\)

mittlere Wandschubspannung

\(\tau_{0\ m} =\rho g {A\over P} J=\rho g {r \over 2} J\); wobei P der benetzte Umfang ist und A die durchströmte Querschnittsfläche

Im Falle eines Kreisrohrer entrspircht \(\tau _{0\ m} =\tau _0\) (also der tatsächlichen Wandschubspannung), welche über den benetzten Umfang eine konstante Verteilung aufweist.

Für Freispiegelgerinne ergiebt sich die mittlere Wandschubspannung (bei Normalabfluss) zu \(\tau_{0\ m}P\Delta L =A\ \Delta L\ \rho\ g\ sin \alpha \approx A\rho g J\) (Komponenten parallel zur Sohle => Schubspannung \(\tau_{0\ m} =\rho g {A\over P} J=\rho g R J\)

hydraulischer Radius

R=A/P

bei Kreisprofilen= r/2

bei offenen Gerinnen, stellt R einen charakteristischen Profilwert dar.

quadratisches Widerstandsgesetz

\({U_m}^2\sim \tau _{0\ m}\)

Beschreibung Zusammenhang mittlere Geschwindigkeit im Profil und mitlere Wandschubspannung mittels eines Widerstandsbeiwert zu verknüpfen

Widerstandsbeiwerte verdiedene Definitionen

Widerstandsbeiwerte

verschiedene Definitionen (Rohrhydraulik und Gerinnehydraulik)

Rohrhydraulik (Darcy-Weisbach): \(U_m=\sqrt{8 \over \lambda}\sqrt{gRJ}\)

Gerinnehydraulik (CHÉZY): \(U_m=c \sqrt{gRJ}\)

STRICKLER: \(U_m= k_{st}\ R^{2/3}\ J^{1/2}\); ermitterlt aus Labor- und Naturdaten

Rauigkeitsbeiwerte

Werden sich bei Rückrechnung mit verschiedenen Formeln unterscheiden. Ebenfalls sind sie Wetter und Profil abhängig

höhe Wasser, Geschwindigkeit und Schubspannung proportional, wenn alles gross oder alles klein.

breite Gerinne haben kleine Abflusstiefe verglichen mit der Gerinnebreite

A=hb und benetzte Umfang P=b

Eigenschaften Wandschubspannungen? und deren Schubspannungsgeschwindigkeit

\(\tau _{0 \ m}=\tau_0 \approx \rho\ g \ h\ J\)

Tatsächliche Wandschubspannung entspricht der mittleren Wandschubspannung

\(U_m= \sqrt{\tau_{0\ m}/\rho}=\sqrt{\tau_{0}/\rho} \approx \sqrt{g\ h\ \rho}\)

mittlere Geschwindigkeit in einem allgemeinen Gerinne durch welche Beziehung beschrieben?

\(U_m= 2.5 \ ln{a\ R \over k_s} \sqrt{g\ R\ J}\); 

c kann mit dem Verhältnis \({U_m \over U_*}\) berechnet werden

a von Profilform und verhältnis h/b abhängig, Werte tabelliert

relative Überdeckung und relative Rauigkeit

Überdeckung: \({R \over k_s}\)

Rauigkeit: \({k_s \over R}\)

äquivalente Sandrauigkeiten ks für unterschiedliche Sohlen

Potenzgesetz nach STRICKLER

und MANNING

Strickler: \(U_m= k_{st}\ R^{2/3}\ J^{1/2}\)

Manning: \(U_m= {1 \over n}\ R^{2/3}\ J^{1/2}\)

Stricklerbeiwert: \(k_{st}= {21.1\over {\sqrt[6]{d_{90}}}}\); dabei ist d90 in meter einzusetzen

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