Zusammenfassungen Compendio


G. G.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Konzepte der Teamführung und -dynamik. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Führungsstile, Rollenmodelle wie Belbin und Brocher, sowie Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman. Die Karteikarten beleuchten auch die Bedeutung von Sitzungsmanagement, Erfolgsfaktoren wie 'Ich', 'Wir', 'Aufgaben' und 'Umfeld', und Ansätze zur Mitarbeiterbeurteilung. Ideal für Führungskräfte und Projektleiter, die ihre Teams effektiv führen und entwickeln möchten.
Flashcards
64
Students
11
Language
German
Category
Computer Science
Level
Other
Created / Updated
05.02.2019 / 10.05.2022

Flashcards

Was ist das AKV-Prinzip?

Aufgaben:
Aufforderung bzw. Verpflichtung

Kompetenzen:
mit der Aufgabe verbundene Befugnisse bzw. Rechte

Verantwortung:
Pflicht zur vereinbarungsgemässen Aufgabenerfüllung

Beim Delegieren sind auf folgende Regeln / Kriterien zu beachten:

  • Adressatengerecht
    • Nur an die direkt unterstellten Mitarbeitenden.
    • Fähigkeiten und Kapazitäten berücksichtigen.
  • Zumutbar
    • Zusammenhängende, vollständige Aufgaben
    • Im Umfang bewältigbare Aufgaben
  • Verbindlich
    • Zweck und Ziel der Aufgabe, weitere wichtige Informationen
    • Schriftliche Aufgabenstellung, besonders bei komplexeren Aufgaben
    • Vorgehen bei Abweichungen oder Verzögerungen
  • Überprüfbar
    • Unterstützungsbereitschaft bei Problemen oder Schwierigkeiten
    • Regelmässige Fortschrittskontrollen bei umfangreicheren Aufgaben
    • Konstruktives Feedback

Welches sind die 3 Beurteilungsebenen der Mitarbeiterbeurteilung?

Feedback
Laufende Rückmeldungen auf das Arbeitsverhalten dienen der Motivation und Förderung der Mitarbeitenden.

Leistungsbeurteilung
Die Basis für die Bewertung der Arbeitsergebnisse und Leistungen bilden die vereinbarten Ziele. Das Ziel der Leistungsbeurteilung ist, über Belohnungen Leistungsanreize zu schaffen.

Potenzialbeurteilung
Mit der Bewertung der Mitarbeiterpotenziale soll die Laufbahn- und Nachfolgeplanung im Unternehmen sichergestellt werden.

Was wird mit Coaching als Führungsaufgabe verstanden?

Unterstützender Beratungsprozess, der das Fördern und Fordern, Anleiten und Helfen, Moderieren und Integrieren der Mitarbeitenden beinhaltet.

Grundsätzlich gilt: Der Coach ist für die Gesprächsführung, nicht für die Problemlösung zuständig.

Es gibt zwei Formen der Gruppenbildung und -leitung:

Formell
als von aussen bestimmte Zweckgemeinschaft mit einer offiziellen Leitung

Informell
als selbst bestimmte Interessengemeinschaft mit einer freiwilligen Leitung

Die 4 Erfolgsfaktoren der Teamarbeit:

  • Umfeld
  • Aufgaben
  • Ich
  • Wir

Massnahmen des Erfolgsfaktors Umfeld:

Teamförderliche äussere Rahmenbedingungen schaffen: Strategie, Struktur, Kultur.

Massnahmen des Erfolgsfaktors Aufgaben:

Zweckdienliche Aufträge als Team- oder als Einzelarbeit erteilen

Massnahmen des Erfolgsfaktors 'Ich':

Persönliche Bereitschaft und Fähigkeit zur konstruktiven Teamarbeit durch Integrationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, Lösungsorientierung, Engagement und Veränderungsbereitschaft

Massnahmen des Erfolgsfaktors 'Wir':

Sach- und Beziehungsebene der Teamarbeit bewusst fördern durch

  • produktive Arbeitsbedingungen: Teamziele, Aufgabenverteilung, Entscheidungsregeln und -kompetenzen und Zeitmanagement.
  • Wir-Gefühl: Zusammenhalt (Teamgeist) und Umgang miteinander (Teamklima) mittels offener Kommunikation und Information, wertschätzender Feedbacks, konstruktiver Kritik sowie gegenseitiger Unterstützung.

Eine kontinuierliche Teamentwicklung sichert den nachhaltigen Teamerfolg. Die Führungsperson fördert diese selbst oder mit externer Unterstützung. Anlass dazu geben typischerweise:

  • Neues Arbeits- oder Projektteam bzw. neue Teamzusammensetzung
  • Standortbestimmung in einem bestehenden Team (Reflexion)
  • Strukturelle Veränderungen im Umfeld
  • Problemklärung und -lösung (Meinungsverschiedenheiten) • Konfliktbewältigung auf der Beziehungsebene

Sachorientierte Faktoren der Arbeitsorganisation im Team:

  • Teamziele
  • Aufgabenverteilung
  • Entscheidungen
  • Zeitmanagement

Wichtige Faktoren für das Teamklima:

  • Kommunikations / Information
  • Feedback / Kritik
  • Unterstützung

Gemäss dem Modell von B. W. Tuckman durchlaufen gruppendynamische Prozesse vier entscheidende Phasen:

  1. In der Forming-Phase lernen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig kennen. Die Bewältigung der gemeinsamen Aufgabe steht noch nicht im Vordergrund.
  2. In der Storming-Phase decken die Gruppenmitglieder ihre unterschiedlichen Vorstellungen auf. Meinungsverschiedenheiten, Konflikte und Machtkämpfe werden ausgetragen.
  3. In der Norming-Phase entwickelt sich der Gruppenzusammenhalt, indem die Rollen verteilt und gemeinsame Regeln aufgestellt werden.
  4. In der Performing-Phase wird die Gruppe produktiv tätig und konzentriert sich auf die Zielerreichung.

Die Rollenverteilung innerhalb eines Teams regelt die Aufgaben, Rechte und Pflichten der Teammitglieder, von denen erwartet wird, dass sie sich rollenkonform einbringen. Nenne die 4 Ansätze der Rollenverteilung.

  • Soziodynamische Rangstruktur (Schindler)
  • Riemann- Thomann-Kreuz (Riemann/ Thomann)
  • Verhaltensorientierte Rollenfunktionen (Brocher)
  • Dynamisches Rollenmodell (Belbin)

Grundlagen und Ausprägungen des Ansatzes Soziodynamische Rangstruktur (Schindler):

In jeder Gruppe entwickelt sich eine Rangdynamik, aus der sich folgende Positionenverteilung ergibt:

  • Alpha: Gruppenführung, Repräsentant nach aussen
  • Beta: versteckte Gruppenführung, potenzieller Gegenspieler von Alpha
  • Gamma: Gefolgsleute von Alpha, anonyme Mitglieder
  • Omega: Gegenspieler von Alpha und dadurch Aussenseiter oder inneres Feindbild

Der Gegner steht ausserhalb der Gruppe und verkörpert somit das äussere Feindbild, von dem sich die Gruppe abzugrenzen bemüht.

Grundlagen und Ausprägungen des Ansatzes 'Riemann- Thomann-Kreuz':

Vier menschliche Grundstrebungen zeigen sich auch im Arbeitsverhalten. Jeweils zwei stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander:

  • Nähe – Distanz
  • Dauer – Wechsel

Jeder Mensch besitzt sämtlichen Grundstrebungen, lebt diese aber unterschiedlich stark und in verschiedenen Situationen auch anders aus.

Grundlagen und Ausprägungen des Ansatzes 'Verhaltensorientierte Rollenfunktion (Brocher)':

Ein Team wird arbeitsfähig, wenn es drei Verhaltensweisen vereinigt:

  • Aufgabenrollen: Konzentration auf Sachebene, Aufgabe und Zielerreichung
  • Aufbau- und Erhaltungsrollen: Konzentration auf Beziehungsebene, Gruppenklima
  • Individualrollen (dysfunktionale Rollen): selbstbezogenes Verhalten und dadurch Behinderung der Gruppenarbeit

Grundlagen und Ausprägungen des Ansatzes 'Dynamisches Rollenmodell (Belbin)':

Ein funktionierendes Team vereinigt insgesamt neun unterschiedlich ausgeprägte Eigenschaften und Verhaltensmuster, die einander ausgleichen:

Kommunikationsorientiert: Koordinator, Wegbereiter, Teamarbeiter

Handlungsorientiert: Macher, Umsetzer, Perfektionist

Wissensorientiert: Erfinder, Beobachter, Spezialist

Typische Anlässe für die Einberufung einer Teamsitzung sind:

  • die gegenseitige Information besonders wichtiger oder heikler Themen
  • die Lösung eines Problems
  • die gemeinsame Entscheidungsfindung oder Konfliktlösung

Die zweckmässige Sitzungsvorbereitung umfasst:

Inhaltliche Vorbereitung

  • Thema und Sitzungsziele konkretisieren.
  • Teilnehmerkreis bestimmen.
  • Sitzungsleitung bestimmen: selbst oder eine Drittperson.
  • Traktandenliste und Moderationsleitfaden entwerfen.

Organisatorische Vorbereitung

  • Infrastruktur, Medien und Moderationshilfsmittel auswählen.
  • Pausen einplanen, Verpflegung und Unterkunft organisieren.
  • Protokollform und -führung bestimmen.
  • Sitzungseinladung an die Teilnehmenden verschicken.

Eigene, innere Vorbereitung

  • Sachebene: eigene Sicht des Sachverhalts, der Ziele, Erwartungen und Ergebnisse
  • Beziehungsebene: Klärung der Rolle, der eigenen Interessen und der Akzeptanz

Die erfolgreiche Durchführung der Sitzung lässt sich durch ein strukturiertes Vorgehen und den Einsatz geeigneter Moderationstechniken unterstützen. Nenne min. 5 Moderationstechniken:

  • Steckbrief
  • Paarinterview
  • Erwartungsabfrage
  • Brainstorming
  • Kartenabfrage
  • Abfrage auf Zuruf
  • Punktabfrage
  • Matrixdiagramm
  • Problemanalyseschema
  • Zwei-Felder-Schema
  • Szenariotechnik Steckbrief
  • Paarinterview
  • Erwartungsabfrage
  • Brainstorming
  • Kartenabfrage
  • Abfrage auf Zuruf
  • Punktabfrage
  • Matrixdiagramm
  • Problemanalyseschema
  • Zwei-Felder-Schema
  • Szenariotechnik
  • Massnahmenplan
  • Stimmungsbarometer
  • Blitzlicht

Typische Moderationsaufgaben während der Sitzung sind:

Zeitmanagement:
Pünktlich anfangen und aufhören, Zeitplan zu Beginn der Sitzung vorstellen und während der Sitzung konsequent kontrollieren, Einverständnis über Zeitplan oder Reihenfolge der Themen einholen.

Visualisierung:
Komplexere Zusammenhänge und Zwischenergebnisse aufzeigen.

Verbindliche Ergebnisse:
Schriftliche Massnahmenpläne formulieren, die Zielerreichung bei jedem Traktandum kontrollieren.

Anteilnahme:
Auf die Teilnehmenden eingehen, positive und konstruktive Grundhaltung auch im Umgang mit Störungen vorleben, Wertschätzung zeigen.

Verhaltensregeln:
Gemeinsam vereinbarte Verhaltensregeln einhalten, deren Verletzung konsequent sanktionieren.

Die zweckmässige Sitzungsnachbearbeitung umfasst:

  • Reflexion: Erkenntnisse gewinnen und Konsequenzen ziehen.
  • Sitzungsbeschlüsse festhalten und Umsetzung kontrollieren.
  • Sitzungsprotokoll den Teilnehmenden weiterleiten.

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