Kartei


Philipp Lenz
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen und Anwendungen von Lasertechnologie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Prinzipien verschiedener Lasertypen wie CO2-, Nd- und Faserlaser, deren Effizienz und Nachteile. Themen wie Laserstrahlschneiden, -schweißen und -bohren werden detailliert erklärt, einschließlich der Verwendung von Schneidgasen wie Stickstoff und Sauerstoff. Die Karteikarten sind ideal für Studierende und Fachleute in der Physik, die ein tiefes Verständnis der Lasertechnologie und ihrer praktischen Anwendungen erlangen möchten.
Karten
52
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Physik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
01.02.2019 / 03.02.2020

Lernkarten

Was ist Licht?

Elektromagnetische Strahlung im Wellenbereich von 380 - 720nm

Was ist optische Strahlung?

Elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich 100nm - 1mm

Definition Photonik

Umfasst Grundlagen und Anwendungen von optischen Verfahren und Technologien. Kommt von Photon (Lichtteilchen) und -ik (Lehre von...)

Anwendungsbereiche der Lasertechnik?

- Fertigungstechnik (Schneiden, Fügen, Bohren)

- Verkehrstechnik (Fahrleitsysteme, Orientierungssysteme, Warnsysteme)

- Informations- und Kommunikationstechnik (Optoelektronik, Laserscanner, Signalübetragung)

- Medizin (Laserchirurgie, Tumorbehandlung)

- Messtechnik (Winkel-, Längenmessung)

Für was steht Laser?

Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation

Besonderheiten von Laser?

- Hohe Monochromasie

- Grosse Kohärenzlängen

- Festgelegte Polarisation

Leistungen von Laser?

- Laserpointer:  1-3mW

-Holographic Versatile Disc- grüner Laser: 1W

- Gepulste Kurzzeitlaser: 1.3PW

Anwendungen in der Fertigungstechnik?

- Schweissen

- Löten

- Abtragen

- Bohren

- Beschriften

- Rapid Prototyping

- Oberflächen behandeln

- Schneiden

Was sind die Vorteile der Lasermaterialbearbeitung?

- hohe Energiedichte

- geringe Wärmeeinflusszone

- geringe Wärmebelastung

- hohe Prozessgeschwindigkeit

- berührungslose Bearbeitung

- kein Verschleiss

- grosse Flexibilität

- gut automatisierbar

Welche Wechselwirkungen treten auf wenn ein Laserstarhl auf eine Oberfläche trifft? (Prozessablauf)

  1. Absorption der Strahlung
  2. Erwärmung
  3. Schmelzen
  4. Verdampfen des Werkstoffs
  5. Materialabtrag

Was sind die wesentlichen Bestandteile einer Laserbearbeitungsalage?

- Laserstrahlquelle

- Strahlführung und -formung

- Handhabungseinrichtung (steuert den Laserstrahl)

- Prozesskontrolle und -regelung

- Versorgungseinheit (elektrische Energieversorgung, Kühlung, Gase)

Was sind wichtigsten Laserarten für die Materialbearbeitung?

- Nd:YAG- Laser

- Scheibenlaser

- Diodenlaser

- Faserlaser

- CO2 Laser

Geschichte des Laserstrahls?

1802- 1940: Geschichte der Astronomischen Spektroskopie (Fraunhoferlinien)

1905- 1916: Einstein postuliert über Photonen und angeregte Emissionen

1954: erster Mikrowellenlaser (MASER)

1960: erster optischer Laser (Festkörperlaser)

1964: erster Gaslaser

1995: erste natürliche Laserstrahlen entdeckt

Unterschied normales Licht zu Laser?

Normales Licht:

  • ungerichtet
  • starke Divergenz
  • verschiedene Wellenlängen
  • Wellenzüge gegeneinander verschoben

Laser:

  • Kohärenz: monochromatisch, gerichtete Strahlung
  • geringe Divergenz
  • hohe Energiedichte

Voraussetzungen für Absorption eines Photons?

Wenn Lichtquant (Photon) in Resonanzfrequenz des atomaren Übergangs schwingt, d.h. die Energie des Photons der Energiedifferenz zweier Zustände entspricht.

Unterschied spontane und stimulierte Emission eines Photons?

- Spontan: Angeregtes Ion emittiert ohne äussere Ursache ein Photon. Keine Vorzugsrichtung der Ausbreitungsrichtung und der Polarisation.

- Stimuliert: Emission wird durch eine äussere Ursache angeregt. Dabei stimmen Ausbreitungsrichtung, Polarisation und Phase des anregenden und des emittierten Photons überein

Was sind die Kriterien bei der Strahlanalyse?

- Leistung / Pulsenergie

- Polarisation

- Strahlprofil

- Divergenz

Für welche Werkstoffe lässt sich der Excimer Gaslaser einsetzen?

Nur bedingt für Aluminium. Sonst überall zu hoher Absorptionsgrad

Für welche Materialien lässt sich der Nd:YAG Laser einsetzen?

- Für Kupfer, Gold und Silber. Bedingt auch für Eisen und Stahl, jedoch erhöhter Absorptionsgrad

Für welche Materialien lässt sich der CO2 Laser einsetzen?

Alle Metalle. Nicht für Kunststoffe geeignet

Welches sind die wichtigsten Lasertypen?

  • Gaslaser:
    • CO2 Laser (10.6 micrometer)
    • HeNe Laser (633 nm)
    • Excimer Laser (175-483nm)
  • Festkörperlaser:
    • Rubin Laser (694nm)
    • Nd:YAG Laser (1064nm)
    • Yb:Glas Faserlaser (1070nm)
    • Yb:YAG Scheibenlaser (1030nm)
  • Farbstofflaser (300nm -1.2 micrometer)
  • Halbleitergaslaser:
    • GaInP (670-680nm)
    • GaAlAs (780-880nm)
  • Hochleistungsdiodenlaser (808, 940, 980nm)

Wie ist eine Laseranlage aufgebaut?

  1. Energieversorgung
  2. Strahlerzeuger
  3. Strahlführungssysteme (Glasfaser, Adaptive Spiegel)
  4. Strahlformungssysteme (durch Linse, durch Spiegelsystem)
  5. Bewegungssysteme

Prinzip eines Festkörperlasers

  • Medium:
    • dotierte Isolatoren: Ionen seltener Kristalle (Nd, Yb, Er) in nichtleitenden Wirtskristallen (YAG, Saphir)
  • Anregung:
    • optisches Pumpen mit breitbandigen Edelgas- oder Halogenlampen oder schmalbandigen Halbleiterlasern
  • Konstruktiver Aufbau:
    • aktives Medium in Form eines Stabes, Scheibe, Faser, Platte
    • Pumplichtreflektor, Faserkopplung

Eigenschaften eines Festkörperlasers?

  • hohe Leistungen
  • kurze Pulse
  • effiziente Frequenzverdopplung
  • flexible Strahlführung durch Faseroptiken
  • teils starke thermische Linse

Was sind die Vor- und Nachteile eines lampengepumpten Nd:YAG Lasers?

Vorteile:

  • relativ hohe kontinuierliche und gepulste Ausgangsleistung bei guter Strahlqualität
  • Strahlführung über Faser möglich
  • effiziente Frequenzkonversion möglich

 

Nachteile:

  • starke thermische Linse
  • mässige Strahlqualität bei hohen Ausgangsleistungen
  • geringe Effizienz <5%

Unterschied Kurzpulslaser und Ultrakurzpulslaser

Kurzpulslaser:

  • Pulsdauer: micro und nano Sekunden
  • Erzeugung der Pulse durch Modulation der Resonatorverluste (Güte)
  • Speicherung der Pumpenergie in aktivem Medium, anschliessend schlagartiges Abrufen der Energie

 

Ultrakurzpulslaser:

  • Pulsdauer: pico und femto Sekunden
  • Erzeugung der Pulse durch Überlagerung mehrerer Moden im Resonator
  • Durch konstruktive und destruktive Interferenz bilden sich einzelne scharfe Pulse aus

Vor- und Nachteile eines Hochleistungs- Diodenlasers?

Vorteile:

  • als Barren hohe kontinuierliche Ausgangsleistung
  • sehr hohe Effizienz (bis 60%)
  • sehr kompakt
  • warungsfrei
  • sehr günstig

 

Nachteile:

  • relativ schlechte Strahlqualität

Vor- und Nachteile eines Dioden gepumpten Yb:YAG Scheibenlasers?

Vorteile:

  • einfache Skalierbarkeit
  • hohe Ausgangsleistungen (16kW)
  • hohe Strahlqualität
  • hohe Effizienz (20%)
  • Strahlführung über Faser möglich

 

Nachteile:

  • Komplexität
  • Preis

Prinzip des CO2 Lasers?

  1. Anregung des Pumpgases (Stickstoff) durch Elektronen
  2. Anregung des Lasergases (CO2) durch Stossionisation vom angeregten Stickstoff
  3. Laserübergang zwischen E2 und E1 im CO2
  4. Übergang in den Grundzusatnd durch Energieabgabe an He

Vor- und Nachteile des CO2 Lasers?

Vorteile:

  • hohe kontinuierliche Ausgangsleistung (50kW)
  • gute Strahlqualität
  • gute Effizienz (10%)

 

Nachteile:

  • Strahlführung nur mit Spiegeln möglich
  • schlechtere Fokussierbarkeit wegen Wellenlänge um 10.6 micrometer

Was sind die Vorteile des Laserstrahlschneidens?

  • hohe Flexibilität
  • hohe Schnittqualität
  • kurze Fertigungszeiten
  • sehr dünne (micrometer Bereich) und sehr dicke (cm Bereich) Materialien können geschnitten werden
  • Bearbeitung metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe

Welche thermischen Schneidverfahren gibt es?

  • Laserstrahlschneiden
  • Plasmaschneiden
  • Autogenes Brennschneiden

Prinzip des Laserstrahlschneidens?

  • Fokussierung der Laserstrahlung auf den Werkstoff
  • Absorption der Laserstrahlung und lokale Erwärmung des Werkstoffs
  • Aufschmelzen und/oder Verdampfen des Werkstoffs
  • Austrieb des Fugenmaterials durch einen inerten oder reaktiven Schneidgasstrahl

Welche verschiedene Laserstrahlschneidverfahren gibt es und worin unterscheiden sie sich?

  • Laserstrahlsublimierschneiden: Schneidgas z.B. N2, Ar
  • Laserstrahlschmelzschneiden: Schneidgas z.B. N2, Ar
  • Laserstrahlbrennschneiden: Schneidgas O2

Was für Parameter können beim Laserstrahlschneiden eingestellt werden?

  • Laserstrahl
    • Wellenlänge
    • Intensitätsverteilung
    • Strahlqualität
    • Strahldurchmesser
    • Polarisation
    • Leistung
  • Schneidgas
    • Gasart
    • Gasdruck
    • Düsenform
    • Düsenabstand
  • Werkstück
    • Material
    • Dicke
    • Oberflächenzustand
  • Handhabung
    • Schneidgeschwindigkeit
    • Kopforientierung
  • Optik
    • Brennweite
    • Fokuslage
    • Abbildungseigenschaften

Für was ist das Laserschmelzschneiden besonders geeignet?

Für CrNi Stähle oder Aluminium

Prinzip des Laserstrahlschmelzschneidens

  • Laser: Aufschmelzen des Werkstoffs
  • Schneidgas: Inertgas = Stickstoff, Edelgase
  • Schneidgasfunktion: Austreiben des aufgeschmolzenen Werkstoffs aus der Schnittfuge
  • Einsatzgebiet: CrNi Stähle oder Aluminium

Prinzip des Laserbrennschneidens?

  • Laser: Erhitzen des Materials auf Zündtemperatur
  • Schneidgas: Sauerstoff
  • Schneidgasfunktion: Verbrennung des Materials (zusätzliche Wärme durch exotherme Reaktion), Entfernung der flüssigen Schlacke aus der Schnittfuge
  • Einsatzgebiet: vorwiegend Baustähle

Was sind die Vor- und Nachteile des Laserstrahlbrennschneidens?

  • Vorteile:
    • grössere Schneidgeschwindigkeiten
    • geringerer Gasdruck
  • Nachteile:
    • Oxidation der Schnittkanten
    • Gefahr des Materialabbrandes

Was sind die Bedingungen für einen stabil ablaufenden Brennschneidprozess?

  • Die Schneidfrontoberkante ständig auf Zündtemperatur halten
  • eine ausreichende Menge reaktionsfähiger Partner (Sauerstoff- und Eisenatome)
  • eine ausreichende kinetische Energie des Sauerstoffstrahles für den Ausblasprozess
  • die Reaktionswärme gross genug ist, um die Reaktionsprodukte zu verflüssigen

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