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Cartes-fiches
Welche Phasen werden in der Sprachproduktion unterschieden?
1. Die Fokussierung der gedanklichen Äußerungsgrundlage
2. Die Linearisierung der Einzelaspekte des Sachverhalts oder Anliegens in einer Reihenfolge, die sprachlich ausgedrückt werden kann
3. Die Lingualisierung der gereihten Einzelaspekte; Auswahl passender Wörter und Flexionsformen, grammatisch korrekte Satzbildung
4. Die Artikulation oder Niederschrift als Bewegung des Sprech-apparates oder Schreibhand.
Was sind Konversationsmaximen?
Bei Grice Bedingungen für effizientes Kommunizieren; können als Konversationskonventionen angesehen werden.
KONVERSATIONSMAXIME sollen eine optimierte Kommunikation garantieren. Sage nur, was informativ, wahr und themenbezogen ist und sag dies klar und deutlich.
Warum gerät ein Sprecher in Zugzwänge?
Sprechen verlangt die Befolgung grammatischer, konversationeller und erzählerischer Regeln. Außerdem geht er mit seinen Einlassungen (Behauptungen, Anweisungen, Nachfragen etc.) soziale Verpflichtungen ein, besonders bei Versprechen und anderen Sprechakten.
Was bedeutet es, zu sagen, dass man sieht, was man weiß?
Es bedeutet, dass kognitive Konzepte und Schemata (also Wissen) zur Identifikation von Sinnesempfindungen, also zur Wahrnehmung) dienen. Man sieht mit dem Gehirn, nicht mit den Augen.
Bei fehlenden Merkmalen greift unser visuelles System auf Erfahrungen zurück.
Erläutern Sie die Begriffe der Gegenwartsdauer und der Präsenzzeit.
Präsenzzeit: Zeitfokus einzelner Inhalte im Arbeitsgedächtnis von ungefähr 2 Sekunden Dauer.
Die Gegenwartsdauer, also die Dauer der Bewusstheit / Verfügbarkeit / Zugänglichkeit von Inhalten im Arbeitsgedächtnis definiert die Zeitspanne des Gewahrseins von Bewußtseinsinhalten, des momentanen Denkens, des Bestehens von Sachverhalten oder Situationen, des aktuellen Geschehens, des Ablaufes von Handlungen oder Vorgängen
Wie wird das Problem der begrenzten Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses kognitiv gehandhabt?
Durch felxible Verarbeitung von Informationen entlang der Mikro-Makro Dimension. Sowie das Wiederholen bestimmter Inhalte
Erläutern Sie den Begriff der Rezeptionsmodalität.
Beschreibt Klassifizierungen verschiedener Arten, wie ein Rezipient Medieninhalte wahrnimmt und verarbeitet.
Unterscheiden Sie Faktualisierung von Fiktionalisierung.
Faktualisierung: Lesartkonstruktion mit Referenz auf das Wirklichkeitsmodell des Rezipienten; es geht darum, den Text als tatsachenhaltig zu lesen.
Fiktionalisierung: Lesartkonstruktion mit Referenz auf mögliche, fiktionale Welten
Erläutern Sie den Zusammenhang von Nachrichtenwerten, Faktualisierung und Tatsachen-Konvention.
Nachrichtenwerte wie Neuigkeit, Nähe, Prominenz, Konflikt oder Kuriosität (vgl. Lippmann 1922; Schulz 1976) im Journalismus spielen eine bedeutende Rolle als Orientierungsgrößen für die Auswahl und Erstellung von Informationsangeboten , weil sie eine entsprechende Erwartungsstruktur auf Seiten des Publikums spezifizieren, auf die sich Journalisten in Erwartung dieser Publikumserwartungen einstellen.
Sie können auch als Faktualisierungskriterien dienen. Die Rezeption von Medienangeboten nach Maßgabe dieser Kriterien bedeutet faktisch die Befolgung der TatsachenKonventionen.
Erläutern Sie das interaktionistische Kommunikationskonzept.
Menschen handeln auf der Grundlage der Bedeutungen, die Dinge für sie haben.
Bedeutungen werden in sozialer Interaktion gewonnen.
Bedeutungen werden in einem interpretativen Prozess gehandhabt und verändert.
Wenn dann Handelnder und Reagierender mit gleichen Bedeutungen operieren, kann man nach Blumer von Verstehen sprechen
Erläutern Sie das behavioristische Kommunikationsverständnis.
Aus kommunikationstheoretischer Sicht sind Skinners funktionale Analysen von Interaktionen und Kommunikationen von besonderem Interesse. Er hat sie als Soziale bzw. Verbale Episoden charakterisiert.. In der funktionalen Analyse dieser Episoden, geht es um die Untersuchung des Zusammenspiels der diskriminativen Stimuli, Verhaltensweisen und Verstärkungen für die an einer Interaktion beteiligten Individuen, d.h.: es geht um das Ineinandergreifen von Aktionen, Beobachtungen und Re-Aktionen der Interaktionspartner.
Welche Phasen kommunikativer Episoden werden unterschieden?
1. Initialphase
2. Aktionsphase
3. Observations- / Re-Aktionsphase
4. Evaluationsphase
Unterscheiden Sie verschiedene Kommunikationsformen.
Massenkommunikation, personale Kommunikation, Organisationskommunikation, Interkulturelle Kommunikation
Was sind Kommunikationsmedien?
Medien mit Instruktionscharakter, vornehmlich Informations-, Lehr- und Lernmedien
Charakterisieren Sie den Begriff des Medienhandelns.
Medienhandeln umfasst Kommunikation und Rezeption, aber auch Online- und Fernhandeln (E-Commerce, Datenbankdienste, Fernbedienung von Sensoren und Stellgliedern, etc.), Video- und Computer-Spielen.
Erläutern Sie das Feldmodell der Massenkommunikation.
Das Feldmodell von Gerhard Maletzke kann als das erste integrative Modell der Massenkommunikation gelten. In seiner „Psychologie der Massenkommunikation“ nimmt Maletzke nicht nur handlungs- und persönlichkeitstheoretische Konzepte, sondern auch soziale und technisch-mediale Bedingungen auf. Der Feld-Begriff weist darauf hin, dass Maletzke sich die kommunikativenVerhältnisse durchaus als hoch komplex vorstellt. Es ist leicht zu erkennen, wo dieses Modell – etwa mit Verweis auf Selbst – und Fremdbilder, soziale Kontexte oder institutionelle Einbindungen – an soziologische oder auch interaktionistische Ideen anschließt. Und in wesentlichen Bereichen ist es unterhalb der Ebene von Massenkommunikation auch auf die persönliche Kommunikation beziehbar. Selbst dort, wo Maletzke von den Zwängen der Öffentlichkeit, der Aussage und des Mediums spricht, lassen sich analoge Faktoren für die Face-to-Face-Kommunikation benennen: Sozialer Druck, Gruppendruck, Erwartungsmuster und Konventionen, konversationelle Zugzwänge und Besonderheiten des Ausdrucksrepertoires z.B. in der mündlichen im Vergleich mit der schriftlichen Rede. Lediglich der Aspekt, Mitglied eines dispersen (weit verteilten) Publikums zu sein, bleibt als spezifisch für das Feld der Massenkommunikation.
Wie unterscheiden sich Inter- von Intratransaktionen?
Inter-Transaktionen charakterisieren das prozessuale Verhältnis von Kommunikator und Rezipient.
Intra-Transaktionen beschreiben den Zusammenhang von Aktivation und Wissen jeweils auf Seiten des Kommunikators und des Rezipienten.
Nach welchen Gesichtspunkten lassen sich Rezeptionsformen unterscheiden?
Rezeptionsformen sind Formen, Arten und Weisen des Rezeptionshandelns.
Das schließt, entlang der Linie der bisherigen Ausführungen die kognitiven Modalitäten des Rezipierens ebenso ein wie die interaktiv-sozialen und situativen Bedingungen: Rezeption als Prozess der kognitiven Konstruktion von (Selbst-) Orientierungsinformationen und als soziales Handeln. Es kommt aber noch etwas hinzu: Wie zu erwarten sind Rezeptionsformen auch medienabhängig in dem Maße wie die Rezeption spezifische Kompetenzen (Wissen und Fertigkeiten) erfordert und bestimmte Einrichtungen, Anlagen oder Geräte voraussetzt
Was sind Rezeptionsmedien?
REZEPTIONSMEDIEN sind solche semiotischen Produkte, die zur Selbst-Orientierung bzw. für diese Zwecke hergestellt werden.
Benennen Sie verschiedene Folgen der Mediatisierung für die Rezeption.
Schaffung von speziellen Kommunikationsräumen; räumliche, zeitliche und soziale Entgrenzung; Wandel der Rollen von Kommunikator und Rezipient.
Charakterisieren Sie den Uses & Gratifications-Ansatz.
Was machen die Menschen mit den Medien?’“ Die Kernidee des Ansatzes ist ebenso einfach wie plausibel: Menschen nutzen Medien zur Befriedigung von Bedürfnissen und für selbst gesetzte Zwecke und Ziele. Sie nutzen Medien, um von der Rezeption etwas zu haben, aus dem Lesen von Zeitungen oder Büchern etc.
In gewisser Weise kann also dieser Ansatz als eine Art Rezeptionsökonomie gelten.
Was bedeutet Mediennutzung in den interaktionistischen Rezeptionstheorien von Renckstorf und Charlton / Neumann-Braun?
Im Zentrum steht demgemäß der Rezipient, der Medien aktiv zur Konstruktion seiner (symbolischen) „subjektiven Wirklichkeit“ nutzt.
Mediennutzung wird so auch zu einer Komponente im Prozess der Persönlichkeitsbildung bzw. des Identitätsmanagements, indem Rezeptionsprozesse für das para-soziale und soziale Rollenübernahme und das Rollenlernen funktionalisiert werden
Charakterisieren Sie das Pentamodale Modell der Medienwirkungen.
Aus einer grundlegenden Kritik der Medienwirkungsforschung hat Klaus Merten 1994 und 1995 ein konstruktivistisches multimodales Wirkungsmodell entwickelt. Seine Kritik an der Wirkungsforschung richtet Merten auf die folgenden drei Punkte:
- auf das stillschweigenden Festhalten am klassischen StimulusResponse-Modell
- auf den Gedanken und die Praxis der Messung von Wirkungen und
- auf die fehlende theoretische Einbindung bzw. die fehlende Anschließbarkeit an den Stand der Kognitions- und Rezeptionsforschung. (cf. Merten 1995, 296)
Geben Sie einen kurzen Überblick über verschiedene Medienbegriffe
- Medien als Erweiterungen der Sinne und des Körpers (McLuhan)
- Medien als Kanäle (McLuhan)
- Medienbegriff in Naturphilosophie: Zwischenmittel
- Medien als Instrumentierungen von Kommunikation und Rezeption
- Medien als Technopole (Postman)
Erläutern Sie den Begriff der Instrumentierung.
Semiotische (inhaltliche und formale), sozialstrukturelle (und damit auch institutionelle, ökonomische, juristische) sowie technische (infrastrukturelle und apparative) Voraussetzungen oder Bedingungen von Kommunikation und Rezeption können empirisch als kulturelle Instrumentierungen von Kommunikation und Rezeption begriffen werden, die historisch in enger Wechselbeziehung mit jeweiligen sozialen, politischen, ökonomischen und technischen Verhältnissen entwickelt, konsolidiert und ausdifferenziert werden. So können z.B. die Prozesse des Aufkommens und der Verbreitung von Schriftsystemen als solche erweiterten Instrumentierungen von vormals nur oraler Kommunikation und Rezeption angesprochen werden
Worin besteht die doppelte Konventionalisierung der Kommunikation?
Es handelt sich um eine zweite Konventionalisierung, nämlich die der technischen Hilfsmittel, deren sich die Kommunikation und Rezeption nach der ersten Konventionalisierung des Kommunikations- und Rezeptionsverhaltens bedient. Sprache und Schrift sind konventionalisiertes Verhalten.
Was die Konventionalität für die Regulation des Verhaltens ist, leistet die Standardisierung für die Regulation technischer Prozesse, die Definition von Schnittstellen, die Normierung von Formaten (z.B. Papier, Video), Verfahren (z.B. der Speicherung und Übertragung von Daten) etc
Erläutern Sie die Prozesse der Entkopplung und Konvergenz von Kommunikation und Rezeption.
Die Entwicklung der Informations- und insbesondere der Unterhaltungselektronik, die Entwicklung der Fernsehtechnologie, die Verbreitung von Geräten und die Vermehrung von Programmanbietern und Programmangeboten, und natürlich die Fortsetzung dieser Entwicklungen im Internet haben einen Trend verstärkt und Handlungsmuster gefördert, die sich nicht erst seit der Literalisierung der menschlichen Kommunikation – seitdem jedoch in besonders nachhaltiger Weise – auf unsere kommunikativen Verhältnisse auswirken: die Entkopplung von Kommunikation und Rezeption. Was wir hier am historischen Fall beobachten, ist der Beginn der Kultivierung der Rezeption. Die modernen elektronischen Massenmedien haben diesen Prozess extrem verstärkt. Sie sind diejenigen Instrumente, mit denen wir die Medienkultur unserer Tage dominant zu einer Rezeptionskultur entwickelt haben. Die Lesekultur der letzten 200 Jahre wird erweitert zu einer Medienrezeptionskultur, die Bildungsprogramme werden über Alphabetisierung und Literalisierung hinaus ergänzt um die Vermittlung von Medienkompentenzen für den Umgang mit Fernsehen, Video, CD, DVD und PC. Seit der Leserevolution werden von der Unterhaltungsindustrie Produkte speziell zur Betätigung der akkulturierten Rezeptionskompetenzen entwickelt, Bücher, Filme und multimediale Produkte, deren Autoren, Regisseure oder Produzenten gar keine kommunikativen Intentionen mehr mit ihren Medienprodukten verfolgen.
Was zeichnet die Face-to-face-Kommunikation als Referenzbasis und Maßstab zur Evaluation von Medien, Informations- und Kommunikationstechnik aus?
Die Face-to-face-Kommunikation ist nicht nur eine Rekreationsbasis menschlicher Produktivität, sondern – als ontogenetisch primäre, biologisch, kognitiv und sozial stabilisierte, massenhafte und rekurrente Kommunikationsform – auch ein (!) bedeutender (weil in der Erfahrung von Kommunikatoren verankerten) kognitiver und kommunikativer Erfahrungsbereich.
Als Maßstab für die Evaluation sämtlicher kommunikations- und medientechnologischer Veränderungen und Innovationen ist er deshalb besonders geeignet. Praktisch jeder verfügt über Erfahrungen mit personaler Kommunikation, und aus dieser Erfahrung ist bekannt, was Kommunikation im Prinzip leisten kann. Betrachtet man einmal die Geschichte der Kommunikations- und Medientechnik (von der Schrift, über den Druck, die Telegraphie, Photographie, das Kino, Telefon, Radio und Fernsehen bis hin zum Computer) aus dieser Perspektive, so lässt sich die Aufeinanderfolge kommunikations- und medientechnologischer Innovationen als Ergebnis von Bemühungen zur Kompensation der Nachteile, Schwächen und Defizite jeweils entwickelter Kommunikationstechniken im Vergleich mit der Leistung und den kommunikativen Möglichkeiten der Faceto-face-Kommunikation begreifen.