Prüfungsrelevante Wirkstoffe Dresden
Wichtigste pharmakologische Wirkstoffe
Wichtigste pharmakologische Wirkstoffe
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Samuel Kuhn
Samuel Kuhn
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Wirkstoffe, die für Prüfungen im medizinischen Studium relevant sind. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungen, Hemmungen und Rezeptoren verschiedener Substanzen, insbesondere im Bereich der Antiarrhythmika, Antikonvulsiva und Neuroleptika. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten, da sie detaillierte Informationen zu den Wirkmechanismen und klinischen Anwendungen der Wirkstoffe liefern.
Cartes-fiches
350
Utilisateurs
3
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
21.01.2019 / 23.11.2020
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Cartes-fiches
Metoclopramid
- Antiemetikum: peripherer Dopaminrezeptorantagonist
- D2-Antagonismus Area postrema: direkt antiemetisch
- 5-HT3-Antagonismus (hohe Dosen): direkt antiemetisch
- 5-HT4-Agonismus: beschleunigt Magenetnleerung und Dünndarmpassage
- UAW:
- Sedation oder Ruhelosigkeit
- Hyperprolaktinämie (längerfristige Einnahme)
- erhöhtes Risko für Herzarrhythmien / Herztod (wenn intravenös)
- akute extrapyramidalmotorische Störungen (bis irreversible Spätdyskinesien): v.a. Kinder und ältere Pat.
- KI:
- Kinder <1 Jahr
- 1-18 Jahre nur bei strenger Indikation
Domperidon
- Antiemetikum: peripherer Dopaminrezeptorantagonist
- D2-Antagonsimus Area postrema
- kaum ZNS gängig, keine parenterale Applikationsform verfügbar
- beschleunigt die Magenpassage (unbekannter Mechanismus)
- UAW:
- erhöhtes Risko für Herzarrhythmien / Herztod
- Hyperprolaktinämie (längere Einnahme)
- Cave => keine gleichzeitige Gabe von:
- LQT induzierenden Medikamenten
- Hemmern von CYP3A4
Diphenhydramin, Doxylamin
- H1-Antihistaminika + zusätzlich anticholinerg (Muskarinrezeptoren-Blockade)
- Antiemetikum
- Seditativum: ZNS-Dämpfung
- freiverkäufliches Schlafmittel
- UWA:
- schwere Arrhythmien bei Intoxikation (LQT)
- anticholinerg: verschwommenes Sehen / Glaukomanfall, Miktionsstörungen, Mundtrockenheit, Obstipation, Tachykardie
- paradoxe Erregungszustände möglich (insb. bei Kindern)
- Besonders:
- rezeptfreie (nicht risikofreie!) Antiemetika bei Kinetosen und ggf. ERbrechen in der Schwangerschaft
Promethazin
- ein Phenothiazin
- Antihistaminikum
- zusätzlich anticholinerg
- (nur gering antidopaminerg)
- Anwendung
- in erster Linie als Seditativum
- Antihistaminikum
- Antiemetikum
Scopolamin
- wirksames Muscarinrezeptor-Antagonist-Antiemetikum:
- anticholingerge NW
- zusätzlich Sedation
- Anwendung als transdermales Pflaster zur Kinetosen-Prophylaxe
Ondansetron, Granisetron
- 5HT3-Rezeptor-Antagonisten: zentral und peripher
- hochwirksame und teure Antiemetika:
- MdW bei Zytostatika-induziertem Erbrechen
Aprepitant
- selektiver Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonist (Subtanz P/Neurokinin):
- Antiemetikum bei schwerem Zytostatika-induziertem Erbrechen
- UAW: Sedation, Kopfschmerzen, Schluckauf
- i.d.R. in Kombination mit 5-HT3-Antagonist und Glucocorticoid
- CYP3A4-Hemmung!
Mesalazin (5-ASA)
- Aminosalicylat: Standard bei Colitis ulcerosa
- direkter Kontak mit Schleimhaut erforderlich: rektale und /oder orale Applikation
- Freisetzung des Wirkstoffes erst im Colon (besser verträglich als Sulfasalazin)
Sulfasalzin
- Aminosalicyclat prodrug (DMARD)
- 1. Wahl bei rheumatischer Arthritis
- (Monotherapie früher Erkrankng und mildem Verlauf)
- Wirkungseintritt nach 4-12 Wochen
- Standard bei Colitis ulcerosa
- Wirkmechanismus unklar (Spaltung im Colon durch bakterielle Enzyme in aktive Wirkstoffe)
Olsalazin
- Aminosalicyclat (DMARD)
- Standard bei Colitis ulcerosa
Leflunomid
- Immunsuppressivum / (DMARD):
- vergleichbare Wirksamkeit mit Methotrexat
- bei MTX-nverträglichkeit
- WM: Blockade der Dihydroorotatdehydrogenase:
- Hemmung der Pyrimidin-Synthese
- folglich T-Lymphozyten-Proliferation vermindert
- HWZ ca. 14. Tage => ausgeprägter enterohepatischer Kreislauf
Hydroxychloroquin
- 2. Wahl bei rheumatischer Arthritis: geringer wirksam als andere DMARDs
- ihibitorischer Effekt auf phagozytierende Zellen des Immunsystems
- antiinflammatorisch => Abnahme der Anzahl entzündeter Gelenke
- UAW => regelmässige Untersuchungen durch Augenarzt:
- reversible Keratopathie
- selten irreversible Retinopathie
- KI:
- Kinder unter 6 Jahren
- Retino- oder Makulopathien
Etanercept
- TNFalpha-Antagonist (Biological DMARD):
- lösliches TNF-Rezeptor-Fusionsprotein
- starke schnelle Wirkung
- bei Unwirksamkeit anderer DMARD => Monotherapie oder in Kombi mit MTX
- subcutan
- Cave => KI und UAW:
- TBC
- Infektionen
Adalimumab
- Humaner monoklonaler Antikörper gegen TNF-alpha:
- starke schnelle Wirkung
- bei Unwirksamkeit anderer DMARD => Monotherapie oder in Kombi mit MTX
- subcutan
- Cave => KI und UAW:
- TBC
- Infektionen
Infliximab
- Chimärer (Maus/Mensch) monoklonaler Antikörper gegen TNF-alpha
- starke schnelle Wirkung
- bei Unwirksamkeit anderer DMARD => nur in Kombi mit MTX
- intravenös
- Cave => KI und UAW:
- TBC
- Infektionen
Prednisolon
- Standard-Glucocorticoid
- glucocorticoide Potenz: 4
- mineralcoricoide Potenz: 0,8
Dexamethason
- Glucocorticoid
- keine mingeralcorticoide Wirkung
- glucocorticoide Potenz: 30
- lange Wirkdauer, keine circadiane Therapie und mehr Knorpelschäden
Hydrocortison (Cortisol)
- Natürliches Glucocorticoid zur Substitutionstherapie
- Potenz: 1
Loratadin
- monderners H1-Antihistaminikum (nicht-sedierend): inverser Agonist am H1-Rezeptor
- weniger zentrale Wirkung (als ältere)
- Linderung bei allergischer Rhinitis, Konjunktivitis und Urtikaria
- Hemmung folgender Histamin-Effekte:
- konstriktorischen Wirkung an glatter Muskulatur (Bronchien, Darm)
- Erhöhung der Kapillarpermeabilität
- Dialatation peripherer Gefässe (Haut, Nase, Pharynx, Larynx)
- Verminderung von Juckreiz
- lange Halbwertszeit: einmal tägliche orale Gabe!
Cetrizin
- monderners H1-Antihistaminikum (nicht-sedierend): inverser Agonist am H1-Rezeptor
- weniger zentrale Wirkung (als ältere)
- Linderung bei allergischer Rhinitis, Konjunktivitis und Urtikaria
- Hemmung folgender Histamin-Effekte:
- konstriktorischen Wirkung an glatter Muskulatur (Bronchien, Darm)
- Erhöhung der Kapillarpermeabilität
- Dialatation peripherer Gefässe (Haut, Nase, Pharynx, Larynx)
- Verminderung von Juckreiz
- lange Halbwertszeit: einmal tägliche orale Gabe!
Fexofenadin
- monderners H1-Antihistaminikum: inverser Agonist am H1-Rezeptor
- weniger zentrale Wirkung (als ältere)
- Linderung bei allergischer Rhinitis, Konjunktivitis und Urtikaria
- aktiver Metabolit von Terfenadin
- nicht arrhythmogen
- Hemmung folgender Histamin-Effekte:
- konstriktorischen Wirkung an glatter Muskulatur (Bronchien, Darm)
- Erhöhung der Kapillarpermeabilität
- Dialatation peripherer Gefässe (Haut, Nase, Pharynx, Larynx)
- Verminderung von Juckreiz
- lange Halbwertszeit: einmal tägliche orale Gabe!
Cromoglicinsäure
- Mastzellstabilisator: Degranulationshemmer
- volle Wirkung erst nach mind. 2 Wochen
Sofortmassnahmen bei anaphylaktischem Schock (6):
- Adrenalin i.v. / i.m.
- Volumensubstitution i.v.
- Glucocorticoide hochdosiert i.v.
- Antihistaminika i.v.
- bei Bronchospasmus: Beta2-Sympathomimetika-Inhalation
- Freihalten der Atemwege, Schocklagerung, Intensivüberwachung, ggf. Beatmung
Medikamentkategorien bei antiretroviraler Therapie (4)
- Nukleosidische Reverse Transktripase Inhibitoren (NRTI)
- Nicht-nukleosidische Reverse Transkriptase Inhibitoren (NNRTI)
- Proteaseinhibitoren (PI)
- Integraseinhibitoren
Kombination von mind. drei antiretroviralen Arzneimitteln!
Lidocain, Mepivacain
- Standard Lokalanästhetika (Amide)
- vasodilatierend (Ausnahme: Cocain)
- Lidocain:
- schnelle, mittellang anhaltende Wirkung
- auch Antiarrhythmikum (Klasse IB)
- wenig negativ inotrop
- Cave:
- Fehlerhaft intravenöse Injektion!
- kein Vaskokonstriktorzusatz an den Akren!
Procain
- Lokalanästhetikum (Ester):
- immer weniger eingesetzt
- geringe systemische Toxizität
- rasch durch Esterase hydrolysiert
Tetracain
- Lokalanästhetikum (Ester):
- Wirkung für mehrere Stunden
- Oberflächenanästhesie
- hohe systemische Toxizität
N2O (Lachgas)
- Inhalationsanästhetikum:
- Co-Inhalationsanästhetika zur MAC-Reduktion
- durch hohen MAC-Wert keine reine Lachgasnarkose möglich
- Wirkungen
- gut analgethisch
- nur schwach narkotisch
- nicht muskelrelaxierend
Äther, Halothan
- Inhalationsanästhetika: nur historische Relevanz
Isofluran
- Inhalationsanästhetikum:
- häufig eingesetzt
- langsam veraltend
Sevofluran
- Inhalationsanästhetikum:
- häufig eingesetzt
- schnelles Anfluten
- angenehmer Geruch
- kaum Atemwegsreizung
- praktisch keine Hepatotoxizität (nur 3-5% mb)
- KI
- Maligne Hyperthermie
- akute hepatische POrphyrie
- vorsicht bei Nierenfunktionseinschränkung
- Cave: intrakraniell erhöhter Druck (weiter erhöht)
Desfluran
- Inhalationsanästhetikum:
- geringste hepatische Metabolisierung (unter 0.1%)
- kaum im Blut löslich:
- schnelles An- und Abfluten
- gute Steuerbarkeit
- Schleimhautreizungen: nicht zur Einleitung empfohlen
- KI
- Maligne Hyperthermie
- akute hepatische Porphyrie
- intrakranieller Druck
Thiopental
- Injektionsanästhetikum (Barbiturat) zur Narkoseeineitung (in der Schwangerschaft)
- langsame Injektion! (sonst Schmerz und Schädigung)
- WM: GABAA-Rezeptor-Aktivierung
- hypnotische Wirkung für 5-7 min (rasche Umverteilung)
- hepatischer Abbau
- Cave: evlt. Hyperalgesie
Methohexital
- Injektionsanästhetikum (Barbiturat) zur Narkoseeineitung (in der Schwangerschaft)
- langsame Injektion! (sonst Schmerz und Schädigung)
- WM: GABAA-Rezeptor-Aktivierung
- hypnotische Wirkung für 5-7 min (rasche Umverteilung)
- hepatischer Abbau
- Cave: evlt. Hyperalgesie
Propofol
- Injektionsanästhetikum zur Narkoseeineitung und TIVA (Öl-Wasser-Emulsion, meist Soja)
- rascher Narkoseeintritt
- GABAA-Rezeptor-Aktivierung
- 5-7min Narkosedauer bei Einmalinjektion
- UAW
- Atemdepression
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- erotische Träume
- Propofolinfusionssyndrom
- KI
- Sojaöl-Allergie
- keine Langzeitsedierung von Kindern unter 16
Etomidat
- Injektionsanästhetikum zur Narkoseeineitung (Lipidemulsion mit Sojaöl)
- WM: GABAA-Rezeptor-Aktivierung
- rascher Narkoseeintritt und kurze Wirkdauer
- geringe Kreislaufdepression: gut bei kardial belasteten Patienten
Ketamin
- Injektionsanästhetikum: Blockade des NMDA-Rezeptors
- rasch eintretende allgemeine Analgesie (20-30min)
- ca. 10min Bewusstlosigkeit
- Sympathikusaktivierung => Kreislaufstablität
- Sonstige Wirkungen:
- Albträume und halluzinationsähnliche Zustände
- Zerebrale Vasodilatation (potenzielle hirndrucksteigernd)
- Relaxation der Bronchialmuskulatur
- Steigerung des Muskeltonus
Sufentanil
- kurz wirksames Opioid in der Anästhesie
- 700 - 100 x potenter als Morphin
- IND: intraoperative Analgesie, Langzeitanalgosedierung, Neuroleptanalgesie
- schnellerer Wirkungseintritt als Fentanyl (10s bis 5 min) und kürzere HWZ
- Analgetische Wirkung ca. 30min
- hohe therapeutische Breite
- hepatisch metabolisiert
Alfentanil
- kurz wirksames Opioid in der Anästhesie bei kurzen Eingriffen:
- 30-40x potenter als MOrphin
- ähnlich wie Fentanyl
- rascher Wirkungseintritt (nach ca. 1 Min)
- kurze Wirkdauer (10-15min)
Remifentanil
- ultrakurz wirksames Opioid in der Anästhesie zur Narkoseeinleitung und Analgosedierung:
- maximale Wirkung nach 1-2min
- HWZ: ca. 3-14min => MB: Abbau über unspezifische Esterasen
- Cave: sofortige postoperative Schmerztherapie notwendig
- gute Steuerbarkeit => oft zur TIVA verwendet
- starke Muskel-/Thoraxrigidität