Prüfungsrelevante Wirkstoffe Dresden
Wichtigste pharmakologische Wirkstoffe
Wichtigste pharmakologische Wirkstoffe
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Samuel Kuhn
Samuel Kuhn
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Wirkstoffe, die für Prüfungen im medizinischen Studium relevant sind. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungen, Hemmungen und Rezeptoren verschiedener Substanzen, insbesondere im Bereich der Antiarrhythmika, Antikonvulsiva und Neuroleptika. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten, da sie detaillierte Informationen zu den Wirkmechanismen und klinischen Anwendungen der Wirkstoffe liefern.
Karten
350
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.01.2019 / 23.11.2020
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Lernkarten
Carbimazol
- Standard-Thyreostatikum
- Peroxidasehemmer = Thioharnstoffe = Jodisationshemmstoffe
- hemmt Bindung von J an die Jodid-Peroxidase:
- oxidiert J- zu J (erst so verfügbar für Synthese)
- katalysiert Einbau von J an Tyrosinreste von Thyreoglobulin
- wegen Reserven von T4 (und T3) Wirkungsverzögerung von 10 - 14 Tagen!
- NW: allergische Leukozytopenie bis Agranulozytose, häufiger dosisabhängige Leukozytopenie
Thiamazol
- Standard-Thyreostatikum
- Peroxidasehemmer = Thioharnstoffe = Jodisationshemmstoffe
- hemmt Bindung von J an die Jodid-Peroxidase:
- oxidiert J- zu J (erst so verfügbar für Synthese)
- katalysiert Einbau von J an Tyrosinreste von Thyreoglobulin
- wegen Reserven von T4 (und T3) Wirkungsverzögerung von 10 - 14 Tagen!
- NW: allergische Leukozytopenie bis Agranulozytose, häufiger dosisabhängige Leukozytopenie
Propylthiouracil
- Thyreostatikum in der Schwangerschaft
- Peroxidasehemmer = Thioharnstoffe = Jodisationshemmstoffe
- höhere Dosen: Konversionshemmung (Bedeutung umstritten)
- Hemmung der Konversion von T4 zu T3
- kann so akut fT3-Spiegel senken
- mehrmals tägliche Gabe notwendig
- NW: schwere Leberschäden, allergische Leukozytopenie bis Agranulozytose, häufiger dosisabhängige Leukozytopenie
Natriumperchlorat
- vor (iodhaltiger) Kontrastmittelgabe
- konkurriert mit Iodid am Natrium-Iodid-Symporter => Hemmung der Iodid-Aufnahme
- keine Dauertherapie!
Radiojodtherapie
- radioaktiv markiertes Jod
- reichert sich in SD stark an (über Tage bis Wochen)
- zerstört lokal SD-Gewebe
- bei SD-Überfunktion oderr züsätzliche Zerstörung verbleibender Tumorzellen nach Resektion
- Wichtig:
- vorher Thyreostatika absetzen!
- Wirkung erst mit Latenz (voller Effekt nach 10-12 Wochen):
- nebenwirkungsarm und effektiv
Alendronsäure
- Biphosphonat
- Therapie von Osteoporose
- Koanalgetikum in Tumortherapie
Zolendronsäure
- Biphosphonat
- Therapie von Osteoporose
- Koanalgetikum in Tumortherapie
(Ethinyl)estradiol
- Standard-Östrogen
Norethisteron(acetat)
- Standard-Progesteron
Levonorgestrel
- Standard-Progesteron
Cyproteronacetat
- Antiandrogenes Progesteronderivat
- bei Hirsutismus und Anke
- (beim Mann zur Senkung des Testosteronspiegels und Triebsdämpfung)
Xylometazolin
- Rhinologikum (Otrivin®)
- Standard alpha-Sympathikomimetikum
- Cave: alpha2-Wirkung bei Kindern!
ASS (höhere Dosis)
- Saures Analgetikum (NSAR)
- analgetisch
- antipyretisch
- antiphlogistisch
- antirheumatisch
- nichtselektiver irreversibler COX Inhibitor (Acetylierung): Wirkungsaufhebung durch Enzymneubildung!
- UAW: Magen/Darm Ulzera
- KI: Kinder (und Jugendliche), Schwangere (letztes Trimenon) => Reye-Syndrom!
Ibuprofen
- Standard saures Analgetikum (NSAR / NSAID)
- analgetisch
- antipyretisch
- antiphlogistisch
- antirheumatisch
- nichtselektiver reversibler COX Inhibitor
- besser steuerbar als ASS
- UAW
- Magen- / Darmulzera
- Herzinfarkte
Diclofenac
- Standard saures Analgetikum (NSAR / NSAID)
- analgetisch
- antipyretisch
- antiphlogistisch
- antirheumatisch
- nichtselektiver reversibler COX Inhibitor
- UAW
- Magen- / Darmulzera
- kardiovaskuläre
Metamizol
- Nicht-saures antipyretisches Analgetikum
- rezeptflichtig
- zusätzlich spasmolytisch (Koliken: v.a. der Gallen- / Harnwege)
- sehr selten Agranulozytose
- wenn andere Analgetika / Antipyretika nich wirksam oder kontraindiziert sind
- WM: nicht vollständig geklärt, zentrale und periphere Angriffspunkte, reversible Hemmung der COX
- UAW:
- Agranulozytose
- Anaphylaktischer Schock (lebensbedrohliche Nebenwirkung!)
- Steigerung der sensibilisierung bei häufiger Anwendung!
Indometacin
- Saures Analgetikum (NSAR / NSAID): nicht selektiver COX-Inhibitor
- analgetisch
- antipyretisch
- antiphlogistisch
- antirheumatisch
- schnelle und zuverlässige Wirkung
- relativ viel ZNS-UWA!
Naproxen
- Saures Analgetikum (NSAR / NSAID): nicht selektiver Inhibitor von COX & hormonsesitiver Lipase
- analgetisch
- antipyretisch
- antiphlogistisch
- antirheumatisch
- lange Wirkung
- wahrscheinlich weniger kardiovaskuläre UAW
- in niedriger Dosis rezeptfrei
- (bei Menstruationsbeschwerden oder nach Spiralimplantation)
Celecoxib
- Analgetikum: selektiver COX-2-Inhibitor
- analgetisch
- antipyretisch
- antiphlogistisch
- antirheumatisch
- keine/weniger Ulzera
- Cave: kardiovaskuläre UAW
Paracetamol
- Nicht-saures antipyretisches Analgetikum
- MdW in Schwangerschaft / Stillzeit und bewährt in der Pädiatrie
- WM: vermutlich Prostaglandinbildungshemmung v.a. im ZNS (nicht vollständig geklärt)
- gut verträglich, aber geringe therapeutische Breite => Cave: vorgeschädigte Leber oder Kinder
- bei Überdosierung schwere Leberschädigung (Antidot: N-Acetylcystein)
NSAR / NSAID: Wichtigste Kontraindikationen
- Akive Blutungen
- bestehende Ulzera
- NYHA IV oder schwere Niereninsuffizienz
- Blutgerinnungsstörungen
- Schwnagerschaft (letztes Trimenon)
ASS:
- Kinder (Reye-Syndrom)
Diclofenac:
- NYHA II - IV
- gesichterte KHK
- PAVK
- cerebrovaskuläre Erkankungen
Selektive Cyclooxygenase-2-Hemmer
- Analgetika bei Rheumatoide Arthritis, Arthralgien
- weniger akute GIT-Nebenwirkungen, langfritig jedoch ähnlich (Rolle von COX-2 bei Ulkusheilung?)
- leicht erhöhtes kardiovaskuläres Risiko (vergleichbar mit Diclofenac, oder Ibuprofen in hoher Dosierung)
- keine Hemmung der Thrombozytenaggregation
- KI:
- HYHA II-IV
- nicht ausreichend behandelte Hypertonie
- gesicherte KHK
- PAVK
- zerebrovaskuläre Erkrankungen
- aktive Ulzera oder GIT-Blutungen
Tilidin
- nur in fixer Kombination mit Naloxon (Opioid-Antagonist)
- hoher First-pass effekt für Naloxon
- bei peroraler Anwendung (und funktionierender Leber) antagonisiert Naloxon nicht
- bei i.v.-Missbrauch wird die Tilidin-Wirkung durch Naloxon aufgehoben
Tramadol
- schwaches Standard-Opioid (mittelstarke Schmerzen)
- auch nichtopioider WM (z.B. serotonerg => Übelkeit / Erbrechen)
Morphin
- Standard Opioid bei Schmerztherapie Stufe III
- oral retardiert
- oral nichtretardiert
- parenteral
- Kumulation bei Niereninsuffizienz
Fentanyl
- hochpotentes (100x stärker als Morphin) und sehr lipophiles Opioid: Anästhesie und Intensivmedizin
- schnelle Anflutung ins ZNS => weniger Obstipation
- Kumulation (muskel- und Fettgewebe): Rückverteilung nach Mehrfachgabe beachten
- kurze Wirkdauer durch Umverteilung (ca. 30-60min)
- HWZ ca. 3 Stunden
- zur Behandlung chronische Schmerzen v.a. als transdermales Pflaster
- akut Applikation
- intravenös
- nasal
- bukkal
(Levo)methadon
- Opioid vorweigend zur Substitution bei Heroinabhängigen
- langsamer Wirkeintritt
- lange interindividuell variable Wirkdauer
- ohne Flash, lindert aber Entzugssymptome
Serotonin-Syndrom
- Akut Lebensbedrohlicher Zustand
- Syptome
- Tachykardie, Hypertonie
- Schüttelfrost, Hyperthermie / Fieber, Schwitzen
- Pupillenerweiterung
- Myoklonus, Hyperreflexie, Tremor, Ataxie, Muskelrigidität
- Agitation, Delir, Halluzinationen
- Metabolische Azidose
- Rhabdomyolyse
- Nierenschäden
- Ursachen
- Medikamentenüberdosis (häufig suizidal): SSRI & SNRI
- Arzneimittelinteraktionen
- Tramadol / Fentanyl mit serotoninergen Subsanzen
- Johanniskraut
- MAO-Inhibitoren, SNRI, SSRI
- Drogen (MDMA)
Buprenorphin
- starkes Opioid
- als Pflaster
- partieller Agonist: geringere intrinsische Aktivität jedoch sehr hohe Affinität zum mü-Rezeptor!
- langsame Ablösung vom Rezeptor
Erythropoetin
- Mittel der Wahl bei renaler Anämie (Substitution)
Ranitidin
- Standard H2-Blocker
- 2. Wahl zur Hemmung der Magensäurensekretion: v.a. basal / nächtlich
- geringere Effektivität als PPI
- UAW
- GIT: Übelkeit, Diarrhö, Obstipation
- ZNS: Müdigkeit, Schwindel
- Toleranzentwicklung
Omeprazol, Pantoprazol
- Standard Protonenpumpeninhibitor (prodrugs): blockiert irreversibel die H+-K+-Pumpe der Belegzellen
- Ulkusprophylaxe
- Refluxösophagitis
- Resorption im Dünndarm (magensaftrestistente Arzneiformen notwendig)
- Omeprazol hemmt CYP2C19 (Abschwächung der Clopidogrel-Wirkung)
- Pantoprazol hat geringeres Interaktionspotenzial
Magaldrat
- Antiazidum: Standardkombination Al-Mg-Hdroxid-Sulfathydrat
- Ulkustherapie (geringe Effektivität, kaum Indikation mehr)
- Selbstmedikation bei leichten Refluxbeschwerden mit Sodbrennen
- Magensäurenneutralisation
- UAW
- Obstipation (Aluminiumsalze), Laxation (Magnesiumsalze)
- Aluminiumresorption => problematisch bei Niereninsuffizienz (Encephalopathie)
- Multiple Interaktionen durch Komplexbildung mit anderen Arzneimitteln (Einnahmeabstand von 2h!)
Sucralfat
- Stressulkus-Prophylaxe auf Intensivstationen
- Wirkungsweise:
- basisches Aluminiumsaccharosesulfat => Schutzfilm auf Magenschleimhaut (kein Antazidum)
- Steigerung der mucosalen Prostaglandinsynthese
- Schleim- und Bicarbonatsekretion
- UAW:
- Obstipation (Aluminium)
- KI: Nierenfunktionsstörungen => Aluminium-Encephalpopathie
- Besonderes:
- Einnahme auf leeren Magen! (nur im sauren wirksam)
- Vermindert Resorption anderer Substanzen (Einnahmeabstand mind. 2h!)
Misoprostol
- Prostaglandin E1-Analogon: Stimulation der Schleim-, Bicarbonatsekretion und Schleimhautdurchblutung
- Ulkusprophylaxe bei NSAR
- Gynäkologie:
- Einleitung der Geburt
- Unterstützung bei medikamentösem Schwangerschaftsabbruch (2 Tage nach Mifepriston)
- schlechter verträglich als Omeprazol
- Diarrhö, Bauchkrämpfe (bei ca. 15%)
- Menstruationsstörungen, Zwischenblutungen
- KI: Schwangerschaft => sichere Kontrazeption!
Lactulose
- synthetisches nichtresorbierbares Disaccharid als osmotisches Laxans:
- leichte Formen der Obstipation
- bei hepatische Enzephalopathie zur Ammoniak-Elimination
- UAW:
- Abdominalschmerzen
- Meteorismus
- Flatulenz
Macrogol
- osmotisches Laxans: Polyethylenglykol
- OP-/Koloskopievorbereitung
- chronische Obstipation (z.B. bei Opioidtherapie)
- im Gegensatz zu Lactulose keine Darmgasbildung => weniger unangenehme Wirkungen
Na2SO4 (Glaubersalz)
- salinisches osmotisches Laxans zur kurzfristigen Darmreinigung
Natriumpicosulfat, Bisacodyl
- antiresorptive und hydragoge Laxantien
- i.d.R. nur kurzfristige Anwendung bei schweren Obstipationen
- Kombination mit osmotisch wirksamem Laxans bei chronischer Opioidtherapie
Loperamid
- Opioid nur zur kurzfristigen Durchfallbehandlung
- nicht ZNS gängig, wegen P-Glykoprotein (nur peripher wirksam)
- Interaktion mit z.B. Verapamil aufgrund der Inhibition des Transporters
- verzögert Ausscheidung pathogener Keime (verlängerte Passagezeit)