FHNW Fertigungsverfahren Teil 2

Vorbereitung zum Test Vorlesung Fertigungsverfahren

Vorbereitung zum Test Vorlesung Fertigungsverfahren


S. N.
Diese Lernkarten behandeln fortgeschrittene Fertigungsverfahren für Studierende an der Universität. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Beschichtungsmethoden, wie Lackieren und Galvanisieren, sowie auf Schweiß- und Löttechniken. Die Karteikarten decken Anwendungen in der Elektronik, Luftfahrttechnik und im Maschinenbau ab, wobei Werkstoffe, Farben und spezifische Verfahren wie Laserstrahlschweißen und Ultraschallschweißen im Mittelpunkt stehen. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die sich mit der industriellen Fertigung und Materialverarbeitung vertiefen möchten.
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62
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3
Langue
Allemand
Catégorie
Technique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
16.01.2019 / 05.01.2021

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Metall-Lichtbogenschweissen

Elektrischer Lichtbogen als Wärmequelle zwischen Elektrode und Werkstück. Werkstoff und gleichzeitig Elektrode (Zusatzwerkstoff) schmelzen (I bis 1'000A, U=15-50 V).
- Geschlossener Stromkreis: Spannungserzeuger -> Elektrode -> Lichtbogen (Luft -> leitendes Plasma) -> Werkstücke
- Beschleunigte Elektronen prallen auf Werkstück auf -> Schmelzung
- Gas-Ionen entgegengesetzt beschleunigt -> Aufprall auf negative Elektrode -> Elektrode wird flüssig und tropft als Zusatzwerkstoff in die Schweissnaht

Schutzgasschweissen

Prinzip: Schutzgas schirmt Lichtbogen und Schmelzbad vor Luft (Sauerstoff) ab.

Pressschweissen mit Beispielen

Widerstandspressschweissen

  • Punktschweissen: Karosserie
  • Rollennahtschweissen: Heizstofftanks, Dosen

Reibschweissen: Wellen, Achsen
Ultraschallschweissen
Gaspressschweissen

Reibschweissen

- Wärme durch Reibung, drehendes Werkstück wird gegen stehendes gedrückt
- sobald Werkstoff plastisch ist, wird das drehende Teil gestoppt
- zusätzliche Kraft verbindet die Teile
- Verbindung verschiedener Werkstoffe möglich (z. B.: Stahl mit Aluminium, Stahl mit Kupfer)

Widerstandspressschweissen

- Kurzzeitig hoher Strom erzeugt beim Überwinden des Widerstands an
- Berührungsflächen der Schweissteile Wärme -> Werkstoffe schmelzen -> Strom aus -> zusammenpressen

Punktschweissen:
- Einzelne Schweisspunkte verbinden aufeinander liegende Bleche
- Kupferelektroden müssen gekühlt werden (Abschmelzen)

Rollnahtscheissen:
- Elektroden aus Kupferrollen zur Übertragung Schweissstrom + Druckkraft
- Einzelne Schweisspunkte durch Stromimpulse (Frequenz bestimmt Abstand)
- Dichte Naht durch Überlappung der Schweisspunkte
- geeignet für längere Schweissnähte

Ultraschallschweissen

- Werkstücke werden durch Kraftanwendung an den Stossflächen zusammengedrückt
- Durch Ultraschall ohne oder mit gleichzeitiger Wärmezufuhr werden die Teile zusammen geschweisst
- Schwingungsrichtung und Kraftrichtung wirken senkrecht zueinander

Laserstrahlschweissen

Wärmeleitungsschweissen
- Werkstoff wird auf Schmelztemperatur aufgeheizt
- Wärmeleitung begrenzt die Einschweisstiefe
- Einsatzgebiet: dünnwandige Werkstücke, Schweissanwendungen mit geringen Einschweisstiefen

Tiefschweissen
- Oberhalb einer Schwellintensität bildet sich eine Dampfkapillare aus
- Bessere Energiekopplung als beim Wärmeleitungsschweissen

Vorteile von Laserstrahlschweissen

- Hohe Schweissgeschwindigkeit
- Geometrie- und Verfahrensflexibilität
- Automatisierbarkeit
- Kein Werkzeugverschleiss, berührungsfreie Bearbeitung
- Unterschiedliche Materialarten und -stärken schweissbar
- Geringe thermische Werkstoffbeeinflussung
- Hohe Schweissnahtqualität bei geringer Nacharbeit
- Verringerter Materialeinsatz

Löten

Verbindung ME-Werkstoffe mit Hilfe geschmolzenem Zusatzmetall (Lot) + ev. Flussmittel (zur Oxidschicht-Entfernung, Anfressen Oberfläche -> besserer Benetzung) und/oder Löt-Schutzgas.

Energiezufuhr: durch Lötkolben, Flamme, Lotbad (Wellenlöten), Warmgas, Ultraschall im Ofen oder durch elektrischen Strom (Induktionswiderstandlöten)

Einteilung von Löten

Weichlöten<450°C
Hartlöten 450°C < T < 900°C
Hochtemperaturlöten

Laserlöten

- Gezielte Wärmeeinbringung durch Temperaturregelung
- Geringe thermische Beanspruchung wärmeempfindlicher Bauteile

Weichlöten

Im Vordergrund stehen dichtende und/oder elektrisch leitende Eigenschaften. Die meisten Weichlote sind auf Zinn- und/oder Bleibasis aufgebaut.

Hartlöten

Die Festigkeit der Hartlötverbindung hängt von der lötgerechten Konstruktion und vom gewählten Lötverfahren ab. In vielen Fällen wird die selbe Festigkeit wie bei den Grundwerkstoffen erreicht. Für Schwermetalle werden überwiegend kupferhaltige, oft auch edelmetallhaltige NE-Legierungen als Lotwerkstoffe eingesetzt.

Hochtemperaturlöten

Erfolgt flussmittelfrei im Vakuum oder in einer Schutzgasatmosphäre. Die Festigkeit aus niedrig- bis hochlegierte Stähle erreicht die Festigkeit der Grundwerkstoffe. Als Lote werden Nickel-, Gold-Nickel-
und Kupferbasislote verwendet.

Einteilung der Hauptgruppe Beschichten mit Beispielen

- Beschichten aus dem flüssigen Zustand (Lackieren, z.B elektrostatisches Sprühen, Schmelztauchen, Feuerverzinkung)
- Beschichten aus dem plastischen Zustand (Walzplattieren, Sprengplattieren)
- Beschichten aus dem breiigen Zustand
- Beschichten aus dem körnigen oder pulverförmigen Zustand (elektrostatisches Pulverbeschichten)
- Beschichten durch Schweissen (Flammaen-Auftragsschweissen, Lichtbogenauftragsschweissen)
- Beschichten durch Löten
- Beschichten aus dem gas- oder dampfförmigen Zustand (Vakuumbeschichten, CVD, PVD, Sputtern)
- Beschichten aus dem ionisierten Zustand (Galvanisieren)

Funktionelle Aufgaben von Beschichtungen

- Korrosionsschutz, Schutz gegen chemische und biologische Einflüsse
- Dekorative Aufgaben
- Sanitäre Aufgaben
- Informative Aufgaben, Signalisierung: Tarnung, Markierung
- Erzielung spezieller physikalischer Effekte: Elektroisolation, Leitfähigkeit, Reibungsverminderung, Reibungserhöhung, Schalldämpfung, Strahlenschutz, Reflexion, Flammschutz

Industrielle Anwendungen von Beschichtungen Maschinenbau

Gleitlager: Bronze- und Zinnbleikupferschichten sowie siliko-organische Schichten zur Reibungsverminderung
Motoren: Eisen- und Chromschichten oder Dispersionsschichten (Nickel mit Siliziumkarbideinlagerungen)
Hydraulikstempel und Zylinder für Druckmaschinen: Hartchromschichten zum Korrosions- und Verschleissschutz
Werkzeuge: Verschleissschutz mit Hartchrom-, Nickelphosphor-, Nickelbor-, Titannitrid- oder Titankarbidschichten sowie in Nickel oder Bronze eingelagerter Diamant oder sonstiger Hartstoff

Industrielle Anwendungen von Beschichtungen Luftfahrttechnik

Triebwerk- und Fahrwerkteile: Hartchrom- und Nickelbeschichten zur Reperatur von Verschleissschäden; Nickel und Cadmium zum Korrosionsschutz
Aussenhaut von Flugzeugen: Lackschichten zum Schutz gegen Korrosion und abrasive Wirkung

Industrielle Anwendungen von Beschichtungen Elektronik

Leiterplatten: Erzeugen von Leiterbahnen aus Kupfer, Beschichten mit Zinn oder Blei-Zinn, Auftragen von Lötstopplacken
Kontakte: Selektives Beschichten der Kontaktflächen mit Gold, Palladium, Silber u. a.

Vorbehandlung vor dem Lackieren

Schleifen, Bürsten, Strahlen, Beizen -> Entzundern, Entrosten, Schmutz entfernen
alkalisch-wässrige Lösung, organisches Lösungsmittel -> ölige und fettige Verunreinigungen
Phosphatieren, Chromatieren, Eloxieren -> Haftvermittlung, Korrosionsschutz

Klassifizierungsmöglichkeiten von Lacken

Bindemittel -> Alkydharzlack, Epoxidharzlack, Polyurethanharzlack
Lösungsmittel -> Wasserlack, Spirituslack
Anstrichaufbau -> Grundlack, Decklack
Trocknung -> Einbrennlack, lufttrocknender Lack u. a.
Applikationsmethode -> Tauchlack, Spritzlack
Oberflächeneffekt -> Mattlack, Hammerschlaglack, Metalliclack
Anwendung -> Autolack, Bootslack, Flugzeuglack

Massnahmen zur Verminderung von Emissionen beim Lackieren

Primärmassnahmen
Lösemittelreduzierung im Lack: high solids- Wasserlacke, Pulverlacke
Verfahrens- und Fertigungstechnik: Zerstäubung mit reduziertem Tröpfchenanteil, Oversprayreduzierung durch Steuern und Überwachen des Lackierprozesses, Einschränken von Farbwechseln (mit Spülen) durch Massnahmen der Fertigungssteuerung

Sekundärmassnahmen
Abluftreinigung:
Lösemittelvernichtung durch: Verbrennung (thermisch, katalytisch, Thermoreaktor), biologischen Abbau
Lösemittelrückgewinnung durch: Adsorbtion (Aktivkohle, Molekularsieb), Kondensation

Étudier