Angst
2PM02 Beziehungsprozess 3. Semester
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Lernkarten
Defintion Angst
Das Wort "Angst" kommt aus dem Lateinischen "angustia", was Enge bedeutet.
Dieser Ursprung verdeutlicht, dass das seelische Erleben von Angst sich auch auf den Körper auswirkt.
Angst- und Paniksymptome
1. Herzklopfen
2. Schwitzen
3. Zittern
4. Atemnot
5. Übelkeit
6. Sterbensangst
Angst körperliche Symptome
1. Erhöhte Aufmerksamkeit
- Pupillen sind erweitert
- Seh- und Hörnerven sind empfindlicher
2. Erhöhte..
- Muskelspannung
- Reaktionsgeschwindigkeit
- Herzfrequenz
- Blutdruck
4. Flachere und schnellere Atmung
5. Blasen-/Darm- und Magentätigkeit sind gehemmt.
4 Symptombereiche von Panikattacken mit Bsp.
1. Vegetative Symptome:
Herzklopfen, Mundtrockenheit
2. Thorax und Abdomen:
Atemnot, Beklemmung, Übelkeit
3. Psychische Symptome:
Schwindel, Unsicherheit, Angst zu sterben
4. Allgemeine Symptome:
Hitzegefühl, Gefühlslosigkeit
Beschreibe die Physiologie der Angst in 7 Schritten
Schritt 1
1. Wahrnehmung einer bedrohlichen Situation, über die Sinnesorgane.
Beschreibe die Physiologie der Angst in 7 Schritten
Schritt 2
Der Reiz gelangt zum Thalamus (Tor zum Bewusstsein)
Beschreibe die Physiologie der Angst in 7 Schritten
Schritt 3
Der Reiz gelangt vom Thalamus zur Grosshirnrinde.
Es findet die Interpretation statt, anhand frühere Erfahrungen und das zusammensetzen der jetzigen Situation.
Beschreibe die Physiologie der Angst in 7 Schritten
Schritt 4
- verantwortlich für die Bewertung und Wiedererkennung von Situationen,
- sowie der Analyse möglicher Gefahren und der daraus entstehenden emotionalen Mechanismen
Weiterleitung an Hypothalamus
Beschreibe die Physiologie der Angst in 7 Schritten
Schritt 5
Der Hypothalamus löst die Stresshormonachse aus = Ausschüttung von CRH (=Corticotropinreleasin Hormon).
Beschreibe die Physiologie der Angst in 7 Schritten
Schritt 6
Durch diese Hormone werden in der Nebennierenrinde Cortisol und im Nebennierenmark Adrenalin ausgeschüttet.
Beschreibe die Physiologie der Angst in 7 Schritten
Schritt 7
Durch die Ausschüttung dieser Stresshormone wird der Organismus in Hochspannung versetzt und auf eine Flucht oder Kampf vorbereitet.
Noradrenalin
Vasokonstriktion arteriell
Glucosefreisetzung
Wirkt stark peripher
Adrenalin
- Hoher Puls, Hoher BD
- Steigert Leistungsbereitschaft, Vasokonstriktion
- antiarrythmisch (=bedeutet "gegen Herzrhythmusstörungen), Kraft des Herzenmuskels wird gesteigert, (Glucosefreisetzung)
Cortisol
- erhöht den Blutzucker
- wirkt entzündungshemmend
- macht hellwach
- setzt Immunsystem herab, auch den Stoffwechsel
- bindet Wasser
ACTH
Abkürzung für: Adrenocortikotropes Hormon
Ein synthetisiertes Hormon, das die Nebennierenrindenfunktion reguliert.
Physiologische Angst
Ist eine wichtige Warn-/Schutzfunktion vor gefährlichen Situationen und diese sollte man zulassen. Es ist wichtig wie man damit umgeht.
Die Physiologischen Veränderung bereitet unser Organismus auf Flucht vor.
Pathologische Angst
- Angst ist Unbegründet, wenn keine Gefahr besteht. Dann gilt Sie als Pathologische Angst.
Wenn die Symptome der Angst ohne Grund oder durch einen inadäquaten Reiz auftreten, sind sie pathologisch. Dann spricht man von einer Angststörung.
Ursachen für Pathologische Angst
- schlimme Erlebnisse
- psychologische Ursachen (Schizophrenie, Depressionen, Angststörungen, Phobien)
Komplikationen Pathologische Angst
- Wenn Angst zu einem Hindernis wird
- Wenn die Angst dominiert und wir deshalb Situationen vermeiden
- Wenn Angst während einer Prüfung nicht nachlässt
Angstkreislauf
1. Auslösende Situation
2. Reaktion auf die Angst
3. Entstehende negativer Gefühle
4. Destruktives Verhalten
Angstkreislauf
1. Auslösende Situation
Prägende Situation/Erlebnis in der Kindheit und abhängig von der Persönlichkeit.
Psychische Erkrankung
Angstkreislauf
2. Reaktion auf die Angst
Sehr vielfältig:
- Vermeidungsverfahren
- Flucht vor solchen Situationen (bis Angst vor der Angst)
- Gelähmt sein von der Angst
Angstkreislauf
3. Entstehende negativer Gefühle
Das Resultat der negative Gefühle sind:
- Das Gefühl versagt zu haben
- Nichts richtig zu machen
- Bis zum Selbsthass und Selbstverachtung
Angstkreislauf
4. Destruktives Verhalten
destruktiv = zerstörend, zersetzend
Selbstschädigendes Verhalten, um sein emotionalen Schmerz zu betäuben.
Bsp. Übermässigen Alkoholgenuss, sich isolieren, Selbstbestrafung und gefühlsmässige Distanz zu Menschen die helfen könnten.
Kernaussage des Kreislaufs
- Es ist ein Teufelskreis, welches aufzeigt wie der Angstkreislauf sich steigert und nie ein ende findet.
- Den Teufelskreis der Angst zu durchbrechen
- herausfinden, wie sich eine Angst nicht weiter steigert
- Wie man am schnellsten zu Entspannung kommt
Nutzen des Angstkreislauf für die Pflege
- Der Kreislauf kann die Pflege unterstützen, in dem Sie weiss welche Frühsymptome der Betroffene mit Angst zeigt und wo die Ansatzpunkte im Kreislauf stattfinden.
- Dadurch kann die Pflege entsprechend handeln und passende Copingstrategien entwickeln.
Bedeutung Angstkreislauf
Im Kreis wird der Angst wirksam. Man nimmt Symptome wahr z.B. Puls und Atmung werden schneller. Hier enstehen Verknüpfungen i.d. Gedanken. Man erkennt die Angst. Weitere körperliche Veränderungen nimmt man wahr.
Und es fängt wieder von vorne an.
Der Kreislauf hat die Bedeutung das wir diesen Stoppen.
Angstgrade nach Peplau
1. Geringe Angst
2. Mässige Angst
3. Grosse Angst
4. Panik
Angstgrad 1
Gering
- Die Wahrnehmung ist erweitert
- Man ist hellwach, nimmt mehr wahr als zuvor
- Man ist im Stande die Angst zu erkennen und zu bennen
Angstgrad 2
Mässige Angst
- Die Wahrnehmung ist leicht beeinträchtigt
- Die Umgebung nimmt man nicht wahr, nur wenn ein anderer mich darauf aufmerksam machen würde.
- Man begreift weniger als zuvor.
- Man ist Fähig Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt aufrechtzuerhalten.
- Man ist Fähig zu sagen das man Angst hat.
Angstgrad 3
Grosse Angst
- Wahrnehmung ist stark verengt
- Dissoziativer Zustand (="Weggetretensein", "nicht man selbst sein", "neben sich stehen" oder "sich losgelöst fühlen")
- Unfähig auf Aufforderungen zu reagieren.
- Nimmt bedeutend weniger wahr als zuvor
- Man hat in diesem Grad einen Röhrenblick
- Schlussfolgerungen können verzerrt sein, aufgrund der mangelhaften Beobachtung
- Man ist nicht fähig die Angst zu nennen und evt. ist man dieser auch nicht bewusst.
Angstgrad 4
Panik
- Wahrnehmung ist zusammengeschrumpft
- Dissoziativer Zustand (="Weggetretensein", "nicht man selbst sein", "neben sich stehen" oder "sich losgelöst fühlen") -> Bsp. Übertreibte Wahrnehmung, die Folge davon sind zusammenhanglose Einzelheiten, durch die verzerrte Wahrnehmung.
- Patient kann auf- und abgehen, rennen oder heftig um sich schlagen
- Patient äussert die Dissoziation.
- Entlastungshandlungen erfolgt unwillkürlich (ohne Überlegung)
- Die Panik löst eine grosse Menge Energie aus, welche sich evt. in Wutausbrüchen zeigt.
Pflegeinterventionen bei Angst
- Informationssammlung (Copingstrategien)
- Angst zulassen, erkennen und aushalten (positive Bewältigung ist, sich der angst zu stellen und darüber zu sprechen können erleichtert einem)
- Hoffnung und Vertrauen in Entspannungsübungen (muskuläre und seelische entspannung)
- Medikamente (dämpfen nur die Angst, hilft schwere Leidenszustände oder Kriesen durchzustehen)
(Antworten Theoriegeleitet, antworten können)
Pflegebezogen Ursachen der Angst
- Vor Spitaleintritt
- Schmerzen
- Bestimmte Behandlungen
- Vor Tod
- Vor persönlichen Veränderungen
- Vor Trennung
- Vor Konfrontation mit etwas Fremden
3 Ebene der Angst
subjektive: Gefühle, Ausdruck
physiologische: Erregbarkeit des Körpers
motorische: Handlungsebene, kognitive Ebene
4 Ebenen von Angst/Furcht
1. Physiologische Ebene:
-erhöhter Herzschlag, Zittern, Schwitzen etc.
2. Kognitive Ebene/Gedanken:
- "Ich schaff das nicht", Es wird etwas schlimmes passieren"
3. Verhaltensebene:
- Flucht, Vermeidung, Hilfe suchen etc.
4. Gefühlsebene:
- Gefühl des Ausgeliefertseins, Hilflosigkeit etc.
Phasen der Entwicklung von Angst
1. Patient hat Erwartungen
2. Die Erwartungen von Patient erfüllen sich nicht
3. Unbehagen treten ein (= unangenehmes, jemandes Wohlbehagen störendes, Verstimmung, Unruhe, Abneigung)
4. Entlatungsverhalten wird geübt
5. Entlastungshandlungen sind klar
Angsterfahrungen von Patient verstehen
1. Welche Erwartungen hat Patient? Ist es realistisch? Kann man diese ändern oder aufgeben?
2. Weshalb sind Erwartungen nicht erfüllt worden? Wer hätte die Erwartunen erfüllen sollen? und wann, wie, mit was für einem Ergebnis?
3. Wo hat der Patient das Gefühl von Unbehagen gespürt? In welchem Grad? Was wurde am Patient bewusst?
4. Bei welchen Verhaltensweisen und Verhaltensmuster werden die Entlastungsverfahren entsprechend eingesetzt?
Angst ist vorhanden -> Anwendung des Konzepts Angst in der Pflegepraxis
Schritt 1
1. Patient soll die Angst wahrnehmen und sie bennen
Haben Sie Angst? Sind Sie nervös? Sind Sie Angespannt?
Angst ist vorhanden -> Anwendung des Konzepts Angst in der Pflegepraxis
Schritt 2
2. Patient kann bei Angstzuständen, sein Verhalten einordnen, welches er zur Erleichterung einsetzt.
Was tun Sie, um sich zu beruhigen?
Angst ist vorhanden -> Anwendung des Konzepts Angst in der Pflegepraxis
Schritt 3
3. Patient kann seine Erwartungen äussern.
An was dachten Sie, bevor Sie Angst bekamen?