Schwotzer


S. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Schadstoffe wie Asbest, PCB und PAK, ihre Eigenschaften, Quellen und Verwendungen, sowie relevante Gesetze und Richtlinien. Sie behandeln auch die Expositionskategorien und Schutzmaßnahmen bei der Sanierung von Gebäudeschadstoffen. Ideal für Studierende der Universität, die sich mit Gesundheit und Hygiene im technischen Bereich auseinandersetzen.
Karten
144
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
11.12.2018 / 25.06.2025

Lernkarten

Wo ist der CO2-Wert besonders relevant?

In Schulräumen, wo sehr viele Personen auf begrenztem Raum zusammenkommen.

Was ist ein wichtiger Indikator für die Raumluftqualität und nenne Leitwerte der Innenraumluftkonzentration.

  • CO2
  • oberhalb 1.000 ppm kommt es zu Ermüdung und Konzentrationsmängeln.
  • CO2-Gehalt der Außenluft: ca. 350 ppm.

Was sind Volatile Organic Compounds VOC?

  • Organische Verbindungen im Siedebereich 50° bis 260°
  • alle chmischen Substanzen, die bei der Analyse mit einem Gaschromatographen und Verwendung einer unpolaren Trennsäule zwischen den Verbindungen n-Hexan und n-Hexadecan eluieren
  • sehr unterschiedliche Profile und Strukturen

Wovon ist die CO2-Konzentration in der Raumluft abhängig?

  • Zahl,
  • Aufenthaltsdauer und
  • Aktivität
    der anwesenden Personen.
  • Raumvolumen
  • Luftwechselzahl

Nenne die wichtigsten VOC-Verbindungen (12 Stück), ihre Eigenschaften und Vorkommen.

Wie wird die Raumluftqualität nach DIN EN 13779:2007-09 klassifiziert?

Wie wirken sich Volatile Organic Compounds VOC auf die Gesundheit aus?

Mit steigender Konzentration steigt die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von gesundheitlichen Störungen und einer unangenehmen Geruchsentwicklung.

Symptome:

  • Reizungen von Augen-, Rachen- und Nasenschleimhäuten
  • Ermüdungserscheinungen
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Infektanfälligkei im Bereich der Atemwege
  • Befindlichkeitsstörungen

Was beschreibt die Technische Regel VDI/GVSS 6202?

Die wesentlichen Aspekte der Schadstoffsanierung von der Erhebung bis zur Entsorgung.

Wie gestaltet sich das Stufenkonzept zur Bewertung der VOC-Summenkonzentration nach Ad-hoc-IRK-ALOG?

Wie ist ein Schadstoff nach VDI/GVSS 6202 definiert?

Gefährlicher Stoff im Sinne der GefStoffV und biologischer Arbeitsstoff im Sinne der BioStoffV.

Welche Empfehlungen zum weiteren Vorgehen bietet das Stufenkonzept zur Bewertung von VOC?

Wie erfolgt die Bestandsaufnahme und Schadstofferkundung gem. VDI/GVSS 6202?

  1. Historische Recherche der Bau-/Nutzungsgeschichte
  2. Objektbegehung zwecks Verifizierung/Ausschluss Schadstoffverdacht
  3. Bewertung / Dokumentation der Ergebnisse
  4. Aufstellung Untersuchungsprogramm
  5. (Mehrstufige) Technische Erkundung
  6. Erstellung Schadstoffkataster

Wie erfolgt die Sanierungsplanung / -durchführung gem. VDI/GVSS 6202?

  • Bewertung hinsichtlich des Handlungsbedarfs
  • Sanierungsplanung
  • Auswahl Sanierungsmethode / Sanierungskonzeption
  • Rückbau-/Entsorgungskonzept
  • Ausschreibung der Sanierungsarbeiten
  • Auswahl der Bieter
  • Sanierungsbegleitung / Dokumentation

Wie sind die Regeln zur Entsorgung von VOC?

Es gibt keine.

Welche Rechtsquellen und Regelwerke werden beim Umgang mit VOC berücksichtigt?

  • Nutzerschutz: Ausschuss für Innenraumwerte
  • Arbeitsschutz: Gafahrenstoffverordnung GefStoffV

Was regelt die VDI/GVSS 6202 und was sind ihre Inhalte?

  • Schadstoffbelastete bauliche und technische Anlagen – Abbruch-, Sanierungs- und
    Instandhaltungsarbeiten
  • Bestandsaufnahme und Schadstofferkundung
  • Sanierungsplanung / -durchführung
  • Sanierungs-/Entsorgungskonzeption
  • Leistungsbeschreibung, Ausschreibung und Vergabe
  • Sanierunsdurchführung: Schutzmaßnahmen (TOP) und
    Schadstoffsanierungsverfahren (Entfernen, Beschichten, Räumliche Trennung)

Nenne zehn mögliche Quellen von Schwer- bzw Halbmetallen.

  1. Batterien
  2. Glas- und Keramik
  3. Farben
  4. Holzschutz
  5. Kabel
  6. Spiegel
  7. Legierungen
  8. Mäuse- und Rattengifte
  9. Imprägnierungen
  10. Desinfektionsmittel

Nenne die 12 Schwer- bzw. Halbmetalle aus der Vorlesung.

  1. Antimen
  2. Arsen
  3. Blei
  4. Cadmium
  5. Chrom
  6. Cobalt
  7. Kupfer
  8. Nickel
  9. Quecksilber
  10. Thallium
  11. Zink
  12. Zinn

Ab wann redet man von Schwermetallen? Nenne 8 Besispiele.

Metalle werden ab einer Dichte von > 5 g/cm³ als Schwermetalle bezeichnet.

Beispiele:

  • Blei
  • Kupfer
  • Quecksilber
  • Cadium
  • Nickel
  • Chrom
  • Mangan
  • Zinn

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen in der Bodenplatte / im Fundament.

  1. Trag-/ Dränschicht unter der Bodenplatte aus bodenfremdem Material, z.B. Schlacke (Schwermetalle, PAK)
  2. · Trag-/ Dränschicht unter der Bodenplatte mit Teer (gegen kapillaren Wasseraufstieg) „vorgespritzt“ (MKW, PAK)
  3. Sperrschichten / Isolierungen in/auf der Bodenplatte, z.B. Schweiß-bahnen (PAK), Vliesstoffe (KMF), Teerkork (PAK), Ölpapier (PAK), Folien
  4. nutzungsbedingte Kontaminationen (z. B. MKW, LHKW, BTX, Schwermetalle)
  5. Fugenmassen an Trenn-/Bewegungsfugen (PCB, PAK)
  6. Anstriche / Fußbodenaufbauten

Wo ist das Schwermetall Blei im häuslichen Gebrauch zu finden und welche gesundheitlichen Risiken bringt es mit sich?

Verwendung in:

  • Bleirohren
  • Schutzanstrichen
  • Akkumulatoren
  • Batterien
  • Kabelummantelungen

Humantoxizität:

  • krebserregend: Kanzerogenitätklasse K3
  • erbgutschädigend
  • ortpflanzungsgefährdent
  • beeinflusst das zentrale Nervensystem und Blutbildung
  • Konzentrationsstörungen
  • Beeinträchtigung Immunabwehr

Wo ist das Schwermetall Kupfer im häuslichen Gebrauch zu finden und welche Gesundheitsrisiken bringt es mit sich?

Vorkommen:

  • Leitungen
  • Dach
  • Holzschutz
  • Schädlingsbekämpfung

Humantoxizität:

  • wenig toxisch, Ausnahme stark kontaminiertes Trinkwasser

Wo ist das Schwermetall Quecksilber im häuslichen Gebrauch zu finden und wie wirkt es sich auf die Gesundheit aus?

Vorkommen:

  • Thermometer
  • Leuchtstoffröhen
  • Saatbeizmittel in der Landwirtschaft

Humantoxität:

  • toxische Wirkung auf Nervensystem und Nieren

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen in Wänden.

  1. Erdberührte Wände
    1. Schwarzanstriche oder –beschichtungen an der erdberührten Außenseite (PAK)
    2. Außenisolierungen erdberührter Wände, ggf. verklebt (PAK)
    3. in den Putz oder das Mauerwerk eingedrungene Anteile des Schwarzanstrichs bzw. des Voranstrichs (PAK)
    4. Kapillarwasseraufstiegs-Sperren am Übergang Bodenplatte / aufgehendes Mauerwerk; bisweilen zweite Lage etwas oberhalb der Bodenplatte (PAK)
  2. Außenwände / Fassaden
    1. Putze (Schwermetalle)
    2. Fassadenverkleidungen (Holz, Asbestzement, KMF-Dämmung)
    3. Fugenmassen bei Betonfertigteilen oder Gebäudedehnfugen („Thiokol- Massen“/PCB, PAK)
    4. Isolierungen in Gebäudetrennfugen (KMF, Teerkork/PAK, Asbest)
    5. Isolierungen zwischen zweischaligem Wandaufbau, z. B. bei Kühlräumen (KMF,Teerkork/PAK)
  3. Innenwände
    1. Wandfarben (Schwermetalle, PCB, OCP)
    2. nutzungsbedingte Kontaminationen (z. B. Schädlingsbekämpfungsmittel)
    3. Wandbeläge und Kleber (PAK, Asbest)
    4. Leichtbauwände (KMF-Dämmung)
    5. asbesthaltige Leichtbau- und Brandschutzplatten
    6. Isolierungen bei Feucht- und Kühlräumen (KMF, Teerkork/PAK, Schweißbahnen/PAK)
    7. Stopfmassen bei Wanddurchbrüchen (Asbest, KMF)

Wie kann eine Gefährdungsbeurteilung bei Schwermetallen durchgeführt werden?

  • Staub- und Materialuntersuchungen
  • Raumluftmessungen
  • Human-Biomonitöring (Blei)

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen in Decken.

  1. Bodenaufbauten auf der Oberseite
  2. Fehlbodenschüttungen aus Schlacke/ Sand (Schwermetalle, PAK)
  3. Asbest als Brandschutzverkleidung (Zwischenböden, Träger, Stützen etc.)
  4. Dämmungen in Balkendecken (KMF)
  5. Deckenverkleidungen (Faserplatten: KMF, Asbest, Wilhelmi-Platten/PCB)
  6. Deckenverkleidungen und/oder Abhängungen aus Holz (PAK, PCP, Lindan)
  7. Dämmungen auf abgehängten Decken (KMF)
  8. Isolierungen in Feucht-/Kühlräumen (KMF, Teerkork/PAK; Bahnen/PAK)
  9. Stopfmassen bei Deckendurchbrüchen (Asbest, KMF)
  10. Putze und Farben (Schwermetalle, PCB, Asbest)

Welche Rechtsquellen und Regelwerke sind bei Schwermetallen zu berücksichtigen?

  • Nutzerschutz: Trinkwasserverordnung
  • Arbeitsschutz: BGR 128, DGUV Regel 101-004

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen im Fußbodenaufbau:.

  1. mineralische Fliesen: schwarze Kleber (PAK, Asbest)
  2. elastische Fugenmassen in Trennfugen und am Randabschluss (PCB)
  3. PVC-Fliesen / „Floor-Flex-Platten“ (Asbest)
  4. Holzparkett/Holzpflaster (PCP, Lindan/PAK) und Kleber (PAK)
  5. schwarzer Bodenbelagskleber (PAK, Asbest)
  6. Guss- und Spachtelmassen (PCB, Asbest)
  7. Gussasphalt (PAK), Asphalt-Fußbodenplatten (PAK)
  8. Estrich (Asbest, PAK)
  9. Trittschalldämmung (KMF, Teerkork/PAK)
  10. Trennlage (KMF, Ölpapier/PAK)/ Sperrbahn (PAK)
  11. Isolierungen in Feucht-/Kühlräumen (KMF, Teerkork/PAK; Bahnen/PAK)
  12. Betonlackfarbe (PCB, Schwermetalle)

Welches chemische Element ist Bestandteil der POP's?

Das Chlor

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen in Fenster/Türen/Treppen.

  1. Anschlussfugen (PAK, PCB)
  2. Dämmungen im Randbereich der Fenster oder im Rollladenkasten (Asbest, KMF, Teerkork)
  3. Fensterbänke (Asbestzement)
  4. Feuerschutztüren (Asbest)
  5. gestrichene Metallteile (PCB)

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen im Dach.

  1. Dachstuhl-/Schalungsholz (PCP, Lindan, PAK, Holzschutzmittel, OCP)
  2. Taubenkot
  3. Hausbock und andere Holzschädlinge
  4. Dämmungen (KMF, Teerkork/PAK)
  5. Dachpappen (PAK), oft mehrlagig, mehrere „Generationen“
  6. Flachdach-/Ausgleichsschüttungen aus Schlacke (Schwermetalle, PAK)
  7. Einblechungen aus Blei
  8. Asbestzement-Dachplatten

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen im Kamin.

  1. Verbrennungsrückstände (PAK, Schwermetalle, Arsen, Vanadium, z. T. auch Dioxine/Furane)
  2. Schamottesteine (Schwermetalle)
  3. Feuerschutzklappen, Putztüren (Asbest)
  4. Isolierungen / Stopfmassen zwischen Außenhülle und Ausmauerung (KMF, Asbest)

Nenne Quellen und Verwendung von Schadstoffen in der Haustechnik:.

  1. Stromkabel aus Blei bzw. mit Bleiumhüllung/ PAK-Ummantelung
  2. ölgefüllte Starkstromkabel (PCB)
  3. PCB- haltige Kondensatoren in Leuchtstofflampen
  4. Quecksilber- haltige Leuchtstofflampen/ Quecksilberschalter
  5. PCB- haltige Transformatoren/ Hydraulikanlagen (PCB)
  6. Abwasserrohre mit Teerschnüren in den Muffen (PAK)
  7. Asbestzementrohre und –schächte/ Wasserrohre aus Blei
  8. Flanschdichtungen an Heizanlagen und RLTAnlagen (Asbest)
  9. Öllagerraum, Öltank, Befüllstelle (MKW)/ Ölabscheider
  10. Elektrospeicherheizgeräte (Asbest, Chromat: Kernsteine, PCB in Reglern)
  11. Rohrisolierungen (KMF, Asbest, PAK: Ölpapier, Gewebe, Teerkork)
  12. Bremsbeläge von Aufzügen (Asbest)

Was versteht man unter Persistenz?

Das Bestehenbleiben eines Zustands über längere Zeit.

In welche Bereiche wird das Schadstoffrecht aufgeteilt?

  1. Elementares Schadstoffrecht
  2. Spezifisches Schadstoffrecht

Beschreibe die Dosis-Wirkung-Beziehung von Schadstoffen. Wo liegt dabei der LD50-Wert?

Wofür ist das Elementare Schadstoffrecht und welche und welche Teilgebiete beinhaltet es?

Zum Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schadstoffen

  • Gefahrstoffrecht
  • Umweltschutzrecht
  • Strafrecht

Wofür ist das spezifische Schadstoffrecht und welche und welche Teilgebiete beinhaltet es?

Zum Schutz des Menschen und der Umwelt beim gezielten Umgang mit Schadstoffen (Arbeitssicherheit/Gesundheitsschutz)

  • Bauordnungsrecht
  • Arbeitsschutzrecht

Was gibt der LD50- Wert an?

LD50: letale (tödliche) Wirkung → 50% der Versuchstiere sterben sofort.

Was regelt das Bauordnungsrecht?

Die materiell-rechtlichen Aspekte des Bauens.

Zum Beispiel:

  • PCB-Richtlinie (s. 6.2.1),
  • Asbest-Richtlinie (s. 6.1.1) und
  • PCP-Richtlinie.

Étudier