Aufbau und Funktion der Blutgefässe
Aufbau und Funktion der Blutgefässe - Med2 HS18 Unifr
Aufbau und Funktion der Blutgefässe - Med2 HS18 Unifr
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Lernkarten
Funktion und besonderes Vorkommen der Drosselvenen
Funktion: Kontraktion der Muskelpolster → Aktive Veränderung des Gefäßlumens → Veränderung des Strömungswiderstandes→ Sperrung/Drosselung des Blutabflusses
Besonderes Vorkommen: Endokrine Organe und Genitalien
Was ist der grundlegende Mechanismus des Stoffaustausches in der Endstrombahn?
Der Austausch verschiedener Stoffe in der Endstrombahn basiert vor allem auf Diffusion, stoffabhängig auch auf Filtration und Reabsorption
Formel für den effektiven Filtrationsdruck, Einheiten, Bestimmung der Flussrichtung beim Stoffaustausch
Effektiver Filtrationsdruck: Peff = (PKap+ πGew − PGew − πKap)
- Einheiten: V = pro Minute filtriertes Volumen [l/min]; Peff = Effektiver Filtrationsdruck [mmHg]; PKap = Hydrostatischer Druck in den Kapillaren [mmHg];PGew = Hydrostatischer Druck im Gewebe/Interstitium [mmHg]; πKap = Kolloidosmotischer Druck in den Kapillaren [mmHg];πGew = Kolloidosmotischer Druck im Gewebe/Interstitium [mmHg]; K = Filtrationskoeffizient
- Bestimmung der Flussrichtung beim Stoffaustausch
- Filtration bei: (PKap + πGew) > (PGew +πKap)
- Reabsorption bei: (PKap + πGew) < (PGew +πKap)
Was gibt das Vorzeichen des effektiven Filtrationsdrucks an?
Das Vorzeichen des effektiven Filtrationsdrucks gibt quasi die Flussrichtung beim Stoffaustausch an. Ist das Vorzeichen des effektiven Filtrationsdruck positiv, wird Flüssigkeit aus dem Gefäß ins Gewebe filtriert. Ist das Vorzeichen hingegen negativ, wird Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Gefäß reabsorbiert!
Starling-Filtrationsformel: V = Peff × K = (PKap + πGew − PGew − πKap) × K
- Einheiten: V = pro Minute filtriertes Volumen [l/min]; Peff = Effektiver Filtrationsdruck [mmHg]; PKap = Hydrostatischer Druck in den Kapillaren [mmHg]; PInt= Hydrostatischer Druck im Gewebe/Interstitium [mmHg]; πKap = Kolloidosmotischer Druck in den Kapillaren [mmHg]; πInt = Kolloidosmotischer Druck im Gewebe/Interstitium [mmHg]; K = Filtrationskoeffizient
Vereinfachungen der Bestimmung des Filtrationsvolumen mittels Starling-Formel
Vereinfachungen unter physiologischen Bedingungen
- Hydrostatischer Druck in der Kapillare (PKap) sinkt durch die Filtration von Flüssigkeit im Verlauf der Kapillare ab
- Kolloidosmotischer Druck in den Kapillaren (πKap) bleibt im Verlauf der Kapillaren in etwa konstant (bei ∼ 25mmHg)
- Hydrostatischer (PGew) und kolloidosmotischer Druck (πGew) im Gewebe/Interstitium sind vernachlässigbar gering
Schlussfolgerung der Bestimmung des Filtrationsvolumen mittels Starling-Formel
Schlussfolgerungen
- Filtrationsvolumen und Flussrichtung (Filtration vs. Reabsorption) hängen vor allem vom hydrostatischer Druck in der Kapillare (PKap) ab
- Änderung der Flussrichtung im Verlauf der Kapillare, durch Absinken des hydrostatischen Drucks in der Kapillare (PKap)
- Hydrostatischer Druck im arteriellen Schenkel der Endstrombahn ist hoch (∼30 mmHg) → Filtration
- Hydrostatischer Druck im venösen Schenkel der Endstrombahn ist niedrig (∼15 mmHg) → Reabsorption
Wie viel Prozent der filtrierten Flüssigkeit wird in der Endstrombahn wieder reabsorbiert? Was geschieht mit dem Rest?
Im Rahmen des Stoffaustausches in der Endstrombahn werden lediglich 90% der filtrierten Flüssigkeit auch wieder reabsorbiert. Die verbleibenden 10% Flüssigkeit werden über das Lymphsystem aus dem Gewebe abtransportiert und dem venösen Gefäßsystem wieder zugeführt!
Welche Besonderheiten existieren beim Stoffaustausch?
- Flüssigkeiten: Zusätzlich zur Diffusion werden Flüssigkeiten auch in einem Fließgleichgewicht filtriert und reabsorbiert → Berechnung des Filtrations-/Reabsorptionsvolumens pro Zeit mittels Starling-Formel
- Fettlösliche Substanzen: Können durch die gesamte Endothelfläche (transzellulär) diffundieren (einfache Diffusion) → Transportrate hängt vor allem von der Durchblutung ab (sog. durchblutungslimitierter Transport )
- Wasserlösliche Substanzen: Benötigen Poren, Interzellularspalten und/oder Transporter (erleichterte Diffusion) → Transportrate hängt u.a. von der Größe der Poren, der Anzahl der Transporter und der Molekülgröße der zu transportierenden Substanz ab → Durchblutungssteigerung führt bei Stoffen, die nicht frei diffundieren können, auch nicht zu einer erhöhten Transportrate (sog. diffusionslimitierter Transport )
Definition eines Ödems? Mögliche Ursachen?
Pathologische Einlagerung von Wasser im Gewebe
Mögliche Ursachen:
- Missverhältnis von Filtration und Reabsorption
- Steigerung des hydrostatischen Drucks in den Kapillaren (PKap)
- Senkung des kolloidosmotischen Drucks in den Kapillaren (πKap)
- Steigerung der Permeabilität der Kapillaren (K)
- Störung des Abtransports der Lymphe
Was machen Kompressionsstrümpfe?
Sie üben von aussen einen kräftigen Druck auf das Gewebe aus und erhöhen so den Gewebedruck. Dies, weil der kolloidosmotische Druck nur schwer veränderlich ist.